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Welche Symptome treten bei Asthma bronchiale auf?

Die Symptome des Asthma bronchiale können je nach Ausprägung, auslösendem Reiz und Schweregrad der Erkrankung zu unterschiedlichen Zeitpunkten auftreten, unter Umständen ist man sporadisch, saisonal oder das ganze Jahr über betroffen.

Asthma - Anfälle mit den spezifischen Symptomen sind lediglich die „Spitze des Eisberges“, auch während eines scheinbar symptomlosen Intervalls lässt sich die Erkrankung des Asthma bronchiale durch die zugrunde liegende chronische Atemwegsentzündung nachweisen.

Typische Symptome des Asthma brochiale

Im Folgenden werden die typischen Symptome bei Asthma in einer Übersicht dargestellt. Diese werden daraufhin im einzelnen genauer besprochen.

  • Kurzatmigkeit
  • Luftnot
  • Atemgeräusche wie pfeifende Ausatmung (Giemen) und Brummen
  • Husten
  • Auswurf
  • Engegefühl in der Brust
  • Erhöhte Atemfrequenz
  • Erhöhte Herzfrequenz
  • Angst

Atemnot

Die plötzlich einsetzende Atemnot ist das Leitsymptom eines akuten Asthmaanfalls. Im Intervall, also der Phase in der gerade kein akuter Anfall vorliegt, sind die Patienten meist beschwerdefrei, Luftnot kommt selten vor. Meist entwickelt sich im akuten Asthmaanfall zuerst eine Kurzatmigkeit welche sich innerhalb weniger Minuten bis zu einer deutlichen Atemnot steigern kann. Beim Asthma bronchiale ist besonders die Ausatmung erschwert. Es kommt zu Atemgeräuschen bei der Ausatmung, die Patienten haben das Gefühl, die Luft nicht mehr aus der Lunge herauszubekommen. Daher werden oftmals meist schon unbewusste bestimmte Haltungen eingenommen. Im akuten Asthmaanfall hilft der sogenannte Kutschersitz, die Ausatmung etwas zu erleichtern. Hierbei sitzt der Patient aufrecht und hat die Arme und Hände auf die Oberschenkel oder Knie gestützt. In dieser Haltung kommt es zur Aktivierung der sogenannten Atemhilfsmuskulatur welche im Bereich von Brust, Rücken und Bauch liegt. Die Ausatmung wird hierdurch etwas erleichtert. Auch der Einsatz der sogenannten Lippenbremse hilft Patienten mit akuter Luftnot im Asthmaanfall oftmals ein Stück weit, die Atmung etwas zu verbessern. Hierbei werden die Lippen bei der Ausatmung gespitzt sodass die Ausatmung gegen einen Widerstand erfolgt. Das klingt zunächst paradox, ist jedoch für viele Patienten eine kleine Hilfe um die Atmung im akuten Anfall etwas zu verbessern. Unumgänglich ist jedoch bei akuter Atemnot im Rahmen eines Asthmaanfalls die sofortige Anwendung eines entsprechenden Notfallsprays.

Weitere Informationen: Atemübungen bei Asthma

Atemgeräusche

Wie bereits erwähnt kommt es vor allem bei einem Asthmaanfall zu bestimmten Atemgeräuschen, die verstärkt beim Ausatmen auftreten. Typisch sind ein Giemen oder Brummen die im Weiteren erläutert werden.

Giemen

Im medizinischen Jargon spricht man von zwei typischen Atemgeräuschen, die während eines akuten Asthmaanfalls auftreten können: Dem Giemen und Brummen. Beide Geräusche entstehen vor allem während der Ausatmung (Exspiration). Das Giemen entsteht dadurch, dass die Atemwege im akuten Asthmaanfall verengt sind. Die aus den Lungenbläschen über die Bronchien herausströmende Luft muss also durch einen engeren Weg gelangen als im Normalfall. Der Widerstand gegen den die Luft entweichen muss, ist stark erhöht. Das Entweichen der Luft gegen den deutlich erhöhten Widerstand wird als Giemen bezeichnet. Es ist ein pfeifendes Geräusch, das während der Ausatmung zu hören ist.

