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Lymphknotenschwellung - Wie gefährlich ist das?

Einleitung

Eine Lymphknotenschwellung kann auf viele Erkrankungen hindeuten, die sowohl ungefährlich sind, wie eine Erkältung oder Infektion, oder aber auch ein Symptom einer schwereren Erkrankung, im schlechtesten, aber auch seltensten Fall, Krebs. Prinzipiell deutet aber eine Schwellung darauf hin, dass das Immunsystem gerade mit Erregern kämpft. Die Lymphknoten zählen zum lymphatischen System des Körpers, welches zum Immunsystem gehört und mehrere primäre und sekundäre Organe umfasst. In den primären lymphatischen Organen werden Lymphozyten (Abwehrzellen) gebildet und in den sekundären lymphatischen Organen werden die Lymphozyten differenziert und weiter entwickelt. Die Lymphknoten sind sekundäre Organe und sind dafür zuständig, die mit der Lymphe antransportierten Fremdstoffe und Erreger aus dem Körper zu entfernen. Man findet sie vermehrt am Hals, an den Achseln und entlang der Aorta (Hauptschlagader) und natürlich an allen anderen inneren Organen.

Die Lymphgefäße durchziehen den Körper ähnlich wie die Blutgefäße und sind vor allem dafür verantwortlich, dass Krankheitserreger nicht tiefer in den Körper gelangen, sondern wieder abtransportiert werden. Normalerweise erreichen die Lymphknoten in etwa eine Größe von ein paar Millimetern. Sie können aber deutlich anschwellen und bis zu ein paar Zentimetern groß werden. Da meist diejenigen Lymphknoten anschwellen, welche in unmittelbarer Umgebung der Infektion oder anderen Erkrankung sind, gibt der Ort oft schon viele Informationen an den behandelnden Arzt preis. Obwohl sie die Ursache für schwere Erkrankungen sein können, sind Lymphknotenschwellungen in den allermeisten Fällen „nur“ eine Begleiterscheinung von diversen Entzündungen im Körper. Meist ist es nicht nötig, sie speziell zu behandeln, denn ein intaktes Immunsystem schafft die Abwehr meist selbst.

Sie sind also nur sehr selten als gefährlich einzustufen.

Symptome

Gesunde Lymphknoten kann man normalerweise nicht spüren. Es gibt aber immer wieder Menschen, bei denen vereinzelt Lymphknoten immer tastbar sind. Diese Betroffenen müssen ihre Lymphknoten immer im Auge behalten, da sie schnell eine gefährliche Größe erreichen können. Sie sollten regelmäßig durch einen Arzt kontrolliert werden. Ansonsten spürt man seine Lymphknoten eigentlich nur, wenn eine Entzündungsreaktion im Körper vorgeht. Es können mit den Lymphknotenschwellungen noch zahlreiche andere Symptome einher gehen, die aber ganz davon abhängen, welche Ursache den vergrößerten Lymphknoten zugrunde liegt. In der Regel sind es aber typische grippale Symptome, die Lymphknotenschwellungen begleiten, wie Fieber, Halsschmerzen, Schnupfen eventuell auch Husten. Die Lymphknoten könnenje nach der Ursache in manchen Fällen Schmerzen verursachen. Bei Infektionen können starke Schmerzen entstehen, vor allem wenn man die Lymphknoten berührt. Vor allem bei einer Krebserkrankung bleiben Schmerzen jedoch völlig aus, allerdings können die Lymphknoten teilweise mit der Umgebung verwachsen.

Mehr Informationen dazu finden Sie hier: Symptome eines Lymphdrüsenkrebses, Lymphdrüsenschwellung 

Eine Lymphknotenschwellung ist häufig nicht gefährlich, da zu den häufigsten Ursachen Infektionskrankheiten in räumlicher Nähe zu dem geschwollenen Lymphknoten gehören. Die Infektionen sind in der Regel gut behandelbar, so dass bei zeitnaher Einleitung einer Therapie die Schwellung sich gut zurückbilden kann. Infektiös beziehungsweise entzündlich bedingte Schwellungen sind im Normalfall in kurzer Zeit entstanden und schmerzhaft.

