Livocab Augentropfen

Einleitung

Bei Augentropfen handelt es sich um eine flüssige Lösung, welche in Form von einzelnen Tropfen ins Auge gegeben werden können.
Livocab® Augentropfen
erhalten zudem Livocab®, welches dem Wirkstoff Levocabastin entspricht. Die Livocab® Augentropfen kommen meist bei allergischen Erkrankungen der Augen zum Einsatz und können bereits bei Kindern ab einem Jahr angewandt werden.

Anwendungsgebiet der Livocab® Augentropfen

Livocab® Augentropfen enthalten den Wirkstoff Levocabastin. Dieser kann bei einer Bindehautentzündung der Augen eingesetzt werden, wenn diese durch eine allergische Reaktion bedingt ist.
Eine weitere Erwägung ist die sogenannte Konjunktivitis vernalis, bei der es sich ebenfalls um eine vermutlich allergisch bedingte Bindehautentzündung handelt, die besonders im Frühjahr, gelegentlich auch im Herbst, auftritt. Dabei kommt es neben einer Schwellung und Rötung der Bindehäute im Auge auch zu einem Fremdkörpergefühl.

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Livocab® Augentropfen bei Heuschnupfen

Livocab® Augentropfen kommen bei Heuschnupfen mit einer Beteiligung der Augen zum Einsatz.
Der Heuschnupfen wird durch eine allergische Reaktion hervorgerufen, die die Atemwege, die Schleimhäute der Nase und auch die Augen betreffen kann. Typischerweise kommt es zu juckenden, brennenden, geröteten und tränenden Augen. Außerdem haben betroffene Personen einen andauernden Schnupfen. Sind die Atemwege stärker betroffen, können auch asthmatische Beschwerden mit Luftnot hervorgerufen werden.

Ausgelöst wird der Heuschnupfen vor allem durch Pollen und andere pflanzliche Bestandteile, die insbesondere im Frühjahr in der Luft zu finden sind. Der Wirkstoff Levocabastin, der in den Livocab® Augentropfen enthalten ist eine Substanz aus der Gruppe der H1-Antihistaminika. Bei Histamin handelt es sich um ein Gewebshormon, welches bei der Entstehung von allergischen Reaktionen wie beispielsweise beim Heuschnupfen eine wichtige Rolle spielt. Als Antihistaminikum wirkt Levocabastin gegen dieses Hormon und verhindert oder verringert dadurch die allergische Reaktion gegen Pollen und Gräser.
Während andere Antihistaminika auch als Tabletten oder Sprays für die Nase und die Atemwege eingesetzt werden können, wirken die Livocab® Augentropfen speziell gegen die allergische Reaktion der Schleimhäute (=Bindehäute) im Auge. Dort reduzieren sie durch ihre anti-allergische Wirkung das Jucken und Brennen der Augen. Außerdem sind die Bindehäute durch die Livocab® Augentropfen weniger gerötet und gereizt.

Bei Heuschnupfen kann auch Livocab® Nasenspray verwendet werden. Lesen Sie mehr dazu unter: Livocab® Nasenspray
Für weitere Informationen zu diesem Thema empfehlen wir Ihnen auch: Medikamente gegen Heuschnupfen

Wann dürfen Livocab® Augentropfen nicht gegeben werden?

Gegenanzeigen für Livocab® Augentropfen bestehen bei Allergien oder Überempfindlichkeiten gegen den Wirkstoff Levocabastin oder gegen andere Inhaltsstoffe der Augentropfen. Weitere Inhaltsstoffe, auf die man allergisch reagieren könnte, sind Propylenglycol, Dinatriumhydrogenphosphat, Natriumhydrogenphosphat, Hypromellose, Polysorbat und Benzalkoniumchlorid. 

Nebenwirkungen von Livocab® Augentropfen

Nebenwirkungen, die unter der Verwendung von Livocab® Augentropfen sind eher selten bzw. harmlos.
Wie viele andere Wirkstoffe, die im Auge zur Anwendung kommen, können aber auch Livocab® Augentropfen die Augen reizen. Dies kann unter Umständen das Brennen und Jucken vermehren und zusätzlich zu einer Rötung der Bindehaut und der Sklera (das weiße des Augapfels) führen. Auch eine vermehrte Gefäßinjektion (Ausbildung von sichtbaren Gefäßen auf dem weißen Augapfel) kann als Nebenwirkung bei der Anwendung von Livocab® entstehen.
Zudem kann durch eine Überempfindlichkeit auf andere Inhaltsstoffe der Livocab® Augentropfen eine allergische Reaktion im Auge entstehen. Bei der Anwendung der Augentropfen kann es zudem zu vorrübergehendem verschwommenem Sehen kommen. Dies ist oftmals durch die Menge an Flüssigkeit bedingt, die sich plötzlich im Auge befindet.