Brummen

Auch das Brummen ist ein Asthma-typisches Geräusch. Es ist ebenfalls vor allem bei der Ausatmung zu hören und entsteht durch die im Asthmaanfall vermehrte Produktion zähen Schleims. In vielen Fällen ist das Asthma-typische Giemen und Brummen nur mit dem Stethoskop zu hören. Bei einem schweren Anfall können die Geräusche jedoch bereits ohne Stethoskop zu hören sein.

Verschleimte Bronchien

Das Asthma bronchiale ist eine Erkrankung, bei der die Atemwege chronisch überempfindlich auf äußere Reize reagieren. Man spricht von einem hyperreagiblen Bronchialsystem. Es kommt zu immer wieder auftretenden Entzündungen im Bereich der Bronchialschleimhaut. Die überempfindlichen Atemwege reagieren auf bestimmte Auslöser mit einem plötzlichen Anschwellen. Dies führt zur Verengung der Atemwege. Neben der Schwellung kommt es innerhalb kurzer Zeit zu einer massiv zunehmenden Produktion zähen Schleims. Dieser Schleim führt zusätzlich zu einer Verminderung der Lungenbelüftung. Der Schleim kann im akuten Anfall meist nur schwer abgehustet werden. Eine relativ neue Studie hat Hinweise darauf erbracht, dass die Produktion zähen Schleims vielleicht gar nicht nur ein Symptom sondern eine Art Ursache für die Entstehung von Asthma ist. Im Tiermodell zeigte sich, dass eine genetisch bedingte trockene Lungenschleimhaut das Risiko der Produktion von zähem Schleim erhöht. Dieser Schleim wiederum erhöht das Risiko, dass sich überhaupt erst eine Überempfindlichkeit der Atemwege auf bestimmte Auslöser wie Allergene entwickelt.

Mehr hierzu unter unserem Thema: Verschleimte Brochien

Husten

Husten ist ein typisches Symptom im Rahmen eines Asthmaanfalls. Im akuten Anfall wird durch die Bronchialschleimhaut vermehrt zäher Schleim produziert. Dies führt zu einer zusätzlichen Reizung der Atemwege und zu einem Hustenreiz. Das zähle, glasige Sekret lässt sich nur schwer abhusten. Der Husten tritt jedoch nicht nur im akuten Anfall auf sondern kann beim Asthma bronchiale ein chronischer Begleiter sein. Husten der sich außerhalb des akuten Asthmaanfalls zeigt, imponiert häufig als trockener Reizhusten. Asthmapatienten leiden vermehrt nachts unter Husten. Nicht selten ist bei Patienten die bisher kein bekanntes Asthma haben, ein chronischer Husten überhaupt erst der Grund für eine Vorstellung beim Arzt.

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Auswurf

Während eines akuten Asthmaanfalls wird durch die Bronchialschleimhaut viel zäher Schleim produziert. Daher tritt im akuten Anfall häufig produktiver Husten, also Husten mit Schleimauswurf, auf. Da der produzierte Schleim relativ zäh ist, fällt das Abhusten oftmals schwer. Im Intervall, also außerhalb eines akuten Asthmaanfalls, ist der Husten von Asthmatikern meist eher trocken und selten von deutlichem Auswurf begleitet.

Herzrasen

Herzrasen ist kein charakteristisches Symptom bei Asthma. Ein akuter Asthmaanfall bedeutet jedoch starken Stress für den Körper. Die Atemwege verengen sich, es kommt zu Luftnot. Dadurch kommt es häufig begleitend zu einem beschleunigten Herzschlag bis hin zu Herzrasen (Tachykardie). Das Herzrasen lässt nach adäquater Behandlung des Asthmaanfalls rasch wieder nach.

