Skapholunäre Dissoziation / SLD

Synonyme im weiteren Sinne

Skapholunäre Dissoziation, Kahnbeinluxation, Bandverletzung Handwurzel, distale Radiusfraktur, Handverletzung

Definition

Bei einer scapholunären Dissoziation / SLD kommt es durch äußere Gewalteinwirkung zu einer Verletzung der Bänder im Handwurzelbereich zwischen dem Kahnbein (Os scaphoideum, früher Os naviculare) und dem Mondbein (Os lunatum).

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Bänderriss am Handgelenk

Ursache

Die scapholunären Dissoziation / SLD ist die zweithäufigste unfallbedingte Erkrankung der Handwurzel nach der Kahnbeinfraktur. Die skapholunären Dissoziation / SLD kann nur unfallbedingt entstehen und kann in Kombination mit einer distale Radiusfraktur vorkommen.
Typische Unfallereignisse sind der Sturz auf das ausgestreckte Handgelenk.


Grad 3: Kompletter Riß des Bandapparates zwischen dem Kahnbein und dem Mondbein mit sichtbarer Fehlstellung und Auseinanderrücken von Mondbein (Os lunatum) und Kahnbein (Os scaphoideum, früher Os naviculare). Vergleichen Sie das gesunde Handgelenk unten, zwischen Kahnbein (1.) und Mondbein (2.) besteht kein Abstand.

Symptome

Typische Symptome der scapholunären Dissoziation / SLD sind die Schmerzen im Handgelenksbereich, und vor allem Schmerzen im Kahnbein. Die sich ohne weitere Untersuchungsmöglichkeiten durch den Arzt nicht von einer Kahnbeinfraktur oder Handgelenksbruch unterscheiden lassen.

Teilweise sind sogenannt Klick-Geräusche hörbar und Schnappphänomene sichtbar und tastbar, die durch Knorpelschäden verursacht werden.

Die Handgelenkbeweglichkeit ist durch das fehlende Mitbewegen der ersten Handwurzelreihe deutlich eingeschränkt.

Durch die fehlerhafte Stellung der Handwurzelknochen Kahnbein (Os scaphoideum) und Mondbein (Os lunatum) ist die Kraft im Handgelenk gemindert.

Besteht diese Verletzung über einen längeren Zeitraum kann über dem Handrücken eine Schwellung ertastet werden, die durch eine Wucherung der Gelenkschleimhaut (Synovitis) verursacht wird, ertastet werden.

Einteilung

Scapholunären Dissoziationen werden in drei Schweregrade eingeteilt.

Grad 1: Teilriß des Bandapparates zwischen dem Kahnbein und dem Mondbein ohne nachweisbare Instabilität

Grad 2: Teilriß des Bandapparates zwischen dem Kahnbein und dem Mondbein mit provozierbarer Instabilität

Röntgenbild Handgelenk

  1. Kahnbein (Os scaphoideum)
  2. Mondbein (Os lunatum)
  3. Erbsenbein (Os pisiforme)
  4. Dreieckbein (Os triquetum)
  5. Hakenbein (Os hamatum)
  6. Kopfbein (Os capitatum)
  7. kleines Vieleckbein (Os trapezoidum)
  8. großes Vieleckbein (Os trapezium)

Diagnose

Die erste Maßnahme ist die klinische Untersuchung des Handgelenkes. Es sollte spezifische Tests zum Nachweis geben (Verschiebetest nach Watson) ob damit sicher eine SLD diagnostiziert werden kann erscheint jedoch fraglich.

Als weitere Maßnahme wird ein Röntgenbild des Handgelenkes in zwei Ebenen durchgeführt werden. Eine drittgradige scapholunären Dissoziation / SLD kann durch den erweiterten Abstand zwischen Kahnbein und Mondbein (>2 mm) diagnostiziert werden. Zu Sicherung der Diagnose kann die Gegenseite ebenfalls geröntgt werden, um anlagebedingte Varianten auszuschließen.

Erst- und zweitgradige Verletzungen können nur mit dem MRT (Magnetresonanztomographie) nachgewiesen werden.

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 25.04.2018
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