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Asthmaspray - Darauf sollten Sie achten!

Was ist ein Asthmaspray?

Das Asthmaspray ist eine Form der medikamentösen Therapie, die bei der Erkrankung an Asthma sehr wirksam sein kann. Es wird als Spray (auch Aerosol genannt) aus einer kleinen Dose eingenommen. Dabei muss langsam eingeatmet und gleichzeitig der Sprühknopf betätigt werden. Bei den im Spray enthaltenen Medikamenten handelt es sich um verschiedene Stoffe, die auf die Atemwege erweiternd wirken und so die Symptome der Asthma-Erkrankung mildern. Die Nutzung und Anwendungsart eines Asthmasprays sollte nach Möglichkeit stets im Vorfeld mit einem Arzt besprochen werden.  

Wann braucht man Asthmaspray?

Bei einer Asthma-Erkrankung werden abhängig von der Ausprägung der Erkrankung verschiedene Medikamente angewendet, um das weitere Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern und die Symptome zu verbessern. Dabei werden die meisten dieser Medikamente in inhalativer Form, also als Asthmaspray, genommen. Je nach Einstufung der Krankheitsausprägung werden dabei auch verschiedene Medikamente miteinander kombiniert. Die Indikation für ein Asthmaspray sollte immer mit einem Arzt abgesprochen werden, da die Dosierung sehr wichtig ist.

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Wirkstoff Salbutamol im Asthmaspray

Salbutamol ist das am häufigsten eingesetzte Medikament, das vor allem zu Beginn einer Asthma-Erkrankung eine wichtige Rolle spielt. Dabei handelt es sich um ein sogenanntes Beta2-Sympathomimetikum. Dieser Name ist auf die spezielle Wirkungsart des Salbutamols bezogen: Es bindet an Beta2-Rezeptoren im Körper, die sich vor allem im Bereich der Lungen in den Atemwegen befinden. Dort führt Salbutamol durch Bindung an die Rezeptoren zu einer Erweiterung der Atemwege und dadurch zu einer Linderung der Atemnot-Beschwerden. Weiterhin befinden sich Beta2-Rezeptoren an Gefäßen, bei denen durch die Bindung ebenfalls eine Erweiterung ausgelöst wird. Es hat auch eine Wirkung auf die Gebärmutter, wo - durch die Bindung - bei einer gebärenden Mutter die Wehen gehemmt werden können. Außerdem verhindern die Beta2-Sympathomimetika die Freisetzung von Histamin, einem Stoff, der die allergische Reaktion in der Lunge unterstützt.

Salbutamol gehört zur Klasse der kurzwirksamen Beta2-Sympathomimetika. Die Wirkung erfolgt bereits nach wenigen Sekunden, hält aber auch nur zwischen 4 und 8 Stunden an. Alternativ kommen Fenoterol oder Terbutalin in Frage. Als kurzwirksames Medikament wird Salbutamol vor allem am Anfang der Asthma-Erkrankung bei gelegentlichen Anfällen von Atemnot eingesetzt.

Weitere Informationen finden Sie unter: Salbutamol

Asthmaspray mit Cortison

Beim weiteren Fortschreiten der Asthmaerkrankung reicht irgendwann die lediglich bei Anfällen eingesetzte Therapie nicht mehr aus und es muss zusätzlich eine Dauertherpie, also eine tägliche Verwendung von Medikamenten, stattfinden. Hierzu werden Asthmasprays, die Cortison enthalten, verwendet und abhängig von der Erkrankungsausprägung unterschiedlich hoch dosiert. Diese können ab einer gewissen Therapiestufe auch alternativ zu den oben beschriebenen Beta2-Sympathomimetika in schnell wirksamer Form verwendet werden.

Bekannte Vertreter hierfür sind Budesonid und Beclometason. Dabei handelt es sich um Präparate, die eine glucocorticoide Wirkung haben, also ähnlich wie Cortison wirken. Die gewünschte Wirkung bei Asthma liegt dabei in der Unterdrückung des Immunsystems, wobei diese vor allem lokal in der Lunge erzielt werden soll. Durch die Anwendung Cortison-haltiger Asthmasprays wird die Entzündungsreaktion in der Lunge gestoppt und die Ausschüttung bestimmter Stoffe, die zu einer vermehrten Schleimansammlung und Reizung der Atemwege führen, gehemmt.

