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Ader im Auge geplatzt

Definition

Im ganzen Körper befinden sich zur Versorgung der Zellen kleinste Blutgefäße. Je kleiner ein Blutgefäß ist, desto dünner sind auch die Wandschichten. Auch im Auge befinden sich diese kleinen Blutgefäße.
Bei Druck auf die Gefäße von innen oder außen können diese platzen. Anders als in anderen Körperregionen zeigt sich beim Auge kein blauer Fleck, sondern es ist direkt die Blutung erkennbar. Dies liegt an der weißen Farbe des Augapfels und der sehr dünnen Hornschicht. Diese kleinen Einblutungen sind normalerweise ebenso ungefährlich wie ein Bluterguss in anderen Körperregionen, auch wenn dies im Auge erschreckend aussehen kann.

Die Ursachen

Die Ursache für eine geplatzte Ader im Auge ist eine verstärkte Kraft, welche auf das Blutgefäß einwirkt. Dies kann durch einen hohen Blutdruck ausgelöst werden oder auch durch einen Unfall.

Hoher Blutdruck ist besonders dann ein Problem, wenn dieser plötzlich auftritt und die Gefäße den Druck nicht gewohnt sind. Dies geschieht zum Beispiel bei starken Hustenanfällen, starker Anstrengung oder durch einen Schlaganfall.

Verschiedene Grunderkrankungen machen die Blutgefäße empfindlicher für solche Drücke. Möglich sind hier Gefäßerkrankungen, Zuckerkrankheit und auch Alkoholismus.

Schlaganfall als mögliche Ursache

Ein Schlaganfall kann durch ein verstopftes Blutgefäß oder eine Blutung im Gehirn entstehen. Durch die betroffene Stelle gelangt nicht mehr ausreichend Blut und damit auch nicht ausreichend Sauerstoff an die nachgeschalteten Gehirnareale. Diese Gehirnareale senden ein Signal an den Körper, dass nicht genug Sauerstoff ankommt.
Um mehr Blut an in diese Areale zu befördern steigert der Körper die Herzarbeit und steigert den Blutdruck. Der Blutdruck kann hierbei Werte von über 200 erreichen, während der normale Lehrbuchwert eher bei 120 liegt. Die Gefäße sind an solche Drücke nicht gewohnt und besonders kleine Gefäße können dadurch einreißen.

In den meisten Körperregionen fällt dies nicht äußerlich auf, aber im Auge zeigt sich auch ein sehr kleines geplatztes Gefäß durch eine kräftige Rotfärbung der weißen Augenbereiche. Anders als andere Schlaganfallfolgen kann dies auch beidseitig geschehen, da es sich nicht um einen Nervenausfall handelt, sondern eine Folge des hohen Blutdrucks, den der Körper sekundär entwickelt.

Bei einem Schlaganfall handelt es sich um einen zeitkritischen Notfall, welcher sofort behandelt werden muss. Das geplatzte Äderchen im Auge ist hierbei jedoch nicht behandlungsbedürftig.

Mehr Informationen zum Thema Schlaganfall im Auge finden Sie hier. 

Bluthochdruck als mögliche Ursache

Bei dauerhaftem Bluthochdruck können über längere oder kürzere Zeit Gefäßschäden entstehen. Die innere Gefäßwand wird dabei instabil. Die kleinsten Blutgefäße bestehen nur aus dieser sogenannten Endothelschicht und können daher durch den gesteigerten Druck platzen

Zur Vorbeugung eignet sich hierbei nur eine dauerhafte Behandlung des Bluthochdrucks durch eine Lebensstiländerung und drucksenkende Medikamente. Eine Behandlung des Auges ist nicht erforderlich. Geplatzte Äderchen können auch als Warnsignal für einen zu hohen Blutdruck dienen.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Bluthochdruck

Stress als mögliche Ursache

Stress bedeutet für den Betroffenen nicht nur psychische Belastungen, sondern immer auch Belastungen für den Körper.

