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Dauer einer Achillessehnenentzündung

Einleitung

Die Achillessehne stellt den Ansatz der Wadenmuskulatur am Fersenbein dar. Sie ist bei kann bei verschiedenen Sportarten großen Belastungen ausgesetzt sein und ist von daher häufig die Quelle von Sportverletzungen und chronischen Erkrankungen.

Unter einer Achillessehnenentzündung leiden meist Läufer oder Personen, die bei einer zuvor ungewohnten sportlichen Betätigung der Beine mit intensivem Training einsteigen.

Durch übermäßige Belastung von langer Dauer, zu der sowohl gleichförmige Bewegung wie beim Langstreckenlauf, als auch kurze Beanspruchung wie bei verschiedenen Ballsportarten zählt, kann es zur Degeneration der Achillessehne kommen.

Rasche Steigerung der Trainingsintensität, mangelnde Regenerationsphasen, unsachgemäß durchgeführte Übungen und das Tragen des falschen Schuhwerks begünstigen das Auftreten kleinster Verletzungen der Achillessehne, welche darauf mit einem chronischen Entzündungsprozess reagiert. Auch orthopädische Probleme wie Fußfehlstellungen, unterschiedliche Beinlänge und Verletzungen der Ferse begünstigen das Auftreten einer Achillessehnenentzündung.

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Symptomatik

Der Betroffene verspürt in unterschiedlichen Situationen Schmerzen im Bereich der Achillessehne. Besonders morgendliche Schmerzen und Schmerzen zu Beginn der Lauftätigkeit und nach länger andauernden Sitzpausen sollten an eine Überlastung der Achillessehne denken lassen. Schmerzen im Bereich der Achillessehne werden in der Medizin als Achillodynie bezeichnet.

Da nicht hinter jeder Achillodynie gleich eine Achillessehnenentzündung steckt, sollte der Befund ärztlich abgeklärt werden, da die Einnahme entzündungshemmender Medikamente im Falle einer nichtentzündlichen Achillodynie nicht sinnvoll wäre.

Werden Schmerzen der Achillessehne auf Dauer ignoriert, reagiert die chronisch überanspruchte Struktur mit einer Entzündung. Eine Morgensteifigkeit und Verdickung der Sehne sowie Rötung und schmerzhafte Schwellung der Ferse können hinzu kommen. Ferner kann es zu einer Verkalkung des Ansatzes der Achillessehne an ihrem Ansatz kommen.


Wie lange dauert eine Achillessehnenentzündung?

Die Dauer bis zur vollständigen Genesung einer Achillessehnenentzündung ist abhängig von der Schwere der Erkrankung, vom körperlichen Zustand des Patienten, von der angewandten Therapie und vom konsequenten Einhalten der Schonung.

Generell gilt, dass eine lange ignorierte Achillessehnenentzündung mit fortgeführtem Training bei Bestehen der Erkrankung zu einem hartnäckigeren und schwerer zu therapierendem Krankheitsbild führt. Je schlechter die physische Konstitution des Patienten ist, desto später greifen Therapiemaßnahmen und desto länger ist die Dauer der Behandlung.

Innerhalb der ersten ein bis zwei Tage wird die akut entzündete Achillessehne mit Eis gekühlt. Eine Selbstbehandlung der Achillessehnenentzündung mit konservativen Methoden (Schonung, ggf. Kühlung, NSAR) sollte zunächst für zwei Wochen durchgeführt werden. Wenn sich nach Ablauf dieser Zeit keine Besserung der Symptomatik abzeichnet, ist es empfehlenswert einen Orthopäden aufzusuchen.

Nach sechs bis acht Wochen ist die betroffene Achillessehne wieder belastbar. Es ist jedoch darauf zu achten, dass während der Dauer der Therapie auf eine Fortsetzung des Trainings verzichtet und die betroffene Extremität entlastet wird.

Die Nichteinhaltung der Schonung kann zu einer erneuten Verschlechterung des Beschwerdebildes führen und die Dauer der Erkrankung deutlich verlängern. In Einzelfällen können bei der Ausheilung einer Achillessehnenentzündung Monate vergehen. Um das zu vermeiden, sollte ein Lauftraining beispielsweise bis zur vollständigen Schmerzfreiheit unterbrochen werden, auch wenn sich dadurch das Erreichen persönlicher Trainingsziele verzögert.

Bei einer Beschwerdedauer von über sechs Monaten spricht man von einem chronischen Verlauf. In bis zu 25% der Fälle haben Betroffene langanhaltende oder häufig wiederkehrende Probleme über die Dauer.
Vereinzelte Untersuchungen zeigen sogar, dass sich 10% der Patienten mit Achillessehnenentzündung im Verlauf von acht Jahren nach Krankheitsbeginn operieren lassen müssen. Operative Maßnahmen können nie eine dauerhafte Wiederherstellung der vollen Funktion der Achillessehne erreichen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sich die Dauer der Achillessehnenentzündung, die vom Betroffenen als unangenehm und teilweise stark einschränkend erlebt wird, durch adäquate Kühlung und Schonung in der Akutphase, einhalten einer großzügigen Trainingspause und optimale Medikation mit nichtsteroidalen Antirheumatika auf den Zeitraum von ca. eineinhalb Monaten begrenzen und die Wahrscheinlichkeit des Auftretens langanhaltender Beschwerden und chronischer Verläufe reduzieren lässt.

Therapie

Der Betroffene sollte von weiteren Trainingseinheiten absehen und die schmerzhafte Extremität regelmäßig kühlen. Es können ferner Kompressionsverbände und Hochlagerung des Beines zum Einsatz kommen. Zur Bekämpfung der Entzündung und der Schmerzen eignen sich nichtsteroidale Antirheumatika (NSAR) wie Ibuprofen und Diclofenac. In schwereren Fällen und Krankheitsverläufen, die durch NSAR nicht positiv zu beeinflussen sind, kann Kortison verabreicht werden. Wie bei vielen Arzneimitteln eignet sich dieses jedoch nicht für eine Dauereinnahme, da bei längerem Gebrauch mit Nebenwirkungen zu rechnen ist. Auch bei den nebenwirkungsärmeren NSAR ist dies zu beachten.

Auch pflanzliche Wirkstoffe wie Arnika- oder Teebaumöl kommen für äußere Einreibungen in Frage.

Ferner werden physiotherapeutische Übungen, Ultraschalltherapie und Kinesiotaping angewandt.

Weiterführende Informationen

Weitere Informationen über die Achillessehne finden Sie in unserer Rubrik Orthopädie. 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.07.2018
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