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Zahnschmerzen nach Alkoholkonsum

Einleitung

Nicht selten reagieren Zähne, besonders bei dem Konsum von alkoholischen Getränken, empfindlich oder sogar mit Schmerzentwicklung.

Es wird ein ziehender Schmerz verspürt, der einige Sekunden andauern kann. Vor allem bei alkoholischen Getränken, die viel Zucker enthalten, wie Cocktails, können die Zähne empfindlich reagieren und sogar stark schmerzen.

Ursachen

In der Mundhöhle herrscht in der Regel ein pH-Wert von etwa 7, der vor allem durch den Speichel gebildet wird. Der Hauptbestandteil von Alkohol, das Ethanol, hat etwa einen pH-Wert von 5 und ist daher saurer als der optimale Wert. Die Zähne werden durch die saure Eigenschaft des Ethanols angegriffen und der Zahnschmelz, die oberste Schicht des Zahnes, angeraut und dadurch geschwächt.
Ethanol wirkt in alkoholischen Getränken gefäßerweiternd und kann dadurch auch die Nervenbahnen im Zahn reizen.

Aber oftmals ist das Ethanol nicht der alleinige Hauptgrund für die Schmerzen, sondern andere Bestandteile der Mixgetränke sorgen für Probleme. Da in alkoholischen Getränken meistens auch sehr viel Zucker ist von dem sich die Bakterien der Mundhöhle ernähren und nach dessen Verdauung Säuren ausscheiden, werden die Zähne jetzt doppelt belastet. Der Zahn wird durch die eigentliche saure Eigenschaft des Alkohols belastet und nachdem Verdauungsprozess der Bakterien nochmals mit Säuren belastet. Diese greifen den Zahnschmelz wiederum an und sorgen für den allseits bekannten ziehenden Zahnschmerz vor allem bei besonders süßen alkoholischen Getränken.

Ist die obere Schmelzschicht durch diese Belastungen dünner, hat der Zahn seine natürliche Schutzschicht nahezu verloren und reagiert sehr empfindlich auf Säuren, Zucker und auch auf Druckbelastungen wie beim Kauen von Nahrungsmitteln. Wenn der Zahn bereits kariös ist und ein Loch hat, kann der Alkoholgenuss zu einem unerträglichen Schmerz führen.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Die Folgen von Alkohol

Was kann man gegen Zahnschmerzen nach Alkoholkonsum tun?

Zähneputzen ist schon die halbe Miete. In erster Linie ist es wichtig regelmäßig die Zähne von Speiseresten zu befreien, also sie zu putzen. Der Stoff, der den Zahn gesund hält, nennt sich Fluorid. Er ist zu einem gewissen Teil in Zahnpasta erhalten und hilft vor allem die äußerste Schicht des Zahnes vor Säureangriffen zu schützen und den optimalen Mund pH-Wert wiederherzustellen. Wichtig ist die Zähne nach dem Alkoholkonsum zu putzen, damit sie sich in der Nacht von der Säurebelastung erholen können.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Zahnpflege

Als weitere Maßnahme kann man einmal die Woche die Zähne mit einem höher konzentriertem Fluoridgel versiegeln. Das Gel, das man in der Apotheke rezeptfrei bekommt, trägt man mit der Zahnbürste auf die Zähne auf und lässt es einwirken ohne es auszuspülen. Nach dem Auftragen muss man für die optimale Wirkung eine halbe bis eine Stunde weder Essen noch Trinken. Mit dieser Maßnahme kann man die Zähne nachhaltig schützen, damit der Alkoholkonsum auch im Nachhinein ein Genuss bleibt und die Zähne robust gegen alle Säureangriffe bleiben. Der Zahnarzt hat Fluoridprodukte, die wesentlich höher konzentriert sind und den Zahn noch besser schützen können.

Duraphat und und Bifluoid können den Zahn von Schmerzen befreien, wenn der Defekt nicht zu groß ist. Doch wenn der Zahn bereits ein Loch hat und die Schmerzen deutlich länger anhalten, helfen meist fluoridierende Medikamente nicht mehr. Vorübergehend können nur Schmerzmedikamente Abhilfe schaffen, die allerdings den Zahn nicht heilen können. Als Übergangslösung kann man aber durchaus Schmerzmittel bei Zahnschmerzen einsetzen.

Der Schmerz wird aber nie ganz verschwinden und kann dann über Wochen und Monate immer mehr und auch schlimmer werden und kann nur noch durch eine Zahnfüllung beim Zahnarzt behandelt werden. Der Zahnarzt stellt dann mit dem Kunststoff, mit dem er das vorhandene Loch im Zahn füllt, die äußere Schutzschicht des Zahnes wieder her, um diesen schmerzunempfindlich zu machen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Zahnschmerzen - Was tun?

Dauer von Zahnschmerzen nach Alkoholkonsum

Der Schmerz nach dem Genuss von alkoholischen Getränken wird von jeder Person sehr unterschiedlich wahrgenommen. In den meisten Fällen kommt der Schmerz nur kurz nach dem Trinken des Cocktails oder Weins auf und wird dann weniger bis er wieder komplett verschwindet. Bei jedem weiteren Schluck des Getränks kann der Schmerz allerdings wiederkommen.
Wird der Zahn über längere Zeit belastet oder wird nach der Disconacht die Zahnbürste nicht benutzt, kann der Zahn am Morgen danach überempfindlich sein und schon bei der Berührung mit einer Zahnbürste schmerzen. Auch beim Kauen der Mahlzeiten kann der Zahn dann schmerzen.

Tritt nach zwei bis drei Tagen keine Besserung ein, obwohl der Zahn gründlich gereinigt und mit einem Flouridgel versorgt wurde, muss schleunigst ein Zahnarzt aufgesucht werden um schlimmstenfalls das bereits vorhandene Loch – die Karies zu entfernen und es mit Kunststoff zu füllen.

Begleitende Symptome

Der alleinige Zahnschmerz nach dem Alkoholkonsum kann auch durch weitere Begleiterscheinungen unterstützt werden. Der Zahn kann sehr empfindlich werden und bei Hitze und Kälte mit Schmerzen reagieren. Schon bei dem bloßen Einatmen von kalter Luft, kann der Zahn Probleme bereiten. Dabei wird jedes Eis und jeder Tee zur Tortur. Der betroffene Zahn kann auch Zahnschmerzen beim Kauen verursachen.

Vergessen sollte man nicht, dass man durch die allgemeine Wirkung von Alkohol wesentlich schlechter schläft als nüchtern und oft dadurch auch Verspannungen der Kaumuskulatur für Beschwerden sorgen können. Diese Verspannungen können auch zu Knirschen und Pressen führen, was den Zahnschmelz abreibt und den Zahn dadurch weiter schwächt.
Auch das können Begleiterscheinungen sein, die bis hin zu unerträglichen Kopfschmerzen und Zahnschmerzen führen können.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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