Syphilis Übertragung

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Übertragung der Syphilis

Da T. pallidum (Syphilis) außerhalb des Körpers schnell zugrunde geht, setzt eine Infektion den direkten Übergang von einem Organismus auf den anderen voraus, also durch Schleimhautkontakte jeder Art, am häufigsten durch Geschlechtsverkehr.
Hierbei kann der Erreger auch durch die unverletzte Schleimhaut in den neuen Wirt gelangen, wobei schon ein Schleimhautkontakt von weniger als einer Minute ausreichen kann. Über die verletzte Haut kann der Erreger ebenfalls eindringen, durch die unverletzte jedoch nicht. Das Risiko der Übertragung bei Kontakt mit einer infizierten Person liegt vermutlich bei 30-60%. Hochinfektiös sind Patienten im Stadium I der Syphilis, hier liegt das Risiko der Übertragung bei 100%. Im Stadium II der Syphilis sind die Patienten infektiös und im Stadium III besteht trotz schwerer Krankheitserscheinungen keine Infektionsgefahr (keine Übertragung) mehr. Mehr Informationen zu den einzelnen Stadien finden Sie unter: Syphilis Symptome

Hauptinfektionsquellen sind die nässenden Hautveränderungen des frühen Sekundärstadiums bei erkrankten Sexualpartnern, sie enthalten reichlich Erreger. Eine nicht-sexuelle Übertragung ist ebenfalls möglich, z. B. durch einen Kuss, bei Geburtshelfern, Hautärzten (Dermatologen) oder durch Bluttransfusion. Zusätzlich ist T. pallidum plazentagängig, d.h., das Bakterium kann bei der Schwangerschaft über die Plazenta oder bei der Geburt von dem Blutkreislauf der Mutter in den Blutkreislauf des Kindes gelangen und so das Kind infizieren.

Für eine Infektion/ Übertragung reicht wahrscheinlich ein einziges Bakterium aus.

Nach dem Eindringen des Bakteriums kommt es zur Ausbreitung und Infektion des Körpers in den Stadien Inkubation, Generalisation und Organmanifestation. Bei der Inkubation dringt T. pallidum aufgrund seiner Beweglichkeit aktiv ins Gewebe ein und bildet einen Primärkomplex mit geschwollenen regionalen Lymphknoten. Bei der Generalisation kommt es zur Ausbreitung des Bakteriums über den Blutkreislauf (hämatogen). Dabei wird angenommen, dass T. pallidum durch ein Enzym die Wände kleiner Arterien auflockern kann, sodass es besser in das Gefäß eindringen kann. Dies führt zu Entzündungen und einer Verengung kleiner Arterien, was zu einer Minderversorgung des Gewebes mit Sauerstoff führt und somit zu einem Absterben (Nekrose) des Gewebes. Diese Organmanifestation zeigt sich im Sekundär- und Tertiärstadium.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 22.05.2012