Gebärmutterschleimhaut

Einleitung

Die Gebärmutterschleimhaut, auch Endometrium genannt, ist eine rosafarbene Schleimhautschicht, welche das Innere der Gebärmutter auskleidet.
Eine besonders wichtige Rolle kommt der Gebärmutterschleimhaut während der Schwangerschaft zu, wenn die befruchtete Eizelle die Gebärmutterschleimhaut zur Einnistung nutzt.
Die Schleimhaut unterliegt bei Frauen, welche die Pubertät durchlaufen haben und sich noch vor ihrer Menopause befinden einem hormonellen Einfluss.
Sexualhormone beeinflussen während dieser Zeit den Menstruationszyklus und damit die Schleimhaut.
Wenn eine Einnistung einer befruchteten Eizelle ausbleibt wird ein Teil der Schleimhaut abgestoßen und es kommt zu der Regelblutung.

Funktion der Gebärmutterschleimhaut

Generell stellt die Gebärmutterschleimhaut bei allen Frauen jeglichen Alters eine schützende Innenschicht der Gebärmutter dar, welche das Organ mit Schleimhautzellen (Epithelschicht) auskleidet.
Nach der Pubertät unterliegt die Schleimhaut einem hormonellen Einfluss und ihr kommt eine wichtige Rolle in der Schwangerschaft zu.
Da die Gebärmutterschleimhaut für das Einnisten der befruchteten Eizelle nötig ist, stellt der hormonell gesteuerte Zyklus der Schleimhaut einen essentiellen Bestandteil der Schwangerschaftsvorbereitung des Körpers dar.

So kommt es in den Tagen nach der letzten Monatsblutung zu einer Veränderung des Gewebes der Schleimhaut.
Durch die Produktion bestimmter Sexualhormone wird die Schleimhaut dazu angeregt sich zu vergrößern, es findet eine sogenannte Proliferation statt.
Nach dem Eisprung, welcher in etwa der Mitte des Zyklus stattfindet wird die sogenannte Sekretionsphase der Gebärmutterschleimhaut eingeleitet.
Hierbei werden nährstoffhaltige Flüssigkeiten von Drüsenzellen der Schleimhaut abgesondert.
Dies soll möglichst perfekte Bedingungen für die Einnistung der befruchteten Eizelle schaffen.
Wenn eine Schwangerschaft ausbleibt, wird durch eine Hormonumstellung ein Teil der Gebärmutterschleimhaut abgesondert und es kommt zur Regelblutung.

Wie verändert sich die Dicke der Gebärmutterschleimhaut?

Die Dicke der Gebärmutterschleimhaut variiert je nach Zeitpunkt im individuellen Zyklus.
Da dieser erst nach der Pubertät auftritt und nur bis zur Menopause vorhanden ist, variiert die Dicke der Gebärmutterschleimhaut im Normalfall nur bei Frauen im geschlechtsreifen Alter.
Die Dicke der Gebärmutterschleimhaut kann mithilfe einer Ultraschalluntersuchung festgestellt werden.
Dies ist normalerweise nicht nötig, kann jedoch bei bestimmten Symptomen im Rahmen der gynäkologischen Diagnostik durchgeführt werden.
Bei Frauen, welche sich vor der Menopause und nach der Pubertät befinden ist eine Endometrium Dicke von über 14mm hinweisend für eine mögliche Schwangerschaft. Bei Frauen welche sich nach ihrer Menopause befinden kann eine über 11mm Dicke Schleimhaut hinweisend für das Vorliegen eines Gebärmutterschleimhautkrebses sein, weshalb ein solcher Befund abgeklärt werden sollte.

Am Anfang des Zyklus steht die Regelblutung. Bei dieser wird ein Großteil der Schleimhaut abgestoßen.
Die Dicke verringert sich in dieser Phase des Zyklus somit.
Nach ein paar Tagen ist die Menstruation beendet und es folgt eine Phase, in der die Schleimhaut wächst und deutlich dicker wird.
Diese Phase des Zyklus, welche etwa 9 Tage andauert, wird auch Proliferations- oder Wachstumsphase genannt.
In der Sekretionsphase danach, in der die Drüsen, welche in der Schleimhaut sind, vermehrt Flüssigkeiten absondern, wächst die Gebärmutterschleimhaut weiter an.
Das Ende des Zyklus wird, bei nicht eingetretener Schwangerschaft, durch den Beginn der Regelblutung und dem abermaligen Abstoßen eines Großteils der Schleimhaut eingeleitet.

