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Hausmittel bei Herpes

Einleitung

Herpes ist eine weit verbreitete und sehr verhasste Infektion. Das Virus, welches nach einer Infektion ein Leben lang im Körper schlummert, kann sich immer wieder reaktivieren und zu symptomatischen Ausbrüchen bei den Betroffenen führen. Die teils schmerzhaften Bläschen sehen nicht nur unschön aus, sie sind auch infektiös und so steigt auch die Gefahr, andere anzustecken. Daher ist die Nachfrage nach Hausmitteln gegen Herpes verständlicherweise sehr groß. Doch gibt es überhaupt Hausmittel gegen Herpes und wenn ja, wie wirksam sind diese?

Der folgende Artikel befasst sich mit interessanten Fragen und Informationen rund um das Thema „Hausmittel gegen Herpes“.  

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Welche Hausmittel kann man einsetzen?

Das Thema „Hausmittel bei Herpes“ ist ein sehr umstrittenes. Während Hausmittel bei anderen Erkrankungen teils auch aus ärztlicher Sicht empfohlen werden oder zumindest nicht von ihnen abgeraten wird, ist es bei Herpes etwas anders. Überwiegend wird von Hausmitteln bei Herpes vehement abgeraten, da aus Sicht von Experten, die negativen Folgen gegenüber vermeintlich positiven Effekten überwiegen. Vor allem wird kritisiert, dass durch die Behandlung mit Hausmitteln eine Behandlung mit antiviral wirksamen Medikamenten verzögert wird. Dadurch verlängert sich oftmals der Krankheitsverlauf.

Ein weiterer Kritikpunkt besteht darin, dass viele Hausmittel – auch die vermeintlich Schonenden – Reizungen verursachen können. Doch welche Hausmittel kann man denn nun anwenden? Diese Frage lässt sich nicht so einfach beantworten. Wer auf Hausmittel nicht verzichten möchte, sollte zumindest auf möglichst Schonende zurückgreifen. Das sind vor allem Honig, schwarzer Tee, Zinkpaste, Zitronenmelisse, Knoblauch und Ingwer. Teebaumöl hingegen, Zahnpasta, Alkohol, Backpulver oder sonstige Empfehlungen sollte man meiden.

Weiterhin sind die genannten Hausmittel lediglich für einen Lippenherpes geeignet und nicht zur Behandlung anderer Herpesarten. Außerdem sollte man sie immer nur mit einem Wattestäbchen oder Handschuhen auftragen, da man sonst Viren mit den Händen verschleppt und die Ausbreitung des Herpes fördert. Die Hausmittel sollten möglichst vor Ausbruch der Herpesbläschen aufgetragen werden. Am besten sollte man vorher jedoch Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker halten, um sich zu vergewissern, dass von dem Hausmittel kein Schaden für einen selbst ausgeht.                  

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Knoblauch

Knoblauch wird oft eine antimikrobielle Wirksamkeit zugeschrieben. Es gibt jedoch keine wissenschaftlichen Belege dafür, dass Knoblauch gegen Herpes wirksam ist. Dennoch sind viele Betroffene überzeugt von Knoblauch als Hausmittel gegen den Lippenherpes. Dazu schneidet man eine Knoblauchzehe in Scheiben und reibt die betroffene Stelle damit für einige Sekunden ein.

Viele Betroffene berichten von weniger Juckreiz und weniger Beschwerden im Allgemeinen durch dieses Hausmittel. Es ist jedoch sehr wichtig, den Knoblauch nur einzusetzen, bevor sich Herpesbläschen gebildet haben. Sobald Herpesbläschen da sind, sollten diese nicht mehr manipuliert werden, da sie sonst aufplatzen können. In diesem Fall wäre die Ansteckungsgefahr für andere Personen stark erhöht.               

Ingwer

Ähnlich wie dem Knoblauch wird auch der Ingwerwurzel eine desinfizierende und antimikrobielle Wirkung zugesprochen. Doch auch wie beim Knoblauch sind keine wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit des Ingwers bei einem Herpes zu finden. Manche Betroffene empfinden Ingwer als wohltuend bei einem Lippenherpes. In dünne Scheibchen geschnitten wird der Ingwer auf die betroffene Stelle gedrückt und gerieben. Sobald er austrocknet wird er verworfen und mit einem neuen Scheibchen ersetzt. Der Ingwer sollte jedoch stets nur angewendet werden, bevor Herpesbläschen entstanden sind. Ansonsten provoziert man, dass die Bläschen platzen und sich das Virus weiter ausbreitet. Man sollte auch bei diesem vermeintlich wohltuenden Hausmittel beachten, dass es zu Hautreizungen führen kann und es abgesehen davon nicht gegen das Virus an sich wirksam ist. Ingwer ist weiterhin auch nicht für die Anwendung beim Genital-, Augen- oder Nasenherpes geeignet.                      