Eine Nutzung von Asthmasprays mit Cortison sollte aufgrund der möglichen Nebenwirkungen des Cortisons stets mit einem Arzt abgeklärt werden.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie unter: Cortisontherapie bei Asthma 

Welche Asthmasprays gibt es rezeptfrei?

Asthmasprays sind abhängig von ihren genauen Wirkmechanismen und den möglicherweise auftretenden Nebenwirkungen teilweise rezeptfrei erhältlich. Es ist allerdings dringend zu empfehlen, bei Verdacht auf eine Asthma-Erkrankung zunächst einen Arzt aufzusuchen, um die Diagnose und die möglicherweise notwendige Therapie zu besprechen. Ohne ärztliche Absprache wird von einer eigenständigen Behandlung des Asthmas dringen abgeraten, da viele Asthmasprays bei falschem Gebrauch oder durch Interaktionen mit möglicherweise anderen eingenommenen Medikamenten zu unerwünschten Nebenwirkungen führen können. Im dringenden Notfall sollte zumindest eine kurze Beratung in der Apotheke stattfinden.

Rezeptfrei erhältlich sind verschiedene Wirkstoffe. Hierzu gehören beispielsweise die Cromoglicinsäure, Ambroxol oder Bromhexin. Diese Wirkstoffe sind jeweils in verschiedenen Medikamenten enthalten und dienen vor allem der Verflüssigung und dem Lösen der Schleimansammlungen in der Lunge. Weiterhin sind einige Asthmasprays rezeptfrei, die Cetirizin oder Acetylcystein enthalten.

Genaue Wirkung des Asthmasprays

Die Wirkung von Asthmasprays ist abhängig vom Wirkstoff des Medikaments, das in inhalativer Form, verabreicht wird. Außerdem spielen die Dosis und die Dauer der Einnahme bei vielen Medikamenten eine Rolle. So entfalten Asthmasprays mit Cortison beim Einsatz als Dauertherapie beispielsweise erst nach ca. einer Woche ihre volle Wirkung.

Das Hauptziel der Asthmasprays ist meist die Erweiterung der Atemwege, um eine beschwerdefreiere Atmung zu ermöglichen. Dazu binden sie an verschiedenen Rezeptoren, die sich auf der Oberfläche der Atemwege befinden. Weiterhin können vor allem Cortison-haltige Asthmasprays die Entzündungsreaktionen in der Lunge durch gezielte Unterdrückung des Immunsystems verlangsamen und so auch zu einer lokalen Abschwellung und Verminderung der Schleimproduktion führen. Andere Asthmasprays lösen gezielt den bereits produzierten Schleim in der Lunge, damit dieser abgehustet werden kann. Beta2-Sympathomimetika sorgen zusätzlich für eine Erweiterung der Gefäße der Lunge, wodurch eine bessere Durchblutung gefördert wird. Außerdem hemmen sie die übermäßige Ausschüttung von Histamin, das als körpereigener Stoff eine entscheidende Rolle bei der Ausbreitung der Entzündungsreaktion in der Lunge spielt.

Nebenwirkungen des Asthmasprays

Die Nebenwirkungen sind abhängig von der Art und der Dosierung des Asthmasprays und des Erkrankungs-Stadiums sehr unterschiedlich und können in sehr ausgeprägter Form, aber auch gar nicht auftreten.

Bei den Beta2-Sympathomimetika kann es, vor allem bei den als Langzeittherapie verwendeten Asthmasprays, zu Unruhe und Schlafstörungen kommen. Da diese Medikamente auch am Herzen wirken können kann es zur Steigerung des Blutdrucks (Hypertonie) und der Herzfrequenz (Tachykardie) kommen und zu anfallsartigen Beklemmungsgefühlen in der Brust (Angina pectoris). Bei einer langfristigen Anwendung entwickelt der Körper auch mit der Zeit eine Toleranz, wodurch eine höhere Dosis benötigt wird, um noch dieselbe Wirkung erzielen zu können.

