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Abgebrochener Weisheitszahn

Einleitung

Ein Weisheitszahn kann beim Essen oder durch einen Unfall leicht abbrechen, vor allem wenn er kariös vorgeschädigt ist.
Von einer Zahnfraktur spricht man, wenn der Zahn durch äußere Einflüsse einen Bruch erleidet oder an einer Stelle absplittert. Oft bricht der hintere Teil des Weisheitszahnes ab. Zudem kann auch die komplette Zahnkrone abgebrochen sein.

Man unterscheidet zwischen Zahnkronen- und Zahnwurzelfrakturen. Dann unterscheidet man noch zwischen der reinen Schmelzfraktur und der Schmelz-Dentin-Fraktur, bei der ein Nervkanal eröffnet sein kann. Da der Zahnnerv dann nicht mehr ausreichend geschützt ist, können Zahnschmerzen auftreten.

Das sind die Sofortmaßnahmen

Ist der Weisheitszahn abgebrochen, sollte man zuerst einmal Ruhe bewahren und schauen, wo das abgebrochene Stück ist und wie viel vom Zahn abgebrochen ist.
Falls man eine Zahnrettungsbox zur Hand hat, kann man das abgebrochene Stück hineinlegen, ansonsten kann man das Stück auch in einem beliebigen Gefäß, gefüllt mit kühler H-Milch, aufbewahren. Das abgebrochene Stück soll zur späteren Abklärung zum Zahnarzt mitgebracht werden und am besten nicht ausgetrocknet sein.

Ist der Weisheitszahn so stark beschädigt und tief abgebrochen, dass er blutet, dann hilft ein Tupfer aus Mull oder ein Stofftaschentuch. Papiertaschentücher sind nicht gut geeignet, da sie durch den Speichel aufweichen und zerreißen können. Sie bieten dann keine gute Wundkompression. Zudem sollte man aufpassen, sich nicht an der Zunge oder an der Wange zu verletzten, durch den Bruch kann der Zahn an der Stelle sehr scharfkantig uns spitz sein. Anschließend sollte man zur weiteren Behandlung einen Zahnarzt aufsuchen.

Wenn der Weisheitszahn am Wochenende oder an Feiertagen abbricht, sollte man zu einem zahnärztlichen Notdienst gehen oder die Zahnklinik aufsuchen.

Informieren SIe sich auch unter: Zahn abgebrochen- Was tun?

Ursachen

Zahnfrakturen werden häufig von äußeren Ursachen verursacht. Bei einem Weisheitszahn kommt es meist beim Beißen und Kauen zur Fraktur. Ein kräftiger Biss auf harte Stücke aus der Nahrung, wie beispielsweise Fruchtkerne und Nussschalen, können die Fraktur auslösen.
Zudem kann ein Unfall, etwa beim Sport oder bei einem Sturz die Ursache für den abgebrochenen Zahn sein. Der Bruch ereignet sich durch einen Aufprall oder eine starke Einwirkung auf den Zahn und den Kieferknochen.

Weisheitszahn abgebrochen durch Karies

Ist der Weisheitszahn durch Karies geschädigt, ist die Schmelzstruktur nicht mehr intakt und der Zahn wird instabil. Meist hat sich Karies unbemerkt unterhalb der Zahnhöcker ausgebreitet und bereits das Dentin angegriffen. Die Zahnkrone ist dann nicht mehr stabil und so widerstandsfähig wie vorher und kann leicht abbrechen, da keine harte Zahnsubstanz mehr vorhanden ist.

Diagnose

Oft bemerken die Betroffenen selbst, wenn der Weisheitszahn abbricht, zum Beispiel durch ein starkes Knacken, welches hörbar und spürbar ist.
Bricht nur ein kleiner Teil des Zahnes ab, verspüren die Betroffenen vorerst keine Schmerzen. Ist jedoch der Nervkanal durch den Bruch eröffnet, treten häufig direkt Schmerzen auf. In jedem Fall sollte man einen Zahnarzt aufsuchen. Der Zahnarzt wird den Weisheitszahn vorerst kontrollieren und bei Bedarf eine Röntgenaufnahme anfertigen um festzustellen, wie weit die Fraktur reicht und um die weitere Therapie planen zu können.