Kamille

Kamille ist kein klassisches Hausmittel gegen Herpes. Tatsächlich kann Kamille insbesondere an der Nase, im Genitalbereich oder an den Augen zu Reizungen bis hin zu allergischen Reaktionen führen. Daher ist davon abzuraten, Kamillenextrakte, ausgewrungene Teebeutel oder Inhalationen gegen die Beschwerden bei einem aktiven Herpes einzusetzen. Schlimmstenfalls drohen weitere Irritationen oder Ausschläge durch die Kamille.                         

Zahnpasta

Obwohl oftmals Zahnpasta als beliebtes Hausmittel gegen Herpes angepriesen wird, sollte man von diesem Hausmittel absehen. Zahnpasta enthält sehr viele Inhaltsstoffe, die die Haut reizen können. Da die Haut durch den Herpes ohnehin gereizt ist, sollte man weitere Reizungen jedoch vermeiden. Tatsächlich ist Zahnpasta nur deshalb in manchen Fällen wirksam, weil Zink enthalten ist. Die desinfizierende und austrocknende Wirkung des Zinks ist aber viel besser durch den Einsatz einer Zinkpaste zu erreichen. Zahnpasta sollte daher nicht als Hausmittel gegen Herpes eingesetzt werden.  

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Zink

Zinkpaste wird zur Behandlung von Herpes oftmals eingesetzt. Zink hat eine desinfizierende und austrocknende Wirkung, sodass viele Betroffene die Salbe als sehr angenehm empfinden. Eine direkte antivirale Wirkung besitzt Zinksalbe jedoch nicht.

Dennoch hat sie aus der Sicht vieler Betroffener einen positiven Effekt auf die nässenden Herpesbläschen. Am besten fragt man in einer Apotheke nach einer geeigneten Paste, die man dünn auf die Herpesbläschen auftragen kann. Zum Auftragen sollte man immer ein Wattestäbchen verwenden und die Bläschen nicht direkt anfassen, um einer weiteren Ausbreitung des Virus vorzubeugen. Viele Dermatologen raten jedoch auch von dem Gebrauch einer Zinkpaste ab, da sie zu stark austrocknend wirkt.                     

Schwarzer Tee

Schwarzer Tee ist ein beliebtes und einfaches Hausmittel zur Vorbeugung von Herpesbläschen. Er sollte jedoch nur angewendet werden, bevor Bläschen zu sehen sind. Betroffene spüren meist im Vorfeld bereits Symptome und wissen daher, wann wieder ein Ausbruch droht. Der Teebeutel sollte vorher in Wasser aufgekocht und anschließend ausgewrungen werden. Wenn der Teebeutel wieder etwas abgekühlt ist, kann er einige Minuten auf die betroffene Stelle gedrückt werden. Dieses Hausmittel eignet sich jedoch nicht zur Behandlung des Nasen-, Augen- oder Genitalherpes.

Teebaumöl

Teebaumöl wird im Zusammenhang mit Herpes sehr oft als Hausmittel erwähnt. Doch wofür genau wird Teebaumöl eingesetzt und wie wirksam ist es wirklich? Teebaumöl ist ein ätherisches Öl, welches sehr häufig als Hausmittel gegen viele Erkrankungen empfohlen wird.

Ihm wird eine antimikrobielle Wirkung zugesprochen. Viele Betroffene träufeln vor allem bei einem beginnenden Herpesausbruch etwas Teebaumöl auf die betroffene Stelle, um Symptomen vorzubeugen.

Man sollte jedoch im Hinterkopf behalten, dass Teebaumöl als Risikosubstanz für Kontakt-Dermatitiden gilt, es kann also einen Hautausschlag verursachen. Für die Anwendung im Intimbereich, den Augen oder der Nase ist Teebaumöl nicht geeignet. Unverdünnt sollte es außerdem auch nicht aufgetragen werden.

Bevor Teebaumöl als Hausmittel gegen Herpes eingesetzt wird, sollte man Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker halten.

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Backpulver

Einige Betroffene empfinden Backpulver als sehr wohltuend bei einem Lippenherpes. Mit einem Wattebausch kann man wenig von dem Backpulver auf die Herpesbläschen auftragen. Vor allem der Juckreiz und das kribbelnde Gefühl in den Bläschen wird dadurch etwas gelindert. Der Vorgang kann mehrmals täglich mit einem frischen Wattebausch wiederholt werden. Gegen die Viren ist Backpulver natürlich nicht wirksam. Es kann auch nicht verhindern, dass man weitere Menschen durch die Bläschen ansteckt.

