Warzen entfernen

Einleitung

Warzen (Verrucae) sind gutartige Hautgeschwulste, die aus der oberen Schicht der Haut, der sogenannten Epidermis entstehen. Sie sind meist rundlich mit klarer Begrenzung und können gut getastet werden. Ursächlich für die Bildung von Warzen ist eine Infektion mit dem HPV (Humanes Papilloma Virus), welches durch Schmierinfektionen, also beispielsweise beim Anfassen einer Türklinke oder durch barfuß laufen im Schwimmbad übertragen wird. Das Virus dringt nach Hautkontakt über winzige Verletzungen und Risse in die oberste Hautschicht (Epidermis) ein und infiziert somit die Haut.

Nach Infektion treten häufig gar keine Symptome auf, sodass der Patient die Warze erst bemerkt, wenn sie sicht- oder tastbar ist. Neben den gewöhnlichen Warzen gibt es aber auch Warzenarten, die Symptome auslösen. Dornwarzen verursachen vor allem an der Fußsohle Schmerzen beim Gehen, Feigwarzen lösen Juckreiz aus.

Trotz fehlender Symptome möchten die betroffenen Patienten Warzen vor allem aus ästhetischen Gründen schnell wieder loswerden. Zuvor sollte die Diagnose von einem Hautarzt, bestätigt werden. Dieser betrachtet die Warze durch ein Mikroskop (Dermatoskop) oder nimmt in seltenen Fällen eine Gewebeprobe (Biopsie). Ist die Diagnose gestellt, gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten bzw Medikamente, die Warze (Medikamente gegen Warzen) zu behandeln.

Warzen entfernen

Die gängigste Methode, eine Warze zu entfernen, ist die Behandlung mit Salicylsäure, manchmal in Kombination mit Milchsäure. Aufgetragen wird die Salicylsäurelösung entweder als Tinktur mit einem kleinen Pinsel oder als Pflaster. Salicylsäure weicht die Hornschicht der Haut auf und bekämpft so auch tiefergehende Warzen. Erfolgt die Behandlung über mehrere Wochen hinweg regelmäßig, kann fast jede Warze beseitigt werden. Entsprechende Präparate gibt es auch rezeptfrei in Apotheken. Rezeptpflichtige Medikamente gegen Warzen wie das virenhemmende Fluoruracil müssen von Arzt verordnet werden.

Ein anderes Verfahren, um Warzen loszuwerden, ist die Vereisung (Kryotherapie). Vereisungen werden meist vom Hautarzt durchgeführt, mittlerweile gibt es aber auch Vereisungen zur häuslichen Anwendung zu kaufen. Durch Auftragen von Flüssigstickstoff auf die Warze werden die Hornschichten sowie das Warzengewebe zerstört, die Warze fällt nach einigen Behandlungen von selbst ab.

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Neben diesen nicht invasiven Methoden gibt es auch Möglichkeiten, die Warzen chirurgisch zu entfernen. Abschabungen (Kürettagen) werden vom Arzt durchgeführt. Hierbei wird die Warze mit einem scharfen ,,Löffel“ von der Haut abgeschabt. Angewendet wird dieses Verfahren vor allem bei starkem Befall zum Beispiel mit Feigwarzen. Handelt es sich um herkömmliche Warzen wie Dornwarzen, erfolgt die Entfernung zumeist mit einem Skalpell. Nach der Entfernung der Warze kann die Wunde entweder vernäht oder mittels elektrischen Strom, der sogenannten Elektrokoagulation, verschlossen werden.

Warzen entfernen mit Laser

Halten sich Warzen besonders hartnäckig oder kehren sie immer wieder (Rezidiv), so kann eine Laserbehandlung in Betracht gezogen werden, ebenso wenn Warzen sehr großflächig auftreten oder starke Schmerzen verursachen. Vorteile einer solchen Therapie sind das geringe Infektionsrisiko und das Ausbleiben von Narbenbildungen. Andererseits ist die Lasermethode äußerst kostspielig und erfordert mindestens eine lokale Betäubung. Vor der Laseroperation kann die Warze mit Salicylsäurtinkturen oder Pflastern aufgeweicht und spätere Abtragung erleichtert werden.

Ziel der Behandlung ist es, das krankhafte Gewebe abzutragen. Durch die hohe Energie des Laserstrahls werden die wuchernden Hautzellen der Warze aus dem Verband ausgelöst und können danach einfach entfernt werden. Während einer Operation mit einem Laserskalpell werden aber auch die Gefäße, die im Normalfall bluten würden, direkt wieder verschlossen, sodass eine ,,trockene“ Operation möglich wird.

