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Muttermal

Synonyme im weiteren Sinne

Leberfleck, Spindernävus
Melonom, Hautveränderungen

Medizinisch: Nävus

Englisch: mole, nevus, birthmark

Definition Muttermal

Unter einem Nävus (Muttermal) versteht man eine gutartige Hautveränderung. Meist ist diese gut umschrieben.
Diese Fehlbildung der Haut kann unterschiedliche Ursachen haben. Bei diesen Nävi (Plural von Nävus) kann man verschiedene Herkünfte feststellen.

Manche dieser fleckartigen Erscheinungen gehen von bestimmten Zellen der Haut aus, den Melanozyten. Diese produzieren den dunklen Farbstoff der Haut, das Melanin. (Zum Beispiel die bei Sonneeinstrahlung entstehende Bräune der Haut basiert auf der vermehren Produktion von Melanin.) Diese nennt man auch Pigmentnävi.

Andere Muttermale gehen von einzelnen oder mehreren Schichten der Haut aus. Hierzu zählen beispielsweise epitheliale Nävi und Bindegewebsnävi (siehe unten).


Zusammenfassung

Das Muttermal ist der häufigste gutartige Geschwulst der Haut. Muttermale sind bereits bei der Geburt vorhanden.
Leberflecken hingegen sind erworben. Eine Entfernung ist nur selten nötig.
Vor allem sollten die Muttermal von den Patienten beobachtet werden und die Veränderungen dem Arzt mitgeteilt werden, da es durchaus eine Vorstufe von einem  malignen Melanom (bösartiger Hautkrebs) sein kann. Durch gehäufte starke Sonnenbrände steigt das Risiko später an Hautkrebs (z.B. Melanom) zu erkranken.

Ursachen

Erworbene Leberflecke entwickeln sich bei nahezu allen Menschen. Eine große Rolle in der Entstehung der Leberflecke spielt die UV- Einstrahlung. Auch ein unterdrücktes Immunsystem scheint die Entstehung zu begünstigen (gehäuftes Auftreten bei Chemotherapie).

Nävi entstehen durch die Vermehrung von Nävuszellen. Es besteht der Verdacht, dass diese Nävuszellen von den eigentlichen Melanozyten abstammen.

Muttermale hingegen sind in der Regel angeboren.

Diagnose

Bei der Diagnosestellung ist vor allem darauf zu achten, gutartige von bösartigen Hautveränderungen zu unterscheiden.

Durch eine Art große, beleuchtete Lupe betrachtet der Dermatologe die Flecken. In der Regel kann eine Aussage gemacht werden, ob es sich tatsächlich um eine gut- oder bösartige Veränderung handelt. Sollte einmal Zweifel bestehen, kann eine Biopsie (Probeentnahme zur feingeweblichen Untersuchung) vorgenommen werden. Es wird also ein Teil, oder in den meisten Fällen das gesamte dunkle Areal entfernt.

Formen und Erscheinungsbild

Es werden epitheliale (Epithel = oberste Schicht der Haut, Schleimhaut; epithelial = vom Epithel ausgehend) von melanozytären (von den Melanozyten ausgehend) Muttermale unterschieden.

Epitheliale Male werden in epidermale Nävi und Sonderformen unterteilt. Synonyme sind auch hyperkeratotischer Nävus oder Nävus striatus.

Zuerst soll der epidermale Nävus beschrieben werden. Hierbei handelt es sich um eine angeborene, scharf begrenzte Verdickungen der Epidermis. Die Epidermis ist die oberste aller Hautschichten. Eine familiäre Häufung wird meist nicht beobachtet. Diese Nävi kommen in der Bevölkerung häufig vor und treten als warzenförmige, weiche und bräunliche Erhabenheiten in Erscheinung. Als Therapie steht die Exzision, also das Herausschneiden, zur Verfügung. Wenn die Muttermale stören, werden sie in Serien exzidiert.

In der Kategorie der epithelialen Nävi gibt es auch Sonderformen:

Zu nennen wäre hier der so genannte Nävus sebaceus. Dieses Mal kommt mittelhäufig in der Bevölkerung vor und ist, wie auch der epidermale Nävus, meist angeboren.
Dem Nävus sebaceus liegt eine Fehlbildung von Talgdrüsen, aber auch der oberen Hautschichten als Ursache zu Grunde. In Erscheinung treten diese Male als umschriebene, streifig oder unregelmäßige und immer scharf begrenzte, oft kugelige Gebilde. Sehr häufig findet man sie in der Kopfhaut. In dem betroffenen Bereich fehlen dann die Haare meist vollständig. Ist die Pubertät abgeschlossen bilden sich diese Nävi oft zurück. Falls sie allerdings bis ins Erwachsenenalter weiter bestehen, sollten sie entfernt werden, da sich in 15- 30% der Fälle daraus bösartige Tumoren (Malignome) entwickeln können. Hier ist an das Basaliom oder Spinaliom zu denken.

