Inhalt:
Behandlung der Hüftarthrose
Lesen Sie auch:
Synonyme
Coxarthrosebeahandlung, Hüftarthrosebehandlung, Rehabilitation bei Hüftarthrose
Maßnahmen der Physiotherapie
Die schmerzlindernden Physiotherapeutischen Techniken sollten parallel zur ärztlichen medikamentösen Therapie erfolgen.
Zielsetzung: Schmerzlinderung, Verbesserung der Beweglichkeit (Problembereich 1 und2 )
Physikalische Therapie
- Wärmeanwendung über Fango, heiße Rolle
- Elektrotherapie, auch in Form eines TENS-Gerätes für zu Hause
- Medical Taping
Beim Medical Taping der Coxarthrose werden elastische Tapes in einer bestimmten Anlageform auf die Haut aufgebracht. Dabei ist das Ziel nicht die Ruhigstellung des Gelenkes , sondern über die Einwirkung auf die Muskulatur (Spannungssenkend, Verbesserung des Stoffwechsels ) und das Gelenk ( Verbesserung des Bewegungsgefühls) eine Schmerzentlastung und verbesserte Beweglichkeit.
Buchempfehlung
DR-GUMPERT - Buch! Sie benötigen ausführliche Informationen zum Thema Hüftarthrose?
Dann bestellen Sie einfach unser ausführliches Buch Hüftarthrose aus unserem orthopädischen Verlag.
Ab sofort in unserem Buchshop erhältlich!Buch Hüftarthrose von Dr. med. Nicolas Gumpert
Neu: schon ab 11,90 € zzgl. Versand
Werden Sie zum kompetenten Gesprächspartner für Ihren Arzt.
Als "PDF" oder " Printversion" erhältlich.
Dieses Buch informiert über alle konservativen und operativen Therapiemöglichkeiten rund um die Hüftarthrose.
_______________________________________________
Physiotherapeutische Techniken:
Manuelle Therapie:
Als Ausgangsstellung für die manuelle Therapie bei der Coxarthrose wird die aktuelle Ruhestellung des Hüftgelenkes in Rückenlage gewählt. Diese entspricht häufig einer leichten Beuge- und Außendrehungsstellung des Gelenkes. Damit der Patient wirklich gut entspannen kann , empfiehlt es sich, das betroffene Bein im Schlingentisch „aufzuhängen“.
Aus dieser Stellung wird dann mit intermittierender Traktion (Zug) und -oder Vibrationstechniken das Gelenk entlastet. Damit wird ein entspannender Effekt auf die Muskulatur erreicht, es kommt zu einer verbesserten Bewegungsfreiheit des Hüftgelenkes, das umliegende Gewebe wird entstaut und die erreichte Schmerzlinderung zeigt sich häufig direkt nach der Behandlung im verbesserten Gangbild.
Nach erfolgter passiver Gelenkmobilisation kann der Patient das gewonnene Bewegungsausmaß durch aktive Übungen im Schlingentisch unter Gewichtsabnahme des Beines durch die Schlinge weiter verfestigen.
Eine zweite sinnvolle Möglichkeit , die Bewegungsfreiheit des Hüftgelenks zu vergrößern ergibt sich über die Mobilisation des Gelenkes aus der Bauchlage. Dabei wird vor allem die Hüftstreckung und die Innendrehung mit dem Ziel verbessert, einen flüssigeren Bewegungsablauf beim Gehen in der Standbeinphase zu erreichen.
Muskeldehntechniken:
Auf Grund der durch die Coxarthrose bedingten Muskelverkürzungen und der (neben vielen anderen ursächlichen Faktoren) dadurch entstandenen Bewegungseinschränkungen müssen vor allem die Hüftbeuger, die Anspreizmuskulatur und die Außendreher des Hüftgelenkes gedehnt werden.
Es empfehlen sich aktiv/passive Dehntechniken (z.B. die postisometrische Relaxation – PIR) kombiniert mit weichen Querdehnungen, die zur Vorbereitung der Muskulatur auf die Dehnung angewendet werden . Dazu sind auch andere passive Muskelentspannungstechniken möglich.
Beispiel Hüftbeugerdehnung
Hierbei befindet sich der Patient in Rückenlage, das betroffene Bein im Überhang über der Bankkante. Nach Anspannung in die Hüftbeugung wird das Bein weiter in die Hüftstreckung gebracht.
Alle wichtigen Dehnübungen werden als Eigenübung dem Patienten als Hausaufgabe erklärt.
