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Bauchschmerzen nach einer Magenspiegelung

Einleitung

Die Magenspiegelung ist ein in Deutschland täglich vielfach durchgeführtes Routineverfahren, um Erkrankungen der Speiseröhre, des Magens und des Zwölffingerdarmes zu diagnostizieren. Da nur selten Komplikationen auftreten, kann die Magenspiegelung unter ambulanten Bedingungen in entsprechend ausgerüsteten Arztpraxen oder im Krankenhaus erfolgen. Es ist in der Regel keine Vollnarkose notwendig. Die Patienten erhalten Beruhigungs- und Schlafmittel in geringen Dosen und werden so in einen schlafähnlichen Zustand versetzt.

Kurze Zeit nach dem Eingriff können Sie nachhause gehen. Bei der Magenspiegelung werden die Wände von Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm über fieberoptische Kameratechnik dargestellt, die mit einem Schlauch durch den Mund eingeführt wird. Um den Magen besser beurteilen zu können, wird dieser unter Verwendung eines Gasgemisches etwas aufgeblasen.

Die Magenspiegelung wird zur Abklärung von Sodbrennen, chronischen Magenschmerzen, Verdauungsschwierigkeiten oder bei der Notfallbehandlung von Magenblutung genutzt. Magenschmerzen können nach einer Magenspiegelung auftreten. Meistens sind diese unbedenklich, in einigen Fällen können sie jedoch auf ernstere Komplikationen hindeuten. Treten Symptome auf, die über die üblichen Beschwerden nach Magenspiegelung hinausgehen, sollte dies im Krankenhaus abgeklärt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Magenspiegelung

Ursachen für Schmerzen nach Magenspiegelung

Bauchschmerzen nach einer Magenspiegelung werden meist durch Reste des verwendeten Luft-Gas-Gemisches, die nach der Prozedur im Magen verbleiben können, ausgelöst. Diese Beschwerden sind nach der Magenspiegelung üblich und verschwinden nach einiger Zeit von selbst. Das Gasgemisch dehnt auch nach dem Entfernen aller Geräte die Magenwand und kann zu Magenschmerzen und später zu Blähungen führen.

Gelegentlich reagiert die Magenschleimhaut auch empfindlich auf die mechanischen Reize, die während des Eingriffes gesetzt werden. Hierzu zählen die künstliche Dehnung der Magenwand und Reize, die beim Anstoßen des Endoskops verursacht werden.

Nur äußerst selten werden Strukturen von Speiseröhre, Magen oder Zwölffingerdarm tatsächlich verletzt. Dies kann durch anatomische Besonderheiten begünstigt werden. Meist handelt es sich um kleine Schädigungen der Schleimhaut, die mäßig oder überhaupt nicht bluten und keiner weiteren Behandlung bedürfen.

In einigen Fällen kann es jedoch zur Perforation der Magen- oder Zwölffingerdarmwand oder der Speiseröhre kommen. Dies ist eine sehr gefährliche Komplikation und sollte zeitnah im Krankenhaus behandelt werden.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Ursachen für Bauchschmerzen

Diagnose

Der Arzt wird in der Regel zunächst ein Anamnesegespräch führen. Dabei hat der Patient die Gelegenheit, seine Beschwerden genau zu schildern. Besondere Aufmerksamkeit sollte dabei auf die Dauer der Beschwerden, den Schmerzcharakter, auf den zeitlichen Verlauf der Schmerzen und auf mögliche Begleiterscheinungen gelegt werden. Im Anschluss erfolgt meist eine grobe körperliche Untersuchung, die sich auf den Bauch konzentriert. Lassen sich Schmerzen ggf. durch Druck auf die Bauchdecke verstärken, ist die Bauchmuskulatur stark angespannt oder zeigt der Patient Zeichen von Fieber, kann das dem Arzt entscheidende Hinweise auf die Art der Erkrankung geben.

Wenn die Praxis über ein Ultraschallgerät verfügt, kann direkt im Anschluss eine Ultraschalluntersuchung stattfinden. Mit der sogenannten Sonografie lassen sich die Organe des Bauchraumes schmerzfrei und ohne die Verwendung schädlicher Strahlen darstellen. Eine Blutung kann oft schon mittels Ultraschall festgestellt werden. Besteht der dringliche Verdacht einer Komplikation, kann nach sorgfältiger Risiko-Nutzen Abrechnung eine erneute Magenspiegelung stattfinden. Wenn ein Röntgengerät zur Verfügung steht, kann eine Röntgenaufnahme des Bauches zur Diagnostik von Schäden des Magens oder des Zwölffingerdarmes beitragen. Eine Blutuntersuchung gibt Aufschluss darüber, ob im Körper eine Infektion vorliegt.

