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Stuhlgang beim Baby

Definition

Der allgemeine Begriff Baby bezeichnet in der Regel den Fachausdruck des Säuglings, der älter als ein Monat jedoch jünger als 1 Jahr ist. Trotz der Tatsache, dass Säuglinge anfangs nur mit Milch ernährt werden, sondern sie natürlich auch Stuhl / Kot ab. Den Kot des allerersten Stuhlganges, den ein Neugeborenes (von der Geburt bis zum ersten Lebensmonat) hat, nennt man Mekonium.

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Wie häufig haben Babys Stuhlgang?

In den ersten zwei Tagen nach der Geburt setzt das Neugeborene erstmals Stuhl ab, der jedoch als besonders gilt. Es ist das sogenannte Mekonium - auch Kindspech genannt -, die allererste Stuhlausscheidung. Dieser Stuhl resultiert aus Galle und anderen Stoffen, die das Kind in der Gebärmutter verschluckt hat. Es ist grün-schwarz und sehr klebrig.

Nachdem der erste Stuhl abgesetzt ist, ist es keineswegs so, dass von einer festen Stuhlfrequenz gesprochen werden kann. Die Variabilität der Stuhlhäufigkeit ist dabei recht groß. Gegen Ende des ersten Jahres pendelt sich dabei die Häufigkeit zu einem gewissen Grad ein. Die Frequenz in den ersten Wochen kann bei Babys 3-4 Mal pro Tag oder sogar mehr sein.

Jedoch ist es auch möglich, dass mal einige Tage bis zu einer Woche kein Stuhl kommt. Wichtig ist hier stets das Baby zu beobachten. Falls es stark drücken muss und dabei z. B. rot anläuft, kann dies bedeuten, dass es doch unter Verstopfungen leidet, die die Ausscheidung erschweren.

Fühlt sich das Baby jedoch wohl und trinkt gerne und ausreichend, so ist eine kurzfristige Stuhllosigkeit kein Grund zur Besorgnis.

Auch im weiteren Verlauf des ersten Jahres ist die Frequenz keinesfalls fest. Ab einem Alter von ca. drei Monaten ist eine Stuhlfrequenz von ca. 2-3 Mal pro Tag der Durchschnitt.

Ist grüner Stuhlgang gefährlich?

In den ersten Tagen nach der Geburt wird zuerst der zähe schwarzgrüne Stuhl, das Mekonium, ausgeschieden. Im Laufe der nächsten Tage scheidet das Baby einen grünen Stuhl aus, der auch als Übergangsstuhl bezeichnet wird.

Dieser ist eine Mischung aus restlichem Mekonium und neuem Stuhl, der durch die nun vorhandene Zufuhr aus Muttermilch oder Säuglingsmilch entsteht.

Im weiteren Verlauf hellt sich der Stuhl bei gestillten Babys auf und wird und nimmt eine hellgrüne bis hellgelbe Färbung an, während der Stuhl auch flüssiger und breiiger wird. Bei Babys, die mit Säuglingsnahrung gefüttert werden, ist eher eine bräunliche, gelbbraune oder grünbraune Färbung zu erwarten. Er ist dabei etwas teigig und ähnelt von der Konsistenz Erdnussbutter, wobei er auch teilweise leicht bröckelig erscheinen kann. Die Färbung des Stuhlgangs kann also viele Variationen aufweisen, die als normal einzustufen sind.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Gründe, warum ein Baby grünen Stuhl aufweisen kann. Zum einen gehört dazu das Füttern mit sogenannter hypoallergenen Nahrung (HA-Nahrung). Dabei kann grüner und auch stinkender Stuhl das Ergebnis sein.

Auch wenn das Baby bestimmt Nahrungsergänzungsmittel erhält wie Eisenpräparate oder bereits Beikost wie Gemüse zugefüttert bekommt, welche grünliche Farbe besitzt, kann sich der Stuhl als grünlich darstellen.

