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Sarkoidose der Haut

Definition - was ist eine Sarkoidose der Haut?

Bei der Sarkoidose handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung, die verschiedene Organe betreffen kann. Die Sarkoidose kann akut und chronisch verlaufen. Am häufigsten ist die Lunge betroffen. Daneben ist die Haut mit etwa 30% ebenfalls häufig befallen.

Die Sarkoidose der Haut geht mit charakteristischen Hautveränderungen einher, dem sogenannten Erythema nodosum. Dabei leiden die Betroffenen unter zunächst roten, später bläulichen Knoten unter der Haut.

Symptome von Sarkoidose der Haut

In der akuten Form der Sarkoidose der Haut leiden die betroffenen unter einem Erythema nodosum. Der Begriff Erythem bedeutet entzündliche Rötung und das Wort nodosum beschreibt die knötchenförmige Hautveränderung. Das Erythema nodosum besteht typischerweise aus zunächst rötlich gefärbten und später bläulich gefärbten Knoten unter der Haut.

Die Knoten können großknotig oder kleinknotig sein und einen Durchmesser von 1 bis 10 Zentimeter haben. Die knotigen Veränderungen finden sich häufig im Bereich des Gesichts, auf Armen, Beinen, Rumpf und Schleimhäuten. Die häufigste Lokalisation befindet sich im Bereich der Streckseiten der Unterschenkel.

Bei der akuten Form der Sarkoidose liegen neben dem Erythema nodosum der Haut häufig eine Arthritis und bihiläre Lymphadenopathie vor. Die chronische Form der Sarkoidose der Haut geht ebenfalls mit knötchenförmigen Hautveränderungen einher. Die Haut kann großknotig, kleinknotig, subkutan-knotig oder auch ringförmig verändert sein. Dabei gehen die großknotigen Veränderungen im Verlauf typischerweise mit Teleangiektasien einher, sichtbare bläuliche Gefäßerweiterungen.

Treten Erytheme speziell im Gesicht auf, spricht man von Lupus pernio. Dabei erkennt man rötlich-blaue, glänzende Knötchen. Diese finden sich vor allem auf der Nase, den Wangen und den Ohrläppchen.

Juckreiz bei der Hautsarkoidose

Juckreiz ist eine Missempfindung der Haut, die das Verlangen nach Kratzen und Reiben hervorruft. Juckreiz ist kein klassisches Symptom der Sarkoidose der Haut. Jedoch können die Betroffenen unter einem starken Juckreiz am ganzen Körper leiden.

Narben bei der Hautsarkoidose

Insbesondere im frühen Sarkoidose-Stadium oder der chronischen Sarkoidose kommen Hautveränderungen im Bereich alter Narben vor. Dabei zeigen sich zunächst gelblich-rötliche und im Verlauf bräunlich-rötliche Veränderungen im Bereich der alten Narben.

Hautveränderungen bei der Hautsarkoidose

Die Sarkoidose der Haut geht mit verschiedenen möglichen Hautveränderungen einher. Die akute Form der Sarkoidose zeigt sich mit einem Erythema nodosum, das sich häufig nach wenigen Monaten zurückbildet. Das Erythema nodosum besteht aus knotigen Veränderungen der Haut, die meist zunächst rötlich gefärbt und stark druckschmerzhaft sind.

Es gibt sowohl großknotige als auch kleinknotige Formen bei der chronischen Hautsarkoidose.  Im Verlauf führen die kleinknotigen Veränderungen der Haut häufig zu einer Hyperpigmentierung der betroffenen Areale und einer Ausbildung von Teleangiektasien. Teleangiektasien sind Gefäßerweiterungen, die bläulich unter der Hautoberfläche zu sehen sind.

Erythema nodosum

Das Erythema ist eine Entzündung des Unterhautfettgewebes und entsteht im Rahmen einer Überempfindlichkeitsreaktion. Neben der Sarkoidose der Haut kann das Erythema nodosum durch verschiedene Autoimmunerkrankungen und bakterielle Infektionen ausgelöst werden.

