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Augenmuskellähmung

Synonyme

Ophthalmoplegie

Einleitung

Unter einer Lähmung der Augenmuskeln versteht man eine Bewegungseinschränkung eines oder beider Augen, die durch Schäden am Augenmuskel, an der Übertragungsstelle zwischen Muskel und Nerv, am zuführenden Hirnnerven oder am Gehirn entstehen.
Je nachdem, wo die Schädigung lokalisiert ist, kann es zu einem Vertikal-, Horizontal- oder Torsionsschielen kommen. Da das Schielen (Strabismus inconcomittans oder Strabismus paralyticus) von einem auf den anderen Moment auftritt, kommt es zu Doppelbildern.



Definition

Eine Augenmuskellähmung wird in der Augenheilkunde auch als Opthalmoplegie oder Augenmuskelparese bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung der Augen, bei der es zu einer Lähmung der Augenmuskulatur kommt.

Die Augenmuskulatur besteht aus kleinen Muskeln, die sich am äußeren Auge befinden, und dient der Bewegung des Augapfels. Bei einer Augenmuskellähmung kommt es aufgrund verschiedener Ursachen zu einem Funktionsverlust an einem oder mehreren dieser Muskeln und in der Folge zu einer Bewegungseinschränkung des Auges. Von einer Augenmuskellähmung können entweder beide oder nur ein Auge betroffen sein.

Welche Formen der Augenmuskellähmung gibt es?

Es existieren zwei Formen:

  • die vollständige Augenmuskellähmung (Paralyse), sehr selten
  • die Augenmuskelschwäche bzw. unvollständige Lähmung (Parese)

Ursachen für die Lähmung der Augenmuskulatur

Eine Augenmuskellähmung kann die Folge zahlreicher Störungen und Erkrankungen sein. Werden die Hirnnerven, welche die Muskulatur versorgen, geschädigt, kommt es in der Folge zur Lähmung des jeweiligen Muskels.
Die Schädigung kann auf eine Verletzung am Kopf, Entzündungen im Gehirn oder zerebralen Durchblutungsstörungen (Schlaganfall) zurückzuführen sein.

Eine weitere Ursache für eine Augenmuskellähmung sind Erkrankungen der Augenmuskeln selbst, beispielsweise Muskelentzündungen. Augenmuskelentzündungen treten häufig im Rahmen einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) auf: die Patienten leiden dann unter stark geschwollenen Augenmuskeln, die sich nicht mehr bewegen lassen, und die Augen quellen hervor (Exopthalmus).

Augenmuskellähmungen können auch bei Blutungen im Gehirn, Vergiftungen, Tumorerkrankungen oder Infektionserkrankungen auftreten. Natürlich können auch Verletzungen direkt am Auge zu einer Augenmuskellähmung und Störungen der Augenbewegungen führen. Auch vorübergehende Lähmungen der Augenmuskeln können Alarmsignale sein, da sie einen Schlaganfall ankündigen können (siehe: Anzeichen eines Schlaganfalls).

Und, dadurch bedingt,

  • eine Schädigung eines oder mehrerer Nerven, die zum Augenmuskel gehören (3., 4. oder 6. Hirnnerv)
  • eine Signalübermittlungsstörung von Nerv auf Muskel,
  • eine Muskelerkrankung

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Augenmuskellähmung durch Stress

Eine Ursache für das Auftreten einer Augenmuskellähmung kann Stress sein. Auch Müdigkeit oder eine anhaltende innere Anspannung fördern die Entstehung der Augenmuskelparese.
Durch ständigen Stress kann es zu einer Überanstrengung der Augenmuskeln kommen. De Muskeln können nicht mehr synchron arbeiten und das komplexe Zusammenspiel der Augäpfel beim Sehvorgang fällt aus. Die Betroffenen beginnen zu schielen und sehen Doppelbilder. Dabei handelt es sich um einen harmlosen Auslöser und durch entsprechende Gegenmaßnahmen tritt schnell eine Besserung ein.
Trotzdem ist eine Augenmuskellähmung in Folge übermäßigen Stresses ein deutliches Warnzeichen des Körpers und sollte von den Betroffenen unbedingt ernst genommen werden.

Zu den Maßnahmen, die dem Stressabbau und der Entspannung  dienen, zählen beispielsweise autogenes Training und progressive Muskelentspannung. Beide Techniken können einfach zu Hause per Videoanleitung durchgeführt werden und haben sich bei der Stressbewältigung bewährt. Aber auch simple Gewohnheiten, wie regelmäßiger Sport, Achtsamkeit im Alltag, genügend Schlag und eine abwechslungsreiche, gesunde Ernährung tragen zum seelischen Wohlbefinden bei und verringern Stress.

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Augenmuskellähmung nach Schlaganfall

Das Auftreten einer Augenmuskellähmung kann durch einen Schlaganfall (Apoplex) verursacht werden. Dabei kommt es infolge einer Durchblutungsstörung im Gehirn zu einer Unterversorgung bestimmter Areale und Ausfallerscheinungen.

