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Zahnschmerzen in der Nacht - das sollten Sie beachten

Einleitung

Zahnschmerzen treten nicht nur tagsüber oder  bei körperlicher Anstrengung auf. Viele der betroffenen Patienten berichten vor Allem von dem nächtlichen Auftreten von Zahnschmerzen. Darüber hinaus beobachten Viele nachts eine Verschlimmerung der Schmerzsymptomatik.

Zahnschmerzen in der Nacht

Tagsüber merkt man ihn kaum, aber sobald man nachts zur Ruhe kommt und einschlafen will, wird der Zahnschmerz unerträglich. Der Körper fährt abends runter, Puls und Blutdruck nehmen ab. Auch die Hormonproduktion ist anders als tagsüber.

Eine Ursache für die Intensivierung von Zahnschmerzen nachts ist die Tatsache, dass entzündliche Prozesse gewissermaßen temperaturabhängig sind.
Während das Kühlen betroffener Körperregionen oftmals zu einer Eindämmung der Entzündung führen kann, übt Wärme einen stimulierenden Effekt aus. Nachts kann es durch die Auflagerung des Kopfes auf einem Kopfkissen zur Überwärmung der Mundhöhle kommen. Die steigende Temperatur wiederum fördert die Durchblutung im Bereich der Zähne und stimuliert demzufolge auch die Ausschüttung von Entzündungsmediatoren.

Je wärmer die Temperaturen draußen, desto schneller neigt der Körper zu vermehrten Entzündungen. Daher sind besonders im Hochsommer unerwartete Zahnschmerzen keine Seltenheit.

Vor allem der Spiegel an Cortisol ist abends besonders gering, da es erst in der zweiten Nachthälfte gebildet wird und seinen höchsten Wert morgens nach dem Aufstehen erfährt. Cortisol ist das Hormon für die Schmerzhemmung, was uns morgens besonders schmerzunempfindlich erscheinen lässt. Dieser Effekt fällt gegen Abend ab, da erst neues Cortisol gebildet wird und wir verspüren Schmerz stärker. Eine Intensivierung der Zahnschmerzen ist die Folge.

Des Weiteren spielt eine psychische Komponente eine weitere entscheidende Rolle bei der Art und Ausprägung jedweder Schmerzwahrnehmung. Während des Tages sind die betroffenen Patienten oftmals abgelenkt und nehmen die Zahnschmerzen deshalb in abgeschwächter Form war.
Auch dies ist ein Grund dafür, warum Zahnschmerzen nachts als besonders stark und unangenehm empfunden werden. Patienten, die besonders nachts an starken Zahnschmerzen leiden kann eine kühlende Kopfkissenauflage zeitweise Abhilfe schaffen. Darüber hinaus sollte der Kopf bei bestehenden Zahnschmerzen nachts hoch gelagert werden.

Zahnschmerzen im Liegen

Viele Patienten, die unter akuten Zahnschmerzen leiden beschreiben, dass diese während der Nacht an Intensität zunehmen und mit unter als starkes Pochen wahrgenommen werden können. Vielfach wird diskutiert ob diese Wahrnehmung bloß Einbildung ist oder ob es tatsächlich Faktoren gibt, die eine Steigerung der Zahnschmerzen während der Nacht erklären.

Um diese Frage beantworten zu können muss man sich klar machen, dass Schmerz in einem engen kausalen Zusammenhang zu entzündlichen Prozessen innerhalb des Organismus steht. Verschiedene Entzündungsmediatoren sind dazu in der Lage an Schmerzrezeptoren zu koppeln und auf diese Weise Schmerz- Reize an das Gehirn weiter zu leiten. Entzündliche Prozesse wiederum werden durch eine starke Durchblutung des betroffenen Gewebes gefördert.

Zahnschmerzen können nachts tatsächlich stärker sein als während des Tages. Nachts steigt die Durchblutung des Kopfes an da der Mensch während des Schlafens in einer liegenden Position verharrt. Die Schwerkraft hat demnach nachts einen geringeren Einfluss auf die Verteilung des Blutvolumens innerhalb des Körpers.
Im Stehen befindet sich ein Großteil des Blutvolumens im Bereich der unteren Extremitäten. Der Kopf dagegen wird vergleichsweise wenig durchblutet. Nachts, während des Liegens verteilt sich das Gesamt- Blutvolumen jedoch vollkommen anders.

