Nebenwirkungen von Ibuprofen

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

Es sollte vermieden werden Ibuprofen gleichzeitig mit anderen, ebenfalls nicht-steroidalen Entzündungshemmern, wie zum Beispiel ASS und auch sogenannten COX-2-Hemmern einzunehmen.

Außerdem können Nebenwirkungen vermindert werden, indem die niedrigst mögliche Dosis über den kürzest möglichen Zeitraum eingenommen wird, um dennoch eine Wirkung des Medikaments zu bewirken.

Nebenwirkungen am Magen-Darm-Trakt

Magen-Darm-Blutungen, Perforationen und Geschwüre (die auch tödlich ausgehen können) können während der Behandlung mit Ibuprofen auftreten und sind von der Therapiedauer unabhängig, jedoch dosisabhängig steigend.

Aus den gegebenen bisherigen Nebenwirkungen heraus wird eine Kombinationstherapie mit Magenschleimhaut-schützenden Medikamenten (z.B. Misoprostol oder Protonenpumpenhemmer) empfohlen, wenn ein erhöhtes Grundrisiko oder parallele Medikamenteneinnahmen bestehen, die Magen-Darm-Blutungen begüngstigen. Auch im Alter ist dies den Patienten dringend zu empfehlen.


Nebenwirkungen am Herz-Kreislauf-System

Um sich vor möglichen Herz-Kreislauf-Nebenwirkungen wie Schlaganfall oder Herzinfarkt zu schützen, sollte die Höchstmenge und Höchstdauer der Behandlung unbedingt eingehalten und mit dem Arzt regelmäßig Rücksprache über die Einnahme der Schmerzmedikation Ibuprofen gehalten werden.

Auch bei zusätzlichen Risikofaktoren wie hohem Blutdruck, Diabetes, hohe Cholesterinwerte oder Rauchen sind vor der Einnahme von Ibuprofen kritisch zu bewerten!

Nebenwirkungen an der Haut

Unter der Therapie mit Ibuprofen kann es selten zu schweren Hautreaktionen mit Rötung und Blasenbildung kommen, die auch tödlich ausgehen kann (exfoliative Dermatisis, Stevens-Johnson-Syndrom, toxische epidermale Nekrolyse/Lyell-Syndrom).

Gerade zu Beginn der Therapie besteht hier nach Beobachtungen das höchste Risiko! Beobachtet der Patient nach der Einnahme von Ibuprofen erste Anzeichen eines Hautausschlags, Schleimhautdefekte oder Überempfindlichkeiten der Haut, sollte er daher umgehend das Medikament Ibuprofen absetzen und einen Arzt aufsuchen.

Eingeschränkte Einnahme

Bei folgenden Erkrankungen sollte Ibuprofen nur unter genauster Nutzen-Risiko-Abwägung angewandt werden:

  • angeborene Blutbildungsstörungen (z.B. akute intermittierende Porphyrie)
  • Autoimmunerkrankungen (systemischer Lupus erythematodes, Mischkollagenose)
  • kurz nach größeren chirurgischen Eingriffen
  • bei Allergien
  • eingeschränkte Nieren- oder Leberfunktion

Sehr seltene Nebenwirkungen

Sehr selten werden akute Überempfindlichkeitsreaktionen, wie zum Beispiel ein anaphylaktischer Schock, beobachtet. Wird eine derartige Reaktion bemerkt, muss die Behandlung mit Ibuprofen umgehend abgebrochen und ein Arzt konsultiert werden, um entsprechend erforderliche medizinische Gegenmaßnahmen einzuleiten.

Wechselwirkungen

Der Wirkstoff Ibuprofen kann die Thrombozytenaggregation (Blutplättchenfunktion) negativ beeinflussen, sodass Patienten mit Blutgerinnungsstörung sorgfältig überwacht werden müssen, wenn mit Ibuprofen therapiert wird.
Dies erfolgt auch bei Therapie mit gerinnungshemmenden Medikamenten wie Aspirin (ASS), bei der dann die gerinnungshemmende Wirkung des Medikaments durch Ibuprofen vermindert wird und es zu Blutgerinnseln kommen kann (Thrombus).