Bei ständigem Stress steigt der Blutdruck, was sowohl akut als auch über längeren Zeitraum zu geplatzten Äderchen führen kann. Auch das Immunsystem und andere Systeme werden aus dem Gleichgewicht geworfen.
Durch verschiedene Regelkreise im Körper können im folgenden Schäden an der Gefäßwand entstehen und daher können auch kleine Gefäße reißen. Das gerissene Gefäß im Auge stellt kein größeres Problem dar, jedoch hat Stress auch Auswirkungen auf andere Erkrankungen und sollte, wenn möglich, verhindert oder reduziert werden. 

Informieren Sie sich hier über die Auswirkungen von Stress

Erbrechen als mögliche Ursache

Bei starken Anstrengungen, besonders bei einer Druckzunahme im Bauch, kann es ebenfalls zum Platzen von kleinen Gefäßen im Auge kommen. Hierzu zählt neben dem Erbrechen auch der Stuhlgang, starkes Husten oder eine Geburt.

Durch die körperliche Anstrengung und das Zusammenkrampfen der Muskulatur kommt es zu einem plötzlichen Blutdruckanstieg und einer verkrampften Gesichtsmuskulatur, welche von außen auf das Auge einwirkt. Da auch hier ein direkter Zusammenhang erkennbar ist, ist das Auge nicht behandlungsbedürftig

Alkohol als mögliche Ursache

Alkohol gehört zu den am häufigsten absichtlich konsumierten Giften. Bei häufigem Genuss von Alkohol schädigt dieses Gift die Leber und auch die Blutgefäße.
Geschädigte oder gereizte Blutgefäße können zu Rissen neigen und dies fällt besonders in den Augen auf. Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Alkoholiker immer rote Augen hat und auch nicht, dass rote Augen auf ein Alkoholproblem hindeuten.

Erfahren Sie hier mehr zu den Folgen von Alkohol.

Die Begleitsymptome

Die geplatzten Äderchen im Augen sind meistens selbst eher ein Begleitsymptom von anderen Erkrankungen.

Bei Bluthochdruck sind weitere begleitende Symptome ein rotes Gesicht, Ohrenrauschen und Kurzatmigkeit. Betroffene berichten auch von Luftnot oder Kopfschmerzen und schwitzen zum Teil stark. Einige Bluthochdruckpatienten spüren jedoch nichts von diesen Symptomen, da ihr Körper sich an den hohen Druck gewöhnt hat.
Bei Durchfallerkrankungen oder Erbrechen mit geröteten Augen kommt es oft zusätzlich zu Fieber und einem allgemeinen Krankheitsgefühl. Die Betroffenen können auch wegen des Wasserverlusts Schwindel angeben und eingetrübt sein.

Starke Hustenanfälle, welche zu geplatzten Äderchen führen, zeigen sich besonders bei Kindern mit Krupp-Anfällen. Die Kinder husten sehr plötzlich und entwickeln dabei einen hohen Druck, sodass fast alle Krupp-Kinder auch rote Augen haben.
Die Kinder haben zudem Luftnot und sind insgesamt sehr geschwächt. In den meisten Fällen suchen Betroffene den Arzt wegen anderer Beschwerden auf und die geplatzten Äderchen werden als Nebenbefund notiert.

Kopfschmerzen als Begleitsymptom

Normalerweise sind geplatzte Äderchen im Auge schmerzlos und erzeugen keine weiteren Beschwerden.

Bei Kopfschmerzen sollte ein Arzt aufgesucht werden, da hierbei eine Ursachensuche eingeleitet werden muss. Häufig sind die Kopfschmerzen ebenso wie die roten Augen ein Begleitsymptom des Bluthochdrucks. Bei leichten Schmerzen kann Ruhe und Schlaf helfen, bei stärkeren Schmerzen sollte jedoch auf Bluthochdruck kontrolliert werden.

