Livocab® Nasenspray

Was ist Livocab® Nasenspray?

Livocab® Nasenspray ist ein Arzneimittel, das zur Behandlung von allergischem Schnupfen eingesetzt wird. Es handelt sich um ein Dosierspray, mit dem direkt in die Nase gesprüht wird. Es kann bei Kindern ab einem Jahr sowie Jugendlichen und Erwachsenen eingesetzt werden. Es ist rezeptfrei in der Apotheke erhältlich und kann bei jeder Form von Allergie, die mit Schnupfen einhergeht, verwendet werden. Sollten sich die Beschwerden nicht ausreichend lindern lassen, ist eine Vorstellung beim Arzt zu empfehlen. Bei einem Schnupfen, der nicht durch eine allergische Reaktion bedingt ist, sollte Livocab® Nasenspray nicht angewendet werden.

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Indikation

Die Indikationen für  Livocab® Nasenspray sind alle Formen von allergisch bedingtem Schnupfen, wobei Heuschnupfen am häufigsten vorkommt. Ebenfalls sehr häufig ist eine Hausstauballergie aufgrund von Milbenkot, welche in den meisten Fällen ebenfalls mit einem allergischen Schnupfen einhergeht und mit  Livocab® Nasenspray behandelt werden kann. Weiterhin kann das Arzneimittel bei Schnupfen aufgrund einer Tierhaarallergie indiziert sein.

Eine Schimmelpilzallergie stellt dann eine Indikation für Livocab® Nasenspray dar, wenn es zu Symptomen an der Nase kommt. Eine weitere Gruppe von möglichen Indikationen sind alle berufsbedingten Allergien, welche mit einem allergischen Schnupfen einhergehen. Allergien bei Kindern ab einem Jahr können ebenfalls mit Livocab® Nasenspray behandelt werden, sofern es zu Allergiesymptomen an der Nase kommt.

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Heuschnupfen

Heuschnupfen ist in der Bevölkerung weit verbreitet und lässt sich mit unterschiedlichen Medikamenten wie zum Beispiel Livocab® Nasenspray behandeln. Beim Heuschnupfen entsteht eine unpassend starke Reaktion des körpereigenen Abwehrsystems beim Kontakt mit Gräsern oder Pollen über die Luft. Bei dieser sogenannten allergischen Reaktion kommt es meist unter anderem in der Nase zur Freisetzung von Histamin, was zu den typischen Symptomen wie Schnupfen und laufender Nase führt.

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Eine Entzündung der Bindehaut der Augen ist ebenfalls häufig bei Heuschnupfen. Durch den Einsatz von Livocab® Nasenspray können zumindest die Symptome des allergischen Schnupfens bekämpft werden. Beim Heuschnupfen handelt es sich um eine saisonale Allergieform, das heißt, die Beschwerden sind auf einige Monate im Jahr begrenzt, in denen die verantwortlichen Pflanzen blühen. Livocab® Nasenspray muss bei Heuschnupfen daher nur in diesem Zeitraum verwendet werden.

Bei Auswirkungen des Heuschnupfens auf die Augen können auch Livocab® Augentropfen verwendet werden. Lesen Sie mehr dazu unter: Livocab® Augentropfen

Wirkstoff

Der in Livocab® Nasenspray enthaltene Wirkstoff heißt Levocabastin hydrochlorid. Es handelt sich um ein Medikament aus der Gruppe der sogenannten Antihistaminika der zweiten Generation. Wenn allergieauslösende Teilchen wie Hausstaub oder Pollen über die Luft zur Nasenschleimhaut gelangen, führt dies dort zur Freisetzung des körpereigenen Botenstoffs Histamin. Das wiederum führt zu den typischen Symptomen eines allergischen Schnupfens wie eine laufende oder verstopfte Nase sowie häufiges Niesen.

