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Inhalt:
Diagnose einer koronaren Herzkrankheit
Anamnese
Die Anamnese, die Erhebung der Krankengeschichte, steht in der Diagnostik an erster Stelle. Besteht beim Patienten der Verdacht auf eine koronare Herzerkrankung (KHK), sollten die Risikofaktoren wie:
- Rauchen
- Bluthochdruck oder
erfragt und die Familienanamnese bezüglich kardiovaskulärer Erkrankungen (Herz-Kreislauferkrankungen) bei den nächsten Verwandten (Großeltern, Eltern, Geschwister, leibliche Kinder) erhoben werden.
Das Leitsymptom für die Diagnose der KHK ist die Angina pectoris (Brustschmerzen, „Enge auf der Brust“).
Sind Angina pectoris-Anfälle in der Krankengeschichte des Patienten aufgetreten, ist das Vorliegen einer Herzgefäßerkrankung wahrscheinlich. Das Fehlen dieser Beschwerden schließt eine koronare Herzerkrankung (KHK) jedoch nicht aus, da ein hoher Prozentsatz der Ischämien (Sauerstoffmangel der Herzmuskelzellen) stumm, d.h. ohne pectanginöse Beschwerden, verläuft.
Der Patient sollte in einem nächsten Schritt den Charakter der Schmerzen beschreiben, die Lokalisation angeben und schildern, in welchen Situationen Anfälle aufgetreten sind. Es ist wichtig zu erfragen, ob die Beschwerden in Intensität, Dauer und Auftretenshäufigkeit zugenommen haben und ob ein Ansprechen auf die Anwendung von Nitropräparaten bestand. Mit diesen Informationen kann zwischen der stabilen und der instabilen Form der Angina unterschieden werden.
Darüber hinaus sollte nach Luftnot, Herzklopfen/Herzrasen (Palpitationen) oder kurze Zeiten der Bewusstlosigkeit gefragt werden, da dies weitere Symptome einer koronaren Herzerkrankung (KHK) sein können.
Körperliche Untersuchung
Bei der körperlichen Untersuchung wird auf Risikofaktoren geachtet, die zur Entwicklung einer koronaren Herzerkrankung prädisponieren. Übergewicht, erhöhter Blutdruck oder abgeschwächte Pulse an Händen und/ oder Füßen können einen Hinweis auf arterielle Durchblutungsstörungen geben.
Es wird Blut entnommen und Parameter wie Gesamtcholesterin, Lipoprotein a, der Blutzucker-Wert und, falls eine instabile Angina pectoris vorliegt,
Troponin - T oder – I bestimmt. Die Troponine sind sensitive Marker für einen akuten Herzinfarkt.
Ruhe EKG
Das Ruhe-EKG (EKG = Echokardiogramm), bei dem der Patient auf dem Rücken liegt und sich nicht belastet, kann hinweisende Funktion in der Diagnostik der KHK besitzen. Durch ein EKG werden die elektrischen Vorgänge am Herzen in Form einer charakteristischen EKG-Kurve abgebildet. Verschiedene Herzerkrankungen führen zu Veränderungen der normalen EKG-Kurve. Hat beim Patienten kein Herzinfarkt mit Myocardischämie (Sauerstoffmangel der Herzmuskelzellen) stattgefunden, ist das Ruhe-EKG bei vielen KHK-Patienten unauffällig oder bietet nur uncharakteristische Veränderungen, die nicht beweisend für eine KHK sind.
Echokardiographie
Die Echokardiographie, eine sonografische Untersuchung (Ultraschall) des Herzens, ist ein zentrales diagnostisches Mittel zur Betrachtung der Anatomie des Herzens und seiner Pumpfunktion. Mit dieser Untersuchung ist es möglich, Befunde wie vergrößerte Herzkammern oder Herzklappenfehlfunktionen zu erheben und Narbenarealen im Herzmuskel nach einem abgelaufenen Herzinfarkt darzustellen.