Die Folge ist eine gesteigerte Durchblutung des Kopfes und der für die Zahnschmerzen verantwortlichen Struktur innerhalb der Mundhöhle. Infolge der Mehrdurchblutung kommt es zu einer Steigerung der entzündlichen Prozesse durch die Vermehrte Ausschüttung von Entzündungsmediatoren und somit zu einer vermehrten Schmerzwahrnehmung.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Zahnschmerzen im Liegen

Ursachen der Zahnschmerzen

Zahnschmerzen sind unangenehm und gehören zu den am häufigsten auftretenden Problemen im Bereich der Mundhöhle. Für die Entstehung von Zahnschmerzen kann es verschiedenen Gründen geben. Bei Zahnschmerzen, die über einen längeren Zeitraum anhalten sollte stets beachtet werden, dass es sich bei dem lästigen Pochen um das Symptom einer Behandlungsbedürftigen Erkrankungen handelt und zeitnah ein Zahnarzt aufgesucht werden muss

Was sollte man tun bei Zahnschmerzen in der Nacht?

Abhängig von der Ursache der Schmerzen und deren Qualität kann man auf ganz unterschiedliche Art und Weise Abhilfe schaffen.

  • Stelle kühlen und nicht mit der warmen Bettdecke zudecken. Kälte verhindert die Ausbreitung der Entzündung und die verursachenden Bakterien vermehren sich vor allem in warmer Umgebung.
  • Schmerzmittel: Mittel der Wahl bei Zahnschmerzen ist immer Ibuprofen, da es zusätzlich entzündungshemmend wirkt. Vorsicht bei der Einnahme von Aspirin®oder Thomapyrin®. Der Wirkstoff Acetylsalicylsäure wirkt zwar gut gegen den Schmerz, allerdings auch blutverdünnend.
    Lesen Sie mehr unter: Schmerzmittel bei Zahnschmerzen
  • Zahnarzt aufsuchen, um die Ursache abzuklären
  • KnirscherschieneSind die Schmerzen eher muskulär bedingt oder durch Pressen und Knirschen ist die einzige nachhaltige Abhilfe das Tragen eine "Knirscherschiene". Diese Schiene aus Kunststoff verhindert, dass die Zähne in der Nacht aufeinander kommen und zwangsentspannt dadurch die Muskulatur und die Kiefergelenke
  • Physiotherapie: Ebenfalls helfen kann Physiotherapie, bei der spezielle Übungen gemacht werden um die Muskulatur und Gelenke zu entlasten und Verspannungen zu lösen. Die Physiotherapie kann vom Zahnarzt verschrieben werden und wird von der Krankenkasse übernommen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnschmerzen- Was tun?

Zahnschmerzen nachts schlimmer/nachts besser

Ob ein Zahnschmerz nachts schlimmer wird oder besser, hängt von dem jeweiligen Schmerz und seiner Qualität ab. Bei den meisten Fällen verschlechtert sich der Zustand und wir verspüren ihn wesentlich stärker nachts als tagsüber. Das lässt oftmals auf eine Entzündung schließen. Die bessere Durchblutung beim Liegen, sowie die vermehrte Ausschüttung von Entzündungsmediatoren durch die Wärme im Bett, lassen die Entzündungszeichen nur stärker werden. Die betroffene Stelle wird heiß, schwillt an, wird rot und schmerzt ungemein.

Oftmals kann es dazu kommen, dass die Mundöffnung eingeschränkt ist.

Zahnschmerzen können auch durch eine Erkältung entstehen und gar nicht durch die Zähne selbst. Die Zahnwurzeln im Oberkiefer befinden sich in unmittelbarer Verbindung zur Kieferhöhle und ist diese durch Bakterien infiziert, kann das auf die Zähne ausstrahlen und im Liegen zu starken Beschwerden führen. Diese sollten aber unmittelbar nach der überstandenen Erkältung abklingen.

Informieren Sie sich mehr über das Thema: Zahnschmerzen bei einer Erkältung

Werden die Zahnschmerzen beim ruhenden Zustand weniger, kann es sich durchaus um Bruxismus (Zähneknirschen) handeln. Man spricht auch von Knirschen, wenn man beide Kiefer unbewusst aufeinanderpresst und sich durch übermäßige Krafteinwirkung den Zahnschmelz mechanisch immer weiter abreibt. Dadurch senkt sich der Biss und die Kiefergelenke müssen sich an den neuen Zustand anpassen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zähneknirschen

Dieser neue Zustand ist mit den anatomischen Verhältnissen oftmals nicht vereinbar. Das kann zu starken Schmerzen führen, die sich auch als Kiefer- und Kopfschmerzen ausweiten können. Im Liegen wird nun die Muskulatur, die durch das Knirschen dauerhaft angespannt wird, entspannt und die Belastung wird weniger. Dieser entspannte Zustand hält jedoch nicht lange an, da viele Menschen aktiv im Schlaf ihren Stress und Alltagsgeschehnisse verarbeiten und oftmals während des Schlafens noch mehr knirschen ohne dies bewusst kontrollieren zu können. Sie wachen morgens mit starken Muskelverspannungen im Gesichtsbereich verbunden mit Kiefergelenks- sowie Kopfschmerzen auf.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 24.04.2018
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