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Anzeichen eines Schlaganfalls

Allgemein

Bei einem Schlaganfall handelt es sich um eine schwerwiegende Erkrankung, welche das Gehirn betrifft. Es kommt entweder zu einer Blutung im Gehirn oder zu einer Mangelversorgung aufgrund eines verstopften Blutgefäßes. Als Folge davon werden Teile des Gehirns nicht mehr ausreichend mit Blut versorgt und es kommt, je nach Lokalisation der Schädigung, zu typischen Symptomen. Die Anzeichen eines Schlaganfalls variieren somit je nach Ort der betroffenen Hirnregion.

Die korrekte Deutung der Symptome als Anzeichen eines Schlaganfalls ist essentiell, da eine frühzeitige Behandlung eines Schlaganfalls wertvolles Hirngewebe retten kann. Bei dem Verdacht auf einen Schlaganfall sollte deshalb schnellstmöglich ein Notarzt gerufen werden. Eine schnelle Versorgung in einer Klinik mit einer sogenannten „Stroke Unit“ kann helfen, Hirngewebe zu retten und die Anzeichen eines Schlaganfalles zu beheben. Die Anzeichen eines Schlaganfalls können sich im Laufe der Behandlung eines Schlaganfalls zurückbilden, aber auch lebenslang bestehen bleiben.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schlaganfall Therapie

Typische Anzeichen

Je nach betroffener Hirnregion können typische Symptome bei einem Schlaganfall entstehen. Die Symptome beginnen zu dem Zeitpunkt, wenn den betroffenen Zellen im Gehirn nicht mehr ausreichend Sauerstoff zur Verfügung steht. Typisch hierbei ist, dass die Symptome nur einseitig und an Arm oder Bein, sowie im Gesicht auftreten.

Häufig treten Lähmungen und Kraftverluste einzelner Körperregionen auf. Im Gesicht kann eine Lähmung einzelner Muskeln (siehe: Muskelschwäche, Fußheberparese) charakteristischerweise durch einseitig hängende Mundwinkel auffallen.
Ebenfalls treten hängende Augenlider oder die Unfähigkeit die Stirn zu runzeln häufig auf. Des Weiteren sind Sehstörungen und sogar Erblindung (siehe: Erblindung durch Schlaganfall) als Symptom eines Schlaganfalls häufig. Wenn bestimmte Muskeln von dem Schlaganfall betroffen sind, welche für die normale Sprachsteuerung sorgen, kann es zu einer verschwommenen, undeutlichen oder sogar einem totalen Ausfall der Sprache kommen.

Bei plötzlich auftretenden Schwindelattacken sowie Gleichgewichtsstörungen sollten diese als möglicher Ausdruck eines akuten Schlaganfalles verstanden werden. So können Betroffene häufig das Gleichgewicht beim Gehen oder Sitzen plötzlich nicht mehr halten. Ebenfalls sind Verständnisprobleme sowie ein Unvermögen sich korrekt auszudrücken mögliche Anzeichen eines akuten Schlaganfalls.

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Wenn eine Hirnblutung für die mangelnde Sauerstoffversorgung im Gehirn verantwortlich ist, sind sehr starke und plötzlich einsetzende Kopfschmerzen ein weiteres Zeichen der Erkrankung. Auch der totale Bewusstseinsverlust kann ein Symptom eines Schlaganfalls sein (siehe: Hirnblutung Symptome).

Bei Auftreten eines oder mehrerer dieser Symptome sollte stets schnellstmöglich ärztlicher Rat eingeholt werden. Der Verdacht auf einen Schlaganfall stellt einen Notfall dar und sollte dementsprechend ohne Zeitverlust abgeklärt werden.

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Anzeichen an den Augen

Die Augen sind eine häufige Lokalisation der ersten Anzeichen eines Schlaganfalles. Besonders häufig treten Sehstörungen auf, welche sich in der Form von Doppelbildern, unscharfen „Flecken“ oder einem totalen Ausfall des betroffenen Auges bemerkbar machen.