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Belastungs-EKG
Ein Belastungs-EKG (Ergometrie) kann im Rahmen der KHK-Diagnostik durchgeführt werden, um EKG-Veränderungen unter körperlicher Anstrengung festzustellen. Unter kontrollierten Bedingungen und ärztlicher Überwachung wird beim Patienten eine Steigerung des Herzminutenvolumens und Sauerstoffverbrauchs induziert. Hiermit kann der Nachweis einer Myocardischämie (Sauerstoffmangel der Herzmuskelzellen) erfolgen, die als Folge der koronaren Herzerkrankung (KHK) auftritt. Charakteristische Veränderungen im EKG wie eine ST-Strecken-Senkung weist auf das Vorliegen einer koronaren Herzerkrankung hin.
Ein Belastungs-EKG sollte u.a. auf keinen Fall durchgeführt werden, wenn der Patient unter instabiler Angina pectoris leidet, kürzlich einen Herzinfarkt erlitten hat, an einer akuten Herzmuskelentzündung erkrankt ist, einen mit klinischen Symptomen einhergehenden Herzfehler hat oder schwere Allgemeinerkrankungen bekannt sind.
Langzeit-EKG
Ein Langzeit-EKG über 24 Stunden kann ischämiebedingte EKG-Veränderungen und vor allem stumme Ischämien (Sauerstoffmangelzustände der Herzmuskelzellen ohne Beschwerden des Patienten) aufzeigen.
Als bildgebende Verfahren zur Beurteilung des Vorliegens einer KHK sind die Stressechokardiographie, die Myocardszintigraphie und die Koronarangiopgraphie zu nennen, wobei die Koronarangiographie neben der diagnostischen Funktion auch therapeutische Bedeutung in der KHK-Behandlung besitzt.
Stressechokardiograhie
Bei der Stressechokardiograhie wird der Patient medikamentös belastet und Wandbewegungsstörungen, die durch die Minderversorgung des Herzmuskels unter dieser Belastung auftreten, können aufgedeckt werden.
Szintigraphie vom Herz
Die Szintigraphie des Herzens ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, mit deren Hilfe Narben sowie minderversorgte Herzmuskelareale identifiziert werden können: Narben sind im Gegensatz zu minderversorgten, ischämischen Bezirken auch unter Ruhebedingungen nicht durchblutet, während die Durchblutung der nicht-narbigen Areale unter Belastung lediglich abnimmt, aber nicht versiegt. Es kann eine Aussage zur Vitalität des Herzens getroffen werden.
Herzkatheter / Koronarangiographie
Die Koronarangiographie (Herzkatheter) stellt den sogenannten „Goldstandard“ in der Diagnostik der koronaren Herzerkrankung dar. Sie ist die zurzeit beste und effizienteste Methode zur Feststellung einer KHK.
Mittels eines, meist über die Leistenarterie vorgeschobenen Katheters (dirigierbares Schläuchlein) und zugehörigen Röntgenuntersuchungen mit Kontrastmittelgabe, wird die Gestalt und die Form der Herzkranzgefäße (Koronararterien) untersucht. Verschlüsse oder Einengungen des Gefäßquerschnitts der Herzkranzgefäße sind nachweisbar, allerdings ist hiermit kein direkter Beweis für einen Sauerstoffmangelzustand (Ischämie) gegeben. Liegt der Verschlussgrad einer Arterie über 90% oder sind Wandbewegungsstörungen in der Röntgenaufnahme erkennbar, so kann indirekt auf eine Minderversorgung des zugehörigen Versorgungsgebietes geschlossen werden.
Die Koronarangiographie wird zur Bestätigung eines KHK-Verdachtes sowie zum Ausschluss bzw. dem Nachweis einer koronaren Herzerkrankung bei klinisch nicht eindeutiger Situation herangezogen.
Darüber hinaus ist es möglich, dem diagnostischen das therapeutische Vorgehen sofort anzuschließen: Eine Ballon-Dilatation, d.h. eine Aufdehnung des verengten bzw. verschlossenen Gefäßes, oder eine Stent-Einführung zur Offenhaltung des Herzkranzgefäßes sind möglich und der Erfolg der Intervention wird sofort nach der Durchführung mittels Röntgenbild kontrolliert und dokumentiert.
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