Jedoch kann eine Lymphknotenschwellung auch im Rahmen einer Tumorerkrankung auftreten, was meist mit einem gefährlicheren Verlauf einhergeht. Typische Zeichen für eine mögliche Tumorerkrankung sind eine schmerzlose Schwellung, die mehrere Wochen anhält und nicht rückläufig ist. Ebenfalls sind die Lymphknoten oft wenig verschieblich, miteinander verbacken und verhärtet. In solchen Fällen sollte dringend ein Arzt zur weiteren Abklärung aufgesucht werden.

Ursachen

Wie schon erwähnt, sind die Ursachen meist vielfältig und nicht auf einen Blick zu diagnostizieren. Man sollte im Zweifelsfall immer einen Arzt aufsuchen, denn es gibt einige schwerwiegende Erkrankungen, die mit Lymphknotenschwellungen einhergehen. Gehen die geschwollenen Lymphknoten mit grippeähnlichen Krankheitssymptomen einher, so ist wahrscheinlich, dass sie zum Beispiel aufgrund einer Erkältung oder Grippe tastbar geworden sind. Wenn keine anderen Symptome bemerkt werden, sollte man aber auf alle Fälle einen Arzt aufsuchen. Ursache für Lymphknotenschellungen kann zum Beispiel das Pfeiffersche Drüsenfieber sein. Am häufigsten wird das Epstein-Barr-Virus, das diese Erkrankung auslöst, über den Speichel übertragen, wie etwa beim Küssen. Vor allem bei jungen Erwachsenen ist das der Grund, weshalb diese Altersgruppe im Vergleich sehr häufig an dieser Erkrankung leidet. Neben den vergrößerten Lymphknoten findet man auch eine vergrößerte Milz, Halsschmerzen und Fieber, sowie Müdigkeit und Kopfschmerzen als Symptome. Leider können sich bei dieser Erkrankung auch andere Organe entzünden, weshalb es auf jeden Fall so bald wie möglich behandelt werden muss. Meist müssen hierfür die Patienten einige Zeit im Krankenhaus verbringen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Lymphknotenschwellung nach OP

Auch die Krankheiten Masern und Röteln können eine Ursache sein. Die meisten Kinder sind allerdings gegen diese Erkrankungen geimpft. Dennoch sind dies zwei Krankheiten, die schwerwiegende Folgen haben können, wenn sie unbehandelt bleiben. Auch HIV/AIDS kann eine Ursache für vergrößerte Lymphknoten sein (Lesen Sie hierzu auch: Lymphknotenschwellung - Welche Hinweise gibt es, dass es HIV ist?). Genitalherpes und andere Geschlechtskrankheiten wie Syphilis und Chlamydien zählen ebenso zu potentiellen Verursachern von Lymphknotenschwellungen. Auch Krebserkrankungen wie bösartige Lymphome und ein paar Leukämien können Lymphknotenschwellungen verursachen ebenso wie gutartige Lymphome. Auch darf man die Tuberkulose und Borreliose sowie die Diphtherie nicht vergessen aufzuzählen. Außerdem sind Lymphknotenschwellungen auch oft das Resultat einer Gaumenmandelentzündung, da auch diese zu den Lymphatischen Organen zählen und die Lymphknoten des Halses, die in der näheren Umgebung angesiedelt sind, mitreagieren.

Lesen Sie dazu auch unsere Seite Chronische Lymphknotenschwellung.

Diagnose

Diagnostiziert werden die vergrößerten Lymphknoten und die zugrunde liegende Ursache mittels Anamnese und auch durch eine gründliche körperliche Untersuchung inklusive des lymphatischen Gewebes im Mund und Rachenraum. Bei Verdacht auf schwerwiegendere Erkrankungen werden weitere Untersuchungen durchgeführt. Die Milz und die Leber werden abgetastet und zur genaueren Diagnose gibt es dann die bildgebenden Verfahren, welche weitere Klarheit bringen können. Zur Diagnose eines Lymphdrüsenkrebses bringt jedoch erst eine Gewebeprobe vom verdächtigen Lymphknoten Gewissheit. Zudem ist es wichtig, dass der gesamte Körper untersucht wird und bildgebenden Verfahren unterzogen wird. Die Gewebeprobe wird so entnommen, dass es für die Patienten nur ein ganz kleiner Eingriff ist. Meist gibt es nur einen minimalen Schnitt. Ebenso wird Blut abgenommen und dann eventuell noch das Knochenmark untersucht, weil auch jenes zum lymphatischen System zählt. Je nach dem auf welche Krankheit die Ergebnisse schließen lassen, werden dann noch Tests durchgeführt, die direkt das Stadium jener Krankheit bestimmen.