Die Cortison-haltigen Asthmasprays können als unerwünschte Nebenwirkung zu einer erhöhten Anfälligkeit der Mundschleimhaut gegenüber einer Infektion mit dem Candida-Pilz führen, wodurch das Krankheitsbild des Mundsoors (weißliche abstreifbare Beläge am Gaumen) entstehen kann. Dieser Nebenwirkung kann durch eine Mundspülung nach der Verwendung des Asthmasprays vorgebeugt werden. Des Weiteren können sich bei langfristiger Anwendung die Muskeln der Stimmbänder zurückbilden, wodurch es zu Heiserkeit kommen kann.

Wann darf Asthmaspray nicht gegeben werden?

Bei einer korrekten Anwendung und Dosierung und der durch einen Arzt gestellten Behandlungsmaßnahme gibt es nur selten Gründe, warum ein Asthmaspray nicht gegeben werden sollte. Bei manchen Patienten kann es bei der Verwendung eines Asthmasprays zu Unverträglichkeitsreaktionen kommen oder sogar zu einer allergischen Reaktion. Sollte dies der Fall sein, sollte das Asthmaspray nicht mehr verwendet werden und mit dem behandelnden Arzt über die Umstellung auf ein anderes Präparat gesprochen werden. Des Weiteren sollten die gängigen Nebenwirkungen in Hinblick auf eventuell andere vorliegende Erkrankungen und die Toleranzentwicklung bei Beta2-Sympathomimetika im Hinterkopf behalten werden.

Lesen Sie mehr zur weiteren Behandlung von Asthma: Therapie von Asthma

Alternativen zu einem Asthmaspray

Die Asthma-Erkrankung kann mit verschiedenen Methoden therapiert werden. Diese sind abhängig von Stufe und Ausprägung der Erkrankung unterschiedlich wirksam. Sicher steht die Anwendung von Asthmasprays im Vordergrund, die Beschwerden können aber zusätzlich beispielsweise durch Atemübungen und Asthmasport gelindert werden. Im ausgeprägtesten Stadium des Asthmas können therapeutisch sogenannte Biologicals (beispielsweise Omalizumab) angewandt werden, die in Form von Tabletten eingenommen werden.

Weitere Informationen finden Sie unter: Medikamente gegen Asthma

Dosierung des Asthmasprays

Die Dosierung eines Asthmasprays ist abhängig vom Präparat und der Therapiestufe (also der Ausprägung des Asthmas und der dementsprechend angesagtenTherapie). Salbutamol wird beispielsweise bei einem akuten Anfall in Form von zwei Hüben (also zwei Sprühstößen gegeben). Pro Tag sollten allerdings mehr als zehn Hübe vermieden werden. Bei Budesonid wiederum gibt es Präparate mit unterschiedlich hoher Anzahl an Milligramm-Stärken. Die normale Dosis liegt hier bei leichtem Asthma bei 0,2-0,4 mg und kann bis auf 0,8 mg am Tag gesteigert werden.

Darf man ein Asthmaspray sofort absetzen?

Viele Asthmasprays sind für eine langfristige Therapie ausgerichtet und entfalten erst nach einer gewissen Einnahmedauer ihre volle Wirkung, da der Spiegel des Wirkstoffes im Körper erst dann hoch genug ist. Dementsprechend ist für es für eine ausreichende Wirkung des Asthmasprays bei einer langfristigen Therapie wichtig, dass es regelmäßig verwendet wird. Ein plötzliches eigenhändiges Absetzen des Asthmasprays ist daher nicht empfohlen, besonders bei Asthmasprays mit Cortison ist immer zunächst eine langsame Reduzierung der Dosis zu empfehlen. Sollte das Asthmaspray zu Nebenwirkungen führen, sollte immer der behandelnde Arzt kontaktiert werden, damit gemeinsam überlegt werden kann, auf ein anderes Asthmaspray umzustellen, anstatt dieses einfach abzusetzen.

Preis eines Asthmasprays

Der Preis eines Asthmasprays ist stark vom Wirkstoff und vom Hersteller abhängig. Die meisten Asthmasprays starten bei einem Preis von ca. 5-10 Euro, wobei der Preis beliebig in die Höhe gehen kann. Es gibt beispielsweise Asthmasprays, die 50 Euro kosten, wobei hier nach dem Wirkstoff direkt gesucht werden kann und dann ein Präparat eines anderen Herstellers genommen werden kann. Bei Zweifeln empfiehlt es sich, immer eine Beratung in der Apotheke wahr zu nehmen.