Aufbau der Gebärmutterschleimhaut

Der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut ist, je nach Phase des Zyklus, unterschiedlich.
Generell kann zwischen zwei unterschiedlichen Schichten der Schleimhaut unterschieden werden.
So liegt der Gebärmuttermuskulatur die sogenannte Basalschicht auf.
Diese bleibt im Rahmen des Zyklus stets auf der Muskulatur erhalten und löst sich auch während der Periode nicht von dieser ab.
Das heißt, dass selbst während der Regelblutung stets eine Schleimhautschicht auf der Gebärmutter verbleibt.
Davon abzugrenzen ist die funktionelle Schicht, welcher den Veränderungen während des Zyklus unterliegt.
In der Sekretionsphase lässt sich diese Schicht nochmals unterteilen in eine sogenanntes „kompakte“ und eine „schwammartige“ Schicht.

Die Schleimhaut besteht aus unterschiedlichen Zelltypen, welche verschiedene Funktionen übernehmen.
Der Grundaufbau der Schleimhaut wird aus sogenannten Epithelzellen gebildet.
Diese stellen das Grundgerüst der Gebärmutterschleimhaut dar.
Hinzu kommen Drüsenzellen, welche sich besonders in der Wachstums- und Sekretionsphase vermehrt bilden und ein flüssiges Sekret produzieren.

Was passiert bei der Periode?

Bei der Periode, auch Menstruation oder Regel genannt, handelt es sich um die regelmäßige monatliche Abstoßung eines Teils der Gebärmutterschleimhaut.
Hierbei wird nur die funktionelle Schicht der Schleimhaut abgestoßen, während die basale Schicht an der Gebärmuttermuskulatur verbleibt.
Die Periode beginnt mit der Reifeentwicklung der Frau in der Pubertät, wobei die erste Periode auch als Menarche bezeichnet wird.
Mit der Menopause findet die letzte Periode statt.
In der Zwischenzeit stellt die Periode den Beginn des Menstruationszyklus dar.

Neben der Schleimhaut der Gebärmutter sind in der Periode ebenfalls Blut und von den Drüsenzellen gebildete Flüssigkeiten enthalten.
Die Abstoßung der Schleimhaut kann mit Schmerzen einhergehen, welche jedoch meist keinen Grund zur Sorge darstellen müssen.
Normalerweise begrenzt sich das Volumen der Regelblutung auf höchstens 200ml, wobei die Dauer der Periode meist zwischen vier und sechs Tagen liegt.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Der weibliche Zyklus

Wie ändert sich die Gebärmutterschleimhaut während der Schwangerschaft?

Die Gebärmutterschleimhaut spielt eine wichtige Rolle während der Schwangerschaft.
Nach der Befruchtung der Eizelle nistet sich diese in die Schleimhautschicht ein.
In den Tagen zuvor fand die Wachstums- sowie Sekretionsphase der Gebärmutterschleimhaut statt, weshalb diese sich in einer idealen Ausgangslage für die Eizelle befindet. Durch bestimmte Schwangerschaftshormone findet nach dem Einnisten der Eizelle eine Umwandlung der Schleimhaut in die sogenannte Decidua graviditatis statt.
Um die Eizelle mit genügend Nährstoffen versorgen zu können, befinden sich viele Blutgefäße sowie Drüsen in den Schichten der Schleimhaut.
Bei einer erfolgreichen Befruchtung der Eizelle wächst diese in der, nun Dezidua genannten, Schleimhaut.
Zusammen mit den Schichten der Eizelle wird die Hülle, welche sich nun um die Eizelle gebildet hat, auch Eihöhle genannt.