Der Wirkstoff in Livocab® Nasenspray blockiert die Wirkung des Histamin an der Nasenschleimhaut. Dadurch werden Symptome der Allergie direkt reduziert und sogar ganz beseitigt. Die Bezeichnung von Levocabastin hydrochlorid als Antihistaminikum der zweiten Generation bedeutet, dass dieses im Gegensatz zu Antihistaminika der ersten Generation nicht die für die Gruppe typische Nebenwirkung hat, müde zu machen. Die Wirkung von Levocabastin hydrochlorid in Livocab® Nasenspray ist im Gegensatz zu Antihistaminika in Tablettenform auf die Nase beschränkt, sodass zum Beispiel Symptome an den Augen wie Tränenträufeln oder Brennen nicht bekämpft werden.

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Wechselwirkung

Eine Wechselwirkung mit anderen Medikamenten ist bei der Anwendung von Livocab® Nasenspray sehr unwahrscheinlich. Das liegt daran, dass der Wirkstoff fast ausschließlich örtlich begrenzt an der Nasenschleimhaut wirkt und nur ein sehr geringer Teil in die Blutbahn gelangt. Eine Ausnahme besteht bei Patienten mit einer stark eingeschränkten Nierenfunktion. Hier kann sich der Wirkstoff im Blut sammeln, da er normalerweise über die Nieren schnell ausgeschieden wird.

Nebenwirkung

In den meisten Fällen kommt es bei der Anwendung von Livocab® Nasenspray nicht zum Auftreten von Nebenwirkungen. Gelegentlich tritt vorübergehend ein leichtes Brennen der Nasenschleimhaut auf, welches jedoch nach einigen Minuten in der Regel wieder nachlässt. In einem solchen Fall sollte bei der nächsten Anwendung nur einer anstelle von zwei Sprühstößen des Livocab® Nasensprays angewendet werden.

Wesentlich seltener tritt als Nebenwirkung eine Überempfindlichkeitsreaktion auf den Wirkstoff oder andere Bestandteile des Arzneimittels auf. Sollte es nach der Anwendung von Livocab® Nasenspray zu Schmerzen oder einer Schwellung der Nasenschleimhaut kommen oder andere beunruhigende Symptome auftreten, ist eine zeitnahe Vorstellung beim Arzt zu empfehlen.

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Dosierung

Die Dosierung von Livocab® Nasenspray erfolgt anhand der Sprühstöße, welche jeweils eine relativ konstante Menge des Wirkstoffs enthalten. Unabhängig vom Alter liegt die empfohlene Dosierung für Kinder ab einem Jahr, Jugendliche und Erwachsene immer bei je zwei Sprühstößen zweimal am Tag. Am besten geeignet ist eine Anwendung morgens und abends und nicht etwa nur dann, wenn Symptome wie eine verstopfte Nase oder Schnupfen auftreten.

Die Höchstdosis, die noch als gesundheitlich unbedenklich angesehen wird und nicht überschritten werden sollte, liegt bei acht Sprühstößen je Nasenloch an einem Tag. Bei Patienten mit einer Einschränkung der Nierenfunktion können niedrigere Werte für die empfohlene und die maximale Dosierung gelten. Bei solchen Patienten sollte ein Arzt bezüglich der angemessenen Dosierung zu Rate gezogen werden.

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Preis

Der Preis von Livocab® Nasenspray richtet sich vor allem nach der Packungsgröße. Die kleinste im Handel erhältliche Menge beträgt 5ml und kostet meist um die fünf Euro. Ein Fläschchen Livocab® Nasenspray mit 10ml ist für etwa zehn Euro erhältlich. Die nächst größere Menge (15ml) ist oftmal nur geringfügig teurer, sodass sich der Kauf dieser Packungsgröße in den meisten Fällen lohnt. Zudem ist es sinnvoll Preise zu vergleichen. Der Kauf in der örtlichen Apotheke ist meist günstiger, da man sich die Versandkosten einer Internetapotheke spart.

Gegenanzeichen-Wann darf Livocab® Nasenspray nicht gegeben werden?