Anders als bei den meisten anderen Anzeichen des Schlaganfalles, sind häufig beide Seiten von den Ausfällen betroffen. So kann auch auf beiden Seiten nur eine Hälfte des Gesichtsfeldes beeinträchtigt sein.

Neben Sehstörungen kann es bei einem Schlaganfall auch zu einem hängenden Augenlid auf einer Seite kommen.

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Anzeichen eines Kleinhirninfarkts

Bei einem Kleinhirninfarkt können verschiedene Symptome auftreten, die charakteristisch für einen Funktionsausfall dieses Bereichs des Gehirns sind. Somit lassen sich viele Kleinhirninfarkte von Schlaganfällen im Großhirn abgrenzen. Da das Kleinhirn bei vielen Bewegungsabläufen eine entscheidende Rolle spielt, entstehen vor allen Dingen dort Defizite. Außerdem kann zu Störungen der Feinmotorik, der Sprache und der Artikulation im Allgemeinen kommen.
Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Kleinhirninfarkt

Kribbeln als Anzeichen

Missempfindungen werden häufig als Kribbeln auf der Haut wahrgenommen und können ein Anzeichen eines Schlaganfalls darstellen. Besonders dann, wenn Kribbeln der Haut und Taubheitsgefühle zusammen auftreten, sollte die Möglichkeit eines akuten Schlaganfalles in Betracht gezogen werden. Ebenfalls auffällig ist es, wenn das Kribbeln nur auf einer Seite und an Arm oder Bein auftritt.

Generell gilt jedoch, dass das Kribbeln alleine nur in seltenen Fällen auf einen Schlaganfall zurückzuführen ist. Häufig sind Schädigungen der Nerven an Armen oder Beinen oder am Hals für das Kribbeln verantwortlich. Wenn die Missempfindungen jedoch zusammen mit einer Lähmung oder Auffälligkeiten im Gesicht sowie des Sprach- und Sehvermögens einhergehen, sollte unbedingt ein Notarzt gerufen werden, da ein Schlaganfall eine wahrscheinliche Diagnose darstellt.

Anzeichen beim Mann

Ein Schlaganfall kann sowohl bei Männern als auch bei Frauen auftreten. Generell sind die Anzeichen bei Männern und Frauen relativ ähnlich. Unterschiede werden typischerweise von der betroffenen Hirnregion und nicht vom Geschlecht verursacht. Bei Männern treten jedoch eher die "typischen Anzeichen" auf, als bei Frauen.

Klassischerweise sollten plötzlich einsetzende Lähmungen und Kraftverluste an Arm und Bein sowie im Gesicht als Anzeichen eines Schlaganfalls abgeklärt werden. Auch bei Sprach- sowie Sehstörungen ohne erkennbare Ursache, sowie Gleichgewichtsstörungen und das Unvermögen, sich korrekt auszudrücken handelt es sich um typische Anzeichen eines Schlaganfalles.

Anzeichen bei der Frau

Die klassischen Anzeichen eines Schlaganfalls treten auch bei Frauen auf und sollten deshalb unabhängig vom Geschlecht als solche wahrgenommen werden. Hierbei sind besonders die Lähmung oder die Kraftminderung einzelner Muskelgruppen auf einer Körperseite sowie Sprach- und Verständnisprobleme zu nennen.

Einige Studien weisen darauf hin, dass sich die Anzeichen bei Frauen gegenüber diesen bei Männern jedoch weniger eindeutig zeigen können. Zusätzlich zu den klassischen Anzeichen eines Schlaganfalles sind somit ebenfalls mögliche Symptome:

  • plötzlich einsetzende Kopfschmerzen
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit
  • Übelkeit, Erbrechen
  • Drehschwindel
  • Atemnot
  • Brustschmerzen
  • Herzstolpern
  • Gesichts-, Glieder- oder Gelenkschmerzen
  • Schluckauf

Dies sind jedoch keine sehr spezifischen Symptome, da sie auch im Rahmen zahlreicher anderer Erkrankungen auftreten können.

