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Sind Feigwarzen ansteckend?

Einleitung

Nach wie vor sind Geschlechtskrankheiten, wie z.B. Feigwarzen, in unserer Gesellschaft häufig ein Tabuthema. „Sind Feigwarzen ansteckend?“ oder „Wie schütze ich mich vor Feigwarzen?“ zählen daher bei vielen Betroffenen oft zu den unbeantworteten, aber dringlichen Fragen.

Grundsätzlich, sind Feigwarzen, auch Genitalwarzen oder Condylomata accuminata genannt, eine sexuell übertragbare Erkrankung (STD: sexually transmitted disease). Ungeschützter Verkehr führt daher in viele Fällen zur Ansteckung und Übertragung der Erkrankung.

Prinzipiell kann auch enger Körperkontakt, z.B. gemeinsames Baden oder gemeinschaftliches Nutzen kontaminierter Gegenstände, wie z.B. Handtücher, zur Ansteckung mit Feigwarzen führen.

Leidet eine werdende Mutter unter Feigwarzen, besteht zudem die Möglichkeit einer Übertragung auf das Kind unter der Geburt.

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Ansteckung nach Entfernung

Feigwarzen werden von von sogenannten humanen Papillomaviren (kurz: HPV) übertragen. Bis heute ist die komplette Beseitigung der Viren nicht möglich, so dass auch eine Entfernung der Feigwarzen keine hundertprozentige Heilungsgarantie bieten kann.

Denn auch wenn die unschönen Hauterscheinungen in Eigenbehandlung oder ärztlicher Therapie entfernt worden sind, können HPV-Viren zurückbleiben. Unabhängig von der gewählten Behandlungsmethode, schätzen Experten, dass es innerhalb von 6 Monaten in etwa 20-70% der Fälle zum erneuten Ausbruch der Feigwarzen kommen kann.

Da die Krankheitserreger bereits aktiv sind, bevor es zu einer sichtbaren Hauterscheinung kommt, können Betroffene auch nach Entfernung unbemerkt ihre Sexualpartner anstecken! Obwohl Kondome nur zum Teil gegen eine Ansteckung mit Feigwarzen schützen, da nicht der gesamte Genitalbereich bedeckt ist, sollten sie dennoch für mindestens 6 Wochen nach Entfernung der Feigwarzen verwendet werden.

Weiterhin ist es sinnvoll, regelmäßige ärztliche Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen. So können Therapiemaßnahmen bei erneutem Auftreten der Feigwarzen rechtzeitig ergriffen werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter Warzen entfernen

Ansteckungsmöglichkeiten

Im Schwimmbad

Hauptansteckungsweg der Feigwarzen ist ungeschützter Verkehr. Außerhalb des menschlichen Körpers überleben die HPV-Viren hingegen nur eine sehr begrenzte Zeit, so dass eine Ansteckung im Schwimmbad sehr unwahrscheinlich ist. Erst bei sehr engem und direkten Körperkontakt im Wasser, wie gemeinsames Duschen oder Baden, besteht ein realistisches Übertragungsrisiko.

Glücklicherweise konnte die Vorstellung von „schwimmenden Viren“, welche sich von Mensch zu Mensch bewegen nicht bewiesen werden. Im Regelfall, können Sie daher unbesorgt ein Schwimmbadbesuch genießen. Zudem enthält das Wasser in Schwimmbädern chemische Zusätze, wie z.B. Chlor und verhindert so die Ausbreitung von Krankheitserregern.

Auf der Toilette

Viele Betroffene fürchte eine Ansteckung von Geschlechtskrankheiten, wie Feigwarzen, über die gemeinsame Nutzung der Toilette. Wie bei dem Schwimmbadbesuch gilt: HPV-Viren können nur sehr kurze Zeit außerhalb des menschlichen Körpers überleben und werden somit nur in Ausnahmefällen außerhalb des Geschlechtsaktes übertragen. Bei Beachtung einiger simpler Hygienemaßnahmen, kann das Risiko weiter reduziert werden.

