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Entzündung des Schienbeins

Definition

Bei Schmerzen am Schienbein kann es sich um eine Entzündung der Sehnen, Muskeln oder der Knochenhaut handeln. Im Falle der Knochenhautentzündung des Schienbeins spricht man in der medizinischen Fachsprache von einer Periostitis und ist auch unter dem Schienbeinkantensyndrom bekannt. Diese sehr unangenehme Entzündung der dünnen Knochenhaut entsteht oftmals bei übermäßiger Belastung. Auch das Knochenmark selbst kann von einer schmerzhaften Entzündung betroffen sein. Es handelt sich dann um eine Osteomyelitis.

Lesen Sie mehr zum Thema: Schienbeinkantensyndrom

Symptome

Typische Beschwerden bei einer Knochenhautentzündung im Bereich des Schienbeins sind Schmerzen bei Berührung der empfindlichen Stelle. Häufig sind die Schmerzen in Ruhe deutlich häufiger und unangenehmer als bei Bewegung oder Belastung. Zeitweise können sie dann auch ganz verschwinden. Neben den Schmerzen können auch weitere typische Entzündungszeichen auftreten. So kann das betroffene Schienbein überwärmt sein und eine Rötung aufweisen. Je nach Schweregrad der vorliegenden Entzündung kann auch der betreffende Abschnitt geschwollen sein und es zeigt sich einer verminderten Beweglichkeit. Da eine Infektion im Körper auch immer des gesamten Organismus beeinträchtigen kann, kann sich der Patient auch allgemein abgeschlagen, müde und schwach fühlen. Hinzu kommt eine verminderte Leistungsfähigkeit.


Ursache

Eine Knochenhautentzündung des Schienbeins kann verschiedene Ursachen haben, die häufigste ist jedoch eine Überlastung durch Sport. Nicht zuletzt ist einer der häufigsten Beschwerden bei Sportlern. Dabei kommen unterschiedliche Faktoren zusammen. Eine Überlastung kann durch umfangreiches und intensives Training entstehen. Oftmals sind es auch zu starke Steigerungen der Belastung, die der Knochen nicht abfangen kann. Besonders beim Joggen auf zu hartem Trainingsuntergrund können die permanenten Stöße zu mechanischen Reizungen an der Knochenhaut führen, die sich dann weiterentwickeln zu kleineren Entzündungsherden. Weiterhin können auch eine wechselnde Technik, eine übermüdete Muskulatur und Veränderungen der Trainingsbedingungen ein Auslöser für eine beginnende Knochenhautentzündung sein. Auch eine Sehnenentzündung am Schienbein ist eine denkbare Ursache, das sie auf die Knochenhaut und den Knochen übergreifen können.

Auch das falsche Schuhwerk mit unpassenden Einlagen oder zu schwacher Stoßdämpfung kann dazu beitragen, dass sich Entzündungen entwickeln. Besonders ein sehr gutes Schuhwerk ist für einen regelmäßig aktiven Sportler essentiell und vermeidet solche Beschwerden. Menschen mit Plattfuß oder Knick- Senkfüßen sollten ebenfalls einen sehr gut angepassten Schuh besitzen, wenn sie sportlich aktiv sind, da sie ebenfalls gefährdet sind, Entzündungen am Schienbein häufiger zu entwickeln. Durch die Fehlstellung der Füße, kann die einwirkenden Kraft eventuell nicht richtig abgefangen und verteilt werden, dadurch entstehen dann vor allem Reizungen an der Muskulatur oder sogar der Knochenhaut.

Neben den genannten mechanischen Ursachen können aber auch Bakterien oder Viren als Ursache für eine Entzündung am Schienbein in Frage kommen. Sie können besonders im Rahmen einer Knochenmarkentzündung auch auf die Knochenhaut übergreifen. Weiterhin können sie auch durch operative Eingriffe verschleppt werden und sich am Knochen ansiedeln und eine schmerzhafte Infektion auslösen. Zu den typischen Erregern, die während einer Operation verschleppt werden, gehören Streptokokken und Staphylokokken.

Liegt eine Infektionskrankheit wie Tuberkulose, Syphilis oder Typhus im Organismus vor, können sich die Erreger auch über die Blutbahn verteilen und an anderen Stellen des Körpers ebenfalls eine Infektion verursachen. Davon kann auch der Knochen betroffen sein.