Ein weiterer Grund für grünlichen Stuhlgang ist, dass das der Säugling zu viel der sogenannten Vordermilch beim Stillen trinkt. Beim Stillen sondert die Brustdrüse zuerst die sogenannte Vordermilch ab, welche fett- und kalorienärmer ist. Dabei enthält sie viel Laktose, der Milchzucker.

Nach einer gewissen Saugzeit, gelangt der Säugling an die Hintermilch. Diese ist fettreicher und unterscheidet sich in der Zusammensetzung. Saugt der Säugling also an jeder Brust nur so lange, dass er noch nicht die Hintermilch erhält, so kann es dazu kommen, dass dieser überwiegend mit der Vormilch ernährt wird. Ein Lösungsansatz ist hier beispielsweise bei jedem Stillvorgang nur eine Brust anzubieten, sodass diese „leer“ gesaugt wird.

Bei Kindern, die Säuglingsnahrung erhalten, kann sich auch eine Kuhmilchunverträglichkeit in Form von grünem Stuhl äußern. Allerdings tritt der grünliche Stuhl auch ohne krankhafte Ursache gehäuft bei Kindern auf, die künstliche Säuglingsmilch gefüttert bekommen.

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Sollten die bereits genannten Gründe nicht zutreffen und der grüne Stuhl länger anhalten, so kann dieser grüne Stuhl auch auf eine Virusinfektion hindeuten. Bei länger anhaltendem grünen Stuhl, nach der bereits erwähnten Übergangsphase in der ersten Woche nach Geburt, in welcher grüner Stuhl sehr regulär ist, sollte ein Kinderarzt konsultiert werden.

Grünlicher Stuhl ist bei Säuglingen also häufig normal und nicht direkt Grund zur großen Besorgnis. Gerade bei Kindern in der Übergangsphase (erste Woche nach Geburt) und bei Kindern, die mit künstlicher Nahrung gefüttert werden, ist grüner Stuhl die Regel.

Schleimiger Stuhl von Babys - Was steckt dahinter?

Schleimiger Stuhl sollte zu allererst nicht mit Durchfall verwechselt werden. Im Gegensatz zu Durchfall, zeichnet sich schleimiger Stuhl durch eine erhöhte Zähigkeit aus, wobei die Stuhlfrequenz nicht erhöht und der Stuhl selbst nicht wässrig flüssig ist. Jedoch können Durchfall und schleimiger Stuhl zusammen auftreten.

Es gibt verschiedene Gründe, warum sich der Stuhl eines Säuglings schleimig verändern kann. Einer der Gründe ist ein erhöhtes Speicheln, wie es zum Beispiel beim Zahnen vorkommen kann. Der Speichel passiert den Magen-Darm-Trakt und gelangt in den Stuhl, wobei er diesen schleimig macht.

Weitere Gründe können eine Nahrungsumstellung und auch eine Nahrungsmittelunverträglichkeit sein. Dabei kann auch eine Nahrungsmittelallergie eine Rolle spielen. Wenn sich das Baby wohl fühlt und keine Krankheitsanzeichen wie Schlappheit, Fieber oder Ermüdung zeigt, kann der schleimige Stuhl erstmal beobachtet werden. Er sollte sich innerhalb weniger Tage zurückbilden.

Tritt der schleimige Stuhl mit Durchfall auf, so kann es aber auch sein, dass eine virale oder bakterielle Infektion des Verdauungstrakts vorliegt. Kommen dann noch blutige Beimengungen hinzu, so ist dies ein Alarmsignal. Hier sollte schnellstmöglich ein Arzt hinzugezogen werden. Hier kommen abgesehen von dem Magen-Darm-Infekt auch noch andere und auch ernstere Erkrankungen in Betracht.

Lesen Sie mehr zum Thema: Zahnen beim Baby

Schaumiger Stuhl beim Baby

Grünlicher und schaumiger Stuhl tritt besonders dann auf, wenn das Baby viel Milchzucker erhält. Diese ist in der Muttermilch vorhanden und dabei besonders in der sogenannten Vordermilch. Wird ein Säugling gestillt und trinkt dieser oft, jedoch meist nur kurz, an der Brust, so kann es sein, dass der Säugling viel von der Vordermilch aufnimmt, ohne dabei die fettreichere Hintermilch mitzutrinken. Durch den erhöhten Milchzuckergehalt kann sich der Stuhl schaumig verändern.