Nach dem Eingriff sollte die Wunde gekühlt und nach Möglichkeit geschont werden. Um sicher zu gehen, dass die Warze komplett entfernt wurde und sich keine neue Warze bildet, empfiehlt es sich, mit dem Hautarzt einen Termin zu Nachkontrolle zu vereinbaren. Vor allem große Warzen bedürfen oft mehrerer Sitzungen bis zum kompletten Abheilen.

Warzen entfernen im Gesicht

Im Gesicht handelt es sich bei Warzen vor allem um plane (flache) Warzen oder Alterswarzen. Sie werden hier als besonders störend und unästhetisch wahrgenommen. Daher ist hier eine schnelle, schonende Entfernung ohne Narbenbildung angebracht. Ist die Entfernung der Warze eine rein kosmetische Angelegenheit, werden die Behandlungskosten in der Regel nicht von der Krankenkasse getragen.

Trotzdem ist es nicht empfehlenswert, die Warze im Gesicht im Selbstversuch zu therapieren, da hierbei Narben entstehen können. Auf keinen Fall sollte man versuchen Gesichtswarzen selbst durch abschneiden oder abreisen zu entfernen, da ansonsten eine offene Wunde im Gesichtsbereich zurückbleiben kann. Warzen treten im Gesichtsbereich häufig am Kinn, der Stirn, am Auge oder am Mund auf und können wie Warzen an anderen Körperstellen zum Beispiel mit Salicylsäurepräparaten behandelt werden. Diese gibt es zur Behandlung im Gesicht meist als Tinktur. Die Säure löst die Hornschichten der Warze auf und begünstigt die Abtragung. Besonders im Gesicht sollte man bei der Säurebehandlung (auch mit Milchsäure) Vorsicht walten lassen, da die Säuren die nicht infizierte, empfindliche Gesichtshaut angreifen können. Am Auge wird die Behandlung noch schwieriger, da die Säuren auf den Schleimhäuten schmerzhaft Reaktionen auslösen. Hat man von Natur aus eine empfindliche Gesichtshaut, kann es schwierig werden, die Warze erfolgreich zu entfernen, da sich in diesem Fall Salicylsäure oder Medikamente wie Floururacil nicht eigenen, da sie die Haut zu sehr schädigen.

Bei hartnäckigen Gesichtswarzen kann eine Entfernung mit Laser Abhilfe schaffen. Hausmitteln wie Teebaumöl oder Aloe Vera werden lindernde Wirkungen bei Warzen zugeschrieben. Das Teebaumöl soll die Warze austrocknen und so leichter ablösbar machen, Aloe Vera wirkt beruhigend auf die Haut. Die Wirkung dieser Hausmittel ist aber nicht lückenlos nachweisbar.

Warzen entfernen am Fuß

Fußwarzen gehören meist der Gattung der Dornwarzen an, welche nicht selten starke Schmerzen verursachen. Die Schmerzen treten vor allem bei Belastung, also beispielsweise beim Gehen auf. Aus diesem Grund wird fast immer eine Behandlung nötig. Wie auch bei anderen Warzenarten erzielt eine Behandlung mit Salicylsäure gute Resultate. Am Fuß findet die Säure meist als Pflaster Verwendung.

Auch das Vereisen der Warze, entweder durch den Hausarzt oder zuhause, verspricht schnelle Linderung der Beschwerden. Warzen am Fuß werden mit einem Applikator mit Flüssigstickstoff betupft, das Warzengewebe so geschädigt und nach einigen Tagen fallen die abgestorbenen Hornschichten von alleine ab.

In manchen Fällen halten sich Fußwarzen sehr hartnäckig oder kehren immer wieder, so dass eine chirurgische Entfernung oder eine Laserbehandlung nötig werden. In diesem Fall entsteht am Fuß eine kleine Wunde, welche bei der chirurgischen Entfernung vernäht oder mit Elektrizität verödet wird, bei der Laserbehandlung nur gekühlt werden muss. Nach beiden Eingriffen sollte der Fuß jedoch zumindest kurzzeitig geschont werden.

Wie bei anderen Warzenarten auch werden manchmal Hausmittel wie Teebaumöl oder Aloe Vera zur Therapie von Dornwarzen eingesetzt. Deren Wirkung ist aber auch hier nicht einwandfrei bewiesen. Im Zweifelsfall sollte die Warzenbehandlung immer durch den Arzt vorgenommen werden, um Folgeschäden oder ein Zurückkehren der Warze (Rezidiv) zu verhindern.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.01.2018
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