Nach der Geburt des Babys stößt der Körper hormongesteuert die Gebärmutterschleimhaut, welche dem Kind als Teil der Eihöhle diente, ab und der regelhafte Menstruationszyklus beginnt von neuem.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: Befruchtung

Erkrankungen der Gebärmutterschleimhaut

Gebärmutterschleimhautkrebs

Der Gebärmutterschleimhautkrebs ( sog. Endometriumkarzinom)  gehört zu den häufigsten Krebserkrankungen der Frau in Deutschland.
Ein Risikofaktor hierfür ist ein zu hoher Östrogenspiegel über mehrere Jahre.
Anfangs kommt es zu einer Vergrößerung der Schleimhautzellen, die sogenannte Hyperplasie. 

Darüber Hinaus unterscheidet man zwischen östrogenabhängigen (Typ 1) und östrogenunabhängigen Tumoren (Typ 2).
Die Typ-1-Tumore machen den größten Anteil an Endometriumkarzinomen aus.
Das Leitsymptom des Endometriumkarzinoms ist die vaginale Blutung.
Zu Schmerzen kommt es üblicherweise intial nicht.
Frauen vor der Menopause (prämenopausal) haben oftmals Zwischenblutungen (Metrorrhagie) oder eine verlängerte Regelblutungsdauer über 7 Tage (Menorrhagie).

Die Diagnostik erfolgt in der Regel durch eine vaginale Untersuchung mit einem anschließenden transvaginalen Ultraschall.
Hat man einen Verdacht auf einen Gebärmutterschleimhautkrebs, dann erfolgt anschließend eine Gebärmutterspiegelung und eine Ausschabung der Gebärmutterhöhle.

Die Therapie ist immer abhängig vom Stadium des Karzinoms und des Lymphknotenbefalls.
Die Therapie der Wahl ist jedoch die komplette Entfernung der Gebärmutter, der Eileiter und Eierstöcke mit zusätzlicher Entfernung der umgebenden Lymphknoten.
Postoperativ kann dann eine Strahlentherapie erfolgen.

Welche Ursachen Menstruationsstörungen zugrunde liegen, erfahren Sie unter:
Menstruationsstörungen - Das sollten Sie wissen

Gebärmutterschleimhautentzündung

Eine Gebärmutterschleimhautentzündung (Endometritis) betrifft häufig junge Frauen.
Die Ursache ist meistens eine Infektion mit den Bakterien Gonokokken oder Chlamydien.
Man unterscheidet zwischen zwei Formen der Infektion: Einmal kann es sich um eine aszendierende Infektion handeln, d.h. die Infektion hat sich von “unten”, also meistens von dem Gebärmutterhals aus nach “oben” verbereitet.
Dies ist die häufigste Form der Endometritis.
Eine andere Möglichkeit wäre die deszendierende Infektion, bei der sich die Erreger aus der Bauchhöhle heraus nach unten in Richtung der Geschlechtsorgane vermehren.

Die Endometritis äußert sich häufig durch einen seitenbetonten Unterbauchdruckschmerz und unspezifischen Symptomen wie Fieber, Übelkeit und Erbrechen.
Die Entzündung kann im schlimmsten Fall chronifizieren.

Die Diagnostik erfolgt durch eine abdominelle und eine vaginale Untersuchung sowie eine mikrobiologische Kultur.
Zudem kann eine Sonographie ebenfalls zum Einsatz kommen.

Therapiert wird die Gebärmutterschleimhautentzündung durch die Gabe von Antibiotika.

Mehr Informationen über die Infektion mit Gonokken, genannt auch Tripper, lesen Sie unter:
So schützen Sie sich vor Tripper

Was passiert bei einer Gebärmutterschleimhautverödung?

Die Gebärmutterschleimhautverödung (sog. Endometriumablation) ist eine schonende operative Maßnahme bei zu starker Menstruation.
Es gibt verschiedene Verfahren, welche alle die Entfernung der Gebärmutterschleimhaut gemeinsam haben.
Bei der sogenannten Goldnetzkatheter-Endometriumablation wird nach einer erfolgten Gebärmutterspiegelung unter Narkose ein Goldnetz in die Gebärmutter eingeführt und durch Hochfrequenzstrom die Schleimhaut verödet.
Die Verödung dauert im Schnitt ca. 2 Minuten.
Wie bei allen Operationen besteht auch bei der Gebärmutterschleimhautverödung allgemeine operative Risiken wie die Verletzung von Nachbarorganen, Blutungen oder Rezidive nach erfolgtem Eingriff.