Wenn parallel zu Ibuprofen blutzuckersenkende Medikamente eingenommen werden, ist eine Beeinflussung deren Wirkung durch Ibuprofen möglich und die Blutzuckerwerte sollten strenger kontrolliert werden.

Wird Ibuprofen über eine längere Zeit eingenommen, so ist wichtig gewisse Werte regelmäßig zu überprüfen:

Wird Ibuprofen über einen längeren Zeitraum eingenommen, kann es zu medikamentenresistenten Kopfschmerzen führen.

Durch die Prostaglandinsynthesehemmung durch Ibuprofen kann es erschwert sein, unter Ibuprofeneinnahme schwanger zu werden.

Nebenwirkungen im Überblick

  • Herzerkrankungen
    Selten: Herzklopfen, Herzmuskelschwäche, Herzinfarkt
  • Erkrankungen des Blutes und des Lymphsystems
    Sehr selten: Blutbildungsstörungen (Symptome: Fieber, Halsschmerzen, oberflächliche Wunden im Mund, grippeartige Beschwerden, starke Abgeschlagenheit, Nasenbluten, Hautblutungen)
  • Erkrankungen des Nervensystems
    Gelegentlich: Zentralnervöse Störungen (Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit, Erregung, Reizbarkeit, Müdigkeit)
  • Augenerkrankungen
    Gelegentlich: Sehstörungen
  • Erkrankungen des Ohrs und des Labyrinths
    Selten: Ohrgeräusche (Tinnitus)
  • Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts
    Häufig: Magen-Darm-Beschwerden (Sodbrennen, Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Blähungen, Durchfall, Verstopfung, Magen-Darm-Blutungen)
    Gelegentlich: Magen/Zwölffingerdarm-Geschwüre, evtl. mit Blutung und Durchbruch, Mundschleimhautentzündung mit Geschwürbildung, Verstärkung von Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn, Magenschleimhautentzündung
    Sehr selten: Entzündung der Speiseröhre, Entzündung der Bauchspeicheldrüse
  • Erkrankungen der Nieren und Harnwege
    Sehr selten: vermehrte Wassereinlagerung im Gewebe, entzündlioche Nierenerkrankung, Nierengewebsschädigungen (erhöhte Harnsäurekonzentrationen im Blut, verminderte Harnausscheidung, allgemeines Unwohlsein)
  • Erkrankungen der Haut und Unterhautgewebe
    Sehr selten: schwere Hautreaktionen, Haarausfall, schwere Hautinfektionen
  • Infektionen und parasitäre Erkrankungen
    Sehr selten: Verschlechtgerung infektionsbedingter Entzündungen, Symptomatik einer Hirnhautentzündung (starke Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Nackensteifigkeit, Bewusstseinstrübung) gerade bei autoimmunkranken Patienten
  • Gefäßerkrankungen
    Sehr selten: Bluthochdruck
  • Erkrankungen des Immunsystems
    Gelegentlich: Überempfindlichkeitsreatkionen mit Hautausschlägen und Hautjucken und Asthmaanfällen
    Sehr selten: schwere allgemeine Überempfindlichkeitsreaktionen (z.B. Gesichtsödem, Zungenschwellung, innere Kehlkopfschwellung mit Einengung der Luftwege, Luftnot, Herzjagen, Blutdruckabfall, Schock)
  • Leber- und Gallenerkrankungen
    Sehr selten: Leberfunktionsstörungen, Leberschäden, Leberversagen, akute Leberentzündung
  • Psychiatrische Erkrankungen
    Sehr selten: psychotische Reaktionen, Depression

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Autor: Dr. N. Gumpert      |     Letzte Änderung: 03.02.2017
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