Ein Versuch ist, den Säugling möglichst lange an einer Brust zu stillen, bis diese erschöpft ist, sodass auch die Hintermilch aufgenommen wurde, und den Stuhlgang zu beobachten.

Ab wann sollte man einem Baby Beikost geben?

Ab einem Alter von fünf bis sechs Monaten kann einem Säugling zugefüttert werden. Natürlich sollte man mit Nahrungsmitteln anfangen, die leicht zu verdauen und breiig zubereitet werden können, z.B. pürierte Bananen, Kartoffeln oder Reis. Dies macht sich jedoch auch im Stuhl bemerkbar. Dieser kann im Hinblick auf die Farbe etwas dunkler und bräunlicher werden. Darüber hinaus wir er etwas fester, ist aber noch als breiig einzustufen. Auch der Geruch ändert sich. Der Milchstuhl, der recht geruchslos ist, wird sich nun in einen Stuhl mit strengerem Geruch wandeln.

Dadurch dass nun auch zugefüttert wird, kommt das Baby auch mit Nahrungsmitteln in Kontakt, die es noch nicht vollständig verdauen kann. So können beispielsweise unverdaute Stückchen von (gekochten) Karotten zu finden sein. Oder der Stuhl kann die Farbe von Nahrungsmitteln annehmen. Zum Beispiel sind rote Beete und Beeren, z.B. Blaubeeren, sehr farbintensiv und können daher die Farbe ändern. Dies ist kein Grund zur Beunruhigung.

Tritt jedoch dauerhaft Unverdautes im Stuhl auf oder falls der Verdacht besteht, dass auch leicht Verdauliches nicht ordentlich vom Magen-Darm-Trakt zersetzt und aufgenommen wird, so sollte der Kinderarzt konsultiert werden.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Beikost bei Babys

Wie kann ich den Stuhlgang bei meinem Baby fördern?

Besteht eine Verstopfung beim Baby, so können diese mittels verschiedener Möglichkeiten angegangen werden. Wichtig ist dabei, dass diese keine krankhaften Ursachen haben. Folgende Maßnahmen sind geeignet, um den Stuhlgang zu fördern.

Zuerst ist darauf zu achten, dass der Säugling genug trinkt. Viel Wasser und ungesüßter Tee kann gegeben werden, damit der Stuhl nicht so fest wird. Als Hausmittel haben sich bei Säuglingen ebenfalls Obstsäfte wie Birnen- oder Pflaumensaft als wirksam gezeigt. Hier ist jedoch darauf zu achten, dass diese sehr viel Zucker enthalten können.

Auch auf die Ernährung ist zu achten. Falls das Kind noch nicht zugefüttert wird, so sollte das Milchpulver richtig dosiert sein. Eine zu hohe Konzentration führt zu einer dickflüssigeren Milch und konsekutiv zu einem dickeren Stuhl. Wird das Baby bereits zugefüttert, so kann man ballaststoffreichere Kost anbieten. Mehr Gemüsebrei oder Kleie führen dazu, dass die Darmpassage schneller abläuft, sodass dem Stuhl nicht so viel Flüssigkeit entzogen wird.

Darüber hinaus können Massagen des Bauches und gymnastische Übungen mit den Beinen verwendet werden, um die Darmmotilität anzukurbeln.

Oral können außerdem Milchzucker oder Polyethylenglykol verabreicht werden, wobei letzteres ein nicht verdaulicher Stoff ist, der Wasser im Darm an sich bindet, sodass der Stuhl nicht so trocken wird.

Halten sich die Verstopfungen sehr hartnäckig so kann, unter Rücksprache mit dem Kinderarzt, auch ein Einlauf verwendet werden. Utensilien dafür sind in der Apotheke erhältlich. Dabei wird Flüssigkeit in den Darm eingebracht, die dann den verhärteten und trockenen Stuhl verflüssigt, sodass die Ausscheidung leichter fällt.