Im Normalfall kommt es bei der Anwendung der Livocab® Augentropfen nicht zu einer systemischen (im ganzen Körper auftretenden) Wirkung des Inhaltsstoffes Levocabastin. Bei besonders hohen Dosierungen können sich jedoch auch leichte systemische Nebenwirkungen bemerkbar machen. Typischerweise kommt es zu vermehrter Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Betroffene Personen sind meist schneller erschöpft, jedoch ist nicht immer klar abzugrenzen, ob dies durch die Livocab® Augentropfen oder durch den Heuschnupfen selbst ausgelöst wird. Außerdem können Schwindel, Kopfschmerzen und ein Schwächegefühl bei der Anwendung der Augentropfen auftreten.

Wechselwirkungen von Livocab® Augentropfen

Bei Livocab® Augentropfen sind bislang keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt. Dies liegt bei Augentropfen meist daran, dass der Wirkstoff nur lokal am Auge wirkt und nur in sehr geringen Mengen in den Körper aufgenommen wird. Dennoch sollten Livocab® Augentropfen nicht gemeinsam mit anderen Augentropfen angewandt werden.
Auch für den Wirkstoff Levocabastin sind keine Wechselwirkungen bekannt. So wurde bislang auch bei der Einnahme von Levocabastin in Form von Tabletten, Injektionen oder Salben nicht über Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten berichtet.

Wechselwirkungen mit der Pille

Für Livocab® Augentropfen sind keine Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten bekannt. Bislang gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Augentropfen oder der Wirkstoff Levocabastin bei anderen Einnahmeformen (Tabletten, Injektionen, etc.) mit Verhütungsmitteln zu Wechselwirkungen führt. Daher wird davon ausgegangen, dass die Pille auch bei der Verwendung von Livocab® Augentropfen ihre normale Wirkung entfalten kann.

Wie sollte man Livocab® Augentropfen dosieren?

Livocab® Augentropfen können bereits bei Kindern ab einem Alter von einem Jahr angewandt werden. Für sie gilt nach Angaben der Hersteller die Dosierung, die auch bei Jugendlichen und Erwachsenen eingenommen wird.
So kann bei Heuschnupfen zweimal täglich ein Tropfen in jedes Auge gegeben werden. Die maximale empfohlene Dosis beträgt bis zu viermal täglich ein Tropfen pro Auge. Für Kinder unter einem Jahr dagegen wurden die Livocab® Augentropfen nicht getestet, weshalb hier keine Dosierungsangaben möglich sind. 

Wie teuer sind Livocab® Augentropfen?

Je nach Dosierung und Größe der Packung sind Livocab® Augentropfen für Preise zwischen fünf und zwanzig Euro erhältlich. Die Augentropfen sind apothekenpflichtig und können deshalb nur in Apotheken gekauft werden.
Auch im Online-Handel über Onlineapotheken kann man Livocab® Augentropfen erwerben. 
Außerdem sind die Augentropfen rezeptfrei erhältlich, es ist also keine Verschreibung von einem Arzt notwendig, um die Livocab® Augentropfen kaufen zu können. Meist bedeutet jedoch die Rezeptfreiheit auch, dass die Kosten für die Augentropfen nicht von den Krankenkassen und privaten Krankenversicherungen übernommen werden.

Livocab® Augentropfen in Schwangerschaft und Stillzeit

Für die Einnahme von Livocab® Augentropfen in der Schwangerschaft liegen am Menschen keine ausreichenden Studien vor. In Tierversuchen konnten keine gefährlichen Wirkungen für das ungeborene oder gestillte Kind entdeckt werden, dennoch gibt es keine offiziellen Studien, die eine Unbedenklichkeit der Anwendung von Livocab® Augentropfen in der Schwangerschaft und Stillzeit zeigen.
In der Stillzeit konnte gezeigt werden, dass etwa 0,3% der Levocabastin-Dosis, die ins Auge gegeben wurde, im Speichel und in der Muttermilch der Frau zu finden ist. Daher kann eine Gefahr für ein gestilltes Kind nicht ausgeschlossen werden. Die Anwendung in der Stillzeit ist somit nicht empfohlen.

Alternativen zu Livocab® Augentropfen

Für die Anwendung von Augentropfen gegen Heuschnupfen sind viele verschiedene Präparate auf dem Markt.
Einige der Produkte dienen der reinen Beruhigung der durch die Allergie geplagten Augen. Dazu zählen beispielsweise Hylo-Care® Augentropfen, Vividrin® Augentropfen und Bepanthen® Augentropfen.
Allergodil® akut wirkt zusätzlich gegen den Juckreiz, da darin ist der Wirkstoff Azelastin enthalten ist. Dieser verhindert, dass Histamin an die Schleimhäute des Auges gelangt. Weitere antihistaminische Augentropfen sind beispielsweise Cromo-ratiopharm® Augentropfen. 

Lesen Sie mehr zu den Alternativen auf unserer Hauptseite:Augentropfen und Augensalben
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Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 20.04.2020 - Letzte Änderung: 02.07.2021
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