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Symptome einer Hirnblutung

Allgemein

Bei einer Hirnblutung handelt es sich in jedem Fall um einen medizinischen Notfall, welcher schnellstmöglich behandelt werden muss. Der Begriff Hirnblutung wird umgangssprachlich für eine Reihe unterschiedlicher Blutungen innerhalb des Schädels verwendet. So muss grundsätzlich von Blutungen zwischen dem Gehirn und dem Schädel sowie von Blutungen innerhalb des Gehirns unterschieden werden.
Je nach betroffenem Blutgefäß sammelt sich das Blut an unterschiedlichen Stellen innerhalb des Schädels.

Bei einer Hirnblutung im engeren Sinn ist ein Blutgefäß betroffen, welches innerhalb des Gehirns verläuft. Reißt dieses, entsteht ein Hämatom innerhalb des Gehirns. Gefährlich ist dies, da innerhalb des Schädels nur begrenzt Platz zur Verfügung steht und mit einem wachsenden Bluterguss die Gefahr einer Einklemmung wichtiger Hirnareale droht. Durch die Blutung werden Symptome hervorgerufen, die je nach Ausmaß und Lokalisation der Blutung sehr unterschiedlich sein können.

Lesen Sie mehr zum Thema: Was sind Ursachen für eine Hirnblutung

Abbildung einer Hirnblutung

Hirnblutung (Gehirnblutung) 

  1. Schädeldach - 
    Calvaria
  2. Harte Hirnhaut (Dura) -
    Dura mater cranialis
    (äußerste Hirnhaut)
  3. Subduralspalt - 
    Spatium subdurale
  4. Spinnwebenhaut des Gehirns -
    Arachnoidea mater cranialis
    (mittlere Hirnhaut)
  5. Äußerer Hirnwasserraum -
    Spatium subarachnoideum
  6. Großhirn bedeckt von weicher
    Hirnhaut (Pia) -
    Pia mater cranialis
    (innere Hirnhaut)
  7. Bluterguss
    (Hämatom) im Hirngewebe
    Blutungen im Bereich des Hirngewebes
    und der Hirnhäute:
    A - Intrazerebrale Blutung (ICB) -
    Blutung in das Hirngewebe
    (Parenchym) durch das Platzen eines Hirngefäßes
    B - Epidurale Blutung -
    Blut zw. Schädelknochen und der
    äußersten Hirnhaut (Dura mater)
    C - Subdurale Blutung -
    Blut zw. Harter Hirnhaut
    und Spinnwebenhaut
    D - Subarachnoidale Blutung -
    Blut zw. Spinnwebenhaut und
    der inneren (weichen) Hirnhaut 

Eine Übersicht aller Abbildungen von Dr-Gumpert finden Sie unter: medizinische Abbildungen

Symptome

Die spezifischen Symptome einer Hirnblutung ähneln den Symptomen eines Hirninfarktes stark. Bei beiden Erkrankungen ist eine Beeinträchtigung der jeweiligen Hirnareale Grund für das Entstehen der Symptomatik.
Weitere Informationen hierzu finden Sie auch auf unserer Seite Anzeichen des Schlaganfalls.

Häufige Symptome einer Hirnblutung sind Kopfschmerzen, Übelkeit und Erbrechen, Sehstörungen, Sensibilitätsstörungen, Schluckstörungen, Lähmungen auf einer Körperseite, Schwindel, sowie Krampfanfälle. Bei einer fortgeschrittenen Einklemmung bestimmter Hirnareale kann es zu einer Bewusstlosigkeit und Atemstillstand kommen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Was sind die Anzeichen einer Hirnblutung?

