Rizinusöl

Einleitung

Das Rizinusöl gehört zur Gruppe der Pflanzenöle und man gewinnt es aus den Samen des sogenannten Wunderbaumes.

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Rizinusöl hat verschiedene Eigenschaften. Es ist farblos bis gelblich und hat einen typischen Geruch. Es ist von der Konsistenz eher dickflüssig und härtet an der Luft nicht aus. Die größten Mengen an Rizinusöl werden in Gegenden wie China, Brasilien oder auch Indien gewonnen. Es wurde schon früher als Heilmittel eingesetzt und findet in den unterschiedlichsten Bereichen seine Anwendung. Gebraucht wird das Öl unter anderem im medizinischen Bereich, in der Kosmetik-Branche sowie im industriellen Sektor. Rizinusöl besteht aus verschiedenen Glyceriden. Hauptbestandteil ist das Triglycerid der Ricinolsäure. Das schoneste Verfahren, um das Öl aus den Samen zu gewinnen, ist die sogenannte Kaltpressung. Hierdurch bleibt das Öl in seiner natürlichen Form und das ganz ohne Zusatzstoffe. Eine weitere Form der Gewinnung des Rizinusöls ist die sogenannte Raffinierung. Hierbei gehen dem Öl allerdings zahlreiche Inhaltsstoffe verloren. Das raffinierte Öl ist günstiger als das kaltgepresste Rizinusöl. Das raffinierte Öl wird vor allem in der Industrie zur Herstellung von verschiedenen Stoffen verwendet.

Durch die hohe Konzentration an Glyceriden hat das Rizinusöl auch eine abführende Wirkung auf den Körper. Diese Wirkung bleibt bei der Raffinierung des Öls erhalten. Im kosmetischen Bereich wird das Rizinusöl zur Behandlung von Schuppen und Rissen der Haut eingesetzt. Zusätzlich findet man es als Bestandteil vieler Cremes, Pflegemittel und auch in Badeölen. Für die Kosmetik ist das kaltgepresste Öl von besonderer Bedeutung. Auch in der Geburtshilfe macht man sich die Wirkung des Rizinusöls zunutze. Hier wird es vor allem zur Einleitung der Geburtswehen verwendet und als sogenannter „WehenCocktail“ verabreicht. Seine Wirkung entfaltet es durch eine Förderung der Gebärmutterkontraktion.

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Rizinusöl hält sich etwa ein halbes Jahr. Es ist dabei zu beachten, dass es bei Zimmertemperatur gelagert wird. Zusätzlich sollte es in lichtgeschützten Gefäße gefüllt werden. In der Apotheke bekommt man sie in Form von braunen Glasgefäßen.


Anwendung in der Kosmetik

Pflege der Wimpern

Rizinusöl ist ein bewährtes Mittel zur Pflege der Wimpern. Die Wimpern sollen durch das Rizinusöl kräftiger werden und insgesamt an Fülle zunehmen. Bei regelmäßiger Behandlung mit Rizinusöl soll der Wimpernkranz deutlich an Dichte zunehmen. Wichtig dabei ist ein regelmäßiges Auftragen des Rizinusöls auf die Wimpern. Durch die regemäßige Pflege sollen die Wimpern zudem elastischer werden und weniger abbrechen. Am besten erfolgt das Auftragen über Nacht, da das Öl dann genug Zeit hat, seine Wirkung zu entfalten. Über Nacht behindert das aufgetragene Öl außerdem nicht die Sicht, falls das Öl mal in die Augen gelangen sollte.

