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Die Knochenhaut

Einleitung

Die Knochenhaut umschließt als eine dünne Zellschicht den gesamten Knochen bis zu den Grenzen der mit Knorpel überzogenen Gelenkflächen.
Die gute Durchblutung des Knochens ermöglicht die Regeneration.
Die Knochenhaut lässt sich in zwei Schichten unterteilen, deren Aufgaben die Verankerung der Haut auf der Knochenoberfläche sowie die Ernährung der Haut und Heilung bei Brüchen sind.
 

Knochenhautverletzungen und -entzündungen können im Rahmen von Knochenbrüchen bzw. Überbelastungen zu Schmerzen führen.

Was ist die Knochenhaut?

Die Knochenhaut wird in der Fachsprache Periost genannt.
Sie besteht aus einer dünnen  Zellschicht, die jeden Knochen des menschlichen Körpers umgibt. Dabei wird der gesamte Knochen mit Ausnahme der Gelenkflächen, welche von Knorpel bedeckt sind, mit einbezogen. Die Knochenhaut umfasst ebenfalls die dem Knochen nahen Anteile der Sehnen und Bänder.
Im Gegensatz zur Zellschicht an der äußeren Oberfläche wird die Zellschicht an der inneren Oberfläche des Knochens Endost genannt.
Das Gewebe ist gut durchblutet und somit reich an Sauerstoff und Nährstoffen. Dies dient dem Knochen zur Regeneration und der Ernährung.

 

Die Anatomie der Knochenhaut

Die Knochenhaut besteht insgesamt aus zwei Zellschichten mit mehreren Zelllagen pro Schicht. Die äußere Schicht liegt an jeder Stelle des Knochens immer der Haut näher als die innere Schicht. Die äußere Zellschicht wird in der Fachsprache auch Stratum fibrosum genannt. Die innere Schicht wird manchmal Stratum osteogenicum genannt.

Wie der Name des Stratum fibrosum besagt, besitzt die äußere Zellschicht einen hohen Anteil an Fasern. Diese Fasern ziehen durch die Schicht hindurch.
Genauer bedeutet dies, dass das Stratum fibrosum eine Menge an Kollagenfasern besitzt, welche dieser Zellschicht eine hohe Stabilität verleihen.
Die Kollagenfasern werden weiterhin Sharpey-Fasern genannt, die auch an den Zähnen vorkommen.
Die Sharpey-Fasern durchdringen neben der äußeren Zellschicht auch das innere Stratum osteogenicum und münden in der Knochensubstanz.
Das Gewebe bzw. die Zellen, die die genannten Kollagenfasern bilden, werden dem Bindegewebe zugeordnet.
Weiterhin wird durch dieses Bindegewebe die die Zellen umgebende Flüssigkeit gebildet.

Das innere Stratum osteogenicum ist im Gegensatz zur äußeren Schicht zellreich und enthält sogar Stammzellen.
Diese Stammzellen spielen bei dem kontinuierlichen Umbau des Knochens oder der Regeneration des Knochen zum Beispiel im Rahmen eines Bruches eine wichtige Rolle.
Neben diesen Zellen finden sich außerdem Nerven und Blutgefäße in der inneren Zellschicht. Diese sind essentiell für die Ernährung und Regeneration des Knochens.

Was ist die Funktion der Knochenhaut?

Die Funktion der äußeren Zellschicht, dem Stratum fibrosum, hängt eng mit der Lage und dem Verlauf der Kollagenfasern oder auch Sharpey-Fasern zusammen.
Diese Fasern besitzen eine hohe Zugfestigkeit und weisen dabei ebenfalls eine gewisse Elastizität auf.
Da die Sharpey-Fasern durch die innere Zellschicht hindurchreichen und in der harten Substanz des Knochens münden, stellen sie eine Verankerung dar.
Dies bedeutet, dass durch das Stratum fibrosum die gesamte Knochenhaut auf der äußeren Knochenoberfläche fixiert wird.

Die Funktion der inneren Zellschicht, dem Stratum osteogenicum, ist vielfältiger.
Einerseits kann durch das Vorkommen der Stammzellen, welche sich im Gegensatz zum Großteil der Zellen im Körper noch auf mehrere Gewebearten spezialisieren können, die Frakturheilung maßgeblich beeinflusst werden.
Die Nerven der inneren Zellschicht dienen der Informationsweitergabe an das zentrale Nervensystem.
Dabei werden unter anderem Schmerzreize verarbeitet.
Die Blutgefäße des Stratum osteogenicum dienen vor allem der Ernährung der Knochenhaut und des Knochens. Allerdings können sie wie die Stammzellen auch bei der Bruchheilung eine wichtige Rolle einnehmen, in dem sie Nährstoffe und Zellen dafür bereit stellen.