Andere Möglichkeit der Hüftbeugerdehnung aus der Seitlage
Dehnung der rückwärtigen Oberschenkelmuskulatur
Bewegungsbad
Empfehlenswert ist die aktive Bewegungstherapie im warmen Wasser , da durch den Wasserauftrieb das Hüftgelenk entlastet wird, durch die Wärme die Muskulatur entspannt wird und so schmerzärmer in ein größeres Bewegungsausmaß bewegt werden kann.
Über Bewegung gegen den Wasserwiderstand und der Einsatz von Geräten kann im Wasser ebenfalls ein Krafttraining erfolgen.
Wichtig
Auf Ausweichbewegungen achten! Von daher empfiehlt sich die Bewegungstherapie im Wasser unter Anleitung einer/s Physiotherapeutin(en)
Zielsetzung : Kraftzuwachs durch Muskelaufbau
(Problembereich 2: Kraftminderung)
Mit zunehmender Schmerzlinderung und verbesserter Beweglichkeit ist der Patient in der Lage, mehr muskuläre Aktivitäten zum Kraftaufbau der Hüft, Rumpf- und Beinmuskulatur durchzuführen. Das bedeutet für die Therapie, dass die passiven Behandlungstechniken weiter in den Hintergrund treten und dem Patienten verstärkt neben Dehn- und Lockerungsübungen ein gezieltes Muskelaufbautraining für die bei der Coxarthrose geschwächte Muskulatur vermittelt wird.
Unterstüzende Kleingeräte für zu Hause:
Theraband ®, Gewichtsmanschetten, Instabile Unterlagen
Ergänzend kann der Patient an ein medizinisches Krafttraining an Geräten herangeführt werden. Das kann in der Physiotherapeutischen Praxis in Einzel- oder Gruppentherapie erfolgen , im Rahmen eines Rehasportprogramms oder im Fitnessstudio ( Voraussetzung: funktionelle Geräte und gute Anleitung und Kontrolle ) stattfinden.
Besonderer Schwerpunkt in der Muskelkräftigung liegt in der gesamten hüftumgebenden Muskulatur, da die Längenveränderungen ( durch die Coxarthrose verursachte Verkürzungen ) das Kraftpotential mindern , insbesondere sind die Hüftstreck, Abspreiz- und Drehmuskulatur betroffen.
Auch die Koordination (optimales Zusammenspiel) der Hüftmuskulatur ist bei der Coxarthrose vermindert, der gesamte Bewegungsablauf beim Gehen und das Bewegungsgefühl ist verändert.
Zusätzlich sollte bei der Übungsauswahl Wert auf Kräftigungsübungen für die Rumpfmuskulatur gelegt werden, da durch die Bewegungseinschränkung des Hüftgelenkes häufig Haltungsveränderungen und Rückenschmerzen resultieren.
Übungsbeispiele
Kräftigung der Rückenmuskulatur, Gesäß und rückwärtigen Beinmuskulatur mit Expanderband
Kräftigung der hüftabspreizenden Muskulatur, zentriert den Hüftkopf in der Pfanne, entscheidend auch für die postoperative Funktion des künstlichen Hüftgelenkes
Kräftigung der Hüftabspreizenden und aufrichtenden Muskulatur im Sitz
Kräftigung der Oberschenkelmuskulatur, die zum Aufstehen aus dem Sitz benötigt wird
Kräftigung der hüftstreckenden Muskulatur
Als begleitende Sportarten empfehlen sich Fahrrad fahren und Schwimmen, da das Hüftgelenk nicht der Belastung des Körpergewichts ausgesetzt ist. Hierbei sollte allerdings auf die richtige Technik geachtet werden.
Zielsetzung: Verbesserung des Gangbildes und Verlängerung der Gehstrecke ( Problembereich 3)
Als Erstes sollten dem Patienten mit Coxarthrose allgemeine Ratschläge mit auf den Weg gegeben werden:
- Empfehlenswert ist weiches Schuhwerk, niedriger Absatz, bei stark eingeschränkter Hüftbeugung eventuell Klettverschlüsse
- Vermeidung von langen Wanderungen mit ungewohnter Belastung (z.B. Klettern), langes Stadtbummeln, Joggen
- Längere Strecken besser mit dem Fahrrad bewältigen
Probleme des Coxarthrose Patienten beim Gehen:
- Vergrößerte Spurbreite
- Durch die eingeschränkte Hüftstreckung entwickelt sich ein Gehen mit „Hohlkreuz „
- Becken und Brustkorb werden zur Standbeinseite (das Bein, welches auf dem Boden steht) geneigt, es entsteht ein sogenanntes Schonhinken
- Das Becken sinkt auf der Spielbeinseite (das Bein, welches sich in der Luft befindet) ab
- Der Schritt des gesunden Beines wird kürzer, da die Belastung der betroffenen Hüfte schmerzhaft ist
Der Physiotherapeut analysiert das Gangbild des Patienten und kann daraus erkennen, welche Ziele für den Patienten erreichbar sind und welche Übungen sinnvoll sind. Dabei muss er das Alter des Patienten, die individuelle strukurelle Funktionseinschränkung und Persönlichkeitsstruktur berücksichtigen. Je nach Grad der Schädigung des Hüftgelenkes kann ein Hinkmechanismus durch Verbesserung von Beweglichkeit, Schmerzlinderung, Muskelkondition und Koordination (optimales Zusammenspiel der Muskulatur) durchaus wieder überwunden werden.