Erkennen der Anzeichen

Anzeichen des Schlaganfalles helfen, die Erkrankung in der akuten Phase zu erkennen. Wenn die typischen Symptome auftreten, sollte schnellstmöglich ein Notarzt gerufen werden, um die bestmögliche Prognose zu erzielen. Erkennen kann man einen Schlaganfall typischerweise an plötzlich auftretenden und einseitig bestehenden Lähmungen an den Armen oder Beinen sowie einer „hängenden Gesichtshälfte“. Ebenfalls sind Seh- und Sprechstörungen typische Anzeichen, an denen ein Schlaganfall erkannt werden kann.

Um diese Symptome auch als solche zu identifizieren, gibt es einen einfachen Grundsatz: Lächeln, Sprechen, Arme hoch!

  • Lächeln: Wenn die betroffene Person dazu aufgefordert wird zu lächeln, muss darauf geachtet werden, ob eine Hälfte des Gesichts nicht "mitlächelt", also herunterhängt, und das Lächeln schief wirkt. Ist dies der Fall, ist das der Ausdruck einer Lähmung und kann somit ein Anzeichen des Schlaganfalls sein.
  • Arme hoch!Genauso verhält es sich mit der Aufforderung "Arme hoch!": Der Betroffene soll beide Arme heben und in der Luft halten. Sinkt ein Arm unwillkürlich ab und kann nicht gehalten werden, ist das ebenfalls ein mögliches Anzeichen für einen Schlaganfall.
  • Sprechen: Sprachstörungen können erkannt werden, indem der Betroffene gebeten wird, einen einfach Satz nachzusprechen (z.B. "Der Hund jagte die Katze"). Ist ihm dies nicht möglich, deutet das auf eine Sprachstörung hin und ist ein mögliches Schlaganfall-Anzeichen.

Es müssen nicht immer alles Symptome auftreten, weshalb auch das Auftreten einzelner charakteristischer Symptome für einen Schlaganfall sprechen kann. Beim Auftreten der genannten Anzeichen, sollte umgehend ein Notarzt gerufen werden, da hier schnelles Handeln erforderlich ist.

Wie kommt es zu diesen Anzeichen?

Die Anzeichen eines Schlaganfalles hängen direkt mit einer Sauerstoffmangelversorgung des Gehirns zusammen. Diese wird entweder von einem verstopften Blutgefäß oder einer Blutung im Gehirn ausgelöst. Je nachdem welche Region des Gehirns nicht mehr genügend Sauerstoff bekommt, ergeben sich unmittelbare Symptome.

Eine Blutung entsteht häufig aufgrund eines zu hohen Blutdrucks (Hypertonie). Auch Gefäßaussackungen (Aneurysmata) können platzen und eine starke Blutung im Gehirn verursachen.

Eine häufige Ursache eines verstopften Gefäßes im Gehirn sind Herzrhythmusstörungen wie das Vorhofflimmern. Ebenfalls können Verkalkungen der Gefäße (Arteriosklerose) für ein verstopftes Gefäß und damit für die Sauerstoffmangelversorgung im Gehirn verantwortlich sein.

Prognose

Die Anzeichen allein können die Prognose eines Schlaganfalles nicht vorhersagen. So deuten die Anzeichen und Symptome des Schlaganfalles lediglich auf eine Sauerstoffmangelversorgung im Gehirn hin. Lediglich dann, wenn eine Reihe unterschiedlicher Anzeichen eines Schlaganfalles an mehreren Stellen auftreten, kann davon ausgegangen werden, dass es sich um ein großes Hirnareal handelt, welches von der Mangelversorgung betroffen ist.
Eine zügige Behandlung nach Auftreten der Anzeichen kann die Prognose im Einzelfall gegebenenfalls verbessern.

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Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Anzeichen des Schlaganfalls finden Sie hier:

Eine Übersicht aller Themen aus der Neurologie finden Sie unter Neurologie A-Z.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.04.2019
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