Des Weiteren treten melanozytäre Nävi auf. Unter diesen Kategorie fallen zum Einen epidermale melanozytöre Nävi, zum Anderen dermale melanozytäre Nävi. Epidermale melanozytäre Nävi gehen aus Melanozyten (pigmentbildende Hautzellen) der Epidermis, der obersten Hautschicht, hervor, während dermale melanozyteäre Nävi aus Melanozyten der Dermis, der Schicht unter der Epidermis, entstehen.

Epidermale melanozytäre Nävi sind beispielsweise gewöhnliche Sommersprossen, die mit medizinischem Fachausdruck Epheliden heißen.

Epheliden sind kleine, runde scharf begrenzte, bräunliche Flecken an Stellen, die dem Licht ausgesetzt sind (Gesicht, Unterarme).
Diese Hautveränderungen sind permanent, also immer vorhanden. Allerdings verblassen sie im Winter, treten aber bei erneuter Sonneneinstrahlung wieder auf. Sie entstehen durch eine Vermehrung von Melanin. Die Anzahl der Melanozyten (pigmentbildende Hautzellen) ist normal.

Weitere Male, die zu den epidermalen melanozytären Nävi zählen, sind die so genannten Lentigines.
Sie ähneln den Epheliden, sind aber größer und dunkler. Sie entstehen durch die Vermehrung von Melanozyten. Innerhalb dieser Gruppe gibt es unterschiedliche Typen:

Café-au-lait-Flecken sind hellbraun uns scharf begrenzt. Diese Flecken können einzeln, aber auch als Teilsymptom bestimmter Erkrankungen auftreten.

Nävus spilus ist ein relativ häufiger, angeborener Pigmentfleck. Er ist ca. 2- 10 cm groß, scharf begrenzt und in der Regel hellbraun mit kleineren dunklen Einsprengungen. Diese Einsprengungen könne im Laufe der Jahre zunehmen.

Der Becker - Nävus kann handflächengroß sein. Auch er ist gut abgegrenzt und zeichnet sich vor allem durch den begleitenden Haarwuchs an der betroffenen Stelle aus. Er entwickelt sich meistens bei jungen Männern in der 2. Dekade. Etwa 2% der Bevölkerung sind betroffen.

Dermale melanozytäre Nävi stellen die zweite Gruppe der melanozytären Muttermale dar. Hier gibt es drei verschiedene Typen:

Unter einem Nävus coeruleus versteht man eine Ansammlung von Melanozyten in einer bestimmten Hautschicht, der Dermis, welche unterhalb der Epidermis zu finden ist. Dieses Muttermal ist erworben, hat eine bläuliche Farbe und tritt bei ca. 2-3% der Bevölkerung auf. Meist erscheint er in Form eines Knötchens, welches eine glatte und glänzende Oberfläche hat.

Außer den angeborenen Muttermalen kommen auch erworbene Formen vor. Diese Leberflecken heißen mit dem Fachbegriff Nävuszellnävus.

Hier sollen erwähnt sein:


Therapie

Ob eine Behandlung, sprich Entfernung, eines Muttermals oder auch Leberflecks notwendig ist beurteilt der Hautarzt (Facharzt für Dermatologie).

Im Vordergrund steht hierbei nicht die kosmetische Komponente, sondern vielmehr das Risiko der Entartung. Wenn Bedarf besteht, werden verdächtig erscheinende Male chirurgisch entfernt. Diese Entfernung geschieht in der Regel vollständig, sodass keine Neubildungen an der gleichen Stelle auftreten. Das entfernte Material wird mikroskopisch (feingeweblich) auf Gut- oder Bösartigkeit untersucht.

Allerdings gibt es auch Formen von Muttermalen, die auf jeden Fall entfernt werden sollten. Hierzu zählt der kongenitale (angeborene) Riesenpigmentnävus.

Verlauf

In der Regel sind Muttermale gutartig und könne bei Bedarf chirurgisch vollständig entfernt werden. Ein einmal entferntes Muttermal kommt nicht wieder. Es kann sich jedoch durchaus ein bösartiger Tumor daraus entwickeln, weshalb es gut beobachtet werden muss.

Prophylaxe

Da eine intensive UV- Bestrahlung die Entartung von harmlosen Muttermalen fördert, sollte darauf verzichtet werden sich übermäßig lange und oft in der Sonne aufzuhalten. Vor allem im Kindesalter erlittene Sonnenbrände fördern und erhöhen das Risiko der Entstehung von einem bösartigen Melanom.

Muttermale sollten auf jeden Fall beobachtet werden. Nicht nur farbliche und strukturelle Veränderungen, sondern auch Juckreiz kann ein Hinweis auf Entstehung eines Melanoms sein. Besonders vorsichtig sollten sich hellhäutige Manschen gegenüber der Sonneneinstrahlung verhalten. Insbesondere dann, wenn bei Verwandten schon veränderte Male aufgetreten sind.

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