Verstopfung beim Baby

Verstopfungen (Obstipation) sind ein häufiges Problem bei Säuglingen und Kindern. Es kommen dabei verschiedene Ursachen in Frage.

Die harmloseste Ursache ist eine sogenannte funktionelle Störung. Dabei ist keine organische Ursache zu identifizieren. Funktionelle Störungen können getrost mit den bereits erwähnten Mitteln und Methoden behandelt werden. Ebenfalls harmlos sind Verstopfungen, die auf falschen Ernährungsgewohnheiten beruhen: zu wenig Flüssigkeit; zu wenig Ballaststoffe, falls bereits zugefüttert wird. Hierbei sollten die Gewohnheiten angepasst werden. Ebenfalls können Nahrungsumstellungen zu Obstipation führen. Dies kann bei Umstellung von Muttermilch auf Formelnahrung oder bei Beginn der Zufütterung sein.

Darüber hinaus kommen sekundäre Ursachen in Betracht: Entzündungen am Anus, Rhagaden oder Fissuren, also Einrisse, können schmerzbedingt dazu führen, dass das Baby nicht abführt.

Nimmt das Baby bereits Medikamente, vor allem welche für Epilepsie, ein, so können diese ebenfalls zu Verstopfungen führen.

In seltenen Fällen können organische Ursachen zugrunde liegen. Erkrankungen wie der Morbus Hirschsprung oder andere neurologische Erkrankungen können die Darmpassage erschweren und behindern. Auch Stoffwechselerkrankungen wie die Schilddrüsenunterfunktion und angeborene Fehlbildungen können Verstopfungen bedingen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Verstopfung beim Baby

Durchfall beim Baby

Säuglinge haben sehr oft besonders weichen Stuhl; dieser sollte nicht mit Durchfall verwechselt werden, der flüssig und in der Frequenz erhöht ist. Der Stuhl kann dabei verschiedene Farben annehmen und sogar aus der Windel quellen. Wichtig ist jedoch auf Blut und Schleim zu achten. In diesen Fällen sollte der Kinderarzt zu Rate gezogen werden.

Allergische Reaktionen oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten können ebenfalls zu Durchfällen führen. Sollte der Säugling etwas Neues probiert oder etwas Verdächtiges gegessen haben, so sollte dies geprüft werden. Bei allergischen Reaktionen können ebenfalls Hautquaddeln und Juckreiz auftreten, welche als Hinweis gewertet werden.

Zu 70% ist der infektiöse Durchfall bei Säuglingen durch eine virale Infektion bedingt. Dies bedeutet, dass die Behandlung symptomatisch erfolgt. Antibiotika sind in diesem Fall wirkungslos. Es ist darauf zu achten, dass der Säugling weiterhin genügend Flüssigkeit erhält und nach Möglichkeit auch etwas an Nahrung zu sich nimmt, was jedoch bei Brechdurchfall erschwert sein kann. Zeigt sich der Säugling zunehmend schlapp und schläfrig, muss ein Kinderarzt oder bei Bedarf eine Kinderklinik aufgesucht werden.

Bei blutigen Durchfällen mit Schleim liegt eine bakterielle Durchfallerkrankung nahe. Hier sollte recht schnell ein Kinderarzt oder eine Klinik aufgesucht werden, um auch eine antibiotische mit symptomatischer Therapie kombinieren zu können.

Ist der Durchfall milde ausgeprägt und zeigt sich das Kind im guten Zustand, ohne dass blutig-schleimige Durchfälle auftreten, so kann man ungefähr 2 Tage abwarten, um zu prüfen, ob sich der Durchfall bessert. Bessert sich dieser oder verschwindet er gar, so ist es nicht unbedingt notwendig einen Arzt aufzusuchen.

Bestehen Durchfälle über längere Zeit (mehr als 3 Wochen), so sollte auch an Organ- und Stoffwechselerkrankungen gedacht werden; es sollte auf jeden Fall ein Arztbesuch durchgeführt werden.

Lesen Sie hierzu auch: Durchfall beim Baby

Weitere Informationen

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 21.04.2018
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