Ebenol

Einleitung

Bei Ebenol® handelt es sich um eine rezeptfreie Salbe zur Behandlung von Hauterscheinungen aus der Apotheke. Das Arzneimittel enthält als Wirkstoff Hydrocortison in einer Konzentration von entweder 0,5% oder 0,25%. Zudem gibt es das Medikament auch in Form eines Sprays. Ebenol® kann zum Beispiel bei Insektenstichen oder Sonnenbrand Linderung verschaffen. Bei vielen Hauterkrankungen wie Herpes oder Akne darf die Creme jedoch nicht verwendet werden. Ebenfalls sollten kleine Kinder und schwangere Frauen möglichst nicht mit Ebenol® behandelt werden. Das Arzneimittel sollte nur kurzzeitig und nicht länger als zwei Wochen angewendet werden. Bei unklaren Hauterscheinungen sollte zunächst der Rat eines Arztes eingeholt werden.

Anwendungsgebiete

Ebenol® ist ein Arzneimittel, das zur äußeren Anwendung von leichten entzündlichen Hauterkrankungen bestimmt ist. Es soll zum einen den Heilungsprozess fördern und zum anderen Beschwerden wie Juckreiz und Schwellung lindern. Typische Anwendungsgebiete der niedriger dosierten Creme (0,25% Hydrocortison) sind zum Beispiel Insektenstiche oder ein Sonnenbrand. Auch bei einer Kontaktallergie kann Ebenol® die Symptome lindern. Wichtig ist hierbei jedoch vor allem den Auslöser der Allergie (zum Beispiel Nickel oder Latex) zu identifizieren und zu meiden.
Weiterhin kann das Arzneimittel bei der Behandlung spezieller Hauterkrankungen wie Schuppenflechte (Psoriasis) und Neurodermitis nach Rücksprache mit dem behandelnden Hautarzt eingesetzt werden. Hierbei wird in der Regel die höhere Dosierung (0,5% Hydrocortison) gewählt. Ebenol® als Creme eignet sich auch für die Anwendung bei trockener Haut. Das Spray ist bei Haut zu bevorzugen, die sehr fettig oder behaart ist. Auch bei berührungsempfindlichen Stellen wird die Anwendung des Sprays empfohlen.

Ebenol gegen Pickel

Ebenol® ist nicht zur Behandlung von Pickeln geeignet. Die Creme mit dem enthaltenen Hydrocortison kann bei Akne sogar das Hautbild verschlechtern und zu mehr Pickeln führen. Es stehen verschiedene andere Behandlungsmethoden und unter anderem auch spezielle Cremes zu Bekämpfung von Pickeln zu Verfügung. Bei ausgeprägten Hautbeschwerden und einem hohem Leidensdruck kann ein Hautarzt aufgesucht werden, der gegebenenfalls ein entsprechendes Medikament verschreiben kann.

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Ebenol bei einem Sonnenbrand

Bei einem leichten bis mäßig ausgeprägtem Sonnenbrand kann die Haut mit Ebenol® eingecremt bzw. -gesprüht werden. Es hilft unter anderem gegen den oft quälenden Juckreiz. Die Creme sollte dünn auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden und darf maximal zwei Wochen angewendet werden. Am wichtigsten ist es jedoch, die Haut vor weiterer Sonneneinstrahlung durch Kleidung, Kopfbedeckungen und Aufenthalt im Schatten zu schützen.

Zusätzlich können kühlende Maßnahmen wie Quarkumschläge Linderung verschaffen und die Heilung unterstützen. Bei einem sehr stark ausgeprägten Sonnenbrand, der große Teile des Körpers betrifft oder wenn sich Blasen auf der Haut bilden, sollte jedoch ein Hautarzt aufgesucht werden. Ebenol kann hier den Heilungsprozess sogar verzögern und darf deswegen nicht ohne ärztliche Rücksprache verwendet werden.

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Ebenol® gegen Herpes

Ebenol® darf keinesfalls bei Herpesangewendet werden. Der enthaltende Wirkstoff Hydrocortison hemmt die Entzündungsreaktion und damit auch die körpereigene Abwehr des Immunsystems. Diese ist jedoch notwendig, um die Viren zu bekämpfen, die den Herpes auslösen. Cremt man von Herpes betroffene Hautbereiche mit Ebenol® ein, wird die Abwehrfähigkeit der Haut eingeschränkt und die Viren können sich sogar leichter vermehren. Das Krankheitsbild wird daher am ehesten sogar verschlimmert. Gegen Herpes gibt es spezielle Cremes, die einen speziellen Wirkstoff gegen Viren enthalten. Solche kann der Hautarzt im Bedarfsfall verschreiben.