Das Wimpernwachstum wird durch das Rizinusöl nicht begünstigt. Die Wimpern wachsen ohne die Behandlung genauso schnell. Die Wimpern werden somit lediglich gepflegt und dadurch geschmeidiger. Am besten sollte Rizinusöl nicht in der Apotheke gekauft werden, da dort in den meisten Fällen raffiniertes Öl angeboten wird. Im kosmetischen Bereich ist allerdings die Benutzung des kaltgepressten Öls sinnvoll, da dieses mehr wichtige Inhaltsstoffe enthält. Mit einem fusselfreien Tuch oder einer sauberen Mascarabürste wird das Rizinusöl idealerweise auf die Wimpern aufgetragen. Dabei sollte eine solche Menge an Rizinusöl aufgetragen werden, dass zwar die Wimpern bedeckt sind, aber kein Öl von den Wimpern tropft.
Allergien treten bei der Verwendung des Rizinusöls an den Wimpern sehr selten auf. Ein weiterer Vorteil ist zudem, dass das Rizinusöl im Gegensatz zu vielen anderen Produkten sehr kostengünstig ist. Der gewünschte Effekt kommt allerdings nicht über Nacht.
Das Rizinusöl benötigt einige Zeit, bis es seine gewünschte Wirkung zeigt. Daher muss unbedingt auf das regelmäßige Auftragen geachtet werden. Es ist außerdem darauf zu achten, dass die Wimpern vorher vollständig von Mascara und Schminke befreit sind, sodass das Öl direkt an die Wimpern gelangen kann.

Pflege der Haare

Auch zur Pflege der Haare wird Rizinusöl eingesetzt. Das Öl soll tief in die Haarstruktur eindringen und es daher von innen aufbauen. Durch die Pflege erscheinen die Haare weicher und glänzender. Die Anwendung des Rizinusöls eignet sich daher optimal bei trockenen und stumpfen Haaren, um diesen wieder Glanz zu verleihen. Außerdem sollen sie durch das Öl widerstandsfähiger sein und nicht so schnell ausfallen. Sollte man sich nun zur Anwendung des Rizinusöls entscheiden, so gilt es, einiges zu beachten.

Idealerweise wird das Öl direkt nach der Reinigung der Haare verwendet. Es sollte zunächst leicht angewärmt und dann in die leicht angetrockneten Haare einmassiert werden. Am besten verwendet man das Rizinusöl am Abend, sodass es über Nacht einwirken kann. Falls dies nicht gewünscht ist, so kann man es selbstverständlich wieder auswaschen. Es sollte jedoch bedachtet werden, dass es von Vorteil ist, wenn das Öl über einen längeren Zeitraum einwirken kann. Das Auswaschen des Öls sollte daher frühestens nach ein bis zwei Stunden erfolgen. Verstärken kann man die Wirkung des Öls, indem man die Haare nach dem Auftragen mit einem Handtuch umwickelt. Durch die Wärme wird das Öl dabei nämlich besser von den Haaren aufgenommen. Zur Pflege der Haare sollte ebenfalls wie auch bei der Wimpernpflege ein kaltgepresstes Rizinusöl verwendet werden.

Medizinische Anwendung

Anwendung an der Haut

Rizinusöl kann auch für die Pflege und Behandlung der Haut eingesetzt werden und dabei die Produktion des Kollagens im Gewebe anregen. Die Haut soll hierdurch straffer und auch weicher werden. Durch die Anwendung von Rizinusöl sollen kleine Fältchen um die Augen- oder Mundpartie geglättet werden können. Dem Rizinusöl wird also eine gewisse Antifalten-Wirkung zugesprochen. Bei der Behandlung der Haut mit Rizinusöl gilt gleichermaßen, dass man das Öl am besten über Nacht einwirken lässt.

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Die Behandlungsempfehlungen für die Haut sind damit identisch zu den Empfehlungen für Wimpern und Haare. Erste kleine Erfolge zeigen sich auch hier erst nach einigen Wochen der Anwendung. Tiefe Falten verschwinden durch die Anwendung von Rizinusöl jedoch nicht.

Auch die Narbenbehandlung der Haut stellt ein Anwendungsgebiet für Rizinusöl dar. Insbesondere dicke und feste Narben sollen durch die regelmäßige Behandlung mit Rizinusöl deutlich weicher und flacher werden. Rötungen oder Reizungen der Haut können ebenfalls durch den Gebrauch von Rizinusöl gemildert werden. Bei der Neurodermitisbehandlung scheint Rizinusöl ebenso eine Option zu sein. Das Rizinusöl soll zudem eine entzündungshemmende Wirkung haben. Es kann daher auch zum Schutz der Haut eingesetzt werden. Kleine Verletzungen sollen bei der Verwendung des Öls schneller abheilen.