Eine irreversible Gehbehinderung kann ein Patient am besten akzeptieren, wenn keine falschen Hoffnungen geweckt werden und der Patient mit den Übungen und Anforderungen nicht überfordert wird. In diesem Fall empfiehlt es sich, dem Patienten Instruktionen zur Benutzung von Gehhilfen oder anderen Hilfen z.B. Schuh- oder Strumpfanzieher zur Erleichterung des Alltags zu geben. In Bezug auf Folgebeschwerden des Rückens sollte der Einsatz von Gehhilfen nicht zu spät erfolgen.
Alle bisher durchgeführten therapeutischen Maßnahmen schaffen die Voraussetzung für die Verbesserung des Gangbildes.
Das ist ganz wichtig als Motivationsanreiz für den Patienten, die Dehn- und Kräftigungsübungen intensivst zu Hause, im Rehasport oder im Fitnessstudio durchzuführen.
Zielsetzung: Angstminderung
(Problembereich 4)
Hier geht es überwiegend um Information und Beratung des Patienten. Das Verständnis über die medizinischen Hintergründe um seine Erkrankung erleichtert den Umgang mit der Problematik.
Der Coxarthrosepatient muss lernen, das richtige Verhältnis von Belastung und Belastbarkeit seines Hüftgelenkes im Alltag und möglichst gute Kompensationsmechanismen für seine Behinderung herauszufinden. Je nachdem in welchem Stadium die Physiotherapeutische Behandlung beginnt, kann eine Gelenkersatzoperation (TEP) weit herausgezögert werden.
Informationen über einen eventuell geplanten Operationsablauf und die nachfolgende Rehabilitation mildern verständliche Ängste. Vor allem das Wissen über die Schmerzentlastung und schnelle Funktionsverbesserungen bis hin zur Möglichkeit wieder Sport zu betreiben machen Mut, einer Operation mit überzeugter Einstellung entgegenzusehen.
Untersuchung der Hüftarthrose
zurück zum Hauptthema: Hüftarthrose
Buch bestellen
Benötigen Sie ausführliche Informationen zu diesem Thema?
An dieser Stelle möchten wir darauf hinweisen, dass zu diesem Thema ein ausführliches Buch verfasst wurde.
Durch das bessere Verständnis der Hüftarthrose steigert sich die Motivation etwas zu ändern. Erfahren Sie detailliert die einzelnen Möglichkeiten der Hüftarthrose aktiv entgegenzuwirken. Werden Sie zum kompetenten Gesprächspartner für Ihren Arzt.
DR-GUMPERT - Buch! Sie benötigen ausführliche Informationen zum Thema Hüftarthrose?
Dann bestellen Sie einfach unser ausführliches Buch Hüftarthrose aus unserem orthopädischen Verlag.
Ab sofort in unserem Buchshop erhältlich!Buch Hüftarthrose von Dr. med. Nicolas Gumpert
Neu: schon ab 11,90 € zzgl. Versand
Werden Sie zum kompetenten Gesprächspartner für Ihren Arzt.
Als "PDF" oder " Printversion" erhältlich.
Dieses Buch informiert über alle konservativen und operativen Therapiemöglichkeiten rund um die Hüftarthrose.
_______________________________________________
|
Fast jeder Mensch erkrankt im Laufe seines Lebens an Arthrose. |
Weitere Informationen
Weiterführende Informationen finden Sie auch unter unseren Themen:
- Hüftarthrose
- Ursachen der Hüftarthrose
- Therapie der Hüftarthrose
- Operation der Hüftarthrose
- Folgen der Hüftarthrose
- Stadien der Hüftarthrose
- Hüftarthrose und Sport
- Krankengymnastik bei Hüftarthrose
- Schmerzen Hüfte (alternative Ursachen)
Allgemeine weitere Informationen finden Sie unter dem Thema Arthrose, sowie bei der Kniearthrose (Gonarthrose)!!!
Alle Themen, die zum Bereich Orthopädie veröffentlicht wurden, finden Sie unter: Orthopädie A-Z
Das könnten Sie jetzt auf Dr-Gumpert.de machen!
Ihre Meinung ist uns wichtig!


















