Folgen Sie uns auf:


Feigwarzen

Definition

Feigwarzen werden auch Genitalwarzen oder Kodylome genannt. Der Fachbegriff für diese gutartigen Hautwucherungen im Genital- und Analbereich lautet Condylomata acuminata.

Feigwarzen gehören neben Herpes genitalis und Chlamydien zu den häufigsten Geschlechtskrankheiten und werden durch humane Papillomaviren (HPV) ausgelöst. Das Vorhandensein von Viren im Körper führt jedoch nicht zwangsläufig zum Auftreten von Warzen. Der Hauptübertragungsmechanismus besteht in ungeschütztem Geschlechtsverkehr.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Humanes Papillomavirus (HPV)

Ursachen

Die Ursachen für das Auftreten von Feigwarzen sind humane Papillomaviren (HPV). Diese können vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen werden. Dies geschieht über kleinste Verletzungen im Genital- oder Analbereich, über die die Viren in die Haut eindringen können und sich dort einnisten können.

Es gibt viele verschiedene HPV-Typen, von denen in der Regel HPV 6 und 11 zum Auftreten von Feigwarzen führen. In seltenen Fällen führen die Typen 16 oder 18 zu Feigwarzen. Diese gehen mit einem erhöhten Risiko für Gebärmutterhalskrebs einher.

Ein geschwächtes Immunsystem begünstigt das Entstehen von Feigwarzen bei einer Infektion mit humanen Papillomaviren. Deshalb kommen sie gehäuft bei Menschen vor, die HIV-infiziert sind oder Medikamente einnehmen, die das Immunsystem unterdrücken (Immunsuppressiva).

Informieren Sie sich hier rund über das ThemaDie Viruswarze.

Symptome

Bei Feigwarzen handelt es sich um gutartige Hautwucherungen im Genital- und Analbereich, die etwa die Größe eines Stecknadelkopfes aufweisen. Sie stellen sich als rötliche, bräunliche oder grau-weißliche Knötchen dar und liegen in der Regel dicht beieinander.

Nicht jede Infektion mit humanen Papillomaviren führt zum Auftreten von Feigwarzen. Ebenfalls ist es möglich, dass die Symptome erst wochen- oder monatelang nach der Infektion auftreten.

Bei der Frau treten die Feigwarzen vorwiegend an den Schamlippen, am Scheideneingang und im Gebärmutterhals auf. Beim Mann können die Eichel, die Vorhaut oder der Hodensack betroffen sein.

In der Regel gehen Feigwarzen nicht mit Schmerzen einher. Sie können allerdings zu Juckreiz oder Brennen in der betroffenen Region führen. Sind die Feigwarzen sehr groß, so kann die Haut an diesen Stellen einreißen und bluten. Unter Umständen können Schmerzen beim Geschlechtsverkehr auftreten.

Aufgrund des Erscheinungsbildes der Feigwarzen leiden viele Betroffene unter psychischen Problemen, wie zum Beispiel Minderwertigkeitsgefühlen.

Vorkommen von Feigwarzen

Feigwarzen werden auch als Genitalwarzen bezeichnet und treten typischerweise im Genital- und Analbereich auf. Bei Frauen sind vorwiegend die Schamlippen, der Scheideneingang und der Gebärmutterhals betroffen. Bei Männern betreffen sie in der Regel die Vorhaut, die Eichel und den Penisschaft.

Da Feigwarzen durch Schmierinfektion übertragen werden, können sie auch an anderen Körperstellen auftreten. Mundschleimhaut, Rachen oder die Brustwarzenregion sind dann vorzugsweise betroffen.

Werden die humanen Papillomaviren während der Geburt vom Genitalbereich der Mutter auf den Säugling übertragen, so kann sich dies bei dem Baby in Feigwarzen-ähnlichen Knötchen im Bereich der Luftröhre und des Kehlkopfes.

Ansteckung

Papillomaviren werden vorwiegend durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Aber auch durch andere Formen des Hautkontaktes können die Viren übertragen werden. Gemeinsames Baden oder der Besuch einer Sauna gehören zu den möglichen Übertragungsquellen, sind aber höchst selten.

Auch eine Übertragung der humanen Papillomaviren von einer Mutter auf ihr Kind ist während der Geburt möglich. Hierbei werden die Erreger der Feigwarzen vom Intimbereich der Mutter auf den Säugling übertragen. Dieser kann als Folge an der sogenannten juvenilen Laryxpapillomatose erkranken. Diese äußert sich in Feigwarzen-ähnlichen Hautwucherungen im Bereich des Kehlkopfes und der Luftröhre, die zu Schluckbeschwerden, Husten und Atemgeräuschen führen können.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Sind Feigwarzen ansteckend?

Therapie

In den meisten Fällen kann der Betroffene auftretende Feigwarzen nach der Diagnosestellung durch einen Arzt selbst behandeln. Der Arzt verschreibt ein Medikament zur Behandlung der Warzen. Dies ist entweder Podophyllotoxin, das zum Absterben der virusinfizierten Zellen führt oder Imiquimod, das das körpereigene Abwehrsystem aktiviert und zu einer vermehrten Bekämpfung der Warzenerreger führt. Das verschriebene Mittel muss mehrere Wochen lang regelmäßig auf die betroffene Region aufgetragen werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Warzen entfernen

Feigwarzen vereisen

In manchen Fällen ist eine solche Behandlung nicht umsetzbar, etwa wenn die Feigwarzen im Körperinneren auftreten. In solchen Fällen trägt der Arzt in wöchentlichem Abstand Trichloressigsäure mithilfe eines Wattetupfers auf die betroffenen Stellen auf, wodurch die Feigwarzen zugrunde gehen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, die Feigwarze mit flüssigem Stickstoff lokal zu vereisen. Auch dies geschieht, indem der Arzt den Stickstoff mit einem Wattetupfer auf die betroffene Stelle tupft. Diese beiden Verfahren können schmerzhaft sein, deshalb ist es unter Umständen notwendig, dass der Arzt die Stelle vorher örtlich betäubt. Das ist abhängig von der Stelle, der Anzahl und der Größe der Feigwarzen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Warzen vereisen

Feigwarzen operieren

Wenn die Feigwarzen nach der Behandlung erneut auftreten, so kann auf Dauer eine operative Therapie notwendig sein. Die Feigwarzen können entweder mit einem scharfen, kleinen Löffel abgetragen werden (Kürettage) oder aber sie können durch die Anwendung eines Lasers durch Hitze zerstört werden.
Beide Verfahren werden in örtliche Betäubung (Lokalanästhesie) durchgeführt. Durch diese Verfahren wird das Risiko eines Wiederauftretens der Feigwarzen sehr gering gehalten.

Weitere Informationen

Weitere Themen, die Sie ebenfalls interessieren könnten:

Alle Themen zur Dermatologie finden Sie unter Dermatologie A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.04.2019
Für Sie passende Themen
Ihre Meinung ist uns wichtig

Dr-Gumpert.de ist ein Projekt, das mit viel Engagement vom Dr-Gumpert.de Team betrieben wird. Im Vergleich zu anderen Webseiten ist vielleicht nicht alles so perfekt, aber wir gehen persönlich auf alle Kritikpunkte ein und versuchen die Seite stets zu verbessern.
An dieser Stelle bedanken wie uns bei allen Unterstützern unserer Arbeit.
Wenn Ihnen diese Seite gefallen hat, unterstützen auch Sie uns und drücken Sie: