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Ibuprofen bei einer Zahnwurzelentzündung

Einleitung

Eines der wichtigsten Symptome bei einer Zahnwurzelentzündung sind starke, ziehende Schmerzen, die vom Zahn zum Kiefer oder Auge hin ausstrahlen können. Daher spielt vor allem die Linderung der Schmerzen eine wichtige Rolle in der Therapie einer solchen Entzündung.

Gerne wird das Schmerzmittel Ibuprofen verschrieben, um Schmerzen zu lindern, die Entzündung zu hemmen und eventuell auftretendes Fieber zu senken.

 

Wirkung

Pharmakologisch zählt Ibuprofen zur Klasse der NSARs, den nichtsteroidalen Antirheumatika, wozu auch Diclofenac und ASS gehören. Sie unterscheiden sich alle leicht in ihrer Wirkungsweise.

Ibuprofen hemmt die sogenannten Cyclooxygenasen I und II. Diese sind Enzyme, welche bei einer Entzündung für die Bildung von speziellen Botenstoffen, den Prostaglandinen, verantwortlich sind. Die Prostaglandine wiederum vermitteln als Entzündungsmediatoren unter anderem die Schmerzempfindung. Wenn die Entzündungsmediatoren also nicht hergestellt werden können, können die Schmerzen auch nicht übertragen werden. Dies nennt man die schmerzlindernde, also analgetische Wirkung des Ibuprofens, sie ist eine der drei Hauptwirkungen. Die anderen beiden Wirkarten nennt man antiphlogistisch (entzündungshemmend) und antipyretisch (fiebersenkend). Die Fiebersenkung ist davon am wenigsten ausgebildet.

Lesen Sie mehr zum Thema: Ibuprofen bei Zahnschmerzen

Auch bei einer Zahnwurzelentzündung verhindert Ibuprofen die Bildung der Entzündungsmediatoren, was dazu führt, dass die Schmerzen gebessert werden. Natürlich kommt auch die entzündungshemmende Wirkung dem betroffenen Patienten zugute, da so die Schwellung des Gewebes zurückgeht.

Nach ca. vier bis sechs Stunden lässt der Effekt wieder nach und die Schmerzen können zurückkehren. Der Abbau erfolgt über die Leber und die Ausscheidung über die Niere. Nach ca. 2,5h ist die Hälfte des eingenommenen Wirkstoffes wieder aus dem Körper hinausgelangt.

Lesen Sie mehr zu dem Thema: Behandlung einer Zahnwurzelentzündung

Ibuprofen hilft nicht

Starke Zahnschmerzen sollten immer nur für kurze Zeit durch ein Schmerzmittel behandelt werden. Gerade so lange, bis die Ursache vom Zahnarzt gefunden und beseitigt ist. Hilft das eingenommene Ibuprofen nicht, kann das daran liegen, dass die Dosis nicht hoch genug war. Bei sehr starken Schmerzen reicht jedoch meist eine Tablette mit 800mg Wirkstoff aus, um eine kurzzeitige Schmerzfreiheit zu erreichen.

Sollte dies nicht der Fall sein, dürfen auf keinen Fall weitere Schmerzmittel durcheinander eingenommen werden. Es könnten starke Wechselwirkungen auftreten! Am besten ist es dann, einige Zeit später eine weitere Schmerztablette Ibuprofen einzunehmen und einen Termin beim Zahnarzt für den selben Tag zu vereinbaren.

Pro Tag sind 2400mg des Wirkstoffes Ibuprofen erlaubt. Bei noch größeren Mengen treten Vergiftungserscheinungen auf. Es sollte weiterhin darauf geachtet werden, dass die Tabletten über den Tag verteilt eingenommen werden.

Es gibt auch einige Hausmittel, die bei Zahnschmerzen Linderung verschaffen. Kälte, Kamillenblütenwickel, Nelken oder Zwiebelsaft sollen helfen. Höhere Dosen sollten immer vorab mit dem Zahnarzt abgesprochen werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Hausmittel gegen Zahnschmerzen

Nebenwirkungen

Wie bei den meisten anderen Medikamenten auch geht die gewünschte Wirkung sehr oft mit unerwünschten Wirkungen einher. Durch eine Wirkungsentfaltung im Magen-Darm-Trakt greift Ibuprofen die Produktion der sich dort befindlichen Schleimschicht an. Diese Schicht schützt die Organwände vor der sauren Salzsäure, die im Magen gebildet wird, und verhindert ein schmerzhaftes Aneinanderreiben. Die Folge sind Bauchschmerzen, Erbrechen, eine Entzündung der Magenschleimhaut, ein Magengeschwür oder Durchfall. Dies sind die typischen Nebenwirkungen der NSARs, man nennt sie auch gastrointestinale Beschwerden.

