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Schleimiger Stuhlgang beim Baby

Einleitung

Stuhlgang kann bei Babys sehr variabel in Farbe, Konsistenz und Beschaffenheit sein.
Mitunter tritt dabei auch schleimiger Stuhlgang auf.
Dabei kann der Windelinhalt feucht-glänzend wirken und der Schleim dem Stuhl aufgelagert sein.
In den meisten Fällen ist schleimiger Stuhlgang bei Säuglingen weitestgehend harmlos und tritt zum Beispiel beim Zahnen ganz natürlicherweise auf.

Dennoch sollten Eltern dann genau auf ihr Kind achten und Warnzeichen, wie Durchfall, Blut oder Schmerzen frühzeitig wahrnehmen, um rechtzeitig einen Arzt aufsuchen zu können.

Wenn Ihr Baby unter Durchfall leidet und Sie nach Behandlungsoptionen suchen, dann lesen Sie hierfür unseren Artikel:
Durchfall beim Baby - Das sind die Behandlungsmöglichkeiten

Was sind die Ursachen?

  • übermäßig geschluckter Speichel beim Zahnen

  • Umstellung der Ernährung

  • Allergien, zum Beispiel auf Nahrungsmittel

  • Unverträglichkeiten auf Nahrungsmittel

  • Magen-Darm-Infekte

  • nach längerer Antibiotikaeinnahme

  • seltener nach Impfungen

Antibiotika

Ein typischer Grund für schleimigen Stuhlgang bei Säuglingen ist eine Einnahme von Antibiotika bei Infekten.
Durch die Antibiose wird die Darmflora aus dem Gleichgewicht gebracht.
Als Folge davon kann vermehrt eine Schleimbeimengung in der Windel festgestellt werden.
Handelt es sich nur um eine einmalige Schleimbeimengung oder ist generell nur wenig Schleim sichtbar, so lohnt es sich meist einen Tag abzuwarten bis die Symptome von alleine verschwinden.

Zeigt der Säugling allerdings weitere Symptome, wie Durchfall, Blutbeimengungen oder ist sehr quengelig, sollten Eltern einen Kinderarzt aufsuchen, um das Problem abzuklären.

Alles was Sie über eine Neugeboreneninfektion wissen sollten, finden Sie unter:
Wie gefährlich ist eine Neugeboreneninfektion?

Zahnen

Der harmloseste Grund für schleimigen Stuhl bei Babys ist wohl das Zahnen.
Beim Durchbruch der ersten Zähne kommt es durch den ständigen Reiz im Mund zu einer vermehrten Speichelproduktion.
Viele Babys schlucken den übermäßigen Speichel.
Dieser wird im Darm nicht vollständig wiederaufgenommen und zeigt sich als schleimig-wässrige Auflagerung in der Windel.
Hier müssen sich Eltern keine Sorgen machen.
Der Schleim verschwindet meist, wenn der Zahn durchgebrochen ist und das Speicheln nachlässt.
Aber auch in diesem Fall gilt, wenn das Kind neben den Schleimauflagerungen noch weitere Symptome zeigt, sollte ein Kinderarzt aufgesucht werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Durchfall beim Zahnen

Nach der Impfung

Gelegentlich kann auch nach einer Impfung der Stuhlgang eines Säuglings vorübergehend schleimig sein.
Viele Eltern berichten insbesondere nach der Impfung gegen Rotaviren von schleimigem Stuhl bei ihrem Baby.
Dieses Phänomen ist in der Regel als harmlos anzusehen.
Oftmals handelt es sich dabei nur um ein Zeichen des aktivierten Immunsystems, so wie es nach einer Impfung sein soll.

Nichtsdestotrotz kann aber auch eine andere Ursache hinter dem schleimigen Stuhlgang stecken.
Zeigt das Baby Zeichen von Schmerzen oder treten sonstige Symptome auf, sollte der Säugling einem Arzt vorgestellt werden.

Welche Nebenwirkungen durch das Impfen des Babys auftreten können, lesen Sie in unserem Artikel:
Nebenwirkungen durch das Impfen des Babys

Dauer & Prognose

In den meisten Fällen normalisiert sich der Stuhlgang recht schnell.
Häufig geschieht dies auch ganz ohne Therapie.
Bestand der schleimige Stuhl bereits lange, zum Beispiel im Rahmen einer Unverträglichkeit, kann es einige Tage dauern, bis sich die Darmschleimhaut wieder vollständig erholt hat und der Stuhl wieder normal erscheint.
Die Prognose ist daher bei so gut wie allen Ursachen sehr gut, insbesondere wenn sie früh erkannt werden.
Im Fall einer Allergie kann zum Teil jedoch ein lebenslanger Verzicht auf das entsprechende Nahrungsmittel notwendig sein.
Oftmals kann die Gabe einer sogenannten hypoallergenen, also allergikerfreundlichen, Nahrung im Säuglingsalter das Entstehen von neuen Allergien bremsen oder verhindern.

An diesen Symptomen erkennt man, dass der schleimige Stuhlgang des Kindes krankhaft ist

Eltern sollten insbesondere darauf achten, welche weiteren Symptome in Verbindung mit dem schleimigen Stuhl auftreten.
Tritt die Schleimbeimengung als alleiniges Symptom auf, ist sie meist harmlos.