Wechselwirkungen des Asthmasprays

Die Wechselwirkungen bei Asthmasprays sind sehr vielfältig und komplex und immer von der Art des Präparats und der Dosierung abhängig. Daher ist es äußerst wichtig, dass die Therapie der Asthma-Erkrankung mit dem behandelnden Arzt besprochen wird und diesem sämtlich zusätzlich eingenommene Medikamente mitgeteilt werden. Außerdem sollte ein reger Informationstausch bei beispielsweise neu auftretenden Symptomen stattfinden. Asthmasprays mit Cortison können beispielsweise zu einem Kaliummangel führen oder selbst durch Östrogen-haltige Präparate oder bestimmte Antibiotika verstärkt werden und dementsprechend länger und in höherer Dosis ihre Wirkung entfalten.

Asthmaspray und Alkohol - Verträgt sich das?

Auch bei der Verwendung eines Asthmasprays sollte stets Vorsicht mit möglichen Auslösern für einen Asthmaanfall geboten sein. Hierzu gehören neben verschiedenen Medikamenten auch Alkohol und Nikotin. Studien haben ergeben, dass Alkohol bei vielen Asthmatikern zur Auslösung eines Asthmaanfalls führen kann. Dies konnte vor allem bei Wein nachgewiesen werden. Es ist natürlich auch möglich, dass Alkohol keinen Auslöser für einen Asthmaanfall darstellt, aber es sollte stets im Hinterkopf behalten werden.

Ist die Einnahme in der Schwangerschaft und Stillzeit möglich?

Grundsätzlich ist die Einnahme von Asthmasprays während der Schwangerschaft und der Stillzeit möglich. Dabei sollte allerdings immer eine enge Absprache mit dem behandelnden Arzt des Asthmas und dem Arzt, der die Schwangerschaft betreut, bestehen, da die Anwendung abhängig von der Art des Asthmasprays ist. Gängige Asthmasprays, wie beispielsweise Salbutamol, können während der Schwangerschaft und Stillzeit verwendet werden. Da Salbutamol aber zu den Beta2-Sympathomimetika gehört, die auch eine Wehen hemmende Wirkung besitzen, sollte die Anwendung vor der Geburt ärztlich abgeklärt und gegebenenfalls umgestellt werden.

Ist die Wirksamkeit der Pille durch das Asthmaspray eingeschränkt?

In der Regel wird die Wirksamkeit der Pille durch ein Asthmaspray nicht eingeschränkt. Bei Unsicherheiten sollte der Beipackzettel durchgelesen werden oder beim behandelnden Arzt oder Apotheker nachgefragt werden. Umgekehrt kann die Pille aber zur Verstärkung der Wirkung des Asthmasprays kommen, da beispielsweise Cortison-haltige Asthmasprays durch die Östrogene in der Pille weniger stark abgebaut werden und dementsprechend länger als wirksames Medikament im Körper vorliegen und auf die Lunge wirken können.

Kann ein Asthmaspray beim Muskelaufbau helfen?

Es gibt keine wissenschaftlich nachgewiesene Wirkung eines Asthmasprays auf den Muskelaufbau. Durch ein Asthmaspray kommt es meist zur Erweiterung der sich sonst durch das Asthma zusammenziehenden Atemwege. Diese Wirkung ist natürlich sicher durchaus förderlich für ein ausgiebiges Fitnesstraining, sollte aber definitiv nicht Grund für die Anwendung eines Asthmasprays sein.

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Darf man Asthmaspray mit ins Flugzeug nehmen?

Bei den meisten Fluggesellschaften ist das Mitnehmen eines Asthmasprays im Handgepäck im Flugzeug erlaubt, da es sich um ein ärztlich angeordnetes Medikament handelt, das im Notfall griffbereit sein muss. Sollten Unklarheiten bestehen, können die Bestimmungen für das Handgepäck auf der Internetseite der jeweiligen Fluggesellschaften nachgelesen werden.

Darf ein abgelaufenes Asthmaspray noch verwendet werden?

Ist ein Asthmaspray abgelaufen, sollte stattdessen ein neues Spray verwendet werden, da die enthaltenen Wirkstoffe möglicherweise an Wirksamkeit verloren haben. Daher sollte vor Gebrauch eines Asthmasprays immer das Haltbarkeitsdatum überprüft werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 31.05.2019
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