Durch die entzündungshemmende Wirkung kann es außerdem im Zuge der Aknetherapie eingesetzt werden. Dafür wird es mit einem anderen Körperöl gemischt und auf die vorher gereinigte Haut aufgetragen. Nach zehn bis 20 Minuten sollte es mit warmem Wasser wieder entfernt werden.

Anwendung als Abführmittel

Die Verwendung des Rizinusöls zum Abführen hat eine lange Tradition. Als natürliches Abführmittel nutzten es schon Menschen aus früheren Jahrhunderten.

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Auch wenn es ein natürliches Mittel zum Abführen ist, so sollte Rizinusöl dennoch mit Vorsicht eingenommen werden. Im Rahmen von Verstopfungen kann man ein bis zwei Esslöffel Rizinusöl einnehmen. Seine abführende Wirkung zeigt sich hierbei nach einigen Stunden. Höhere Dosierungen sollten nicht verwendet werden. Auch bei Kindern sollte man mit der Einnahme von Rizinusöl zum Abführen eher vorsichtig sein. Für seine abführende Wirkung ist vor allem die Ricinolsäure von Bedeutung. Das Öl erhöht hierbei die Tätigkeit des Darms und fördert dadurch das Vorantreiben der Stuhlmasse im Richtung After. Gleichzeitig entzieht das Rizinusöl dem Körper große Mengen an Wasser, wodurch der Stuhlgang deutlich aufgeweicht wird, und dem Körper gleichzeitig zahlreiche Elektrolyte entzogen werden. Wird das Rizinusöl zum Abführen benutzt, so sollte der Patient gleichzeitig viel Flüssigkeit zu sich nehmen, um dem Flüssigkeitsverlust entgegen zu wirken. Rizinusöl sollte keinesfalls zur langfristigen Therapie von Verstopfungen angewendet werden.
Bei Verstopfungen aufgrund eines Darmverschlusses oder aufgrund von Entzündungen im Bereich des Darms sollte Rizinusöl auch nicht benutzt werden. Wenden Sie sich deshalb immer an einen Arzt, wenn Sie unter länger andauernden Verstopfungen leiden.

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Risiken und Nebenwirkungen

Das Rizinusöl ist zwar ein pflanzliches Produkt, das heisst aber nicht, dass es keine Nebenwirkungen verursachen kann. Bei der Verwendung zur Haar- und Wimpernpflege kann es zu lokalen allergischen Reaktionen wie Hautrötung oder Juckreiz kommen. Ansonsten ist diese Art der Anwendung des Rizinusöls eher risikoarm. Für die „externe“ Anwendung des Rizinusöls auf der Haut sind insgesamt auch sehr wenige Nebenwirkungen bekannt. An erster Stelle ist dabei eine Überempfindlichkeitsreaktionen gegenüber dem Öl zu nennen. Diese können sich gleichermaßen in allergischen Reaktionen der Haut zeigen.

Eine höhere Rate an Nebenwirkungen tritt bei der „internen“ Einnahme von Rizinusöl auf. Im Zuge der Anwendung als Abführmittel oder als Wehenförderer treten daher häufiger Nebenwirkungen auf. Wird das Rizinusöl als abführendes Mittel eingenommen, so können Übelkeit, Erbrechen oder Magenbeschwerden als Nebenwirkung auftreten. Der Patient kann auch unangenehme und starke Krämpfe verspüren. Ein weiteres Risiko ist zudem, dass es durch den massiven Flüssigkeitsverlust zu einer Verschiebung der Blutsalze kommen kann. Insbesondere Veränderungen der Kaliumkonzentration können hierbei zu starken Nebenwirkungen, wie dem Auftreten von Herzrhythmusstörungen, führen. Wenden Sie sich deshalb bei längerer Einnahme unbedingt an Ihren Arzt.
Wird das Rizinusöl als Wehenförderer benutzt, dann können die gleichen Symptome, wie im Rahmen der Einnahme als Abführmittel, auftreten.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Rizinusöl:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 04.01.2018
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