Knochenbruchheilung durch die Knochenhaut

Bei einem Bruch des Knochens spielt hauptsächlich die innere Zellschicht der Knochenhaut eine Rolle.
Einerseits sind die Stammzellen des Stratum osteogenicums von essentieller Bedeutung.


Kommt es zu einem Knochenbruch, so teilen sich diese Stammzellen zu zwei Tochterzellen. Eine dieser Zellen behält die Funktion der Stammzellen und ist weiterhin in der Lage, sich zu teilen und sich in verschiedene Gewebearten umzuwandeln. Die andere Zelle nennt sich nach der Teilung Osteoblast.
Der Osteoblast ist nach der Teilung dazu in der Lage einen Vorgänger der Knochensubstanz, das Osteoid, zu bilden und damit den Bruchspalt zu schließen. Im Folgenden baut sich die Zelle selbst mit dem Osteoid komplett ein.
Danach wird diese Zelle Osteozyt genannt. Der Osteozyt wandelt diese Substanz in fertige Knochensustanz um.

Andererseits sind die Nährstoffe, die durch die Blutgefäße den Knochen und die Knochenhaut erreichen, von hoher Wichtigkeit für die Heilung eines Knochenbruchs.
Durch die große Nähe der inneren Zellschicht zum Knochen können die Nährstoffe gut die Zellen erreichen, welche die Knochensubstanz bilden. Durch Diffusion überbrücken die Nährstoffe das letzte Wegstück von den Gefäßen zu den Osteoblasten.

Mehr Informationen darüber, wie man einen Knochenbruch homöopathisch behandeln kann, finden Sie unter: Homöopathie bei Knochenbruch

Welche Erkrankungen der Knochenhaut gibt es?

Die Knochenhautentzündung und ihre Ursachen

Eine Knochenhautentzündung wird auch Beinhautentzündung oder Periostitis genannt.
Da die Knochenhaut mit zahlreichen Nervenfasern durchsetzt ist, kommt es bei einer Entzündung häufig zu starken Schmerzen.
Besonders häufig tritt dies im Bereich des Schienbeins auf. Außerdem kommt es zu einer starken Schwellung durch erhöhten Flüssigkeitsgehalt.
Dies ist in der Regel jedoch nicht oberflächlich an der Haut sichtbar.

Die Diagnose wird klinisch und anhand der körperlichen Untersuchung gestellt. Im Zweifel wird ein Röntgenbild angefertigt.
Generell kann man als Ursache für eine Knochenhautentzündung zwei Ursachen benennen.

Als eine mögliche Ursache kommt eine bakterielle Infektion beispielsweise mit Staphylokokken infrage.
Häufig kommt es nach einer Knochenmarksentzündung durch Bakterien zu einem Übergriff der Infektion vom Knochenmark auf die Knochenhaut. Begünstigend wirkt sich dabei ein geschwächtes Immunsystem beispielsweise im Rahmen einer immunsuppressiven Therapie aus.
Dies wird in der Regel mit der Gabe von Antibiotika therapiert.

Als zweite mögliche Ursache kommt eine Knochenhautentzündung im Rahmen einer mechanischen Überbelastung infrage.
Dabei sind meistens die Areale betroffen, in denen ein Muskel, Bänder oder Sehnen am Knochen ansetzen.
 

Die Therapie bei dieser Form besteht in Ruhigstellung des betroffenen Körperareals.
Außerdem kann das Gebiet gekühlt werden und gegebenenfalls entzündungshemmende Medikamente eingenommen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter:

Die Knochenhautreizung

Eine Knochenhautreizung kann theoretisch im gesamten Körper vorkommen.

Besonders häufig tritt diese sehr schmerzhafte Reizung jedoch bei Sportlern im Bereich des Schienbeins oder des Unterarms auf.
Ursächlich für eine Knochenhautreizung ist eine kontinuierliche Überbelastung wie durch tägliches Training.
Ebenfalls kann eine falsche Belastung, beispielsweise durch einen fehlerhaften Laufstil während des Sports, dem Problem zugrunde liegen.
Auch eine Änderung eines Bewegungsablaufs kann zu einer Reizung führen, da der Körper noch nicht an die neue Bewegung gewöhnt ist.

Bemerkbar macht sich eine Knochenhautreizung durch starke Schmerzen.
Meistens treten diese erst während der Belastung auf.
Seltener kommt es zu einem Ruheschmerz oder zu einem Druckschmerz.
Auf Grund der starken Schmerzen ist die betroffene Person beim Sport oder gar einfachen körperlichen Arbeiten häufig stark eingeschränkt.

Die Therapie besteht in einer Ruhigstellung des betroffenen Körpergebiets.
Um die Schmerzen zu lindern, kann das Areal gekühlt werden. Außerdem können kurzfristig Medikamente gegen die Schmerzen eingenommen werden.
Dies sollte jedoch nicht regelmäßig geschehen.
Weiterhin sollte an eine gezielte Trainingssteuerung gedacht werden.
Durch Tapes und Einlagen kann die Belastung beim Sport außerdem gemildert oder besser auf den Körper verteilt werden.

