Folgen Sie uns auf:


Paratyphus

Definition

Paratyphus ist eine Infektionserkrankung, die durch eine bestimmte Art der Salmonellen-Bakterien ausgelöst wird.

Dabei kommt es vor allem zu Störungen des Verdauungstraktes mit starken Durchfällen, Bauchschmerzen, Übelkeit und Erbrechen. Selten treten auch leichtes Fieber und Ausschläge auf.

Die Diagnose erfolgt über den Erregernachweis in Blut- und Stuhlproben. Die Behandlung besteht in der Gabe von Antibiotika, die die Salmonellen bekämpfen.

Der Paratyphus verläuft ähnlich wie die Typhus-Erkrankung, tritt jedoch deutlich seltener auf und ist meist milder ausgeprägt.

An diesen Symptomen erkenne ich einen Paratyphus

Die Paratyphus Erkrankung zeigt 1-10 Tage nach der Ansteckung mit den Erregern erste Anzeichen. Zunächst kommt es zu leichtem Fieber, sowie Schmerzen im Bereich des Kopfes und der Gelenke. Oft haben die Betroffenen auch ein ausgeprägtes Gefühl der Abgeschlagenheit und sind müde.

Nach diesen ersten, leichten Anzeichen kommt es ca. 2 Tage später zum Ausbruch der stärkeren Symptome. Hierbei ist vor allem der Verdauungstrakt betroffen. Es kommt typischerweise zum Auftreten von Durchfällen. Hinzu kommt das Gefühl der Übelkeit, das gelegentlich mit Erbrechen einhergeht. Die Betroffenen haben häufig Schmerzen im Bereich des Bauchs. Das Fieber steigt im Laufe der Erkrankung auf maximal 39°C an, selten liegt die Körpertemperatur darüber.

Die Symptome bilden sich nach einiger Zeit wieder zurück. In der Regel dauert die Erkrankung zwischen 4 und 10 Tagen.

Im Vergleich zur der häufiger vorkommenden und bekannteren Typhus-Erkrankung ist der Paratyphus deutlich milder. Die Symptome sind ähnlich, jedoch sind sie selten stark ausgeprägt. Das Auftreten von Komplikationen ist weitgehend nicht bekannt, jedoch bei einem geschwächten Immunsystem nicht auszuschließen.

Was ist der Unterschied zum Typhus?

Der Paratyphus wird, genau wie der Typhus, durch die Salmonellen-Bakterien übertragen. Hier unterscheiden sich jedoch die Unterarten der Salmonellen je nach Erkrankung. Des Weiteren sind die viele Symptome bei der Paratyphus-Erkrankung in der Regel schwächer ausgeprägt.

Der Ausschlag und die Typhuszunge, die bei der Typhus-Erkrankung häufiger auftreten, kommen bei dem Krankheitsbild des Paratyphus nicht oder kaum vor. Lediglich die Durchfälle sind beim Paratyphus meist stärker ausgeprägt.

Krankheitsverlauf

Der Krankheitsverlauf von Paratyphus ist meist recht milde. Im Gegensatz zu der häufig schwerer verlaufenden Typhus-Erkrankung sind die Symptome bei Paratyphus oft nur leicht ausgeprägt. Das Fieber beträgt meist nicht mehr als 39°C. Betroffen ist vor allem der Verdauungstrakt, was sich in Durchfällen, Übelkeit und Erbrechen äußert. Abgesehen davon kommt es jedoch sonst selten zum Auftreten weiterer Symptome. Die Erkrankung dauert meist nicht länger als 10 Tage und heilt in der Regel ohne Spätfolgen wieder ab.

Therapie

Da die Paratyphus Erkrankung durch Bakterien ausgelöst wird, besteht die Therapie in erster Linie in der Gabe von Antibiotika. Dadurch können die Salmonellen effektiv bekämpft werden. Das bevorzugte Antibiotikum ist Ciprofloxacin. Bei einer Unverträglichkeit kann alternativ auch das Antibiotikum Ofloxacin gegeben werden. In der Regel muss das Medikament, abhängig von der Schwere der Symptome, für 10 bis 14 Tage eingenommen werden. Gelegentlich kommt es vor, dass ein Antibiotikum nicht ausreichend wirkt. Grund hierfür kann beispielsweise eine Resistenz der Erreger gegen das Medikament sein. Um das Vorliegen einer solchen Resistenz auszuschließen, sollte vorher ein Test zur Bestimmung durchgeführt werden. Besteht eine Resistenz gegen Ciprofloxacin oder Ofloxacin, kann alternativ auch z.B. das Antibiotikum Ceftriaxon gegeben werden.

Zusätzlich sollten, abhängig von der Höhe der Körpertemperatur, eventuell fiebersenkende Medikamente, wie beispielsweise Paracetamol, gegeben werden. Die Salmonellen, die die Paratyphus-Erkrankung auslösen, leben innerhalb der Körperzellen. Daher dauert es in der Regel einige Tage, bis die fiebersenkende Mittel greifen. Außerdem sollte auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit geachtet werden, da der Körper durch die Durchfälle viel Wasser verliert.

Wie ansteckend ist Paratyphus?

Die Ansteckung kann sowohl direkt erfolgen, also von Mensch zu Mensch übertragen werden, oder indirekt, z.B. durch die Aufnahmen von kontaminierten Lebensmitteln.

