Welche Medikamente stärken das Immunsystem?

Einleitung

Neben einer ausgewogenen Ernährung können auch bestimmte Substanzen bzw. Medikamente das Immunsystem des menschlichen Körpers stärken. Zum einen können das insbesondere das Element Zink unter den Mineralstoffen und bestimmte zielgerichtete Medikamente sein. Ziel einer Immunsystem-stärkenden Therapie ist grundsätzlich das Verhindern von schweren Infektionen.

Im Gegensatz dazu muss die Indikation eines immunsystemstärkenden Medikamentes sehr streng gestellt werden, da hierdurch Autoimmunprozesse getriggert bzw. verstärkt werden, indem die Immunabwehr gegen körpereigene, eigentlich ungefährliche Strukturen, gestärkt wird. In der Apotheke werden sämtliche immunstärkende Präparate angeboten, welche z.T. auch rezeptfrei erhältlich sind. Enthalten sind in diesen Präparaten grundsätzlich die Komponenten, welche für ein ausgeglichenes Immunsystem essentiell sind. Darunter sind vor allem Vitamine und Mineralstoffe zu sehen. 

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Welche Immunsystem stärkenden Medikamente sind in der Apotheke erhältlich?

Normalerweise tragen verschiedene Prinzipien zu einer natürlichen Wirkung des Immunsystem bei. Hierbei stehen eine ausgewogene Ernährungsweise, ausreichende Bewegung, ein erholsamer Schlaf, das Vermeiden von zu viel Stress und ein gewissenhafter Umgang mit Noxen wie Alkohol und Nikotin an oberster Stelle. Wenn durch Alltags- bzw. arbeitsbedingte Änderungen dieses ausgeglichenen Lebensstils eine Schwächung des Immunsystem Eintritt, sind folgende Medikamente in der Apotheke erhältlich. Vorrangig handelt es sich hierbei um rezeptfreie Medikamente wie verschiedene Vitamine (Vitamin C, D, A, E) oder Mineralstoffe (z.B. Zink) zur Verfügung. Festzuhalten ist dabei, dass diese Stoffe grundsätzlich einen günstigen, stärkenden Effekt auf das Immunsystem entfalten können, bei einem schwerwiegenden Defekt des Immunsystems eine Wirksamkeit kritisch zu beurteilen ist. 

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Cetebe®

Ein mittlerweile recht beliebtes Medikament aus der Apotheke stellt Cetebe® ABWEHR plus dar. Es beinhaltet eine Dreifachkombination aus Vitamin C, Vitamin D und Zink. Ein aktuell innovatives Medikamentenmanagement (Zeitperlen-Technologie) erlaubt eine kontinuierliche, ausgeglichene Versorgung des Körpers mit Vitamin C über mehrere Stunden. 

Orthomol Immun

Ein weiteres Angebot aus der Apotheke ist Orthomol Immun. Es wird eingesetzt im Rahmen einer diätetischen Behandlung von ernährungsbedingten Immundefekten.

Orthomol Immun enthält eine reichhaltige Kombination aus für den Körper wichtigen Mineralstoffen. Darunter sind das Vitamin C, Folsäure, Vitamin B12, Zink, Vitamin A und Eisen zu nennen. Letztendlich sind unter den Inhaltsstoffen 13 Vitamine, 8 Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe. Ziel des Orthomol Immun ist hierbei das zielgerichtete Eingehen auf die Bedürfnisse an Mineralstoffen von immunkompetenten Zellen. Diese weisen zum Beispiel eine etwa 10- bis 100-Fache Konzentration an Vitamin C im Vergleich zum Übrigen Blutplasmaspiegel auf. Auch decken diese ihren Zellstoffwechselbedarf über erhöhte Aufnahme an den anderen genannten Mineralstoffen.

Bestimmte zusätzliche Stoffe spielen bei Orthomol Immun noch bei der Zusammensetzung des Orthomol Immun eine Rolle. Darunter sind z.B. Wasser, Orangensaftkonzentrat, der Stabilisator Glycerin, Saccharose und das Säuerungsmittel L-Milchsäure zu nennen. Der Einsatz von Orthomol Immun bei bestehenden Infektionen bzw. Erkrankungen ist jedoch sehr kritisch zu stellen. Es wird nicht als Arzneimittel angeboten, sondern lediglich als Nahrungsergänzungsmittel. Das wiederum bedeutet, dass vor der Markteinführung weder die präventive Wirksamkeit, noch eine Unbedenklichkeit der Einnahme konstatiert wurden. Als Fazit muss man festhalten, dass es sich bei Orthomol Immun nicht um ein potentes Mittel bei der Vorbeugung von Erkältungen oder sonstigen Infektionen handelt. 

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Vitamin C

Beim weitläufig bekannten Vitamin C (Ascorbinsäure) handelt es sich wahrscheinlich um das bekannteste Vitamin. Es spielt biochemisch gesehen eine essentielle Rolle als Antioxidans. Darunter versteht man die Eradikation von freien Radikalen, welche ständig durch natürliche Stoffwechselprozesse in unserem Körper anfallen. Insbesondere aber entstehen diese auch bei einer Immunantwort und können die betreffenden Zellen schädigen und zerstören. Vitamin C nimmt hier eine zellprotektive Funktion wahr.