Kopfschmerzen als Symptom

Eine Hirnblutung verursacht in den meisten Fällen einen sehr starken Kopfschmerz. Die meisten Personen beschreiben den Kopfschmerz als „so stark wie nie zuvor“ und „vernichtend“. Bei einem sehr starken Kopfschmerz, welcher in der Form vorher nie auftrat, sollte deshalb ein Arzt zur Abklärung einer Hirnblutung aufgesucht werden. Ein sogenannter "Vernichtungsschmerz" ist typisch für die Ruptur eines Hirnarterienaneurysmas.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Hirnarterienaneurysma

Der Kopfschmerz, welcher im Rahmen einer Hirnblutung auftritt, kann durch die Volumenzunahme innerhalb des Schädels erklärt werden. Durch die Volumenzunahme und das limitierte Platzangebot innerhalb des Schädels wird ein Druck auf die Hirnhäute erzeugt, welche mit Nerven versorgt sind. Dieser Druck sorgt für die Kopfschmerzen, weshalb diese ein Anzeichen für eine bestehende Hirnblutung sein können.

Übelkeit als Symptom

Übelkeit ist ein sehr häufiges und frühes Symptom der Hirnblutung. Gemeinsam mit Erbrechen und Kopfschmerzen kann dies ein wichtiger Hiweis auf eine Hirnblutung sein. Die Übelkeit wird über ein spezielles Areal im Hirnstamm ausgelöst. Dieses sogenannte „Brechzentrum“ ist sehr sensibel und reagiert auf eine Druckerhöhung. 
Typischerweise treten Übelkeit und Erbrechen im Rahmen einer Hirnblutung auf, da durch die Blutung der Druck im Schädel steigt und das Brechzentrum aktiviert.
Auch bei Tumoren im Gehirn lässt sich dieses Symptom häufig finden. Verschiedene Medikamente können gezielt im Brechzentrum im Gehirn angreifen und die Übelkeit bei einer Hirnblutung vermindern.

Erbrechen als Symptom

Erbrechen und Übelkeit gehen meistens Hand in Hand. Bei starken Druckerhöhungen im Gehirn, im Rahmen einer Hirnblutung kann es zum Brechreiz kommen.
Es stellt ebenfalls ein typisches Symptom einer starken Hirnblutung dar. Das Erbrechen lässt erst nach Verringerung des Drucks oder durch die Gabe von bestimmten Medikamenten nach.

Puppilendifferenz als Symptom

Bei einer Hirnblutung kommt es im Verlauf meist zu einer volumenbedingten Einengung bestimmter Hirnnerven. Je nach betroffenem Nerv können unterschiedliche Symptome auftreten. Ein wichtiges Symptom, welches ein Hinweis auf das Vorliegen einer Hirnblutung sein kann, ist die sogenannte Pupillendifferenz.
Es wird die Größe der beiden Pupillen des/der Betroffenen verglichen. Bei einer Differenz der Größe der Pupillen beider Augen besteht ein Hinweis, dass eine Hirnblutung vorliegt. Auch dann, wenn eine oder beide Pupillen nicht mehr auf einen Lichtreiz kleiner werden kann, der Verdacht auf eine Hirnblutung gestellt werden.
In beiden Fällen besteht akuter medizinischer Handlungsbedarf, da es sich um eine lebensbedrohliche Situation handelt.

Weitere Informationen zur Pupillendifferenz finden Sie unter Unterschiedlich große Pupillen

Fieber als Symptom

Wenn Fieber auftritt ist dies in den meisten Fällen eine Reaktion des Körpers auf eine Infektion. Wenn eine Hirnblutung auftritt ist das gleichzeitige Vorliegen einer Infektion jedoch nur selten der Grund für plötzlich auftretendes Fieber.

Fieber, welches in den Zusammenhang mit einer Hirnblutung gebracht werden kann, kann aufgrund eines sogenannten SIRS (systemic inflammatory response syndrome) auftreten. Diese schwere Reaktion des Körpers wird beispielsweise durch große Operationen oder Verletzungen hervorgerufen.
Neben Fieber treten bei diesem Krankheitsbild außerdem eine erhöhte Herzfrequenz, eine schnelle Atmung sowie eine Blutbildveränderung auf.

