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Die Milzentzündung

Definition

Bei einer Milzentzündung kommt es zu einer Entzündung des Milzgewebes. Die Ursachen für die Entzündung können sehr unterschiedlich sein. Es gibt zahlreiche Infektionskrankheiten, bei denen die Milz mitbetroffen ist. Da die Milz mit zur Immunabwehr des Körpers beiträgt, steigt ihre Aktivität häufig bei systemischen Infektionskrankheiten. Sie reagiert auf die Entzündung und die gesteigerte Aktivität mit einer Schwellung, welche mit Schmerzen einhergeht. Man spricht von einer Splenomegalie.

Die Ursachen

Am häufigsten ist die Ursache für Entzündungen der Milz eine systemische Infektionskrankheit. Hierzu zählen verschiedene virale und bakterielle Erreger. Eine klassische Infektion, bei der die Milz mitbetroffen ist, ist das Pfeiffersche Drüsenfieber. Aber auch Pilze können eine Milzentzündung verursachen.

Des Weiteren können Parasiten zu einer Milzentzündung führen. Hierzu gehört z.B. der Erreger der Malaria. Malaria löst eine chronische Milzentzündung aus, die ein Organverhärtung hervorruft. Selten ist eine Fistel, ein kleiner Gang, zwischen Milz und Dickdarm die Ursache für die Milzentzündung. Im Milzgewebe bildet sich dann aufgrund der Darmbakterien ein Abszess, also eine Eiteransammlung.

Informieren sie sich hier rund über das Thema: Malaria.

Die Symptome

Die Entzündung führt zu einer Schwellung des Milzgewebes. Da sich das weiche Milzgewebe in einer harten Kapsel befindet, treten durch die Größenzunahme Schmerzen auf, die im linken Oberbauch lokalisiert sind. Manchmal können sie auch weiter in den Bauch oder in den Rücken ausstrahlen. Die Schmerzen können sich durch verschiedene Körperhaltungen verschlimmern. Sie können als leichtes Drückgefühl oder als Stechen wahrgenommen werden.

Eine Milzschwellung, die unter Medizinern als Splenomegalie bezeichnet wird, ist allerding keinesfalls spezifisch für eine Milzentzündung. Sie tritt bei einer Vielzahl an Erkrankungen auf, weshalb eine gute Ursachenabklärung bei einer Splenomegalie sehr wichtig ist. Neben der Splenomegalie treten weitere unbestimmte Symptome auf, wie Abgeschlagenheit, Fieber und Müdigkeit. Die Erschöpfung macht sich schon bei kleinster körperlicher Anstrengung bemerkbar.

Des Weiteren besteht eine erhöhte Infektanfälligkeit. Leider gibt es keine typischen Symptome, die auf eine Entzündung der Milz eindeutig hinweisen. Je nach Ursache der Entzündung können noch weitere Beschwerden auftreten. Bei einer chronischen Entzündung der Milz sind die Symptome im Normalfall nicht so stark ausgeprägt wie bei einer akuten Entzündung.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Die geschwollene Milz.

Die Diagnose

In jedem Fall ist es wichtig, bei Schmerzen an der Milz einen Arzt aufzusuchen. Als erstes erfolgt das Arztgespräch mit anschließender körperlicher Untersuchung. Wichtig ist hierbei die Untersuchung des Bauches. In der Regel ist die Milz im linken Oberbauch nicht tastbar. Aufgrund der Schwellung ist die Milz bei einer Entzündung jedoch häufig tastbar.

Des Weiteren wird eine Untersuchung des Blutes und ein Test auf Erreger, die im Verdacht stehen, die Beschwerden zu verursachen, durchgeführt. Des Weiteren kann sich eine Ultraschalluntersuchung der Milz anschließen. Diese ist wichtig, um auch andere mögliche Ursachen auszuschließen.

Die Blutwerte

Bei einer Entzündung der Milz kommt es zu einem Anstieg des CRP-Wertes. Der CRP-Wert beschreibt einen Laboprarameter, der die Konzentration des C-reaktiven Proteins misst. Der Anstieg ist jedoch sehr unspezifisch, da der CRP-Wert bei zahlreichen Entzündungen und Infektionen ansteigt.

Neben den Entzündungswerten im Blut ist auch die Blutzellanzahl verändert, da die Milz nicht mehr ihrer Aufgabe, das Blut zu filtern, nachkommen kann. Es kommt zu einer Blutarmut und einer verringerten Anzahl an Blutplättchen, welche wichtig für die Blutgerinnung sind

Die Behandlung

Die Therapie richtet sich nach der Ursache der Milzentzündung. Bei bakteriellen Erregern muss ein Antibiotikum eingenommen werden. Gegen mögliche starke Schmerzen kann der Arzt ein Schmerzmittel verschreiben. Auf jeden Fall ist es wichtig, sich zu schonen und ausreichend lange zu erholen. Eine Milzentzündung ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die auch zu Komplikationen führen kann. Deshalb sollte eine körperliche Schonung nicht unterschätzt werden.

Um das Immunsystem zu unterstützen, kann man viel trinken und eine vitaminreiche Kost zu sich nehmen. In schlimmen Fällen kann die Milz durch die Entzündung sehr stark betroffen sein, so dass die Gefahr eines Organzerfalls besteht. In diesem Fall muss die Milz operativ entfernt werden. Auch wenn sich im Milzgewebe ein Abszess, also eine Eiteransammlung gebildet hat, muss dieser im Rahmen einer Operation ausgeräumt werden.

Lesen Sie auch den Artikel: Die Milzentfernung.

Die Dauer

Die Dauer bis zu Genesung ist abhängig davon, wie schlimm die Entzündung der Milz ausgeprägt ist. Häufig braucht man jedoch mehrere Wochen bis man sich komplett von einer Milzentzündung erholt hat. Die Prognose einer Milzentzündung ist im Allgemeinen recht. Allerdings sind Komplikationen möglich, weshalb immer ein Arzt zur Behandlung hinzugezogen werden sollte. Falls es sich um einen schlimmen Krankheitsverlauf mit operativer Entfernung der Milz handelt, besteht aufgrund der fehlenden Immunfunktion der Milz lebenslang eine erhöhte Sepsisgefahr.

Der Krankheitsverlauf

In den meisten Fällen heilt die Milzentzündung mit ausreichender körperlicher Schonung und gegebenenfalls mit Einnahme von Medikamenten folgenlos aus. Allerdings kann nach einer Milzentzündung  die Milz trotz abgeheilter Erkrankung vergrößert bleiben. Dies ist nicht bedenklich

Während einer Milzentzündung sind jedoch Komplikationen möglich. Selten kann die Gefahr eines Milzzerfalls bei einer sehr stark entzündeten Milz bestehen oder sich ein Abszess bilden.

Weiterführende Information

Nähere Informationen zu diesem Thema finden Sei unter:

Eine Übersicht aller Themen der Anatomie finden Sie unter: Anatomie A-Z.

 

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.05.2019
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