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Ebenol - Einnahme in Schwangerschaft und Stillzeit

Ebenol® sollte während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht verwendet werden. Das gilt insbesondere für die ersten drei Monate der Schwangerschaft. Im Ausnahmefall kann eine Anwendung im weiteren Schwangerschaftsverlauf nach Absprache mit dem Arzt möglich sein. Aber auch dann sollte insbesondere eine langfristige oder großflächige Anwendung vermieden werden. Wenn der Einsatz von Ebenol® in der Stillzeit notwendig ist, sollte gegebenenfalls abgestillt werden. Das Baby sollte auch möglichst nicht in Kontakt zu den eingecremten Hautbereichen kommen.

Anwendung von Ebenol® im Intimbereich

Die Anwendung von Ebenol® im Intimbereich sollte vermieden werden und wenn dann nur nach ärztlicher Rücksrprache erfolgen. Die Haut ist dort sehr empfindlich und die Creme oder das Spray kann sich negativ auswirken. Besonders der Kontakt zu den Schleimhäuten von After, Harnröhrenausgang und Scheide sollte vermieden werden. Die Anwendung kann unter anderem eine Pilzinfektion begünstigen.
Hauterkrankungen im Intimbereich sollten daher zeitnah vom Haus- oder gegebenenfalls gleich einem Hautarzt untersucht werden. Vorsicht geboten ist außerdem beim Einsatz von latexhaltigen Verhütungsmitteln wie Kondomen oder Diaphragmen. Die Anwendung von Ebenol® kann aufgrund der in der Creme enthaltenen Zusatzstoffe deren Funktionsfähigkeit herabsetzen. Dadurch kann gegebenenfalls die Sicherheit der Verhütung vermindert werden.

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Nebenwirkungen von Ebenol®

Nebenwirkungen durch eine Behandlung mit Ebenol® entsprechend der Vorgaben sind sehr selten aber wie bei allen Arzneimitteln möglich. Bei etwa einem von 10.000 Anwendern kommt es zu einer allergischen Hautreaktion in dem Bereich, wo die Creme aufgetragen wird. Insbesondere bei einer Anwendung die über einen längeren Zeitraum als die vorgegebenen zwei Wochen erfolgt, kann es zu einer Verdünnung der Haut, einer Veränderung der Pigmentierung sowie zu vermehrtem Haarwachstum kommen.

Bei sehr großflächiger oder langfristiger Anwendung kann der Wirkstoff Hydrocortision auch über die Haut in den Blutkreislauf aufgenommen werden und im Körper Nebenwirkungen hervorrufen. Zudem kann die fälschliche Anwendung von Ebenol® auf Wunden deren Heilung behindern. Wird das Arzneimittel bei Hauterkrankungen eingesetzt, die nicht mit Hydrocortison behandelt werden sollten, kann sich das Krankheitsbild verschlechtern. Dazu zählen zum Beispiel Pilzinfektionen oder durch Viren ausgelöste Erkrankungen wie Herpes oder Genitalwarzen.

Wechselwirkung mit anderen Medikamenten

Der Wirkstoff von Ebenol®, Hydrocortsion kann grundsätzlich zu einer Vielzahl von Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln, die zum Beispiel als Tabletten eingenommen werden, führen. Da Ebenol® jedoch als Creme oder Spray bei ordnungsgemäßer Anwendung nur lokal in dem Hautbereich wirkt, wo es angewendet wird, sind diese Wechselwirkungen nicht zu befürchten. Das Medikament wird in der Regel gut vertragen. Gefahren gehen am ehesten von einer nicht angemessenen Anwendung aus. Dazu zählt, wenn Ebenol® bei Hauterscheinungen eingesetzt wird, die dadurch verschlimmert werden wie Akne oder Infektionserkrankungen. Eine übermäßige und zu lange Anwendung, die die Vorgaben überschreitet, kann zu einer Aufnahme des Wirkstoffs über die Haut ins Blut führen und damit letztlich auch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten auslösen.