Einen Kinderarzt aufsuchen sollten Eltern, wenn der Säugling neben den schleimigen Stuhlgängen auch Durchfall hat, also mindestens fünf bis sechs Mal am Tag dünner Stuhl in der Windel ist oder sich sein Bauch hart und gespannt anfühlt.
Auch muss auf die Farbe der Ausscheidung geachtet werden.
Ist der Stuhlgang vollständig entfärbt oder aber blutig durchsetzt, können ebenfalls krankhafte Veränderungen die Ursache sein.
Sehr wichtig ist auch, auf das Allgemeinbefinden des Kindes zu achten: Verhält sich das Baby anders als sonst, insbesondere lethargisch oder apathisch?
Trinkt es weniger als sonst oder gar nichts?
Wirkt es ausgetrocknet und zeigt beim Zusammendrücken der Haut stehende Hautfalten?
Auch dies ist meist ein Hinweis auf einen Infekt oder eine Unverträglichkeit und sollte abgeklärt werden.

Daneben ist noch eine Reihe weiterer Symptome abklärungsbedürftig. Dazu gehören vor allem Fieber und Hautausschlag.

Schleimiger Stuhlgang mit Blut

Findet sich neben Schleim auch Blut im Stuhl, ist dies häufig ein Zeichen auf eine Infektion oder Allergie, die ärztlich abgeklärt werden muss.
Einige Arten von Bakterien können blutige, schleimige Durchfälle auslösen.
Gegebenenfalls erfordert eine solche Infektion eine Antibiotikatherapie.
Auch eine Allergie auf Kuhmilch kann solche Symptome hervorrufen.
Dabei entsteht eine Entzündung des Dickdarms.
Säuglinge mit Kuhmilchallergie benötigen Spezialnahrung und müssen kinderärztlich betreut werden.

Eine weitere Ursache für blutig-schleimigen Durchfall kann eine Invagination sein.
Dabei stülpt sich ein Darmabschnitt in einen anderen.
Typische Symptome sind neben dem auch als „Himbeergelee-artig“ bezeichneten Stuhlgang starke Schmerzen im Bauch.
Hier ist eine schnelle Versorgung des Patienten notwendig, da der betroffene Darmanteil geschädigt werden kann.

Schleimiger Stuhlgang mit Durchfall

Tritt zusätzlich zu den Schleimbeimengungen auch Durchfall auf, leidet das Kind häufig unter einer Infektion oder Unverträglichkeit.
Durchfall ist bei Säuglingen definiert als mindestens fünf bis sechs dünne Stuhlentleerungen pro Tag.

Eine der häufigsten Ursachen für diese Symptome ist ein Magen-Darm-Infekt.
Dieser kann viralen oder bakteriellen Ursprungs sein.
Je nach Ursache kann seltener eine Antibiotikatherapie notwendig sein.
Meist genügt die Gabe einer Elektrolytlösung, die den Säugling vor dem Austrocknen schützt.
Auch eine Unverträglichkeit auf bestimmte Lebensmittel kann ursächlich sein.
Dann finden sich die Symptome besonders bei der Umstellung auf neue Lebensmittel in breiiger Form.

Ihr Baby leidet unter Durchfall und Sie suchen nach Behandlungsmöglichkeiten?
Dann lesen Sie dazu unseren Artikel:
Durchfall beim Baby - So wird er behandelt

So erfolgt die Therapie

Viele Ursachen von schleimigem Stuhlgang bei Säuglingen bedürfen keiner Therapie.
Dazu gehört vor allem der schleimige Stuhl beim Zahnen.
Nach einigen Tagen löst sich das Problem von selbst.
Auch beim einmaligen Auftreten von Schleim in der Windel ist in der Regel keine Therapie erforderlich.
Dies kann im Rahmen ganz gewöhnlicher Ernährungsumstellungen auf Brei oder Flaschennahrung vorkommen und gibt sich nach wenigen Tagen.

Selbiges gilt für das Auftreten der Symptome nach Impfungen.
Liegt dem schleimigen Stuhl eine Infektion zugrunde, ist nicht zwangsweise eine gezielte Therapie notwendig.
In einigen Fällen sollte eine Elektrolytlösung gegeben werden, um eine Austrocknung des Babys zu verhindern.
Seltener wird eine Antibiotikagabe notwendig.

Bei Lebensmittelunverträglichkeiten und Allergien muss das auslösende Nahrungsmittel identifiziert werden.
Dieses muss im Anschluss gemieden werden, um erneute Symptome zu verhindern.
Handelt es sich um eine Kuhmilchallergie, braucht das Kind eine Spezialmilch, die das auslösende Kuhmilchprotein nicht enthält.
Dadurch bessern sich die Symptome meist recht schnell.

So lautet die Diagnose

Wird der Säugling einem Arzt vorgestellt, so schaut dieser sich zuerst die Windel an.
Die Beschaffenheit des Stuhlgangs kann bereits Aufschlüsse über die Ursache der Symptome geben.
Zudem ist es wichtig, dass Eltern berichten, ob sich ihr Baby ungewöhnlich verhalten, ein verändertes Trinkverhalten gezeigt oder sonstige Zeichen von Schmerzen gezeigt hat.

Auch sollte erwähnt werden, wenn Blutbeimengungen, Durchfall, Fieber oder vermehrte Blähungen aufgetreten sind.
Der Arzt kann anschließend den Bauch des Babys abhören und abtasten und so eine veränderte Darmtätigkeit und Schmerzen feststellen.
Außerdem sollte der kleine Patient von oben bis unten angeschaut werden, um eventuelle Ausschläge, wie sie im Rahmen mancher Infektionen vorkommen, zu entdecken. Manchmal können auch eine Ultraschalluntersuchung oder eine Blutabnahme erforderlich sein.
Durch diese Maßnahmen können bereits viele Ursachen für schleimigen Stuhlgang abgeklärt werden.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 06.09.2020
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