Klassische Symptome eines Schlaganfalls sind plötzlich einsetzende Sprachstörungen, halbseitige Lähmungen und Schwindel. Betrifft die Durchblutungsstörung Bereiche, welche für die Versorgung der Augenmuskulatur zuständig sind, treten Augenmuskellähmung und Doppelbilder auf.

Von einem Schlaganfall sind eher ältere Menschen betroffen und die Ausfallsymptomatik konzentriert sich häufig auf ein Auge. Ein Schlaganfall ist ein absoluter Notfall, bei dem jede Minute zählt. Bei Verdacht auf einen Schlaganfall brauchen die Betroffenen umgehend medizinische Hilfe, da es sonst zu schweren Schäden im Gehirn kommen kann.

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Augenmuskellähmung bei MS

Gerade bei jungen Menschen kann hinter einer Augenmuskellähmung auch eine schwerwiegendere Erkrankung wie Multiple Sklerose (MS) stecken. Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu Entzündungen im zentralen Nervensystem (also in Gehirn und Rückenmark) kommt. Häufig manifestiert sich die Erkrankung zu Beginn in Form von Sehproblemen wie Gesichtsfeldausfällen oder Augenmuskellähmungen.

Bei einer MS kommt es durch eine Fehlprogrammierung des Immunsystems zu einer Zerstörung der Markscheiden um Nervenzellen, es bilden sich Entzündungsherde und die Funktion des Nervengewebes wird eingeschränkt. Betrifft die Entzündung die Nerven, welche die Augenmuskulatur versorgen, kommt es zu Augenmuskellähmungen. Typischerweise sind beide Augen von den Ausfallerscheinungen betroffen.

Erfahren Sie mehr unter

Augenmuskellähmung bei Neuroborreliose

Eine Augenmuskellähmung kann als Begleiterscheinung einer Neuroborreliose auftreten.
Dabei kommt es zu einer Infektion des zentralen Nervensystems mit Borrelien. Borrelien sind Bakterien, die meist durch einen Zeckenbiss übertragen werden.

Die Krankheitserreger vermehren sich und führen nach einigen Wochen zu Beschwerden des Nervensystems. Schmerzen, eine Hirnhautentzündung oder Gesichtslähmungen können auftreten. Durch eine Funktionsstörung der Hirnnerven ist auch häufig die Augenmuskulatur von den Lähmungserscheinungen betroffen ist. Begleitende Symptome sind außerdem Nackensteifigkeit und Fieber.

Eine Neuroborreliose sollte umgehend mit entsprechenden Medikamenten behandelt werden, da es ansonsten zu einer fortschreitenden Verschlechterung des Gesundheitszustandes kommen kann.

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Begleitende Symptome bei Augenmuskellähmung

Die Augenmuskulatur sorgt dafür, dass die beiden Augen in ihren Bewegungen aufeinander abgestimmt sind und parallel gestellt werden. Bei Lähmungen einzelner oder aller Augenmuskeln kann das nicht mehr erfolgen und daher sehen die Betroffenen Doppelbilder (Diplopie) und schielen. Folglich haben die Patienten Probleme beim Greifen und in der Koordination, typischerweise stoßen sie im Vorbeigehen an Gegenständen an. Die Patienten versuchen das Schielen durch eine Neigung des Kopfes zur gesunden Seite auszugleichen. Auch ein verschwommenes Sichtbild kann ein Hinweis auf eine Augenmuskellähmung sein. Häufig werden die Sehprobleme auch von Schwindel und Kopfschmerzen begleitet,

Weitere Symptome, die bei einer Augenmuskellähmung auftreten können, hängen von der Erkrankungsursache ab. Bei Entzündungen im Gehirn kann es zu Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit oder Übelkeit kommen. Ähnliches gilt für Infektionskrankheiten oder Vergiftungen. Plötzlich einsetzende Sprachstörungen, Gehprobleme oder halbseitige Lähmungen sind Anzeichen für einen Schlaganfall und müssen schnellstmöglich medizinisch behandelt werden. Tumoren im Gehirn können neben Augenmuskellähmungen auch Fieber, Bewusstseinseintrübungen und Wesensveränderungen auslösen.  

Therapie der Augenmuskellähmung

In jedem Fall muss eine ausführliche neurologische Untersuchung, eine HNO-Untersuchung und eine radiologische Abklärung erfolgen, ehe eine Therapie eingeleitet wird. Bei der Therapie der Augenmuskellähmung steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund und ist daher in jedem Fall individuell verschieden.