Abbildung Lymphknotenschwellung

Geschwollene Lymphknoten
Lymphadenopathie

  1. Lymphknoten am Ohr
  2. Mandeln - Tonsillen
  3. Halslymphknoten
  4. Achsellymphknoten
  5. Milz - Splen
  6. Bauchlymphknoten
  7. Leistenlymphknoten
  8. Normaler Lymphknoten
  9. Entzündeter Lymphknoten
    A - Bakterielle Infektionen
    Mandelentzündung -
    Angina tonsillaris
    Zahnentzündung
    Diphtherie
    (Infektion der oberen Atemwege)
    Syphilis - Infektionskrankheit
    Chlamydien
    (betreffen Schleimhäute im
    Augen-.Genital-. und
    Atemwegsbereich)
    Tuberkulose
    (Infektionskrankheit die am
    häufigsten die Lungen befällt)
    Borreliose
    (häufigste durch Zecken
    übertragene Erkrankung)
    B - Virusinfektionen
    Kinderkrankheiten
    (Röteln. Masern. Windpocken)
    Pfeiffersches Drüsenfieber
    (Kusskrankheit)
    HIV
    (Humane-Immundefizienz-Virus)
    verantwortlich für AIDS
    Zytomegalie (Herpes)
    C - Krebserkrankungen
    Leukämie (Blutkrebs) -
    ALL. AML. CLL und CML
    Maligne (bösartige) Lymphome
    (Lymphdrüsenkrebs)
    Lymphknotenmetastasen
    D - Andere Ursachen
    Taxoplasmose-entsteht durch den
    Parasiten Toxoplasma gondii,
    wird über Katzen übertragen.
    Lymphödem (Flüssigkeitsansammlung
    im Zwischenzellraum)
    Rheumatoide Arthritis (entzündliche
    Gelenkerkrankung)

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Therapie einer Lymphknotenschwellung

Die Therapie richtet sich ganz nach der Diagnose. Wenn es sich nur um einen Infekt handelt, so wird dieser auf die Symptome hin behandelt. Ebenso verhält es sich mit dem Pfeifferschen Drüsenfieber, welches auch meist ohne Folgen bleibt, auch wenn es mitunter lange dauert, bis es ausgeheilt ist. Auch Masern und Röteln werden nur symptomatisch behandelt und die Beschwerden im Zusammenhang mit dieser Erkrankung werden so gelindert. Die zahlreichen Geschlechtskrankheiten, welche ebenfalls Ursache für die Lymphknotenschwellungen sein können, werden unterschiedlich behandelt. Bei vielen findet man als Erreger verschiedene Bakterien vor, welche sehr wirksam durch ein passendes Antibiotikum behandelt werden können. Fast immer verschwinden mit der Krankheit auch die Lymphknotenschwellungen. Leider gibt es auch sexuell übertragbare Krankheiten wie HIV, wo es keine Heilung gibt. Hier ist es wichtig, dass das Immunsystem gestärkt wird. Entdeckt man die Erkrankung in einem frühen Stadium kann mit Hilfe einer Therapie der Ausbruch der Krankheit um Jahre hinausgezögert werden. Bei der Tuberkulose gibt es spezielle Antituberkulotika, das sind spezielle Medikamente, womit eine Tuberkuloseerkrankung behandelt werden kann. Die Borreliose (Lyme) ist nicht ganz so einfach zu behandeln, da oft mehrere Organe befallen sind. Jedoch ist die Prognose im Anfangsstadium sehr gut, dass die Krankheit durch Antibiotika ausheilt. Diphtherie ist eine sehr schwerwiegende Erkrankung, die leider nicht selten zum Tod führt. Auch hier gilt: Je frühzeitiger man die Krankheit erkennt und behandelt, desto besser stehen die Chancen. Der behandelnde Arzt gibt dem Patienten ein sogenanntes Gegengift, das gegen das Diphtherietoxin im Körper direkt ankämpft. Bei entzündeten Gaumenmandeln helfen die üblichen Medikamente, wie Paracetamol und Aspirin sowie Ibuprofen, die man auch bei Grippe einsetzen würde. Diese behandeln dann auch gleich das Fieber, welches oft mit einer Mandelentzündung einhergeht. Aber in manchen Fällen muss auch ein operativer Eingriff vorgenommen werden.
Bei der Therapie eines Lymphdrüsenkrebses kommen bevorzugt eine Chemo- und Strahlentherapie zum Einsatz.

