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Therapie von Schielen

Therapie

Das Schielen muss therapiert werden, um die schwerwiegendste Komplikation, nämlich die Schwachsichtigkeit, zu verhindern. Hier gilt es allerdings nicht nur die Schielstellung des Auges zu beheben, denn damit allein ist es leider noch nicht getan.
Das schwächere Auge muss bei der Therapie auch in seiner Plastizität geschult werden. Es muss dazu aufgefordert werden, sich ebenso wie sein gesundes Partnerauge mit dem Sehen zu beschäftigen und dieses zu trainieren.

Wichtig ist hierbei, dass die Therapie möglichst früh erfolgt, da das menschliche Auge seine Plastizität zwischen dem 1. und 5. Lebensjahr entwickelt.
An erster Stelle der Therapie des Schielen steht, wie oben erläutert, die Behandlung der Schwachsichtigkeit, erst dann sollte die Schieloperation erfolgen. Ohne Behandlung vom Facharzt für Augenheilkunde wird sich das Schielen nicht bessern und es entstehen bleibende Schäden.

Grundsätzlich gelten 3 Prinzipien der Therpie:

  1. eventueller Ausgleich durch eine Brille
  2. Überkleben eines Auges mittels eines Okklusionspflasters
  3. Schieloperation

1. Ausgleich durch eine Brille
Bei einer eventuell bestehenden Weitsichtigkeit kann mittels einer Brille versucht werden das Defizit der Akkomodation auszugleichen. Unter Akkomodation versteht man die Fähigkeit der Augenlinse sich abzukugeln und flach zu ziehen, um Gegenstände in verschiedenen Entfernungen scharf darzustellen. Es kann also sein, dass das Kind schielt, weil eine Auge weitsichtig ist und es deshalb auch nur ein Auge, mit welchem ein scharfes Bild erzeugt werden kann, zum fixieren benutzt.

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2 .Okklusionsbehandlung
Man will durch das Abkleben des besseren Auges, das schwache Auge zum Sehtraining „gezwungen“. Das schwache Auge muss geschult werden, um beide Augen gleich sehfähig zu machen. So wird das Kind mit beiden Augen gucken.
Das Auge kann bei der Therapie entweder mittels eines Pflasters zugeklebt oder mittels einer Brille lediglich verdeckt werden
Bei der Pflasterokklusion eines Auges muss auf jeden Fall die Dauer beachtete werden. Ein Auge, auch nicht das bessere, darf nicht zu lange bedeckt werden – lediglich ein paar Tage in Folge. Soll das bessere Auge mittels einer Brille am Sehen gehindert werden, so wird auf dieser Seite das Brillenglas beklebt. Meist ist dies die schlechtere Methode, da die Kinder über den Brillenrand hinausschauen oder gar die Brille nicht tragen.

3. Operative Behandlung
Nach der Okklusionsbehandlung erfolgt die Operation. In der Regel sollte diese im Vorschulalter durchgeführt werden. Liegt eine Kopfzwangshaltung oder ein sehr großer Schielwinkel vor, so kann die Operation auch früher erfolgen.
Wenn möglich operiert man an zwei Augenmuskeln.
Man muss sich vorstellen, dass ein Muskel zu kurz, ein anderer zu lang ist. Das Schielen erfolgt immer in Richtung des kurzen Muskels. Der Ansatz des zu kurzen Muskels am Auge wird abgetrennt und zurückverlagert, so dass sich das Auge weiter zur Mitte hin bewegen kann. Der Muskel auf der gegenüberliegenden Seite wird verkürzt. Als Endergebnis steht das Auge in der Mitte und blickt geradeaus.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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