Salmonellen

Definition Salmonellen

Salmonellen sind eine Gruppe von mehr als 2000 Bakterien, welche gramnegativ, stäbchenförmig und aktiv beweglich sind. Sie gehören zur Gattung Salmonella und befallen meist den Darm (Entereobactrericeae).

Einteilung

Salmonellen gehören zu den Zoonosen, d.h. eine Übertragung von Mensch zu Tier oder umgekehrt ist möglich.

Man kann durch Salmonellen verursachte Erkrankungen in"Typhöse Salmonellosen" und "Enterische Salmonellosen" einteilen.


Typhöse Salmonellosen

  • werden durch Salmonella Typhi / Paratyphi veursacht
  • werden über Nahrung/ Wasser aufgenommen und dringen über Magen-Darm-Trakt in  die Lymphbahn ein
  • Ansteckung über menschliche Ausscheider, verseuchtes Wasser, verseuchte Lebensmittel

Resultat: generalisiertes, septisches Krankheitsbild (schweres Fieber und erhebliches Krankheitsgefühl)
Behandlung: Antibiotika immer erforderlich

Enterische Salmonellosen

  • werden z.B. durch Salmonella Enteritidis oder S. Tymphimurium verursacht
  • besiedeln nur den Darm bei Infektion -> Brechdurchfall mit Fieber
  • Infektion häufig über Nutztiere
  • Ansteckung aber auch über menschliche Ausscheider, verseuchtes Wasser, verseuchte Lebensmittel

Meist keine Antibiotika-Therapie notwendig!

Historie

1880 fand Robert Koch den Erreger des Typhus abdominalis.
1884 konnte Georg Gaffky zum ersten Mal Salmonellen in Kultur züchten
1885 wurde der Erreger der „Schweinecholera“ von Daniel Elmer Salmon entdeckt. Nach ihm wurde die Gattung Salmonella benannt.

Epidemiologie

Typhöse Salmonellen treten in Nord- und Mitteleuropa nur sehr sporadisch auf. Sie werden meist durch Reisende importiert. Eine Häufung tritt nur bei Verkettung ungünstiger Umstände (z.B. Hochwasser + hohe Temperaturen + schlechte Hygienische Bedingungen, z.B. nach Naturkatastophen wie Hurrikanen) auf. 

Enterische Salmonellen dagegen nehmen weltweit an Häufigkeit zu. Die wichtigste Infektionsquelle hier sind Nutztiere. Von dort aus werden die Erreger über Nahrungsmittel (rohe Eier, rohes Geflügelfleisch, Milch, Muscheln) übertragen. Häufig ist eine Gruppenerkrankung (z.B. Familie, Kantine) durch gemeinsamen Verzehr verseuchter Produkte.

Symptome

Typhöse Salmonellen haben eine Inkubationszeit von 1-3 Wochen. Erstes Symptom ist treppenförmig ansteigendes Fieber, welches zuerst bis 39°C, dann bis 40°C,  schließlich bis 41°C ansteigt. Ausserdem kommt es zur Benommenheit, Schwellung der Milz, Werringerung der weißen Blutkörperchen (Leukopenie) und Verlangsamung des Herzschlags (Bradykardie). Durchfall (Diarrhöe) eventuell mit Darmblutungen können ab der 3. Krankheitswoche auftreten.

Enterische Salmonellen haben eine Inkubationszeit von 1-2 Tage. Dabei treten zuerst akuter Brechdurchfall und Fieber auf. Besserung kann innerhalb einiger Tage ohne spezifische Therapie erfolgen, d.h. Enterische Salmonellen sind selbstlimitierend. Bei massivem Durchfall und / oder Erbrechen insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern und Senioren kann es zu Wasser- und Elektrolytverlusten (Verlust von Körpersalzen) mit entsprechenden Symptomen kommen

Diagnose

Typhöse Salmonellen sind im Blut, Urin und Stuhl nachweisbar. Ebenso ist ein Antikörpernachweis möglich.
Enterische Samonellen sind nur im Stuhl nachweisbar.
Für beide Erregertypen ist es möglich sie auf speziellen Medien anzuzüchten und so nachzuweisen. Dies dauert jedoch in der Regel mindestens 2 Tage.

Therapie

Typhöse Salmonellen müssen unbedingt mit Antibiotika behandelt werden. Besonders geignet sind hierbei die Wirkstoffe Aminopenicillin (z.B. Amoxi-CT®, Amoxicillin acis®, AmoxiHEXAL® , Ampicillin-ratiopharm®),  Flourchinolon (z.B. Ciprobay® , Avalox®, Actimax®) , Chloramphenicol  (z.B. Paraxin®)

Bei einer Infektion mit enterische Salmonellen ist eine Therapie mit Antibiotika nur in Ausnahmefällen (z.b. bei schweren Verläufen und/oder geschwächten Patienten) notwendig.
Unterstützend sollte für eine ausreichende Trinkmenge gesorgt werden, um den Wasser- und Elektrolythaushalt auszugleichen. In schweren Fällen kann dies auch durch Infusionen geschehen.
Gegen den Durchfall kann man Apfelpektin (z.B. Kaoprompt®) oder Loperamid (z.B. Imodium akut®, Loperamid-Ratiopharm®) einnehmen.

Prophylaxe

Ein wichtiger Grundpfeiler der Prophylaxe besteht darin gute hygienische Bedingungen zu schaffen, da in Ländern mit schlechten hygienischen Bedingungen eine Infektionsquelle mit Kot verunreinigtes Trinkwasser darstellt.
Als Tourist in solchen Ländern sollte man den Verzehr von ungekochten Speisen, Speiseeis und nicht abgekochtem Wasser meiden.

Wichtiger Hinweis

Wichtig ist das Salmonellen durch Einfrieren nicht getötet werden können, nur durch erhitzen auf mindestens 75 °C über mehr als 10 min.

Prognose

Salmonellen heilen meist problemlos aus. In seltenen Fällen kann es zur symptomlosen Dauerausscheidung kommen.

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.05.2012