Hausmittel zur Behandlung von geschwollenen Lymphknoten

Geschwollene Lymphknoten sind ein Symptom vieler Vorgänge im Körper. Neben der Behandlung der Grunderkrankung kann man auch Hausmittel gegen geschwollene Lymphknoten einsetzen.
Zu Beginn kann es helfen, die geschwollenen Lymphknoten leicht zu massieren. Dies kann mit der Anwendung von Wärme kombiniert werden. Das Massieren sollte nur solange angewendet werden, wie es keine Schmerzen verursacht.
Als weiteres Hausmittel gegen geschwollene Lymphknoten wird der Einsatz von Rizinusöl beschrieben, dem abschwellende Eigenschaften zugesprochen werden. Es kann auf die betroffenen Stellen gegeben und eingerieben werden. Außerdem hat es antientzündliche Wirkstoffe, die bei Infektionen helfen können.
Des Weiteren helfen Hausmittel, die gegen die Grunderkrankung gerichtet sind. Einer der häufigsten Gründe für Lymphnotenschwellungen ist die Erkältung. Hier hilft es dann, Vitamine und Spurenelemente wie Zink vermehrt zu sich zu nehmen.
Als weitere wichtige Maßnahme muss darauf geachtet werden, schädliche und heilungshemmende Substanzen zu vermeiden. Dazu gehören vor allem Alkohol und Tabakrauch. Natürlich hilft auch ein langer, erholsamer Schlaf. Hausmittel können nur unterstützen. Geht die Schwellung der Lymphknoten nicht wieder zurück oder werden die Beschwerden stärker, sollte die Ursache dafür abgeklärt werden.

Prognose

Die Prognose ist abhängig von der Diagnose und der Art der Erkrankung. Handelt es sich lediglich um einen Infekt, dann dauert dieser meist nicht sehr lange. Man spricht meist von ein paar Tagen. Die Lymphknotenschwellung verschwinden dann wieder von selbst, ohne dass man medikamentös behandeln muss. Sind die Lymphknoten aber bösartig verändert und zu groß, was auf eine Krebserkrankung hindeutet, ist die Prognose abhängig vom Stadium, in der die Erkrankung entdeckt wurde. Ein weiterer Einflussfaktor ist, wie gut die Behandlung anspricht und welche Krebserkrankung genau der Grund ist. Leider sind die Prognosen bei vielen Krebserkrankungen nicht besonders gut, da viele erst entdeckt werden, wenn sie schon fortgeschritten sind und sich Metastasen auf andere Organe ausgebreitet haben. Liegt aber nur ein Infekt hinter der Lymphknotenschwellung vor, so ist die Prognose sehr gut, da dieser schnell heilt und in der Regel keine Schäden bleiben. Bei den meisten anderen Erkrankungen kommt es immer darauf an, zu welchem Zeitpunkt die Erkrankung als solche erkannt wird. Viele oben genannte Krankheiten sind in fortgeschrittenen Stadien schwer behandelbar und haben oft schlechte Prognosen.

Prophylaxe

Gegen Borreliose beispielsweise hilft in vielen Fällen eine Zeckenimpfung. Dies ist ein einfacher und wirksamer Schutz vor dieser Krankheit. Für die meisten Geschlechtskrankheiten gilt, dass, wenn man sich ausreichend schützt mittels Kondom, das Risiko zu erkranken stark gemindert wird. Dennoch sollte auch auf ausreichend Hygiene geachtet werden. Vor Krebserkrankungen kann man sich hingegen nur schwer schützen. Es empfiehlt sich aber, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen zu machen und bei Beschwerden den Arzt aufzusuchen, damit man schnell mit einer Therapie beginnen kann. Bei der Diphtherie gibt es genauso wie bei Masern und Röteln eine sehr gute Schutzimpfung. Wird sie immer rechtzeitig aufgefrischt, muss man sich vor einer Erkrankung keine Sorgen machen. Vor den einfachen Infekten kann man sich mit guter Ernährung und viel frischer Luft und Sport sowie einer allgemeinen gesunden Lebensweise sehr gut schützen. Denn je intakter das Immunsystem ist, desto weniger schnell oder seltener erkrankt man.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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