Chronische myeloische Leukämie (CML)

Synonyme im weiteren Sinne

Leukämie, weisser Blutkrebs, Philadelphia Chromosom

Definition

Die CML (Chronische myeloische Lekämie) zeigt einen chronischen, also eher langsam voranschreitenden Krankheitsverlauf. Es kommt hierbei zur Entartung einer Stammzelle, die eine Vorstufe vor allem der Granulozyten, d.h. für die Abwehr von v.a. Bakterien wichtigen Zellen.

Häufigkeit

Es gibt 3/100000 Neuerkrankungen pro Jahr. Vor allem Menschen um die 60 Jahre sind betroffen.

Ursachen

Gegenwärtig ist es relativ unklar, warum es zu dieser Erkrankung kommt, aber Bestrahlung (wie bei einem Atomreaktorunfall) oder bestimmte Stoffe (Benzol) sind Faktoren, die zur Erkrankung führen könnten.

Symptome

Bei dieser Erkrankung sind drei Phasen typisch:

Stabile Phase: Oft ist nur ein Leistungsknick zu sehen, ebenso Gewichtsverlust. Es sind in dieser Phase relativ untypische Symptome vorhanden.

Übergangsphase: Es tritt oft eine rasche Vergrösserung der Milz (Splenomegalie) auf, die z.B. zu Bauchschmerzen führen kann. Ebenso ist hier Fieber relativ häufig. Der Gewichtsverlust und der Leistungsknick können zunehmen.

Blastenschub: Die sog. Blasten sind frühe Vorläufer der Granulozyten. Es kommt in dieser Phase zur Überschwemmung des Körpers mit den entarteten Zellen. Demnach nehmen also die Symptome rapide zu. Es können Blutarmut (Anämie) und vermehrte Blutungen hinzukommen (durch die Verdrängung der Blutplättchenbildung).

Diagnose

Blutentnahme: Hier wird die Anzahl der weissen Blutkörperchen im Blut bestimmt. Es ist bei dieser Erkrankung, vor allem im Blastenschub, eine vermehrte Anzahl der weissen Butkörperchen zu erwarten (Leukozytose). Es werden auch Parameter, wie die sog. ALP (Alkalische Leukozytenphosphatase) im Serum bestimmt. Dieser Wert ist bei der CML (Chronisch myeloische Leukämie) erniedrigt und grenzt diese Erkrankung zu anderen ähnlichen Erkrankungen ab, bei denen dieser Wert erhöht ist. Des Weiteren werden andere Parameter bestimmt, die auf einen vermehrten Zellumsatz im Körper schließen lassen (Harnsäure z.B.). Die Werte werden bei jedem Verdacht auf einen Blutkrebs bestimmt.

Knochenmarkgewebeentnahme (Knochenmarksbiopsie) und Blutausstrich: Nach Analyse der Gewebeentnahme aus dem Knochenmark mit Hilfe des Mikroskopes können die Zellen im Knochenmark beurteilt werden und deren Herkunft bestimmt werden. Ausserdem kann eine Probe von aus der Vene entnommenem Blut ebenso unter dem Mikroskop untersucht und beurteilt werden.

Zytogenetik: Die bereits beschriebene Untersuchung zum Erbmaterial der entarteten Zellen ist sowohl für die Therapie als auch für die Prognose der entscheidend, denn gerade die Zellen der CML (Chronisch myeloische Leukämie) weisen einen enorm hohen Anteil am Philadelphia Chromosom aus (ca. 95 % der Zellen besitzen diese untypische Verbindung zwischen den Chromosomen 9 und 22).

Computertomographie (Schichtröntgen) und Ultraschall: Die Vergrösserungen der Leber als auch der Milz können durch diese Bildgebung beurteilt werden.

Therapie

Knochenmarkstransplantation: Bei dieser Erkrankung ist es vor allem sehr wichtig Knochenmarkspender zu finden, denn dadurch ist diese Leukämieart heilbar.

Chemotherapie: Auch diese Krebsart wird zusätzlich mit Chemotherapie behandelt.

Leukopherese: Durch diese Methode werden die durch das unkontrollierte Wachstum sehr zahlreichen Zellen aus dem Blut entfernt, sonst würde es durch die Zunahme der Zähigkeit des Blutes zu einer Verdickung des Blutes führen. Die Folge wären Schlagfälle, Herzinfarkte oder Thrombosen, da das Blut in kleineren Gefässen stehen bleiben und diese Gefässe verstopfen würde.

Imatinib: Gerade bei dieser Erkrankung spielt der Wirkstoff Imatinib eine sehr wichtige Rolle, da 95 % der entarteten Zellen das Philadelphia Chromosom besitzen.


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Autor: Dr. Marc Jungermann      |     Letzte Änderung: 06.05.2012