Gegenanzeigen

Bei einigen Gegenanzeichen darf Ebenol® auf keinen Fall angewendet werden. Das gilt zum Beispiel, wenn man allergisch auf den Wirkstoff oder sonstige Bestandteil der Creme bzw. des Sprays reagiert. Weiterhin darf Ebenol® bei verschiedenen Hauterkrankungen nicht verwendet werden, da es den Krankheitsverlauf negativ beeinflusst. Dazu zählen Viruserkrankungen wie Windpocken, Herpes und Gürtelrose sowie ein Pilzbefall. Vorsicht geboten ist insbesondere bei Hauterscheinungen, die das Gesicht betreffen wie Akne, entzündlicher Rötung des Gesichts (Rosacea) und Entzündungen, die den Mund umgeben (periorale Dermatitis).
Auch Hauterscheinungen bei Syphillis und Tuberkulose dürfen nicht mit Ebenol® oder ähnlichen Medikamenten behandelt werden. Da eine Einstufung von Hauterscheinungen durch Laien oft nicht möglich ist, sollte im Zweifel der Rat eines Apothekers oder Arztes eingeholt werden. Keinesfalls sollte bei Unsicherheit ein eigener Behandlungsversuch mit Ebenol® unternommen werden, da bereits bestehende Hauterkrankungen sich verschlimmern oder ausweiten können. Zudem sollte keine Anwendung auf offenen Wunden oder in Hautfalten erfolgen.

Wirkstoff

Ebenol® enthält als Wirkstoff Hydocortison. Es handelt sich um ein Hormon, das auch natürlicherweise vom Körper produziert wird (in der Rinde der Nebennieren). Das in Ebenol® enthaltene Hydrocortison wird synthetisch hergestellt und wirkt bei äußerer Anwendung auf der Haut entzündungshemmend und antiallergisch, da es unter anderem vor Ort die Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems bremst. Dadurch werden Beschwerden wie Schwellung, Juckreiz, Rötung und Überwärmung eingedämmt. Da der Wirkstoff direkt auf die Haut aufgetragen wird, erfolgt die Wirkung auch nur dort und bei ordnungsgemäßer Anwendung sind keine Nebenwirkungen wie bei einer Cortison-Behandlung zum Beispiel durch Tabletten zu befürchten.

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Ebenol® in Kombination mit Cortison

Der Wirkstoff von Ebenol® ist Hydrocortison, das im allgemeinen Sprachgebrauch auch oft nur als Cortison bezeichnet wird (es handelt sich genau genommen um zwei Formen des Hormons, die sich chemisch etwas unterscheiden). Ebenol® enthält also immer (Hydro)cortison. Die verschiedenen angebotenen Ebenol-Cremes unterscheiden sich lediglich in der Konzentration des Wirkstoffs. Die schwächere Form enthält 0,25% und die stärkere 0,5%.

Dosierung

Ebenol® gibt es in Salbe mit einer Dosierung des Wirkstoffs Hydrocortison von 0,25% und 0,5%. Das Spray enthält auch 0,5% Wirkstoff. Die Anwendung kann anfangs ein- bis zweimal täglich erfolgen. Im Verlauf sollte Ebenol® nur einmal täglich verwendet werden. Es wird jeweils dünn auf die zuvor gereinigte Haut aufgetragen und leicht verrieben. Die Dauer der Anwendung sollte nicht länger als drei Wochen sein.

Preis

Der Preis von Ebenol® richtet sich nach der Packungsgröße und der Wirkstoffkonzentration. Er liegt etwa zwischen 5 und 12€. In Internetapotheken sind die Arzneimittel oft günstiger erhältlich, jedoch auf Kosten einer fehlenden Beratung durch einen Apotheker.

Ist Ebenol rezeptfrei?

Um Ebenol® zu erwerben, benötigt man kein Rezept. Allerdings handelt es sich um ein apothekenpflichtiges Medikament. Auch wenn daher ein Arztbesuch nicht erforderlich ist, um Ebenol® zu erhalten, sollte im Zweifel jedoch zunächst der Rat eines Arztes eingeholt werden. Gerade bei unklaren Hauterkrankungen oder wenn keine Erfahrung mit der Anwendung von Ebenol® besteht, sollte zur Sicherheit erst ein Arzt um Rat gefragt werden.

Alternativen

Neben Ebenol® gibt es verschiedene weitere Cremes, Salben und Sprays, die den gleichen Wirkstoff enthalten und alternativ verwendet werden können. Sofern sie die gleiche Konzentration an Hydrocortison haben, unterscheidet sich die Wirkung nicht von der von Ebenol®. Weitere Alternativen richten sich nach den Beschwerden und der Ursache der Hauterscheinung. Bei Insektenstichen mit Juckreiz können auch Salben ohne Hydrocortison und dafür anderen Wirkstoffen eingesetzt werden. Ein leichter Sonnenbrand heilt auch mit kühlenden Maßnahmen wie Quarkumschlägen und einem Schutz vor weiterer Sonnenstrahlung in der Regel zeitnah aus.

Weiterführende Informationen

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Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 20.10.2017 - Letzte Änderung: 22.10.2021
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