Weitere Funktionen des Vitamin C sind die Förderung der Aktivität von neutrophilen Granulozyten, die bei der Eliminierung von bakteriellen Krankheitserregern essentiell sind und das Mitwirken bei einer normalen Funktion der Schleimhäute. Vitamin C wird in der Apotheke in Form von Monopräparaten (reine Vitamin C-Substitution) oder im Rahmen von Kombinationspräparaten wie z.B. das oben beschriebene Cetebe angeboten. Eine reichhaltige Aufnahme von Vitamin C ist auch über die Ernährung möglich. Hierbei sind besonders jegliche Zitrusfrüchte, Verschiedene Gemüse (z.B. grünes Blattgemüse, Tomaten und grünes Blattgemüse) sowie Johannisbeeren und Sanddorn zu nennen. 

Weitere Informationen finden Sie unter: Vitamin C

Esberitox® Compact

Bei Esberitox® Compact handelt es sich um ein pflanzliches Produkt mit einer Kombination aus den Pflanzenwirkstoffen wie Lebensbaum, Färberhülse und Sonnenhut. Propagiert wird eine wissenschaftlich belegte Wirksamkeit im Rahmen von Erkältungsinfektionen. Besonders spezifisch ist dabei eine virale Induktion der Erkältungskrankheit. Dabei sollen die Erkältungsdauer um 2-3 Tage verkürzt und die Ekältungssymptome effektiv gelindert werden.

Die Gabe ist geeignet bei Jugendlichen und Erwachsenen ab einem Alter von 12 Jahren. Besonders effektiv soll es sein bei spezifischen Symptomen wie Hals- und Rachenschmerzen, Niesen, laufender Nase und schmerzende Bronchien. Problematisch zu sehen ist die vom Anbieter propagierte wissenschaftlich belegte Wirksamkeit. 

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Zink

Zink zählt zu den Mineralstoffen und soll einen Immunsystemstärkenden -bzw. stabilisierenden Effekt aufweisen. Funktionell soll es den körpereigenen Abwehrzellen helfen, schädigende Substanzen effektiv aufzusuchen und zu bekämpfen. Bei gewünschtem Aufrechterhalten einer gewissen Konzentration ist die kontinuierliche Gabe von Zink essentiell. Der menschliche Körper besitzt nämlich nur einen gering ausgeprägten Speicher an diesem Mineralstoff. Daher ist eine zu ausgeprägte, toxische Aufnahme von Zink so gut wie nicht möglich.

Zink spielt funktionell gesehen bei komplexen biochemischen Prozessen des Immunsystems eine Rolle. Wenn man den Mineralstoff Zink innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beginn einer Erkältungssymptomatik einnimmt, kann es nachgewiesenerweise die Krankheitsphase verkürzen und damit die Symptomatik reduzieren. Aber auch verschiedene andere lebenswichtige Prozesse erfordern eine ausgeglichene Aufnahme von Zink über die Nahrung. Hierbei ist die Funktion der Sinnesorgane wie vor allem der Geschmack- und Geruchsinn zu erwähnen. Auch Nachtblindheit kann kurzfristig bei Zinkmangel im Körper auftreten. Die Struktur von Haut, Haaren und Nägeln profitiert ebenfalls von einer reichhaltigen Zinkaufnahme.

Zink ist im bekannten Curazink® als Monopräparat oder in Kombination wie oben bereits erwähnt erhältlich. Auch in Kombination ist das Nahrungsergänzungsmittel von Abtei® mit einer Kombination aus Zink und Histidin zu nennen.

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Welche Globuli stärken das Immunsystem?

Zusätzlich zu den oben genannten Präparaten können verschiedene Globuli im Rahmen einer Selbstbehandlung eingenommen werden. Besonders beim Auftreten von allgemeinen, relativ unspezifischen Krankheitssymptomen wie Kopfschmerzen, Husten und Halsschmerzen können diese eingesetzt werden. Wichtig festzuhalten ist, dass es sich hierbei um homöopathische Präparate handelt. Bei einem manifesten chronischen Immunsystemdefekt sollte unbedingt auf das alleinige Einnehmen von Globuli verzichtet werden und zunächst eine tiefgründige schulmedizinische Therapie  erfolgen. Ergänzend können Globuli jedoch eingesetzt werden.

Häufig angewendete Globuli mit immunstärkender Wirkung sind das Echinacea, Calendula, Melissa und das Eupatorium perfoliatum. Das Echinacea zum Beispiel kann bei immer wiederkehrenden Infektionen mit fieberhaften Prozessen oder eitrigen Wunden eingesetzt werden. Calendula soll immunsystemstärkend, entzündungshemmend und granulationsfördernd wirken. Nach einer klinischen Ursachenabklärung und dem Einsatz einer schulmedizinischen Therapieform können neben den homöopathischen Globuli noch weitere ergänzende Verfahren aus dem Formenkreis der Naturheilverfahren eingesetzt werden. Hierbei sind eine Bach-Blüten-Therapie, eine Phytotherapie, Akupressur oder der Einsatz von ätherischen Ölen und Elektroakupunktur möglich. 

Gibt es verschreibungspflichtige Medikamente, die das Immunsystem stärken können?

Spezielle Medikamente, die das Immunsystem stärken sind nicht vorhanden. Um das Immunsystem zu stärken können Nahrungsergänzungsmittel wie Eisen, Selen, Zink und Vitamine eingenommen werden. Zusätzlichen können auch Probiotika verwendet werden. Bei Probiotika handelt es sich um spezielle Bakterien, welche die Darmflora besiedeln. Die Wirkung ist noch nicht vollständig geklärt, allerdings scheinen Probiotika das Immunsystem positiv zu beeinflussen.

Verschreibungspflichtige Medikamente sind Immunglobuline, welche man bei Antikörpermangelsyndrome oder auch bei Krebsekrankungen verabreicht. Auch einige Impfungen, wie Diphterie oder Tetanus müssen von einem Arzt verschrieben werden.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 17.04.2019 - Letzte Änderung: 15.04.2021