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Ernährung bei Laktoseintoleranz

Synonyme

Laktosemalabsorption, Laktoseunverträglichkeit, Laktoseunverträglichkeit, Alaktasie, Laktosemangelsyndrom
engl.:
lactose intolerance

Lesen Sie auch:

Ernährung/ Therapie

Grundsätzlich kann man die Laktoseintoleranz nach Schweregraden einteilen, um so einen besseren Therapieansatz zu erzielen. Dabei wird nach der Menge an Laktose in Gramm, die pro Tag problemlos verdaut werden kann, klassifiziert. Bei 8-10g täglich spricht man von einer leichten Laktoseintoleranz, bis 1g von einer mittleren Laktoseintoleranz und bei völliger Unverträglichkeit von einer schweren Laktoseintoleranz.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel zum Thema Laktose.

Bevor man radikal alle Milchprodukte aus seiner Ernährung verbannt, sollte beachtet werden, dass es meistens noch eine Laktaserestaktivität gibt, was bedeutet, dass geringe Mengen an Laktose noch richtig verdaut werden können, sodass geringe Mengen an Laktose unbedenklich sind und zu keinen Begleiterscheinungen führt. Dies ist aber bei jedem verschieden und es muss individuell getestet werden, wie viel Restaktivität die Laktase noch hat.

Für die Therapie der Laktoseintoleranz gibt es zwei Möglichkeiten, die auch gut miteinander kombiniert werden können. Zum einen wird empfohlen, die Ernährung umzustellen und auf laktosehaltige Produkte zu verzichten oder deren Konsum einzuschränken. Es ist ratsam, sich dabei von einem Fachmann (Arzt, Ernährungsexperte) beraten zu lassen. Mittlerweile werden nahezu alle laktosehaltigen Produkte auch als laktosefreie Produkte angeboten. Bei diesen Produkten wurde die Laktose vorher industriell gespalten und der Restlaktosegehalt beträgt nur noch unbedenkliche 0,1g/100g Lebensmittel.

Eine weitere Therapiemöglichkeit besteht in der Einnahme von Laktasepräparaten. Diese werden in Kapseln verkauft und enthalten das Enzym Laktase. Auf diese Weise kann man laktosehaltige Produkte bedenkenlos genießen. Dabei kann man die Laktasetabletten entweder direkt einnehmen oder das in den Kapseln enthaltende Pulver in die Nahrung (z.B. Joghurt oder Milchreis) streuen. Dabei darf das Essen aber nicht zu heiß sein, da sonst die Enzyme zerstört werden (denaturieren).

Eine Kombination aus beiden Methoden ist sinnvoll, da dadurch auch noch das in Milchprodukten enthaltene wichtige Kalzium dem Körper zugeführt wird. Zusätzlich kann Kalzium durch Kalziumpräparate oder durch eine gezielte Ernährung mit kalziumreichen Lebensmitteln wie Brokkoli, Grünkohl, Kohlrabi, Haselnüsse, Sesamsamen oder bestimmte Mineralwassersorten aufgenommen werden. Ein vollständiger Verzicht auf Milchprodukte wird deswegen nicht empfohlen.

Als kurzer Ratgeber kann aufgeführt werden, dass gesäuerte Milchprodukte wie Buttermilch, Quark und Joghurt und besonders reifer Käse häufig unbedenklich sind, da der Säuerungsprozess bereits einen Großteil der Laktose gespalten hat. Weiterhin sind besonders fetthaltige Milchprodukte besser verträglich, da hier der Speisebrei länger im Dünndarm verweilt und somit die Chance größer ist, dass die Laktose noch gespalten wird.

Besonders bei Vegetariern, deren wichtigster Eiweißlieferant häufig Milchprodukte sind, kann zusätzlich ein Eiweißmangel auftreten, wenn komplett auf Milchprodukte verzichtet wird. Auch hier sollte man sich von seinem Arzt genauer beraten lassen.

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Weitere Informationen zum Thema Laktoseintoleranz:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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