Um diese zu vermeiden sollte die geringstmögliche Dosis für den gewünschten Effekt eingenommen und die Einnahmedauer auf ein Mindestmaß beschränkt werden. Besteht die Notwendigkeit einer hohen Dosis für eine Langzeitanwendung, verschreibt der behandelnde Arzt in der Regel zusätzlich einen Magenschutz, um die Nebenwirkungen zu verhindern. Zumeist wird hier ein Protonenpumpenhemmer wie Omeprazol oder Pantoprazol angewendet.

Seltener sind ein Magendurchbruch, Schwindel oder ein Verlust der Sehschärfe. Man kann die Nebenwirkungsrate vermindern, indem man die Schmerzmittel nicht auf nüchternen Magen einnimmt. Das Ibuprofen sollte aufgrund seines Abbauweges auf keinen Fall in Selbstmedikation angewendet werden, wenn Leber- oder Nierenschäden bestehen. Nur ein Arzt hat das nötige Fachwissen, um das Risiko abzuschätzen.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Nebenwirkungen von Ibuprofen

Wechselwirkungen

Ibuprofen kann bei gleichzeitiger Einnahme von Blutverdünnern, z.B. zur Therapie einer Koronaren Herzkrankheit (KHK), zu starken Blutungen führen. Denn Ibuprofen löst -wie oben beschrieben- eine Hemmung der Cyclooxygenase I aus, sodass in den Blutplättchen, den sog. Thrombozyten, die Bildung eines Botenstoffs ausbleibt. Dieser Botenstoff ist für die Zusammenlagerung, genannt Aggregation, der Thrombozyten verantwortlich. Diese Zusammenlagerung der Thrombozyten sorgt normalerweise für eine Blutstillung, z.B. bei einer Schnittwunde. Wird gleichzeitig zu dieser Hemmung ein weiteres blutverdünnendes Medikament, wie beispielsweise Marcumar, eingenommen, können schnell heftige Blutungen auftreten. Die blutungssteigernde Wirkung des Ibuprofens ist jedoch rückläufig und endet sobald dessen Einnahme stoppt.

Wird Ibuprofen zusammen mit Aspirin eingenommen, kann paradoxerweise dessen erwünschte blutverdünnende Wirkung verringert werden. Grund hierfür ist das Konkurrieren beider Medikamente um den gleichen Rezeptor. Ibuprofen setzt sich hier durch, während Aspirin vom Körper abgebaut wird. Nach etwa 4-6 h ist die blutverdünnende Wirkung des Ibuprofens erloschen. Aspirin dagegen könnte bei einer Bindung an den Rezeptor eine lang andauernde Blutverdünnung bewirken.

Bei gleichzeitiger Einnahme von Ibuprofen und Lithium (bei psychischen Erkrankungen) kann die Lithium-Ausscheidung verringert sein. Dadurch kann eine Lithium-Vergiftung entstehen.

Außerdem sollte während der Einnahme von Ibuprofen darauf geachtet werden, dass von Alkoholgenuss abzusehen ist, da sonst eine Gefahr für Leberschädigungen besteht.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Ibuprofen und Alkohol - verträgt sich das?

Ibuflam

Unter dem Namen Ibuflam versteht man den Handelsnamen eines Medikamentes mit dem Wirkstoff Ibuprofen. Es wird von der Pharmafirma Zentiva Pharma GmbH vertrieben. Bis zu einer Dosis von 400mg ist es frei verkäuflich in der Apotheke zu erwerben, da es hier für die Schmerzbekämpfung eingesetzt wird. Ab einer Dosis von 600mg wird es für eine antientzündliche Therapie eingesetzt und ist nur über ärztliches Rezept erhältlich.

Alternative Schmerzmittel

In der Zahnmedizin hat sich der Wirkstoff Ibuprofen bewährt. Es gibt jedoch auch noch andere Schmerzmittel, die eingesetzt werden. Beispielsweise dann, wenn eine Allergie oder eine Schwangerschaft besteht. Aspirin (Acetylsalicylsäure), Paracetamol oder Diclofenac sind die bekanntesten Alternativen. Sie wirken ähnlich wie das Ibuprofen, unterscheiden sich jedoch in Dosierung und Nebenwirkung. Nur im Notfall sollte auf sie zurückgegriffen werden. Sie sind in kleinen Dosen rezeptfrei in der Apotheke erhältlich.

Lesen Sie mehr dazu unter Schmerzmittel bei einer Zahnwurzelentzündung

Auch Kombinationspräparate mit Codein können bei sehr starken Schmerzen verabreicht werden. Diese sollten jedoch nur unter Anleitung auf Rezept eingenommen werden, da eine Dosierung schwierig sein kann. Man sollte darauf achten, dass das ausgewählte Arzneimittel keine Wechselwirkung mit einer bestehenden Medikation eingeht. Näheres hierzu sollte man mit Arzt oder Apotheker besprechen. Der Einsatz dieser Medikamente behandelt nur die Symptome und nicht die Ursache der Erkrankung. Sie sind bei Zahnschmerzen nur für eine kurzzeitige Einnahme geeignet.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Schmerzmittel bei Zahnschmerzen

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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