Therapie

Die Behandlung einer Knochenhautentzündung kann sich lange hinziehen, zumal es wichtig ist sie konsequent durchzuführen. Für Viele regelmäßig sportlich Aktive ist besonders eine längere Pause von Sport eine Herausforderung, kann aber wesentlich bei der Heilung einer Entzündung sein. Die Entzündung kann andernfalls auch chronisch werden und dann für einen Sportler weitaus schlimmere Konsequenzen haben.

Immer wiederkehrende Schmerzen sind ein erster Hinweis für eine Entzündung und sollten von einem Arzt untersucht werden. Die Ursache kann dann herausgefunden werden und auch weitere Erkrankungen können ausgeschlossen werden.

Bei akut auftretenden Schmerzen sollte das Bein zunächst keiner Belastung ausgesetzt werden und man kann die schmerzende Stelle sofort kühlen. Zum Kühlen eignen sich neben den praktischen Cool- packs auch Eiswürfel, die untere einem Druckverband angebracht werden. Aber auch hier gilt zwischen Eis und Haut sollte ein schützender Abstand sein. Auch kühlende Salben wie Sportsalben, die zusätzlich auch eine schmerzlindernde Komponente wie das Diclofenac enthalten, können eine Entzündung und deren Schmerzen lindern.

Das Schienbein sollte hochgelagert werden, dies vermeidet eine Schwellung und tut dem Patienten oftmals sehr gut. Weiterhin können vorübergehend und in Rücksprache mit einem Arzt entzündungshemmende und schmerzlindernde Medikamente eingenommen werden.

Um eine erneute Überlastung der Muskeln und des Knochens zu vermeiden, kann der Patient im Rahmen einer Physiotherapie auch Lockerungsübungen für nach dem Sport erlernen, die wesentlich dazu beitragen, dass sich der Knochen und die umliegenden Muskeln zwischen den Sporteinheiten ausreichend erholen kann. Auch Massagen können zum einen zur Linderung der Beschwerden beitragen, zum anderen können sie auch regelmäßig zur Vorbeugung einer Entzündung durchgeführt werden.

Je nach Ursache für die Entzündung sollte auch längerfristig Therapiemöglichkeiten bedacht werden. Liegen zum Beispiel Deformitäten am Fuß vor oder stellt der Arzt eine bisher unbekannte Fehlstellung fest, die dadurch zu einer Fehlbelastung geführt hat, können das richtige Schuhwerk und individuell angepasste orthopädische Schuheinlagen sehr hilfreich sein und die Beschwerden werden langfristig vermieden. Weiterhin können sich Sportanfänger Rat bei Trainern einholen, wie sie ihr Training optimieren können, damit sie ein erneute Überbelastung vermeiden können. In seltenen Fällen kann es auch notwendig werden, den Entzündungsherd mittels einer Operation zu entfernen.

Prophylaxe

Eine Entzündung kann nicht immer vorgebeugt werden, besonders bei Sportlern kommen viele Faktoren zusammen, die die Entstehung begünstigen. Demnach sollten besonders Sportanfänger einige Faktoren berücksichtigen, um eine Entzündung zu vermeiden oder aber auch ihr Wiederauftreten. Zunächst sollte das Training gut an den Leistungsstand des Sportlers angepasst sein. Belastung und abrupte Steigerungen des Trainings sollten vermieden werden und eher langsam erfolgen, damit der Körper genügend Zeit hat, sich an die neuen Anforderungen anzupassen.

Um einen optimalen Trainingsplan zu verfolgen, kann dieser auch in Rücksprachen mit einem professionellen Trainer erarbeitet werden. Dieser kann sie zudem zu ihrem Laufstil und auch ihrer Ausrüstung beraten. Die Technik des Laufens ist besonders wichtig um die Belastung richtig auf den Fuß und das Bein zu verteilen. Dazu benötigt der Sportler ebenso das richtige Schuhwerk. Liegen Fehlstellungen vor, sollten von Anfang an beim Sport die entsprechenden Einlagen genutzt werden. Weiterhin sollte sich der Sportler zwischen den Sporteinheiten ausreichend lange Pausen gönnen. In dieser Zeit kann sich der Körper samt der beanspruchten Muskulatur erholen und neue Kraft schöpfen. Auch dazu kann sie ein Trainer umfassend beraten.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 11.10.2018
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