Halbseitige Schwäche als Symptom

Eine halbseitige Schwäche kann ein bedrohliches Symptom einer Hirnblutung darstellen und auch nach langer Zeit bestehen bleiben. Die Schwäche betrifft die Muskulatur und wird meist im Gesicht, an den Armen oder den Beinen als erstes auffällig.
Bei schweren Verläufen kann die Muskulatur gänzlich gelähmt werden. Ursächlich dafür ist der Ausfall der steuernden Strukturen im Gehirn.
Die genaue Art der Schwäche ist stark abhängig von der Größe und genauen Lokalisation der Hirnblutung. Im äußeren Randbereich des Gehirns befinden sich die zentralen Steuerungen aller Bewegungen, die durch Muskeln im Körper ausgelöst werden. Von dort ziehen die Nervenbahnen bis in das Rückenmark und anschließend als Nerv zum jeweiligen Muskel. Auf ihrem Weg kreuzen die Nervenstränge die Seiten, weshalb die halbseitige Schwäche oft auf der gegenüberliegenden Körperseite der Hirnblutung auftritt.
Auf den ersten Blick ist eine Hirnblutung bezüglich der halbseitigen Schwäche nicht von einem Schlaganfall zu unterscheiden.
Bei beiden Erkrankungen kommt es zum direkten Schaden von Nervenzellen im Gehirn. Es ist individuell sehr unterschiedlich, in welchem Maße sich die Nervenzellen nach überstandener Hirnblutung regenerieren und ihre Funktion zurückerlangen können. Eine Prognose zur Besserung der halbseitigen Schwäche lässt sich deshalb nicht mit Sicherheit stellen.

Halbseitige Lähmung als Symptom

Die Lähmung stellt die fortgeschrittene Form der halbseitigen Schwäche dar.
Auch hier gehen im Akutfall der Hirnblutung direkt motorische Nervenzellen in der Hirnrinde oder Nervenstränge im ihrem Verlauf zum Muskel zugrunde. Dadurch können elektrische Reize die Nerven und Muskeln in Armen und Beinen nicht mehr erreichen.
Wie bei einem Schlaganfall können die Lähmungen sehr plötzlich zum Beispiel durch einen herabhängenden Mundwinkel auffallen. Bei einer vollständigen Lähmung können die Nervenzellen in der Heilungsphase teilweise ihre Funktion zurückerlangen. Eine vollständige Genesung der Lähmung ist fraglich.

Taubheitsgefühl als Symptom

Ein Taubheitsgefühl kann gemeinsam mit einer muskulären Schwäche oder Lähmung auftreten. Durch die Hirnblutung werden dabei Nerven in ihrem Verlauf beschädigt, die sensible Informationen des Körpers an das Hirn weiterleiten.
Die vollständige Gefühlstaubheit stellt dabei die extremste Form dar. Zunächst können Kribbeln und Schmerzen auftreten. Eine wichtige Differentialdiagnose zur Hirnblutung stellt bei einem Taubheitsgefühl ebenfalls der Schlaganfall dar.

Sprachstörung als Symptom

Liegt eine Sprachstörung vor, können mehrere Ursachen zugrunde liegen. Die meisten Formen der Sprachstörung können durch eine Hirnblutung ausgelöst werden. Deshalb ist eine konkrete Erhebung der genauen vorliegenden Störung wichtig, um das betroffene Hirnareal und die geschädigten Strukturen einzugrenzen.
Zunächst kann eine motorische Sprachstörung vorliegen, die ähnlich wie bei einer halbseitigen Lähmung durch Schädigungen der Nervenzellen verursacht wird, die zur Muskelbewegung dienen. Durch Ausfälle der Mund- und Kehlkopfmuskulatur können Artikulations- und Lautbildungsstörungen auftreten. Auch eine Heiserkeit kann durch eine solche motorische Lähmung verursacht werden.
Bei einer Hirnblutung kann aber auch, wie bei einem Schlaganfall, eines der Sprachzentren im Gehirn beschädigt werden. Die beiden wichtigsten Bereiche der Sprachbildung, die betroffen sein können, sind das Broca- und das Wernickezentrum.
Bei einem Ausfall des Ersteren kommt es zu Sprachbildungsstörungen, was sich zum Beispiel als Stottern und Artikulationsproblem äußern kann. Bei einer sogenannten „Wernicke-Aphasie“ ist das Sprachverständnis beschädigt. Einzelne Wörter fallen den Betroffenen nicht ein oder werden durch ähnlich klingende Laute ersetzt, sodass mitunter eine zwar gut artikulierte, dafür aber sinnfreie Sprache entsteht.
Die Ausprägung der Sprachstörung ist stark vom Ausmaß der Hirnblutung abhängig. Auch bei schweren Störungen können jedoch oft durch langjähriges Üben viele Fähigkeiten zurückerlangt werden.

