Gallenblasenkrebs Therapie

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Synonyme im weiteren Sinne

Gallenblasentumor, Gallenblasenkarzinom, Plattenepithelkarzinom, Adenokarzinom, Porzellangallenblase

Hinweis

Alle hier gegebenen Informationen sind nur allgemeiner Natur, eine Tumortherapie gehört immer in die Hand eines erfahrenen Onkologen (Tumorspezialisten)!!!

Therapie

Die Therapie des Gallenblasenkarzinoms gestaltet sich sehr schwierig, da die meisten Gallenblasenkarzinome in einem nicht zu heilenden (nicht kurativen) Stadium festgestellt werden. Heilung ist jedoch nur durch eine Operation möglich, bei welcher der gesamte Tumor entfernt werden konnte, samt den befallenen Lymphknoten. Allerdings ist im fortgeschrittenen Stadium eine OP auch sinnvoll, da sie die Abflussverhältnisse wiederherstellt und so die Lebensqualität verbessert. Wenn der Tumor zu weit fortgeschritten ist und eine Operation nicht mehr möglich ist, ist eine palliative Therapie angezeigt. Das bedeutet, dass kein kurativer Ansatz mehr möglich ist und dass man mit der Therapie eine Linderung der tumorbedingten Beschwerden erzielen will.

Operatives Vorgehen

Bei der Operation wird zusätzlich zur Gallenblase (Cholezystektomie) nicht selten auch ein Teil der Leber (Leberteilresektion) mit entfernt werden, da der Tumor oft bereits in diese eingewachsen ist. Wichtig bei der Operation ist die Wiederherstellung eines reibungslosen Gallenabflusses.

In selteneren Fällen wird nach einer Cholezystektomie, die aus anderen Gründen wie zum Beispiel Gallensteinleiden, entfernt wurde,  ein Karzinom im Frühstadium vom Pathologen entdeckt. Manchmal ist dann noch mal eine Re-Operation notwendig, um zum Beispiel zusätzlich Lymphknoten (Lymphadenektomie) nach zu resezieren.  Diese Aufdeckungen bleiben jedoch ein eher eine Ausnahme.

Pathologische Diagnostik

Der Gallenblasentumor wird nach der Entfernung durch den Pathologen feingeweblich (histologisch) beurteilt. Hierzu wird das Tumorpräparat an bestimmten Stellen und an den Resektionsrändern angeschnitten. Von diesen Proben werden hauchdünne Schnitte hergestellt, angefärbt und unter dem Mikroskop beurteilt. Dabei wird der Tumortyp bestimmt, seine Ausbreitung in der Gallenblasenwand beurteilt und die entfernten Lymphknoten auf Tumorbefall untersucht. Auch wichtig ist der ausreichende Abstand des Tumorränder zum gesunden Gewebe, sodass sich keine Tumorzellen am Schnittrand befinden sollten, die später ein Wiederwachsen des Tumors (Rezidiv) verursachen könnten. Erst nach dem pathologischen Befund kann der Tumor eindeutig nach der TNM-Klassifikation, welche den Primärtumor (T), die Lymphknoten (N) und die Fernmetastasen (M) beschreibt, eingeteilt werden.

Chemotherapie

Die Gallenblasentumoren sind leider oft wenig sensibel gegenüber Zytostatika. Jedoch wird in einigen laufenden klinischen Studien geprüft, mit welchen Zytostatikakombinationen die besten Ergebnisse erzielt werden.

Vor einer Operation kann versucht werden mittels Chemotherapie, die meistens in Kombination mit Radiotherapie (Radiochemotherapie) durchgeführt wird, eine Tumorverkleinerung einzuleiten (neoadjuvant), damit der Krebs besser herausoperiert werden kann.


Strahlentherapie (Radiotherapie)

Die Strahlentherapie ist bei dieser Karzinomform generell wirksam. Jedoch kann man die Strahlendosis wegen der Empfindlichkeit der Nachbarorgane (wie Dünndarm, Leber und Niere) nicht hoch genug wählen um den Tumor zur kompletten Remission zu bewegen. Man erreicht jedoch ein Wachstumsstopp oder auch eine teilweise Verkleinerung des Tumors. Dies ist insbesondere bei inoperablen Patienten von Vorteil, die eine Therapie bekommen, die nicht mehr auf Heilung abzielt sondern eine Linderung der Tumorbeschwerden, wie Tumorschmerz, beabsichtigt (palliative Therapie). Die Radiotherapie kann auch präoperativ zur Tumorverkleinerung (neoadjuvante Therapie) dienen, um so die Operationsergebnisse zu verbessern.

Prognose

Die Heilungschancen der Patienten sind insgesamt gesehen eher ungünstig. Bloß die Tumoren, die bei der aus anderen Gründen durchgeführten Gallenblasenentfernung (Cholezystektomie) entdeckt wurden, haben eine etwas günstigere Prognose , weil sie in einem frühen Stadium zufällig raus operiert werden, welches noch keine Symptome macht. Die Fünf-Jahres-Überlebensrate beträgt bei dieser Krebsform nur 5%, was bedeutet, dass 5% der Betroffenen nach der Diagnose nach 5 Jahren noch leben.

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Autor: Dr. Marc Jungermann      |     Letzte Änderung: 06.05.2012