Mehr zum Thema Kopfschmerzen können Sie hier nachlesen

Augenschmerzen

Bei Schmerzen im Auge sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es handelt sich hier meistens nicht um das einfache geplatzte Äderchen, da dieses normalerweise keine Schmerzen verursacht.
Besonders wenn zu den Augenschmerzen Sehstörungen kommen, sollte ein Facharzt besucht werden. Es kann sich hierbei um einen erhöhten Augeninnendruck handeln, welcher unbehandelt dauerhafte Schäden am Auge und bei der Sehkraft auslösen kann. Auch eine mögliche Entzündung der Augen oder der Bindehaut ist behandlungsbedürftig.

Informieren Sie sich hier zum Thema Augenschmerzen

Was tun?

Bei einem geplatzten Äderchen ohne weitere Beschwerden sind keine Maßnahmen notwendig. Bei Schmerzen im Bereich der Augen oder des gesamten Kopfes bei geplatzten Äderchen sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen.

Die rote Stelle im Auge ist das Gleiche, wie ein blauer Fleck am Knie. Die Heilung braucht einige Tage und kann nicht wirklich beschleunigt werden. Das Gefäß muss in Ruhe abheilen und das ausgetretene Blut wird nach und nach abgebaut. Wenn der Grund für häufige Risse von Blutgefäßen im Auge der hohe Blutdruck ist, kann eine medikamentöse Senkung des Blutdrucks weitere Gefäßschäden verhindern.

Bei einer lokalen Ursache, wie trockenen, empfindlichen Augen können Augentropfen zur Anfeuchtung genutzt werden. Zur Unterstützung der Heilung sollten Betroffene ihre Augen schonen und nicht zu viel Zeit am Computer oder Fernseher verbringen, da dies die Augen anstrengt.

Zur Linderung von Kopfschmerzen könne freiverkäufliche Schmerzmittel, wie Ibuprofen oder Paracetamol, genutzt werden. Dies sollte jedoch nicht länger als drei Tage ohne ärztliche Beratung eingenommen werden.

Welche Augentropfen können helfen?

Normalerweise ist bei einem geplatzten Äderchen im Auge keine Behandlung notwendig. Um den Abbau des ausgetretenen Blutes zu unterstützen, können Augentropfen mit Heparin genutzt werden, da hierdurch Blutgerinnsel lokal aufgelöst werden.

Andere Augentropfen richten sich eher nach der Ursache der kleinen Blutung. Es gibt Augentropfen zur reinen Befeuchtung der Augen, entzündungslindernde Tropfen und auch antibiotische Tropfen. Welches Präparat das Richtige ist, sollte mit dem Haus- oder Augenarzt abgesprochen werden. 

Lesen Sie hier mehr zum Thema Augentropfen.

Diagnose

Ein geplatztes Äderchen ohne weitere Beschwerden muss normalerweise nicht ärztlich abgeklärt werden. Es handelt sich meistens um eine reine Blickdiagnose.
Um eine Bindehautentzündung als Differentialdiagnose auszuschließen fragt der Arzt nach Schmerzen, Brennen und Eiter im Auge. Handelt es sich um ein wiederholtes Auftreten sollten Ursachen, wie der Bluthochdruck, kontrolliert werden.

Zur weiteren Diagnostik können Sehtests gehören, um andere Ursachen für gerötete Augen und deren Folgen zu prüfen.

Dauer der Heilung

Blutgefäße selbst heilen sehr schnell und die Gefäßwand ist innerhalb kürzester Zeit wieder vollständig intakt. Zurück bleibt jedoch das Blut, welches aus dem Gefäß ausgetreten ist. Dieses muss vom Körper nach und nach abgebaut werden.
Dieser Vorgang dauert ähnlich lang, wie das Verblassen eines blauen Flecks an anderen Körperstellen. Das Hämoglobin (roter Blutfarbstoff) wird in andere Formen umgewandelt und abtransportiert.

Insgesamt dauert die Heilung meist nur wenige Tage bis Wochen.

Weiterführende Information

Mehr Informationen rund um das Thema gerötete Augen hier nachlesen: 

Eine Übersicht aller Themen der Augenheilkunde finden Sie unter: Augenheilkunde A-Z

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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