Hausmittel für Lippenherpes

Die Nachfrage nach Hausmitteln bei einem Lippenherpes ist sehr groß. Daher stellt sich häufig die Frage, welches Hausmittel zur Behandlung des Lippenherpes eigentlich geeignet ist. Obwohl viele Betroffene gerne und häufig zur Hausmitteln greifen, ist die allgemeine Meinung von Experten – vor allem Dermatologen – zu diesem Thema eher negativ.

Die meisten Hausmittel sind nicht nur wirkungslos, sondern können auch negative Auswirkungen für den Patienten haben. Ein verlängerter Krankheitsverlauf, Hautreizungen, allergische Reaktionen oder sogar eine Ausbreitung des Virus können die Folgen sein.

Daher sollte man Hausmitteln gegen Herpes grundsätzlich kritisch gegenüberstehen. Im Falle eines Lippenherpes gibt es einige Hausmittel, die man auf keinen Fall benutzen sollte.

Dazu gehören Zahnpasta, Alkohol und Kamillentee. Hausmittel, wie Zinksalbe und Mellissentinktur, haben allenfalls eine lindernde Wirkung. Auch Knoblauch, Ingwer oder schwarzer Tee scheinen etwas beruhigend für den Juckreiz und die Reizung der Haut zu sein, gegen das Virus selbst sind diese Hausmittel jedoch auch nicht wirksam.

Ein weiteres häufig eingesetztes Hausmittel ist das Teebaumöl. Dieses kann jedoch zu Hautreizungen und allergischen Reaktionen führen.

Für alle Hausmittel gilt außerdem folgende Regel: Sie sollten stets nur vor einem Ausbruch der Herpesbläschen eingesetzt werden und nie danach! Andernfalls könnte man ein Platzen der Bläschen und damit eine Ausbreitung der Viren begünstigen. Letztlich existiert noch ein weiteres beliebtes Hausmittel, das man bei einem Lippenherpes anwenden kann, nämlich der Manuka-Honig. Dieser spezielle Honig enthält ein Stoffwechselprodukt namens Methylglyoxal, welches antibakteriell wirksam ist. Gegen Viren scheint der Honig jedoch nicht zu wirken. Dennoch benutzen viele Betroffene den Honig gerne als Hausmittel und tragen ihn mit einem Wattestäbchen dünn auf die betroffene Stelle auf. Am besten sollte der Honig noch vor Ausbruch der Herpesbläschen aufgetragen werden. Die Anwendung kann alle 2 Stunden wiederholt werden. Die Wirksamkeit lässt sich in Studien jedoch nicht sicher belegen, obwohl dies oft auf diversen Internetseiten behauptet wird.

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Hausmittel für Herpes genitalis

Genitalherpes ist ebenfalls wie der Lippenherpes eine rezidivierende Erkrankung. Das bedeutet, dass nach asymptomatischen Phasen immer wieder Krankheitsausbrüche mit schmerzhaften Herpesbläschen auftreten können. Vor allem in stressigen Lebensphasen, bei einer Grippe oder Erkältung oder nach vermehrter Sonneneinstrahlung bricht die Erkrankung gehäuft wieder aus. Bei einem Genitalherpes sollte man jedoch auf Hausmittel verzichten. Der Intimbereich und die genitalen Schleimhäute sind sehr empfindlich und daher anfällig für Reizungen durch Hausmittel. Obwohl man häufig Empfehlungen zu Hausmitteln wie Teebaumöl, Ingwer, Knoblauch oder Zitronenmelisse findet, kann an dieser Stelle nur davon abgeraten werden. Die Gefahr für Reizungen und dadurch eine Verzögerung des Krankheitsverlaufes ist schlicht und einfach zu groß.

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Hausmittel für Augenherpes

Die Augen sind sehr empfindlich und daher sollte man unbedingt von Hausmitteln bei einem Augenherpes absehen. Reizungen und leichte allergische Reaktionen sind dabei noch die harmlosesten Nebenwirkungen, die Hausmittel mit sich bringen können. Schlimmstenfalls gefährdet man seine Sehleistungen. Daher sollte Herpes an den Augen unbedingt nur ärztlich behandelt werden. 

Hausmittel bei Herpes an der Nase

Auch an der Nase kann nur von dem Einsatz von Hausmitteln abgeraten werden. Besonders die räumliche Nähe zu den empfindlichen Augen macht potentielle Reizungen durch Hausmittel sehr gefährlich. Auch die Manipulation am Nasenherpes kann zu einer Ausbreitung des Herpes auf die Augen führen und sollte daher unbedingt unterlassen werden.

Vor allem Ätherische Öle, scharfe Substanzen wie Ingwer und Knoblauch, Zahnpasta, Teebaumöl und Ähnliches ist nicht dazu geeignet, im Inneren der Nase appliziert zu werden. Reizungen sind in diesem Falle sehr wahrscheinlich und können sogar die Nasenatmung behindern.

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.11.2018
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