Knochenhautverletzungen

Da die Knochenhaut stark mit Nerven durchsetzt ist, kommt es bei einer Verletzung zumeist zu starken Schmerzen.
Knochenhautverletzungen treten meist in Zusammenhang mit einer Schädigung des Knochens oder der Muskulatur und seinen Sehnen auf.
Da die Knochenhaut fest mit dem Knochen verwachsen ist, stellt ein Knochenbruch eine häufige Ursache für die Verletzung der Knochenhaut dar.
Weiterhin kann die Knochenhaut durch eine direkte Gewalteinwirkung wie einem Schlag geschädigt werden. Dabei kann der Knochen ebenfalls geschädigt werden.
Außerdem kann das Periost durch eine Entzündung oder eine Knochenhautreizung zum Teil geschädigt werden.

Die Diagnose kann anhand der klinischen Erscheinung und der körperlichen Untersuchung gestellt werden.
Im Zweifel wird eine Röntgenaufnahme angefertigt.

Die Therapie richtet sich nach der Ursache und kann zum Beispiel eine Ruhigstellung oder eine Antibiose umfassen.

Worauf deuten Schmerzen durch die Knochenhaut hin?

Das Stratum osteogenicum der Knochenhaut weist einen hohen Anteil an Nerven auf.
Da der Knochen selbst keine Nervenfaser aufweist, übernimmt die Knochenhaut indirekt eine wichtige Funktion bei der Schmerzwahrnehmung des Knochen.
Schmerzen, die durch die Nervenfasern der Knochenhaut weitergeleitet werden, können einfache Gründe haben aber ebenfalls auf eine ernsthafte Erkrankung hinweisen.
Beispielsweise kommt es bei sportlicher Überbelastung zu Schmerzen.
Weiterhin wird der so genannte Wachstumsschmerz  nicht durch den Knochen, sondern die Nerven der Knochenhaut, wahrgenommen.

Einige Formen des Blutkrebs, der Leukämie, können außerdem Schmerzen durch die Knochenhaut bewirken.

Prellung der Knochenhaut

Eine Prellung der Knochenhaut tritt in der Regel durch direkte Gewalteinwirkung im Bereich des Knochens auf.
Besonders gefährdet sind die Areale wie das Schienbein, in denen der Knochen sehr oberflächlich unter der Haut liegt.
Häufig tritt dies beim Sport auf.

Allerdings kann es auch durch Stürze oder andere Ursachen wie einem Unfall dazu kommen.
Da die Knochenhaut sehr gut durch Nerven versorgt ist, ist eine Prellung der Knochenhaut zumeist schmerzhaft.
Meistens ist bei einer Prellung der Knochenhaut auch das darüber liegende Gewebe betroffen und zeigt typische Zeichen einer Prellung.
In diesem Gewebe und der Knochenhaut kommt es zur Bildung eines Ödems und gegebenenfalls zur Einblutung aus den Blutgefäßen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Knochenprellung

Wann kommt es zu einer Blutung unter der Knochenhaut?

Eine Blutung unter die Knochenhaut entsteht meistens in Folge einer direkten Gewalteinwirkung auf den Körper aus den Blutgefäßen des Stratum osteogenicums.
Dies geht in der Regel einher mit einer Prellung der Knochenhaut.
Somit ist eine Einblutung ebenfalls am häufigsten an den Stellen des Körpers lokalisiert, an denen der Knochen sehr oberflächlich unter der Haut liegt.
Da es durch die Blutung häufig zu einer Raumforderung unterhalb der Knochenhaut kommt, ist dies durch die folgende Dehnung sehr schmerzhaft.
Die Rückbildung der Einblutung kann mehrere Monate dauern und auch nach Wochen Schmerzen verursachen.

Die Diagnose kann im Zweifel durch das Anfertigen eines Röntgenbildes ausgeschlossen werden.

Was ist Knochenhautkrebs?

Knochenhautkrebs entsteht bei einer Entartung der Zellen, die die Knochensubstanz bilden, und nennt sich Osteosarkom.
Diese ursprünglichen  Zellen heißen Osteoblasten und kommen unter anderem im Bereich der Knochenhaut vor.
Allerdings kann es ebenfalls zur Entstehung derselben Krebsart innerhalb des Knochen kommen.
Die Krebsart zeichnet sich durch eine hohe Wachstumsrate aus, was vor allem im Bereich der Knochenhaut zu Schmerzen durch Überdehnung führen kann. Je nach Lokalisation, Größe und diversen weiteren Faktoren kann eine operative Therapie in Kombination mit einer Chemotherapie eine hohe Erfolgsrate erreichen.

Lesen Sie auch unseren Artikel: Knochenkrebs

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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