Der direkte Weg erfolgt vor allem über die sogenannte fäkal-orale Übertragungsweise. Wenn ein Mensch an Paratyphus erkrankt, scheidet er die Salmonellen über den Stuhl aus. Dadurch können andere Menschen mit den ansteckenden Erregern in Kontakt kommen, beispielsweise im Krankenhaus.

Der indirekte Weg beinhaltet im Gegensatz dazu die Aufnahme von kontaminierten, also mit Erregern besiedelten, Lebensmitteln oder Trinkwasser. Die Salmonellenart, die Paratyphus verursacht, wurde auch vereinzelt in Rindern und Hühnern gefunden, wodurch die Gefahr für eine Übertragung durch die Nahrung besteht.

Es gibt also einige Möglichkeiten, wie Paratyphus übertragen werden kann. Bei einer Epidemie ist die Ansteckungsgefahr relativ hoch.

Jedoch sollte bedacht werden, dass diese Erkrankung sehr selten vorkommt. Die Länder, in denen Paratyphus verbreitet ist, sind vor allem Indien, Pakistan und die Türkei.

Nach einer durchgemachten Erkrankung ist die betroffene Person für ca. ein Jahr relativ immun gegen die Erreger. Allerdings kann eine hohe Bakterienanzahl auch innerhalb dieses Jahres erneut eine Erkrankung auslösen.

Ursachen

Der Paratyphus ist eine Infektionserkrankung, die durch einen Erreger übertragen und ausgelöst wird. Dieser Erreger ist eine bestimmte Art der Salmonellen-Bakterien (Salmonella paratyphi), die auf verschiedene Weise übertragen werden kann.

Hierzu gehört die Aufnahme von kontaminierten Lebensmitteln oder das Trinken von kontaminiertem Wasser. Die Bakterien können aber auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Wenn die Salmonellen in den Körper gelangen, können sie hier, vor allem im Verdauungstrakt, verschiedene Strukturen des Immunsystems angreifen und so die Erkrankung auslösen.

Wie ist der Übertragungsweg von Paratyphus?

Die Salmonellen, die eine Paratyphus Erkrankung verursachen, können auf zwei Arten übertragen werden.

Erkrankte scheiden die Bakterien über den Stuhl aus. Dadurch kann eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch, beispielsweise im Krankenhaus, erfolgen.

Eine indirekte Übertragung ist ebenfalls möglich. Diese erfolgt über verunreinigtes Trinkwasser oder kontaminierte Lebensmittel. Dabei gelangen die Salmonellen durch die Aufnahme der kontaminierten Produkte in den Körper.

Es braucht allerdings auch eine gewisse Menge an Bakterien, um die Erkrankung überhaupt auszulösen.

Diagnose

Die Diagnose der Paratyphus Erkrankung erfolgt in erster Linie durch den Nachweis des Erregers in einer Probe des Bluts und des Stuhls.

Hier können sowohl die Bakterien selbst, als auch Antikörper, die der Körper zur Abwehr gegen die Salmonellen gebildet hat, nachgewiesen werden.

Im Blut der Betroffenen können typische Veränderungen festgestellt werden. Hierzu gehören unter anderem eine verringerte Anzahl weißer Blutkörperchen.

Hinzu kommt die Anamnese, also das Arzt-Patienten-Gespräch, aus dem Hinweise hervorgehen können, beispielsweise über den Kontakt zu kontaminierten Lebensmitteln oder eine Reise in ein Risikoland.

Impfung

Eine Impfung gegen Paratyphus gibt es derzeit nicht.

Daher ist es wichtig, dass hygienische Maßnahmen beachtet werden, wenn eine Reise in ein Risikoland bevorsteht. Zu den Risikoländern gehört das Gebiet des Balkans, Indien, die Türkei sowie Pakistan. Um die Ansteckung durch kontaminierte Lebensmittel zu vermeiden, sollte darauf geachtet werden, dass keine rohen oder unzureichend erhitzen Speisen konsumiert werden.

Im Zweifel kann man sich an der altbekannten Weisheit „Schäle es, koche es oder vergiss es!“ orientieren.

Prognose und Dauer

Die Symptome bei Paratyphus treten in der Regel ca. 1 bis 10 Tage nach der Ansteckung auf. Sie verlaufen meist relativ milde und die Erkrankung ist meist nach ca. 4 bis 10 weiteren Tage wieder vorbei.

Da die Infektionserkrankung selbstlimitierend ist, kommt es auf die Stärke des Immunsystems an, die sozusagen bestimmt, wie lange die Symptome andauern.

Die Prognose von Paratyphus ist meist sehr günstig. Die Symptome hinterlassen normalerweise keine längerfristigen Schäden und Komplikationen treten kaum auf.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 01.03.2019
Für Sie passende Themen
Ihre Meinung ist uns wichtig

Dr-Gumpert.de ist ein Projekt, das mit viel Engagement vom Dr-Gumpert.de Team betrieben wird. Im Vergleich zu anderen Webseiten ist vielleicht nicht alles so perfekt, aber wir gehen persönlich auf alle Kritikpunkte ein und versuchen die Seite stets zu verbessern.
An dieser Stelle bedanken wie uns bei allen Unterstützern unserer Arbeit.
Wenn Ihnen diese Seite gefallen hat, unterstützen auch Sie uns und drücken Sie: