Belastungsasthma

Was ist ein Belastungsasthma?

Unter Belastungsasthma versteht man plötzliche Asthmaanfälle, die während körperlicher Anstrengung auftreten. Dabei klagen die Betroffenen über Hustenanfälle und Atemnot. Der Grund dafür ist ein Spasmus in den Bronchien, den großen Atemwegen, der die typischen Beschwerden verursacht. 

Die Beschwerden treten entweder während der sportlichen Betätigung oder wenige Minuten danach auf. Besonders bei Kindern tritt das Belastungsasthma ohne weitere Beschwerden oder zusätzliche Diagnosen auf. Es gibt aber auch Personen, die zusätzlich unter einem allergischen Asthma leiden.

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Ursachen von Belastungsasthma

Für die Ursachen eines Belastungsasthmas gibt es mehrere Erklärungsansätze.

Zum einen atmet der Mensch während sportlicher Betätigung mehr, da der Sauerstoffverbrauch ansteigt. Er tätigt also mehr Atemzüge pro Minute als in Ruhe. Die schnelle Bewegung von Luft in die Lunge und aus der Lunge hinaus führt dazu, dass die Atemwege gereizt werden. Besonders anfällig für diese Reizung sind bereits vorgeschädigte Atemwege, wie die von allergischen Asthmatikern zum Beispiel. Die Bronchien dieser Personen sind sehr empfindlich und reagieren bereits auf kleinste Abweichungen des Normalzustands. Daher kommt es auch, dass Personen, die unter allergischem Asthma leiden, gehäuft auch über Belastungsasthma klagen.

Eine andere Theorie besagt, dass die kalte Luft für das Entstehen eines Belastungsasthmas verantwortlich ist. Da der Patient während des Sports schneller und mehr Atemvolumen mobilisieren muss, atmet er durch den Mund und nicht durch die Nase. Die eingeatmete Luft wird nicht ausreichend vorgewärmt und kommt kalt in den Atemwegen an, die auch in diesem Fall gereizt werden und sich unkontrolliert verkrampfen.

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An diesen Symptomen erkenne ich ein Belastungsasthma

Wie bereits zuvor erwähnt, erkennt man Belastungsasthma an den Symptomen Atemnot und Reizhusten, die während oder kurz nach sportlicher Belastung auftreten. Ein Belastungsasthma ist nicht angeboren und kann auch nach mehreren Jahren intensiven Leistungssports auftreten. Treten die Beschwerden auch außerhalb von sportlichen Betätigungen auf, so kann die Ursache auch ein allergisches Asthma sein. In beiden Fällen sollte man einen Facharzt mit der Fragestellung konsultieren.

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Therapie

Allgemein gilt, dass die Therapie von asthmatischen Beschwerden immer individuell mit dem behandelnden Facharzt abgesprochen und angepasst werden muss. 

Zunächst einmal gilt die klare Empfehlung der Fachärzte, trotz der Beschwerden sportlich aktiv zu bleiben. Denn die Reizschwelle für die Anfälle sinkt, je weniger „trainiert“ die Lunge ist. Regelmäßige, moderate sportliche Betätigung schafft hier Abhilfe und sollte in den Alltag integriert werden.

Da es sich beim Belastungsasthma um punktuell auslösbare Beschwerden handelt, die immer in Folge sportlicher Tätigkeiten auftreten, handelt, ist die medikamentöse Therapie auch nur in dieser Situation notwendig. In der Regel verordnet man dem Patienten einen sogenannten „Reliever“. Das ist ein Medikament, welches zur Milderung von akuten Beschwerden führt. Zu dieser Medikamentenklasse gehören die kurzwirksamen beta2-Mimetika, wie beispielsweise das Salbutamol. Dieses wird als Spray verabreicht und kann bedarfsabhängig angewendet werden.

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Bei vielen Patienten liegt zusätzlich zum Belastungsasthma auch ein allergisches oder endogenes Asthma vor. Ist das der Fall, so bekommen die Patienten asthmatische Beschwerden auch unabhängig von körperlicher Betätigung. Diese Erkrankung wird stufenweise in Abhängigkeit der Beschwerden therapiert - zunächst nur bedarfsabhängig mit einem „Reliever“. Liegen die Beschwerden weiterhin vor, so kommt als Basismedikation Cortison hinzu - ein „Controller“, der bedarfsunabhängig und regelmäßig eingenommen werden soll. Cortison vermindert die Reizbarkeit der Atemwege und setzt so das Risiko für asthmatische Beschwerden herab. Stufe drei des Therapieschemas beinhaltet zusätzlich langwirksame Medikamente, die langfristige Beschwerdefreiheit schaffen sollen, und Stufe 4 immunmodulierende Medikamente.

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Wie bereits erwähnt, ist die Therapie des Belastungsasthmas individuell auf den Patienten und die Art seiner Erkrankung abzustimmen. Sprechen Sie mit ihrem Hausarzt, wenn wenn sich der Verdacht erhärtet, an Belastungsasthma erkrankt zu sein. Er wird Sie zu einem Facharzt überweisen, der ein individuelles Therapieschema erstellt.

Einen generellen Überblick können Sie sich mittels folgendem Arrtikel verschaffen: 

Dauer und Prognose

Da beim Belastungsasthma die genetische Veranlagung eine Rolle spielt, werden die betroffenen Patienten in der Regel ihr ganzes Leben lang damit konfrontiert. Da die Erkrankung jedoch medikamentös relativ gut kontrolliert werden kann, schränkt sie die Lebensqualität der Betroffenen nicht grundlegend ein, wenn sie gut eingestellt sind.

Krankheitsverlauf

Eine häufige Frage, die sich die Patienten stellen, ist, ob sie denn mit Belastungsasthma trotzdem Sport treiben können oder ob sie aufgrund der Beschwerden sportliche Betätigungen lieber einschränken sollen. Tatsächlich wirkt sich körperliche Aktivität positiv auf den Krankheitsverlauf aus. Wird sie gemieden, kommt es zur typischen Abwärtsspirale der Erkrankung:

  • Vermeidung körperlicher Aktivität

  • Abnahme der körperlichen Leistungsfähigkeit

  • Geringere Anfallsschwelle und höhere Reizbarkeit der Atemwege auch bei geringerer Belastung

  • Häufigere und schwerere Asthmaanfälle.

Um die Entstehung dieser Abwärtsspirale zu vermeiden, wird moderate sportliche Aktivität ausdrücklich empfohlen. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt, um Ihr optimales Belastungslevel festzulegen.

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Wie ansteckend ist das?

Da Belastungsasthma eine veranlagungsbedingte Erkrankung ist, hängt das Erkrankungsrisiko alleine von der genetischen Prädisposition ab. Belastungsasthma ist keine Erkrankung, die von Viren oder Bakterien ausgelöst wird, dementsprechend ist sie auch nicht ansteckend

Weitere Informationen

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 22.06.2020 - Letzte Änderung: 11.08.2021
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