Müdigkeit

In der Therapie des Asthma bronchiale spielt auch die nächtliche Symptomaktivität eine wesentliche Rolle. Dass asthmatische Symptome vermehrt nachts auftreten können, hängt damit zusammen, dass die Atemwege in den frühen Morgenstunden besonders eng gestellt sind. In dieser Zeit kommt es daher bei Asthmatikern besonders häufig zu Symptomen wie Husten oder Luftnot. Ist dies immer wieder der Fall, so kann der deutlich gestörte Nachtschlaf zu chronischer Tagesmüdigkeit führen. Daher ist es sehr wichtig, den Arzt über die nächtlich auftretende Symptomatik zu informieren. Die Asthmatherapie muss dann so angepasst werden, dass nächtliche Symptome möglichst vollständig verschwinden.

Rückenschmerzen

Rückenschmerzen sind ein für Asthma eher untypisches Symptom. Treten Rückenschmerzen und Asthma gemeinsam auf, so kann dies ein Hinweis auf zwei verschiedene Ursachen für die Beschwerden sein. Eher treten im Rahmen eines akuten Asthmaanfalls Brustschmerzen oder ein Engegefühl im Bereich der Brust auf. Dies kann durch die verengten Atemwege entstehen.

Symptome eines Asthmanfalls

Ein akuter Asthmaanfall beginnt meist mit einer rasch zunehmenden Kurzatmigkeit die in einer mehr oder weniger ausgeprägten Luftnot endet. Häufig kommt es begleitend zu Husten der von einem zähen Auswurf begleitet wird. Aufgrund der Luftnot kann es zu weiteren Symptomen wie einem Engegefühl in der Brust oder Angstzuständen kommen. Weitere mögliche Symptome die durch die Luftnot und den dadurch entstehenden körperlichen Stress begründet sind, sind eine Erhöhung der Atemfrequenz (Tachypnoe) und Herzrasen (Tachykardie). Bei der Ausatmung können die Asthma-typischen Atemgeräusche, das sogenannte Giemen und Brummen, hörbar sein.

Lesen Sie dazu auch Asthmaanfall 

Atmung bei Asthma bronchiale

Ausatmung:
Die Lunge zieht sich zusammen, wie ein ein losgelassenes Gummiband!

Einatmung:
Das Zwerchfell spannt sich an und zieht die Lunge nach unten, Luft strömt

Asthma durch Medikamente

Bestimmte Medikamente können einen Asthmaanfall auslösen. Besonders bestimmte Schmerzmittel  (Analgetika) können Auslöser eines akuten Asthmaanfalls sein. Man spricht daher auch vom Analgetikaasthma. Insbesondere die Wirkstoffe Acetylsalicylsäure (ASS in Aspirin) und Medikamente aus der Gruppe der nicht-steroidalen Antirheumatika  (NSAR) wie Indometacin, Ibuprofen und Diclofenac können bei Asthmatikern einen Asthmaanfall provozieren. Auch Betablocker können einen Asthmaanfall auslösen da einige Betablocker eine verengende Wirkung auf die Bronchialmuskulatur haben. Daher sollten Patienten mit einem bekannten Asthma bronchiale Betablocker nur unter ärztlicher Weisung und bei absoluter Notwendigkeit einnehmen.

Asthma nach Sport

Es gibt Asthmaformen, die durch körperliche Anstrengung ausgelöst werden. Man spricht dann vom Anstrengungsasthma oder Belastungsasthma. Der Asthmaanfall kann relativ zu Beginn der Belastung aber auch erst nach Beendigung der Belastung auftreten. Als Ursache für das Anstrengungsasthma wird ein Austrocknen der Bronchialschleimhaut durch eine vermehrte Atmung bei Anstrengung diskutiert. Diese soll zu einer Reizung der ohnehin überempfindlichen Bronchien führen. Eine weitere Theorie zur Entstehung ist die, dass ein vermehrtes Inhalieren kalter Luft zu einem Kältereiz im Bereich der Bronchien führt. Tritt ein Belastungsasthma auf, so sollte die Asthmatherapie neu eingestellt werden. Ziel ist die vollständige Kontrolle des Asthmas auch unter körperlicher Belastung. Eine weitere Möglichkeit ist die Einnahme eines Asthmasprays wenige Minuten vor einer geplanten körperlichen Belastung.