Das Erythema nodosum findet sich im Gesicht, auf den Armen, Beinen, am Rumpf und auf den Schleimhäuten. Am häufigsten sieht man das Erythem auf den Streckseiten der Unterschenkel.

Bei der Hautentzündung liegen rötliche, knotige Areale vor. Die Knoten können eine Größe von 1 bis 10 Zentimeter haben und sich im Verlauf bläulich färben. Meistens kommt es innerhalb von wenigen Wochen bis Monate zu einer spontanen Abheilung der Erytheme.

Therapie von Sarkoidose der Haut

Nicht jede Sarkoidose ist behandlungsbedürft. 95% der akuten Sarkoidosen heilen innerhalb weniger Monate spontan aus, auch ohne Behandlung.

Bei schweren Symptomen kann eine akute Sarkoidose der Haut mit entzündungshemmenden Arzneimitteln, zum Beispiel Acetylsalicylsäure (Aspirin®) oder Ibuprofen, behandelt werden.

Bei größeren Beschwerden kommt Kortison zum Einsatz. Eine chronische Sarkoidose der Haut wird in der Regel über einen Zeitraum von mehreren Monaten mit Kortison therapiert.

Sehr schwere Fälle von Sarkoidose werden mit Immunsuppressiva behandelt. Beispiele sind die Mittel Methotrexat, Azathioprin und Chloroquin.

Dauer vs. Prognose von Sarkoidose der Haut

Bei der Sarkoidose der Haut kommt es bei mehr als 60% der Fälle zu einer spontanen Heilung innerhalb von zwei bis fünf Jahren. Nur bei 10 bis 30% der Erkrankten kommt es zu einem progredienten Krankheitsverlauf.

Bei Sonderformen wie Lupus pernio kommt es bei etwa 50% der Fälle zu einer Spontanheilung. Leider kann die Sarkoidose der Haut auch nach vollständiger Abheilung immer wieder kommen.

Krankheitsverlauf der Hautsarkoidose

Die akute Form der Sarkoidose heilt bei 95% der Patienten innerhalb von  Monaten spontan ab. Erfreulicherweise heilen mehr als die Hälfte aller Sarkoidose-Fälle innerhalb von zwei bis fünf Jahren ab. Bei etwa 10 bis 30% der Fälle verläuft die Erkrankung fortschreitend.

Insgesamt heilen die knötchenförmigen Hautveränderungen besser ab als die Sonderform Lupus pernio. Bei der Sarkoidose gilt grundsätzlich, dass die Prognose vom Lungenbefund abhängt.

Ursachen von Sarkoidose der Haut

Die Sarkoidose ist eine entzündliche Multisystemerkrankung ohne bekannte Ursache. Sicher besteht eine Assoziation zu bestimmten HLA-Antigenen, weshalb Wissenschaftler von einer genetischen Veranlagung für die Ausbildung einer Sarkoidose ausgehen.

Gleichzeitig bestimmt ein Zusammenhang mit Umweltfaktoren. Dazu gehören die Arbeit in der metallverarbeitenden Industrie sowie Arbeit in der Landwirtschaft.

Diagnose von Sarkoidose der Haut

Da die Sarkoidose der Haut charakteristische Symptome hervorruft, gehen die Betroffenen in der Regel früh zum Arzt. Der Hausarzt kann einen ersten Eindruck gewinnen und abhängig von Begleitbeschwerden gegebenenfalls weitere Untersuchungen einleiten.

Typischerweise erfolgt eine Überweisung zu einem Dermatologen. Meistens entnimmt der Hautarzt Biopsien, Gewebeproben, und untersucht diese mikroskopisch.

Biopsie bei der Hautsarkoidose

Der Hautarzt entnimmt eine Hautbiopsie, um die Diagnose bei Verdacht auf eine Sarkoidose der Haut zu sichern. Dafür wird der zu untersuchende Hautbereich zunächst betäubt und desinfiziert und schließlich mit einem Skalpell herausgeschnitten. Die entnommene Biopsie wird anschließend unter dem Mikroskop untersucht.

Mehr Informationen zu diesem Thema können Sie hier nachlesenHautbiopsie    

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 08.04.2019
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