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Durchführung der Chemotherapie

Allgemeines

Da die Zytostatika (zell-)giftige Medikamente sind, die zwar effektiv den Tumor Schaden zufügen, aber gleichzeitig auch gesunde Zellen in Mitleidenschaft bei der Durchführung der Chemotherapie ziehen, muss man ihnen Zeit geben sich zu erholen. Deswegen gibt man bei der Chemotherapie nicht jeden Tag, so wie viele andere Medikamente, sondern in so genannten Zyklen. Dies bedeutet, dass man in bestimmten Zeitabständen die Zytostatika gibt, in den Intervallen dazwischen aber dem Körper die Zeit gibt sich zu regenerieren.

Natürlich hat hier auch der Tumor Zeit sich etwas zu erholen, aber dies kann er bei weitem nicht so gut wie die normalen Zellen. So versucht man bei der Durchführung der Chemotherapie immer mehr Tumorzellen zum Absterben zu bringen, als dann in der Erholungsphase nachwachsen können. Wie genau die Zeitabstände (das Behandlungsschema) gewählt werden ist von Patient zu Patient unterschiedlich.
Meist jedoch durchläuft der Patient mindestens 2 Zyklen, bevor sich entscheidende Erfolge (eine Verkleinerung des Tumors (diagnostiziert durch bildgebende Verfahren wie CT, MRT) oder Verbesserung der Symptomatik) nachweisen lässt. Die Dosierung der Zytostatika richtet sich in der Regel nach der Körperoberfläche, außerdem muss man sie den Leber und Nierenwerten anpassen.

Applikationsformen/ Anwendung

Die Durchführung der Chemotherapie erfolgt in der Regel im Krankenhaus. Dies ist notwendig, da der Patient ständig unter ärztlicher Beobachtung sein muss. Der Arzt muss sich sicher sein, dass keine unerwarteten Nebenwirkungen der Chemotherapie auftreten. Falls der Patient in gutem Allgemeinzustand ist kann er ambulant in einer so genannten Tagesklinik für ein paar Stunden sich die Chemotherapie applizieren lassen und dann wieder nach Hause gehen. Oft ist es jedoch wichtig, dass die Patienten für einen längeren Zeitraum im Krankenhaus bleiben (sie werden stationär aufgenommen). Einerseits kann man so den Patienten einige zusätzliche Infusionen vor der Durchführung der Chemotherapie geben, die die Nieren besser vorbereiten sollen, um die giftigen Zytostatika schneller ausscheiden zu können (man bezeichnet dies als „Vorwässern“). Andererseits hat man die Möglichkeit regelmäßig die Nierenfunktion und andere wichtige Parameter zu kontrollieren, indem man das Blut der Patienten untersucht. Diese Blutkontrolle erfolgt auch vor der Chemotherapie. Sind hier nicht alle wichtigen Werte in Ordnung (wie zum Beispiel die weißen Blutkörperchen (Leukozyten)), so muss die Chemotherapie verschoben werden.

Gabe der Zytostatika

Man kann Zytostatika auf 2 verschiedene Arten geben:

  • In den meisten fällen erfolgt die Gabe intravenös: Dazu muss der Arzt eine Vene am Arm punktieren und einen Zugang (einen Katheter) legen. Eine Alternative ist das so genannte Port- System, bei dem meist in die Vene unter dem Schlüsselbein (Vena subclavia) eine Dauerkatheter gelegt wird, der an ein kleines Kästchen angeschlossen, welches man unter die Haut setzt. Dieses Kästchen kann man problemlos von außen erreichen. So kann man die ständige schmerzhafte Punktion einer Vene am Arm vermeiden. Da die Infusion nur langsam in die Vene laufen kann, dauert die Prozedur einige Stunden. Eine zu schnelle Verabreichung würde den Körper überfordern und so zu vermeidbaren Schäden führen. Man spürt praktisch kaum, dass die Chemoinfusion in einen hineinläuft. Treten jedoch akut am Arm oder wo anders Schmerzen auf, so muss das unverzüglich dem Arzt mitgeteilt werden, da dies sofort untersucht werden sollte.

Über die Vene wird auch der so genannte Bolus gegeben, bei dem eine erhöhte Menge der Substanz schnell (1-10 min) in den Körper gelangen. Hier wird in kurzer Zeit eine hohe Konzentration der Substanz im Körper erreicht.

  • Die orale Applikation: meint die Einnahme von Tabletten. Diese Vorgehensweise kann man jedoch nur bei wenigen Substanzen anwenden. Obwohl über den Mund aufgenommen landen die wirksamen Bestandteile der Medikamente auch im Blut, wirken also auch systemisch. Natürlich ist der Vorteil dieser Methode, dass die Patienten den langwierigen und schmerzhaften Prozess der intravenösen Gabe umgehen.

Zuletzt ist noch zu erwähnen, dass oft schon vorbeugend (prophylaktisch) parallel oder vor der Chemotherapie Mittel gegen Übelkeit gegeben werden.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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