Asthma durch Stress

Stress ist kein alleiniger Auslöser von Asthmaanfällen. Patienten die an einem Asthma leiden und erhöhtem Stress ausgesetzt sind, haben jedoch häufig ein erhöhtes Risiko, einen Asthmaanfall zu erleiden. Daher spielt auch die Psychohygiene mit Vermeidung von Stresssituationen eine Rolle in der Krankheitsbewältigung von Asthmatikern.

Zusammenfassung

Bei einem Asthma- Anfall verengen sich auf äußere Reize hin die Atemwege, es kommt zur Atemnot, die Atmung ist sichtlich erschwert und die Ausatmung (klinisch als Expiration bezeichnet) oft von einem pfeifenden Ton begleitet, den man klinisch als expiratorischen Stridor oder Giemen bezeichnet.
Außerdem kommt es zum Symptom einer Verlängerung der Atemphasen. Während bei der normalen Atmung die Einatmung (klinisch als Inspiration bezeichnet) länger als die Ausatmung dauert, ist dieses Verhältnis während eines akuten Asthma-Anfalls verschoben und kann sich sogar umkehren.

Um die Atmung für sich zu erleichtern nimmt der Asthmatiker bei einem akuten Asthma bronchiale Anfall meist unwillkürlich eine sitzende Haltung ein und stützt die Arme auf. Dadurch werden Muskeln, die am Arm ansetzen und zum Brustkorb ziehen, in ihrer eigentlichen Funktion umgekehrt und können als Atemhilfsmuskulatur den Brustkorb (Thorax) heben und senken, was die Atmung erleichtert. Zusätzlich ist der Anfall meist von einem ausgeprägten Hustenreiz und einer Erhöhung der Schlagfrequenz des Herzen begleitet, was an einer erhöhten Pulsfrequenz abzulesen ist. Weiterhin können Symptome einer Blaufärbung der Lippen, klinisch als Zyanose bezeichnet, auftreten, die auf eine verminderte Sauerstoffanreicherung des Blutes hindeutet.

Vor allem die Ausatmung ist bei einem Asthma bronchiale - Anfall erschwert.
Das liegt an einem grundsätzlichen Unterschied im Ablauf von Ein- und Ausatmung. Während der Atmung in Ruhe weitet sich der Brustkorb mit Hilfe der Atemmuskulatur und in der Lunge wird durch das Zwerchfell ein Unterdruck erzeugt, der die Atemluft wie ein Sog in die Lunge zieht. (siehe Grafik unten)

Die Ausatmung dagegen wird nicht von Muskulatur unterstützt, sie erfolgt also passiv durch die Rückstellkraft der Lunge. Es gibt zwar auch Muskulatur, die die Ausatmung unterstützen kann, sie spielt aber erst eine Rolle bei verstärkter Atmung und ist somit schlecht entwickelt. Asthmatiker können sie jedoch trainieren und damit während eines Asthma bronchiale - Anfalls ihre Atemnot mildern.

Mit zunehmender Dauer des Anfalls stellen sich Symptome der Erschöpfung und Verwirrtheit ein, verursacht durch die große Anstrengung, die zur Atmung aufgebracht werden muss und die zunehmende Minderversorgung des Gehirns mit Sauerstoff.
Ein Asthma bronchiale Anfall kann wenige Sekunden, aber auch Stunden und im Extremfall Tage dauern. Unbehandelt kann ein schwerer Asthma-Anfall auch tödlich enden, man nennt dies Status asthmaticus.

Was oft unerwähnt bleibt, ist die große Angst, die ein Patient während eines Asthma Anfalles entwickelt. Sie kann bis hin zum Vernichtungsgefühl gehen und ist als zusätzlicher Faktor zu berücksichtigen, da sie den Leidensdruck des Patienten erhöht und den Anfall zusätzlich verschlimmern kann.

Im Intervall zwischen zwei Anfällen sind Asthmatiker häufig frei von Symtomen, Husten kann über lange Zeit das einzige Asthmasymptom sein und wird oft als chronische Bronchitis fehlgedeutet! Asthma-Anfälle sind deshalb nur die Spitze des Eisberges!

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.10.2018
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