Inhalt:
Neurofibromatose Typ 2
Hinweis
Aktuell befinden Sie sich auf der Startseite des Themas Neurofibromatose Typ2.
Auf unseren weiteren Seiten finden Sie Informationen zu folgenden Themen:
Einteilung der Neurofibromatosen
- Neurofibromatose Typ 1
und - Neurofibromatose Typ 2
Synonyme
NF2
Definition
Die Neurofibromatose Typ 2 ist wie die NF 1 eine erbliche Erkrankung vom autosomal-dominaten Erbgang. Das bedeutet, wenn ein NF Gen vorhanden ist (es gibt jeweils immer ein Gen von Mutter und Vater) kommt es zur Erkrankung.
Die genetische Mutation liegt auf Chromosom 22q12.2.
Es handelt sich um eine Tumorerkrankung. Die Tumore finden sich dabei im Nervensystem, d.h. vor allem entlang der Hirn- und Spinalnerven (Rückenmarksnerven).
Epidemiologie / Vorkommen in der Bevölkerung
Die Neurofibromatose vom Typ 2 kommt mit einer Inzidenz von 1:25.000 bis 35.000 deutlich seltener vor als die NF1.
Bei dieser Erkrankung sind Männer und Frauen gleich häufig betroffen.
Bei der Hälfte der Fälle handelt es sich um Neumutationen, also nicht vererbte Fälle.
Ätiologie / Ursache
Der Genlokus (Genort) des NF2-Gens liegt auf Chromosom 22q12.2. Das Gen codiert für das Protein Merlin. Merlin wird auch Neurofibromin 2 oder Schwannomin genannt. Die Aufgabe dieses Proteins ist es, das Stützskelett der Zellen, hier das Aktin-Zytoskelett, in der Zellmembran zu verankern, vor allem der der Nervenzellen.
Eine weitere Aufgabe ist es, die Übertragung und Verstärkung von extrazellulären Signalen (Signalen außerhalb der Zelle), die von Wachstumsfaktoren übermittelt werden, zu hemmen.
Eine Mutation führt dazu, dass Signale die die Zelle zur Zellteilung stimuliert nicht gehemmt werden und es so zu einer vermehrte Zellteilung kommt. Da NF2 zu den Tumorsuppressorgenen (Tumorschutzgenen) gehört, wird bei einer Mutation dieses Gens die Tumorentstehung gefördert.
Zuletzt ist Merlin an der Regulation der Zelladhäsion, also der Verbindung von Zellen, beteiligt.
Komplikationen
Da die Tumore entlang von Nervenverläufen auftreten, kommt es je nach Lokalisation und Funktion des betroffenen Nerves zur Abschwächung oder gar völligem Funktionsausfall.
- Taubheit
- Sehverlust oder Sehschwäche
und - Lähmungen
gehören zu den häufigsten Komplikationen.
Auch von gutartigen Tumoren geht immer eine Gefahr der bösartigen Entartung aus.
Diagnose
Linsentrübungen im Kindesalter sind untypisch, deshalb sollte bei diesem meist ersten und sehr frühen Symptom immer auch an eine Neurofibromatose Typ 2 gedacht werden. Betroffene werden durch zunehmenden Sehverlust und einer Blendempfindlichkeit auffällig.
Lesen Sie hierzu auch unser Thema: Symptome bei Neurofibromatose Typ 2.
Der fortschreitende Hörverlust beginnt meist schon Jahre vor Diagnosestellung.
Wie bei der NF1 gibt es auch hier klinische Diagnosekriterien.
Dabei gilt der Nachweis von beidseitig auftretenden Tumoren des Hör- und Gleichgewichtsnervs mittels bildgebender Verfahren als ein klinisches Diagnosekriterium.
Hat ein Patient Verwandte ersten Grades mit gesicherter Diagnose Neurofibromatose Typ 2 und treten bei ihm frühe Linsentrübungen oder Neurinome, Neurofibrome, Meningeome oder Gliome auftreten, gilt dies als ein weiteres klinisches Diagnosekriterium.
Laboranalytische Verfahren zur Detektion des mutierten Gens sind möglich, aber gleichzeitig sowohl teuer als auch aufwendig.
- Bildgebende Verfahren (Röntgen, CT, MRT)
- Hörtest (Audiometrie)
und - Funktionsprüfungen von Nerven (z.B. Akustisch evozierte Potenziale AEPs)
sind Mittel der Wahl, vor allem um den Schweregrad bzw. Progredienz (Fortschreiten) der Erkrankung fest zu stellen.
Weiterführende Informationen
Auf weiteren Seiten finden Sie Informationen zu folgenden Themen:
|
Wie gut ist Ihre allgemeine Kenntnis zum Thema Gehirn, Rückenmark & Co.?
Beantworten Sie dazu folgende 20 Fragen aus allen Bereichen der Neurologie, und erhalten Sie Ihr persönliches Ergebnis.
|
Das könnten Sie jetzt auf Dr-Gumpert.de machen!
Ihre Meinung ist uns wichtig!