Es gibt zwei Gegenanzeichen, bei denen Livocab® Nasenspray nicht gegeben werden darf. Zum einen dürfen Patienten mit einer schweren Einschränkung der Nierenfunktion das Arzneimittel nicht anwenden, da sich der Wirkstoff aufgrund einer gestörten Ausscheidung im Blut ansammeln kann. Wenn eine gestörte Nierenfunktion vorliegt, sollte der Arzt entscheiden, ob eine Anwendung von Livocab® Nasenspray noch möglich ist oder besser unterbleiben sollte. Das zweite Gegenanzeichen für die Anwendung ist eine bekannte Überempfindlichkeit gegen den Wirkstoff oder andere Inhaltsstoffe von Livocab® Nasenspray.

Alternativen zu Livocab® Nasenspray

Livocab® Nasenspray dient der Bekämpfung von Symptomen einer Allergie an der Nasenschleimhaut. Die beste Alternative, um Allergiesymptome wirksam zu verhindern, ist ein Meiden des Auslösers wie zum Beispiel von Katzen bei einer entsprechenden Tierhaarallergie. Oftmals ist es jedoch nicht möglich, das Allergen vollständig zu meiden wie etwa bei einer Hausstauballergie. Eine häufig angewandte Alternative zu Livocab® Nasenspray stellen dabei Tabletten da, welche ebenfalls ein Antihistaminikum als Wirkstoff enthalten. Im Gegensatz zum Nasenspray wird dieser bei der Tablette über den Verdauungstrakt ins Blut aufgenommen und im ganzen Körper verteilt. So kann die Wirkung neben der Nasenschleimhaut zum Beispiel auch an den Augen erfolgen, welche häufig unter anderem bei Heuschnupfen betroffen sind.

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In manchen Fällen stellt eine sogenannte Desensibilisierung eine Alternative zu Livocab® Nasenspray sowie anderen Allergiemedikamenten dar. Bei dieser Behandlung, die sich meist über Jahre hinweg zieht, wird der Körper schrittweise an das Allergen gewöhnt. Bei einer erfolgreichen Therapie kann fortan auf Livocab® Nasenspray verzichtet werden.

Ist die Einnahme von Livocab® in der Schwangerschaft/Stillzeit möglich?

Bei der Frage, ob die Einnahme oder Anwendung von Livocab® Nasenspray in der Schwangerschaft bedenkenlos möglich ist, sollte man den Rat des Haus- oder Frauenarztes einholen. In der Regel stellt die Anwendung jedoch kein Problem dar, weil das Arzneimittel im Vergleich zum Beispiel zu einer Tablette nur örtlich an der Nasenschleimhaut wirkt und nur ein geringer Teil in die Blutbahn aufgenommen wird. Aus dem gleichen Grund ist die Anwendung von Livocab® Nasenspray in der Regel auch in der Stillzeit bedenkenlos möglich.

Wird die Wirksamkeit der Pille durch Livocab beeinflusst?

Die Wirksamkeit der Pille wird durch die Anwendung von Livocab® Nasenspray nicht beeinflusst. Es kommt weder zu einem verzögerten, noch zum beschleunigten Abbau der in der Pille enthaltenen Hormone, sodass der im Livocab® Nasenspray enthaltene keinen Einfluss auf den Zyklus nimmt.
Auch andere Verhütungsformen wie eine Hormonspirale oder die Dreimonatsspritze werden bei gleichzeitiger Anwendung von Livocab® Nasenspray in ihrer Wirkung nicht beeinflusst.


Haftungsausschluss/ Disclaimer
Wir weisen darauf hin, dass Medikamente niemals eigenständig, ohne Absprache mit Ihrem behandelnden Arzt abgesetzt, angesetzt oder verändert werden dürfen.
Bitte beachten Sie, dass wir in unseren Texten keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit erheben können. Durch aktuelle Entwicklungen können die Angaben ggf. veraltet sein.

Autor: Dr. Nicolas Gumpert
Veröffentlicht: 07.12.2018 - Letzte Änderung: 12.08.2021
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