Schluckstörung als Symptom

Der Schluckvorgang stellt ein neurologisch komplexes Zusammenspiel von sensorischen und motorischen Vorgängen ab. Im Hirn wird das Schlucken durch mehrere Zentren gesteuert und in einzelnen Phasen durch die Schlundmuskulatur umgesetzt.
Sowohl bei der Hirnblutung, als auch beim Schlaganfall können durch Schäden an einzelnen beteiligten Strukturen Schluckstörungen hervorgerufen werden.
Bei Störungen im oberen Teil der Speiseröhre besteht die Gefahr, dass Nahrung in die Luftröhre gelangt, wodurch Lungenentzündungen entstehen können.

Sehstörung als Symptom

Sehstörungen vieler Art sind bei Hirnblutungen möglich, treten insgesamt jedoch selten auf.
Eine Sehstörung kann sich von Doppelbildern und verminderter Farb- und Schärfewahrnehmungen bis zu Gesichtsfeldausfällen und vollständiger Blindheit erstrecken. Im Gehirn können die Sehbahnen, die das Signal der Augen zur Hirnrinde leiten, betroffen sein, oder aber das Sehzentrum der Hirnrinde selbst.
Auch Tumore, Schlaganfälle und schwere Kopfverletzungen können solche Sehstörungen bewirken.

Nasenbluten als Symptom bei einer Hirnblutung?

Nasenbluten ist in den allermeisten Fällen als harmlos einzustufen. Es hat in der alleinigen Diagnostik einer Hirnblutung keinen besonders hohen Stellenwert.
Bei einer bekannten Hirnblutung ist ein Nasenbluten sehr unwahrscheinlich, kann aber in sehr seltenen Fällen ein Symptom der Blutung sein. Die Nasenhöhle liegt räumlich nah am vorderen, unteren Rand des Gehirns und kann somit bei verschiedenen Prozessen im Gehirn symptomatisch werden.
Durch eine Hirnblutung kann es zu einer Erhöhung des Hirndrucks kommen. Dadurch können kleine Blutgefäße verletzt werden, die in die Nasenhöhle bluten. Dort in der Nasenspitze befindet sich ein Gefäßnetz, das sehr anfällig auf Druck und verschiedene Kräfte reagiert und die Nasenblutung verursacht. 

Schwindel als Symptom

Schwindel stellt ein sehr unspezifisches Symptom dar, welches zahlreiche Ursachen haben kann. 
Im Falle einer Hirnblutung kann es auch zu Schwindel kommen. Häufig liegt hier eine Blutarmut oder eine Sauerstoffarmut des Gehirns zugrunde. Der Schwindel kann hierbei ein erstes Symptom vor einer Ohnmacht mit Bewusstlosigkeit sein.
Bei Hirnblutungen kann es auch zu einem Schaden des Gleichgewichtsorgans kommen. Dieses befindet sich im Innenohr und wird im Gehirn aufwendig verschaltet, um ein permanentes Gleichgewicht zu halten. Bei Ausfällen beteiligter Regionen kann es zu Schwindelattacken kommen.