Begleitende Symptome

Magenschmerzen nach einer Magenspiegelung können mit weiteren Symptomen einhergehen. Einige sind unbedenklich, andere wiederum erfordern genauere Aufmerksamkeit und ggf. eine erneute Vorstellung beim behandelnden Arzt. Da die Darstellung der Magenschleimhaut bei gedehnter Magenwand sehr viel einfacher ist, wird ein Gas-Luft-Gemisch in den Magen geblasen. Dieses wird zwar zum Ende der Magenspiegelung hin abgesaugt, kleinere Gasmengen können jedoch im Magen verbleiben. Deshalb ist das Aufstoßen von Luft ein häufiges begleitendes Symptom. Manche Patienten fühlen sich aufgeblasen und verspüren eine leichte Übelkeit.

Wird das Gas-Luft-Gemisch durch die Kontraktionen von Magen und Zwölffingerdarm in den Darm weitergegeben kann es wenig später zu Blähungen und zum Windabgang kommen. Die bislang geschilderten Symptome sind auf das Verfahren an sich zurückzuführen und nicht weiter bedenklich.

Zwar sind ernsthafte Komplikationen bei der Magenspieglung extrem selten, doch sollten bestimmte begleitende Symptome zum raschen Handeln veranlassen. Dazu gehören starke Bauchschmerzen und eine gespannte Bauchdecke. Auch das Auftreten von Fieber in Verbindung mit Magenschmerzen oder starkes Erbrechen, besonders wenn das Erbrochene Blut erhält, sind Anzeichen für eine gefährliche Komplikation. Diese Begleiterscheinungen könnten auf die Perforation von Magen oder Zwölffingerdarm hindeuten, die zwar selten beobachtet wird, aber zu den möglichen Komplikationen der Magenspiegelung gehört.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Komplikationen der Magenspiegelung

Welche Bauchschmerzen sind nach einer Magenspiegelung (noch) normal?

Nach einer Magenspiegelung sind leichte Schmerzen normal, die sich im Verlauf von wenigen Stunden zurückbilden. Diese sind meist auf im Magen verbleibendes Gas-Luft-Gemisch zurückzuführen, welches entweder über die Magenschleimhaut aufgenommen, durch die Magenkontraktion in den Darm weitergegeben oder aufgestoßen wird. Leichte Bauchschmerzen oder Schmerzen des Unterbauches sowie Blähungen sind auch normal und treten mit großer Regelmäßigkeit nach Magenspiegelung auf.

In Einzelfällen kann die Magenschleimhaut, die durch Dehnung bei der Magenspiegelung etwas gereizt wird, noch am Folgetag leichte Schmerzen verursachen. Treten jedoch heftiges (Blut-) Erbrechen, starke Schmerzen oder eine gespannte Bauchdecke auf, sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Therapie

Meistens sind Bauchschmerzen nach einer Magenspiegelung nicht weiter behandlungsbedürftig. Verbleibendes Gas im Magen oder Darm wird in der Regel über die natürlichen Wege ausgeschieden oder durch die Magen-Darm-Schleimhaut resorbiert. Meist reicht eine leichte Kostreduktion bis zum Nachlassen der Beschwerden. Auch Wärmeanwendungen mit aufgelegter Wärmeflasche können helfen.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema: Hausmittel gegen Magenschmerzen

Sind die Beschwerden stärker, können nach Absprache mit dem Arzt auch Medikamente eingesetzt werden. Simeticon© ist ein Arzneimittel, welches bei Völlegefühl und Blähungen verwendet wird. Es reduziert überschüssiges Gas im Verdauungssystem und führt so zu einer Schmerzlinderung. Bei krampfartigen Beschwerden kann außerdem Butylscopolamin eingenommen werden, welches die schmerzhafte Zusammenziehung der glatten Muskulatur der Magen-Darmwand lindert.

Ist die Ursache für die Schmerzen jedoch eine Perforation von Magen- oder Dünndarmwand, ist eine Behandlung im Krankenhaus angezeigt. Der Defekt wird meist im Rahmen einer weiteren Magenspiegelung mit dem Endoskop verschlossen. Tritt begleitend Fieber auf, kann das auf eine Bauchfellentzündung durch ausgetretenen Mageninhalt hindeuten. Hier wird mit intravenös verabreichten Antibiotika therapiert. Eine Operation ist nur äußerst selten notwendig.

Dauer der Beschwerden

Bauchschmerzen nach Magenspiegelung sind meistens von kurzer Dauer. Sie lassen fast immer wenige Stunden nach dem Eingriff nach und dauern nur selten bis zum nächsten Tag an. Meist führt schon das Aufstoßen der im Magen verbliebenen Luft zu einer deutlichen Besserung. Kostreduktion und Wärme reichen in den meisten Fällen aus, bis spätestens zum nächsten Tag vollständige Beschwerdefreiheit zu erreichen. Bauchmerzen die schlimmer werden, sollten Anlass zu einem erneuten Arztbesuch geben. Nur in Einzelfällen liegt den Schmerzen eine ernsthafte Komplikation, die eine längere Therapie erforderlich macht.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
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