So einfach es klingt- waschen Sie nach jedem Toilettengang sorgfältig Ihre Hände mit Seife und fließendem Wasser. Denn Viren könnten an Ihre Hände gelangt sein und bei der nächsten Berührung z.B. an die Türklinke übertragen werden. Im schlimmsten Fall, gelangen sie so an die Hände einer weiteren Person und anschließend per Schmierinfektion in den Genitalbereich.

Weiterhin sollten Sie den direkten Kontakt mit der Toilettenbrille meiden, da auch so die Viren per Schmierinfektion weitergegeben werden können. Um ganz sicher zu sein, kann eine Desinfektion der Toilette hilfreich sein.

Ansteckung des Partners

Viele Betroffene von Feigwarzen schämen sich für Ihre Erkrankung und wagen es nicht ihrem Partner davon zu berichten. So kann ein gefährlicher Teufelskreis entstehen und eine Ansteckung des Partners ist vorprogrammiert.

Um dies zu verhindern, sollten Sie möglichst offen mit Ihrer Erkrankung umgehen und sich bestmöglich über potentielle Ansteckungsrisiken informieren.

Auch wenn Sie aktuell nicht unter Feigwarzen leiden, jedoch vor wenigen Wochen eine Entfernung durchgeführt haben, sollten Sie ihrem Partner davon erzählen. Denn insbesondere die unbemerkte Ansteckung von schwangeren Frauen, kann Folgen für das Kind mit sich bringen.

Wenn Sie Ihrem Partner von Ihrer Erkrankung berichtet haben, ist der wichtigste Schritt bereits getan. Um die weitere Zeit zu planen, ist es wichtig zu wissen, dass Kondome nicht hundertprozentig vor Ansteckung schützen. Zwar vermindern sie das Risiko, jedoch genügt bereits bloßer Hautkontakt infizierter Regionen.

Lassen Sie sich von Ihrem Arzt über mögliche Strategien im Umgang mit Feigwarzen und Partnerschaft geben. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen, auch des Partners, können Sicherheit liefern und gewährleisten einen rechtzeitigen Therapiebeginn.

Ansteckung ohne Geschlechtsakt

Sind Feigwarzen ansteckend? Ja, absolut! Sind Feigwarzen ohne Verkehr ansteckend? Nein, prinzipiell nicht! Vereinfacht gesprochen, ist das Virus nicht für eine Umgebung außerhalb des menschlichen Körpers „gemacht“. Nur bei Geschlechtsakt können die kleinen Viruspartikel direkt übertragen werden.

Eine Erklärung für die geläufige Annahme der Feigwarzenübertragung ohne Verkehr, könnte die lange „Inkubationszeit“ der verursachenden HPV-Viren sein. Unter der Inkubationszeit, versteht man den Zeitraum zwischen Infektion, mit dem Erreger und dem Auftreten erster Symptome. In diesem Fall, beträgt die Inkubationszeit mindestens vier Wochen- in vielen Fällen jedoch eher Monate. So kann es sein, dass Betroffene unbemerkt Verkehr mit einer infizierten Person haben. Drei Monate später wird die Diagnose „Feigwarzen“ gestellt - vermeintlich ohne einen Zusammenhang mit sexueller Aktivität.

Um solchen Ansteckungen vorzubeugen, gibt es in Deutschland seit einigen Jahren eine spezielle „HPV-Impfung“ für junge Mädchen. In erste Linie, soll die Impfung vor Gebärmutterhalskrebs schützen, welcher ebenfalls durch HPV-Viren verursacht wird. Gleichzeitig verhindert sie jedoch die Entstehung von Feigwarzen, welche in manchen Fällen in beschriebenen Gebärmutterhalskrebs ausarten können.

Informieren Sie sich hier rund über das Thema: Die Viruswarze.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.04.2019
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