Begleitende Symptome

Neben dem abgebrochenen Weisheitszahn können zusätzlich Schäden am Zahnfleisch entstanden sein, da im Moment des Bruchs auch starker Druck auf das umliegende Zahnfleisch eingewirkt hat oder harte Stücke aus der Nahrung Verletzungen verursacht haben könnten.

Bei einem Unfall oder Sturz sollte man zudem die Schädelknochen auf weitere Frakturen untersuchen lassen. Auch weitere Strukturen am Kopf können verletzt worden sein. Durch scharfe Stellen am Zahn können Schnittwunden in der Zunge und in der Wange entstehen.

Schmerzen beim abgebrochenen Weisheitszahn

Schmerzen an einem abgebrochenen Weisheitszahn richten sich danach, wie viel vom Zahn abgebrochen ist und wie tief die Bruchstelle liegt. Man unterscheidet reine Schmelzfrakturen, die in der Regel nicht schmerzhaft sind und Schmelz-Dentin-Frakturen, die schmerzhaft sein können, vor allem wenn der Nervkanal durch den Bruch eröffnet wurde und der Zahnnerv nicht mehr geschützt ist.
Zudem können Schmerzen an dem umliegenden Zahnfleisch entstehen, da es zusätzlich verletzt worden sein könnte.

Lesen Sie auch weiter unter: Was tun gegen Zahnschmerzen?

Abgebrochener Weisheitszahn ohne Schmerzen

Bricht nur eine kleine Stelle vom Weisheitszahn ab, kommt es meist zu keinen Schmerzen. Die Betroffenen bemerken dann nur eine andere Zahnform und scharfe Kanten an der Bruchstelle.

Abgebrochener Weisheitszahn entzündet sich

Ein abgebrochener Weisheitszahn kann sich, ohne Behandlung durch einen Zahnarzt, entzünden. Durch den Bruch ist die Zahnkrone nicht mehr intakt und es kann schneller Karies entstehen, nach Ausbreitung der Karies kann sich der Zahnnerv entzünden. Ist der Zahnnerv nach dem Bruch schon nicht mehr geschützt, können Bakterien in den Nervkanal eindringen und über die Zahnwurzel bis in den Kieferknochen vordringen und dort eine Entzündung auslösen.

Behandlung

Nach Begutachtung der Fraktur durch den Zahnarzt wird die Therapie geplant, ggf. wird eine Röntgenaufnahme des Zahnes angefertigt um die Frakturstelle genau zu beurteilen und eine Schädigung des umliegenden Knochens auszuschließen.

  • Sofern möglich wird der Zahnarzt den Zahn mit Füllungsmaterial wieder aufbauen und anschließend zum Schutz vor einer weiteren Fraktur mit einer künstlichen Zahnkrone versorgen.
  • Wenn der Nervkanal eröffnet wurde, wäre eine vorherige Wurzelkanalbehandlung notwendig.
  • Bei tieferen Frakturen ist die Entfernung des abgebrochenen Weisheitszahns sinnvoll. 

Das könnte ebenfalls interessant für Sie sein: Zahnfüllung & Wurzelbehandlung

Prognose

Bei kleinen Frakturen an dem Weisheitszahn, sind diese oftmals reparabel und es sind keine weiteren Probleme an dem Zahn zu erwarten. Bei größeren Frakturen sollte über eine Entfernung des Zahnes nachgedacht werden, da eine Wurzelkanalbehandlung dort schwieriger ist und ein aufwendiger Aufbau eine schlechte Prognose haben könnte. Nach der Weisheitszahnentfernung treten oft keine weiteren Beschwerden auf.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nikolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 24.04.2018
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