Da eine Augenmuskellähmung spontan abheilen kann, wird eine Operation normalerweise erst ca. ein Jahr nach dem Auftreten der Lähmung angestrebt.
Davor wird versucht, die Ursachen der Lähmung zu finden. Vor allem der Ausschluss einer Hirnerkrankung ist wichtig, sodass dann eine gezielte Therapie begonnen werden kann.
Je nach Ursache werden entzündungshemmende Medikamente gegeben, Tumoren nach Möglichkeit entfernt, Muskeln müssen evtl. verkürzt werden, um ein Schielen auszugleichen. Auch kann ein Mattglas vor dem Auge getragen werden, um die störenden Doppelbilder zu minimieren oder es werden Prismen zum Ausgleich eingesetzt.

Die akuten Symptome, welche durch eine Augenmuskellähmung verursacht werden, können von einem Augenarzt behandelt werden. Gegen die Doppelbilder muss der Patient eine sogenannte Prismenbrille aufsetzen. Dabei handelt es sich um eine Brille, die mit einer speziellen Prismenfolie überklebt ist. Dadurch werden die Doppelbilder ausgeglichen und der Patient kann wieder scharf sehen. Es besteht auch die Möglichkeit, ein Auge abzukleben, damit die Doppelbilder verschwinden.

Liegt der Augenmuskellähmung eine Entzündung im Gehirn zugrunde (z.B. MS) erfolgt die Behandlung durch die Gabe von Kortison. Bakterielle Infektionen des Kopfbereiches können normalerweise gut mit antibiotischen Medikamenten behandelt werden. Bei Gehirntumoren, die auf Nerven drücken, oder schweren Verletzungen am Kopf kann eine operative Behandlung nötig sein. Auf jeden Fall muss eine Augenmuskellähmung durch einen Augenarzt und eventuell auch neurologisch oder internistisch abgeklärt werden, um schnell die Ursache herauszufinden und eine entsprechende Behandlung einleiten zu können.

Ist eine Augenmuskellähmung heilbar?

Ob eine Augenmuskellähmung heilbar ist, hängt von der auslösenden Grunderkrankung ab. Wenn diese gut behandelt werden kann, verschwindet normalerweise auch die Augenmuskellähmung. Vor allem wenn die Lähmung durch psychische Belastung verursacht wird, bestehen bei entsprechender Behandlung gute Heilungschancen.

Wie kann man den Augenmuskel trainieren?

Die Augenmuskulatur ist im Prinzip wie jeder andere Muskel im Körper aufgebaut und lässt sich daher auch gezielt trainieren. Bei Sehstörungen, die auf eine Augenmuskelschwäche oder -lähmung zurückzuführen sind (beispielsweise Schielen oder das Sehen von Doppelbildern), trägt das Training zur Besserung der Beschwerden bei.

Dabei wird ein Gegenstand, z.B. ein Kugelschreiber oder ein Radiergummi, vor dem Gesicht auf Augenhöhe mit einem Auge fixiert und langsam in verschiedene Richtungen bewegt. Das andere Auge wird abgedeckt. Der Abstand des Gegenstandes zum Gesicht sollte dabei etwa 30-40 cm betragen.
Ziel des Trainings ist es, den Gegenstand mit den Augen zu verfolgen und dabei den Kopf möglichst nicht zu bewegen. Der Kopf sollte nicht bewegt werden, da dadurch die Augenmuskeln entlastet werden und der Trainingseffekt damit verloren gehen würde.

Diagnose einer Augenmuskellähmung

Beim Sehen von Doppelbildern oder anderen Anzeichen einer Augenmuskellähmung, die sich nicht innerhalb weniger Stunden wieder zurück gebildet haben, sollten die Betroffenen umgehend einen Augenarzt aufsuchen.
Bei Begleitsymptomen wie Lähmungserscheinungen oder Sprachproblemen, die an einen Schlaganfall denken lassen, muss umgehend ein Notarzt gerufen werden.

Der Arzt stellt zunächst einige Fragen zu den Symptomen und Begleiterscheinungen, wodurch er eine ausführliche Krankengeschichte des Patienten erheben kann. Anschließend erfolgt die Augenuntersuchung. Ein weiterer Schritt ist eine Elektromyographie (EMG) der Augenmuskeln, mit dem eine Lähmung nachgewiesen werden kann.Bei manchen Fragestellungen kann es nötig sein, dass eine Bildgebung des Gehirns mittels MRT erfolgt. Zusätzliche Blutuntersuchungen geben Aufschluss über mögliche entzündliche Vorgänge oder das Vorliegen einer Infektion.

Lesen Sie auch: EMG & MRT

Dauer einer Augenmuskellähmung

Die Dauer einer Augenmuskellähmung hängt von der Ursache ab. Die Ausfallerscheinungen müssen nicht zwangsläufig für immer bestehen bleiben. In manchen Fällen kann die Erkrankung spontan nach einigen Wochen bis Monaten abheilen, beispielsweise nach einer Durchblutungsstörung im Gehirn. Eine Augenmuskellähmung kann aber auch chronisch werden.

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