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Verbrennung beim Baby

Definition

Verbrennungen gehören wohl zu den schmerzhaftesten Verletzungen und betreffen alle Altersklassen. Bei Babys sind häufige Ursachen zu warmes Badewasser, zu warme Nahrung und Wärmflaschen. Verbrennungen zeigen sich je nach Schweregrad durch Hautrötungen, Bläschenbildung oder sogar offene Wunden. Die Behandlung richtet sich ebenfalls nach dem Schweregrad und reicht von Hautcremes bis zu Transplantationen in einer Spezialklinik.

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Schwere und der Fläche der Verbrennung. Bei leichten Rötungen ist häufig keine spezifische Therapie notwendig. Zur Schmerzlinderung kann eine kühlende Salbe genutzt werden und Pflegecremes können das Austrocknen der verbrannten Haut verhindern. Eine weitere Schädigung der Haut sollte vermieden werden, weshalb besonders ein guter Sonnenschutz wichtig ist.

Bei schwereren Verbrennungen muss die Wunde ärztlich begutachtet werden und steril verbunden werden, da es sonst zu Infektionen kommen kann. Bei größeren Flächen muss eine Behandlung durch den Notarzt und später durch eine Verbrennungsintensivstation für Kinder durchgeführt werden.

Zunächst ist eine Flüssigkeitstherapie und Schmerztherapie notwendig. Die Wunden werden steril mit BurnKits verbunden, um Verklebungen zu verhindern. Zur Verhinderung von Infektionen werden meistens auch Antibiotika gegeben. In einigen Fällen ist eine Hauttransplantation mit Spalthaut notwendig. Hierzu wird eine dünne Schicht gesunder Haut abgetragen und auf die Brandwunde gesetzt, wo diese anwächst. Auch nach der Entlassung sind spezielle Kompressionshemden und eine gründliche Hautpflege notwendig, da die Narben sonst zu starken Einschränkungen führen können. Besonders bei Babys ist dies eine Gefahr, da die Kinder noch stark wachsen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Hauttransplantation

Salbe

Zur Kühlung und Schmerzstillung bei leichten Verbrennungen eignen sich Aloe Vera Salben und Kühlgels wie Fenistil. Dies sind die gleichen Salben, welche bei Sonnenbränden genutzt werden und sind in Apotheken und Drogeriemärkten freiverkäuflich. Es sollte auf parfümhaltige Salben verzichtet werden, da diese die Haut zusätzlich schädigen kann. Später kann mit gewöhnlichen Pflegecremes die Haut beruhigt werden und vor Austrocknung geschützt werden. Bei schwereren Verbrennungen sollten keine Cremes angewandt werden, sondern direkt ärztliche Hilfe gesucht werden.

Homöopathie

Bei leichten Verbrennungen kann die Therapie homöopathisch erfolgen und es ist keine medizinische Versorgung notwendig. In jedem Fall sollte jedoch eine Abklärung durch den Kinderarzt erfolgen, der die Schwere der Verbrennung einschätzen kann. Bei schwereren Verbrennungen ist eine homöopathische Behandlung nicht ausreichend. Zu den von Homöopathen empfohlenen Mitteln gehören Calendula, Arsenicum album, Cantharis und Causticum. Die Mittel sollen gegen die Entzündung wirken und Schmerzen stillen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Homöopathie bei Verbrennung

Begleitende Symptome

Das Hauptsymptom neben den Hautveränderungen ist der starke Schmerz. Da Säuglinge jedoch ihre Beschwerden nicht gezielt ausdrücken können, zeigt sich dies lediglich durch dauerhaftes Schreien. Bei Verbrennungen im Mundraum kommt es zudem zu einer Trinkschwäche, da weiteres Saugen die Schmerzen verstärkt. Bei starken Schmerzen kann es zu einem Bewusstseinsverlust kommen.

Größere Verbrennungen führen zu einem Flüssigkeitsverlust, der durch eine Volumentherapie ausgeglichen werden muss. Diese Therapie wird schon vom Notarzt eingeleitet, da die Babys sonst in einen Schock abgleiten können und dies kann bis zum Herz-Kreislaufversagen führen.

Großflächige Wunden sorgen nicht nur für einen Flüssigkeitsverlust, sondern stellen auch eine Eintrittspforte für gefährliche Keime dar. Bei offenen Brandwunden können Bakterien die Wundheilung verhindern.

Eine weitere Gefahr bei großflächigen Verbrennungen ist die Unterkühlung, da die Haut normalerweise eine Dämmung darstellt und im Bereich der Wunde fehlt. Zudem ist es nach wie vor ein Reflex der Eltern die Kinder mit kaltem Wasser abzukühlen, was jedoch eher schädlich als hilfreich ist.

Ursachen

Die Ursachen von Verbrennungen sind zahlreich und hängen stark vom Alter des Betroffenen ab. Säuglinge sind noch nicht in der Lage gezielt auszudrücken, dass das Badewasser oder die Milch zu heiß ist, oder dass die Wärmflasche schon zu lange auf dem Bauch liegt. Zudem können sie sich nicht selbst aus der Situation befreien.

Bei Kindern die sich bereits hochziehen können, kommen auch heißer Kaffee oder das Bügeleisen als Ursache in Frage. Neben Unfällen muss leider auch immer an Kindesmisshandlung gedacht werden. Dies ist für besorgte Eltern eine grausame Situation, dient aber dem Schutz einiger weniger Kinder.

Kirschkernkissen / Wärmflasche

Eines der ältesten Hausmittel ist wohl das Kirschkernkissen. Wärme hilft wunderbar bei Bauchkrämpfen und anderen Erkrankungen. Verständlich also, dass Eltern ihren Babys bei Bauchkrämpfen helfen wollen und ihnen ein Kirschkernkissen oder eine Wärmflasche auf den Bauch legen. Das diese nicht zu heiß sein dürfen, da hierdurch Verbrennungen entstehen ist bekannt, jedoch ist auch eine warme und nicht heiße Wärmflasche bei zu langer Anwendung eine Ursache von Verbrennungen. Die Säuglinge sind noch nicht in der Lage gezielt zu zeigen, dass die Wärmflasche zu warm ist und können diese auch nicht selbst entfernen.

Diagnose

Die Diagnose ist meistens rein klinisch. Aus der Erzählung der Eltern und dem Hautbild kann die Diagnose Verbrennung leicht gestellt werden. Die Haut ist bei einer erstgradigen Verbrennung gerötet und schmerzhaft bei Berührung. Bei einer schwereren Verbrennung kommt es auch zu einer klassischen Blasenbildung. Ältere schwere Verbrennungen zeigen sich durch flächige Narben. Bei, durch heiße Nahrung verursachte, Verbrennungen im Mundraum ist die Diagnose etwas schwieriger.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Verbrennungsgrade

Dauer

Eine leichte Verbrennung heilt normalerweise innerhalb weniger Tage ganz aus. Schwerere Verbrennungen sind oft mit einem langen Krankenhausaufenthalt verbunden und müssen auch später noch weiter behandelt werden. Die exakte Heilungsdauer lässt sich nicht voraussagen. Die Heilung hängt von vielen individuellen Faktoren ab. Die Fläche, der Schweregrad und die Lokalisation der Brandwunde sind hierbei wichtig. Auch das Alter des Kindes, mögliche Vorerkrankungen und der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns sind entscheidend für den Heilungsverlauf.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema Verbrennung beim Baby finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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