Warum kann die Gebärmutterschleimhaut zu dünn sein?

Eine dünne Gebärmutterschleimhaut kann viele verschiedene Ursachen haben.
Es kann auch ein Grund sein, weshalb eine befruchtete Eizelle sich nicht in die Gebärmutterschleimhaut einnisten kann und so der Kinderwunsch ausbleibt.
Im Folgenden eine Übersicht der Ursachen:

  • niedriger Östrogenspiegel

  • verminderte Durchblutung der Schleimhaut

  • Infektionen wie Endometritis

  • Vernarbungen

  • Zustand nach Operationen der Gebärmutter

  • hormonelle Empfängisverhütung

  • Clomifen (eisprungfördernd)

Es gibt viele Therapiemöglichkeiten, um die dünne Gebärmutterschleimhaut wieder aufzubauen.
Bei einem durchgehend niedrigen Östrogenspiegel verschreibt der Gynäkologe ein hormonhaltiges Präparat, welches man oral oder vaginal verwenden kann.
Des Weiteren kann auch ein Eisen- oder Vitamin-E-Mangel den Blutfluss beeinflussen.
Deshalb sollte auf eine ausreichende Zufuhr dieser Substanzen bei dünner Gebärmutterschleimhaut besonders geachtet werden.
Auch gefäßerweiternde Arzneimittel können hilfreich sein bei verengten Arterien der Gebärmutterschleimhaut.

Was die Ursachen für einen niedrigen Östrogenspiegel sein können, erfahren Sie unter:
Östrogenmangel - Wie kommt es dazu?

Wie verändert sich die Gebärmutterschleimhaut in den Wechseljahren?

In den Wechseljahren sinkt der Östrogenspiegel im Körper jeder Frau, denn die Eierstöcke produzieren kein Östrogen mehr.
Dies hat zur Folge, dass die Gebärmutterschleimhaut nicht mehr aufgebaut wird und somit kleiner wird (atrophiert).
Deshalb bleibt die monatliche Regelblutung aus.
Da die Schleimhaut kleiner wird und weniger durchblutet wird als vor den Wechseljahren, ist eine Schwangerschaft auch nicht mehr möglich.
Zunehmendes Alter hat auch Auswirkungen auf Muskulatur, Bindegewebe und Bänder, weshalb oft u.a. die Gebärmutter durch das Zurückgehen dieser Strukturen erschlaffen und absinken kann.

Mit welchen Anzeichen sich die Wechseljahre äußern, lesen Sie im folgenden Artikel:
An diesen Anzeichen erkennen Sie die Wechseljahre

Kann man die Gebärmutterschleimhaut auch ohne Blutung abbauen?

Ein natürlicher Abbau der Gebärmutterschleimhaut ohne eine Blutung ist nicht möglich.
Jedoch gibt es eine operative Variante, die Ausschabung.
Die Ausschabung (Abrasio) kommt entweder zur Diagnostik oder Behandlung zum Einsatz.
Eine häufige Anwendung ist bei Blutungsstörungen.
Vor allem bei Frauen kurz vor oder während den Wechseljahren kann es häufiger zu Blutungen kommen, wenn die Schleimhaut nicht richtig abgestoßen werden kann.
Dann wird die Gebärmutterschleimhaut per Abrasio abgetragen.

Der Zellzyklus verändert sich in der Regel nach so einem Eingriff.
Die Regelblutung setzt dabei etwas verzögert ein, da die Schleimhaut sich erst wieder komplett zurückbilden muss.

Weitere Informationen zum Thema Gebärmutterschleimhaut

Weitere Informationen rund um die Gebärmutter erfahren Sie in den folgenden Artikel:

 

Autor: Dr. Nicholas Gumpert
Veröffentlicht: 18.02.2016 - Letzte Änderung: 22.10.2021
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