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Furunkel am Ohrläppchen

Auch am Ohrläppchen finden sich Haarfollikel, die sich unglücklicherweise entzünden können. Aufgrund einer solchen eitrigen Entzündung der Haarfollikel können dann auch Furunkel oder gar Abszesse entstehen.

Der Furunkel am Ohrläppchen kann aufgrund unterschiedlicher Ursachen und Risikofaktoren entstehen. Besonders gefährdet sind Personen, die unter einer Immunschwäche oder einem Diabetes Mellitus leiden, mangelernährt oder in einem schlechten Hygienezustand sind.

Ein weiterer Risikofaktor für das Auftreten eines Furunkels am Ohrläppchen ist eine vorbestehende Neurodermitis. Diese Erkrankung schwächt die Hautbarriere und macht die Haut trocken und rissig. Dies betrifft vor allem auch die Ohrläppchen. Bakterien können so leichter in die Haut eindringen und eine Entzündung verursachen.

Auch die Haarentfernung an den Ohren kann die Entstehung eines Furunkels begünstigen. Ein Furunkel am Ohrläppchen führt zu einer schmerzhaften, prallen Schwellung des Ohrläppchens, die sich wie ein harter Knoten anfühlt. Der Schmerz ist pochend und stechend und lässt sich genau lokalisieren. Ohrschmerzen hingegen treten nicht auf.

Es kann auch zu Allgemeinsymptomen, wie Fieber und Unwohlsein, kommen. Die Haut am Ohrläppchen ist typischerweise gerötet und glänzt aufgrund der Entzündung. Ein Furunkel am Ohrläppchen kann sowohl mit topischen Desinfektionslösungen und Antibiotika, aber auch mit systemischen Antibiotika behandelt werden.
Oft wird auch eine Inzision vom Arzt vorgenommen. Das bedeutet, dass das Furunkel aufgeschnitten und der eitrige Inhalt ausgeräumt wird.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Diabetes mellitus und  Neurodermitis

Furunkel in der Ohrmuschel

Auch in der Ohrmuschel können sich Furunkel finden. Der sogenannte Gehörgangsfurunkel wird in der medizinischen Fachsprache als Otitis externa circumscripta bezeichnet und sieht aus wie ein rötlicher Pickel. Er findet sich am Eingangsbereich des Gehörgangs. Es handelt sich dabei meist um eine Infektion des Haarbalgs mit Bakterien, die als Staphylokokken bezeichnet werden. Eine Ursache für einen solchen Furunkel ist oftmals eine unsachgemäße Gehörgangsreinigung mit Wattestäbchen.

Auch häufige Schwimmbadbesuche können die Entstehung begünstigen, ebenso wie die Haarentfernung am Ohr. Es kann zu schmerzen bei Druck auf den knorpeligen Vorsprung der Ohrmuschel kommen. Weiterhin kann sich spontan Eiter entleeren. Fieber und eine Lymphknotenschwellung in der Umgebung sind ebenfalls möglich.

Zur Behandlung eines solchen Furunkels werden topische Desinfektionsmittel und antibiotikahaltige Salben werden. Weiterhin kann der Furunkel von einem Arzt eröffnet und der Eiter im Ohr ausgeräumt werden. Dies bezeichnet man als Stichinzision.

Bei ausbleibender Besserung kann eine systemische Antibiotikagabe in Form von Tabletten von Nöten sein. Um solchen Furunkeln an der Ohrmuschel und dem Gehörgang vorzubeugen, empfiehlt es sich, die Ohren nach dem Duschen und Baden gut abzutrocknen. Ein feuchtes Milieu fördert nämlich die Entstehung des Furunkels.
Weiterhin sollte die Reinigung der Ohren mit Wattestäbchen unterlassen werden.

Homöopathie

Für die Behandlung von Furunkeln am Ohr existieren einige Empfehlung für homöopathische Wirkmittel. Stets empfehlen Homöopathen jedoch, bei einer ausbleibenden Besserung nach dreitägiger Behandlung, Fieber, Übelkeit, sehr starken Schmerzen oder einem allgemeinen Unwohlsein, einen Arzt aufzusuchen, um Komplikationen zu vermeiden.

Häufig wird das homöopathische Mittel Hepar sulfuris empfohlen. Dieses Mittel scheint vor allem bei stechenden Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit zu helfen. Auch das Mittel Mercuris solubilis wird bei Furunkeln am Ohr empfohlen, insbesondere bei übelriechendem Eiter.

Das homöopathische Mittel Silicea soll ähnlich wie Hepar sulfuris bei stechenden Schmerzen helfen, die Betroffenen sind jedoch charakteristischerweise etwas ruhiger und weniger berührungsempfindlich.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Silicea und Hepar Sulfuris

Hausmittel

Es gibt einige Hausmittel, die bei Abszessen und Furunkeln am Ohr helfen können. Man sollte jedoch bei neu auftretenden Furunkeln, Allgemeinsymptomen wie Fieber und Übelkeit, sowie starken Schmerzen immer einen Arzt aufsuchen, um gefährliche Komplikationen zu vermeiden.

Bei der Verwendung von Hausmitteln sollte man ebenfalls darauf achten, nicht an dem Furunkel herumzudrücken oder andere Manipulationen vorzunehmen, da auch dies gefährliche Folgen nach sich ziehen kann. Manche Autoren raten zu Kompressen mit Kamille, Aloe vera oder Propolistinktur.

Oftmals wird das Auftragen von Teebaumöl empfohlen. Mit dieser Empfehlung sollte man jedoch vorsichtig umgehen, da Teebaumöl Allergien und Unverträglichkeiten hervorrufen kann.

Ebenfalls häufig werden Kompressen mit gehacktem Knoblauch empfohlen. Auch das Auftragen von Thymian-Extrakt oder Schwarztee-Beuteln scheint eine beruhigende und heilende Wirkung zu haben.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Thema finden Sie unter:

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 12.06.2019
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