Bewusstseinstrübung als Symptom

Das Bewusstsein ist eine schwer messbare Körperfunktion, die auf einem Zusammenspiel dutzender Körperfunktionen beruht. Im Allgemeinen zählt zum Bewusstsein die Funktion der Sinne, die Aufmerksamkeit und Wachheit, sowie das Wohlbefinden.
Medizinisch kann das Bewusstsein in Stadien eingeteilt werden, wobei in den meisten Fällen das Koma die niedrigste Stufe des Bewusstseins darstellt, hier spricht man dann von Bewusstlossigkeit. Wichtige Schritte des Bewusstseins stellen die Reaktionen auf Ansprechen, Anfassen und auf Schmerz dar.
Im Rahmen einer Hirnblutung kommt es durch die zunehmende Einblutung und die anschließende Anschwellung des Gehirns zu einer starken Erhöhung des Hirndrucks. Dies schlägt sich häufig am Hirnstamm nieder, welches die Körperfunktionen steuert. Bei vermehrtem Druck auf den Hirnstamm kommt es schnell zu einer Bewusstseinstrübung und einer anschließenden Bewusstlosigkeit.
Die Bewusstlosigkeit kann auch medikamentös herbeigeführt werden, um die Nervenzellen für den Heilungsprozess zu schonen.

Epileptischer Anfall als Syndrom

Eine Hirnblutung kann ein typischer Auslöser eines Epileptischen Anfalls sein.
Durch die Blutung kann eine Art Narbe im Nervengewebe des Hirns entstehen, die epileptische Anfälle auch im Nachhinein begünstigen kann. Dadurch werden elektrische Signale verstärkt weitergegeben, was schnell zu einer starken Übererregbarkeit der Zellen führt.

Koma als Symptom

Schwere Hirnblutungen können mit einem Koma einhergehen.
Das Koma stellt die schwerste Form der völligen Bewusstlosigkeit dar. Bei bestimmten Hirnblutungen kann auch eine Art künstliches Koma herbeigeführt werden, um den Körper über einen gewissen Zeitraum zu schonen, damit sich beschädigte Gehirnareale erholen können. Im Rahmen der Hirnblutung kommt es nicht selten zu Schwellungen des Gehirns und einem starkem Anstieg des Hirndrucks. Dabei kann der Patient durch den zunehmenden Druck auf lebenswichtige Gehirnregionen, zum Beispiel den Hirnstamm, ins Koma fallen.
Eine Prognose für Betroffene mit einer Hirnblutung, die sich im Koma befinden lässt sich nicht stellen. Das liegt daran dass sich das Gehirn unterschiedlich gut regenerieren kann und sich somit potentielle Folgeschäden nicht eindeutig voraussagen lassen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hirnblutung und Koma

Symptome einer Hirnblutung bei Babys und Frühgeborenen

Auch bei Babys und Frühgeborenen besteht die Möglichkeit, dass eine Hirnblutung auftritt. Da das Gehirn von Frühchen noch deutlich fragiler ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass ein Frühchen eine Hirnblutung erleidet deutlich erhöht. Besonders die ersten Tage nach der Geburt sind kritisch im Hinblick auf die Entstehung einer Hirnblutung bei Neugeborenen.

Die Symptome einer Hirnblutung bei Babys und Frühchen sind generell ähnlich wie bei Erwachsenen. Da die Kinder jedoch nur schlecht die Lokalisation von Schmerzen beschreiben können, fallen einige klassische Symptome der Hirnblutung weg.
Hinzu kommt, dass bei Babys und Frühchen die Fontanellen am Kopf noch offen sind. Steigt der Druck im Schädel an kann dies an den Fontanellen vorsichtig ertastet werden. Bei einer Vorwölbung der Fontanellen liegt eine Druckerhöhung vor.

Die Ursachen für die Entstehung einer Hirnblutung bei Babys und Frühchen können sehr unterschiedlich sein. Neben angeborenen Blutgerinnungsstörungen können Traumata und Verletzungen die Ursache für eine Blutung im Gehirn darstellen.

Ursachen

Die möglichen Ursachen für die Entstehung einer Hirnblutung sind zahlreich. Häufig ist die Einnahme von gerinnungshemmenden Medikamenten ursächlich für eine Hirnblutung. Auch ein Bluthochdruck, Hirntumore und Hirnaneurysmata können für eine Blutung im Hirn verantwortlich sein.
Häufig ist außerdem ein Kopftrauma als Ursache der Hirnblutung bekannt. Dieses tritt gehäuft bei alkoholisierten Menschen auf, da die Schutzreflexe im alkoholisierten Zustand fehlen und dann ein Schlag auf den Kopf wahrscheinlicher ist.

Nicht immer lässt sich eine Ursache für die Entstehung einer Hirnblutung ausfindig machen.

Sturz als Ursache

Eine Hirnblutung tritt nicht selten nach einem Sturz auf den Kopf auf. Der Schlag kann zu einem Abreißen eines Gefäßes und damit zu einer Blutung und einem Bluterguss im Gehirn führen. Die Symptome direkt nach dem Sturz können hierbei sehr leicht ausfallen. Im Verlauf der Blutung verschlimmern sich die Symptome bei Vorliegen einer Hirnblutung jedoch meist.

Diagnose

Die Symptome, welche bei einer Hirnblutung auftreten, sind richtungsweisend für die Diagnosestellung einer Hirnblutung. Je nach Ausmaß der Blutung und einhergehender Druckerhöhung sowie Beeinträchtigung wichtiger Nerven und Areale des Gehirns können die Symptome unterschiedlich stark ausgeprägt sein.

Wenn die betroffene Person noch ansprechbar ist, kann die Beschreibung der Symptome helfen, die Verdachtsdiagnose einer Hirnblutung zu stellen. Bei einem komatösen und bewusstlosen Patienten können die Symptome, welche durch eine körperliche Untersuchung erörtert werden den Verdacht einer Hirnblutung erhärten.
Sollte der Verdacht einer Hirnblutung gestellt werden, wird meist eine Computertomographie durchgeführt. Bei dieser Untersuchung werden Bilder vom Kopf und Gehirn erstellt und es kann innerhalb sehr kurzer Zeit eine Hirnblutung festgestellt werden. Wenn die Diagnose einer Hirnblutung gestellt werden konnte, wird unverzüglich eine Therapie eingeleitet.

Therapie

Die Hirnblutung stellt einen medizinischen Notfall dar, welcher sofortiger Therapie bedarf. Wichtig ist vor allem, dass der ansteigende Hirndruck verringert wird, um lebensbedrohliche Komplikationen zu vermeiden.

Es können sogenannte Diuretika, also entwässernde Medikamente, verabreicht werden. Um den Blutdruck zu senken, können ebenfalls Medikamente gegeben werden. Sollte der Hirndruck schon so weit angestiegen sein, dass eine Aussetzung der Atmung stattfindet oder diese droht, kann eine künstliche Beatmung vorgenommen werden.

Eine Operation wird bei einer massiven Hirndruckerhöhung zur Entlastung durchgeführt. Während der Operation kann gegebenenfalls das blutende Gefäß verschlossen werden.

Die Symptome, welche bei einer Hirnblutung auftreten, sowie eine bildgebende Diagnostik können helfen, die richtige Therapieentscheidung zu treffen.

Für weitere Informationen lesen Sie auch unser Thema: Hirnblutung Therapie und Operation einer Hirnblutung

Prognose

Die Prognose einer Hirnblutung ist je nach Ausmaß und Lokalisation der Blutung sowie individuellen Risikofaktoren unterschiedlich. Kleinere Blutungen haben generell eine günstigere Prognose als ausgedehnte Hirnblutungen. Die Sterblichkeitsrate liegt im Schnitt bei etwa 30-50%.

Die Anzahl der Betroffenen, welche nach einer Hirnblutung an bleibenden Symptomen wie Lähmungserscheinungen oder Sprachstörungen leiden, ist relativ hoch.

Prophylaxe

Da eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen für das Auftreten einer Hirnblutung infrage kommen kann eine allgemeine Prophylaxe nicht empfohlen werden. Wichtig ist, dass Erkrankungen, welche zu einer Hirnblutung führen können behandelt werden. Des weiteren sollten Symptome welche auf das Vorliegen einer Hirnblutung hinweisen ernst genommen und ärztlich abgeklärt werden.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Hirnblutung finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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