Außenrotation

Einleitung

Eine Rotation bezeichnet immer eine Drehbewegung eines Körperteils. Diese findet um ein sogenanntes Rotationszentrum statt, welches durch den Mittelpunkt des Gelenkes gebildet wird. Bei einer Außenrotation wird die Drehbewegung von vorn betrachtet nach außen durchgeführt. Dem steht die Innenrotation entgegen, bei der die Drehbewegung nach innen gerichtet ist. Eine Außenrotation kann von den Gelenken der Extremitäten ausgeführt werden. So ist diese möglich im Schultergelenk, im Hüftgelenk und im Fußgelenk. Eine sogenannte Rotationsbewegung von Händen und Füßen gibt es in diesem Sinne nicht. Sie entspricht der Bewegung, die als Pronation beziehungsweise Supination bezeichnet wird.

Um eine Außenrotation oder auch eine Innenrotation ermöglichen zu können, muss es sich bei dem Gelenk um ein Kugel- oder Radgelenk handeln.

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Außenrotation in der Hüfte

Das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk und lässt sich deshalb in nahezu alle Richtungen bewegen.

Die Außenrotation der Hüfte besteht in einer Drehbewegung des Oberschenkelkopfes in der Hüftgelenkspfanne nach außen. Diese lässt sich zum Beispiel ausführen, wenn in Rückenlage das Knie zur Brust gezogen wird und nach außen gedreht wird. Im Normalfall beträgt die Außenrotation bei 90° gebeugtem Hüftgelenk etwa 50°, bei gestreckter Hüfte (also bei ausgestrecktem Bein) hingegen nur 30°.

Viele verschiedene Muskeln sind für die Außenrotation verantwortlich. Hierzu zählen unter anderem der kurze und der lange Schenkelanzieher (Musculi adductores longus et brevis), die Gesäßmuskeln (Musculi glutei), sowie weitere kleinere Muskeln beziehungsweise Muskelgruppen.

Die Rotationsbewegung der Hüfte ist beim Gehen von großer Bedeutung. Hier kommt es zu einem Zusammenspiel aus Bewegungen des Hüft-, Knie- und Fußgelenks. Wenn eins dieser Gelenke nicht voll bewegungsfähig ist, so müssen die anderen Gelenke diesen Funktionsverlust kompensieren und es kann zu Schäden aufgrund der Fehlbelastung kommen.

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Außenrotation in der Schulter

Eine Außenrotation der Schulter besteht in einer Drehung des Oberarmkopfes in der Gelenkspfanne nach außen. Der äußere Teil des Oberarms wird also nach hinten gedreht. Das Zusammenspiel verschiedener Muskeln ermöglicht diese Bewegung. In der Regel führt das Schultergelenk allerdings Kombinationsbewegungen aus Rotationen und Bewegungen um andere Achsen aus.

Die Außenrotation beträgt im Normalfall etwa 60°.

An der Bewegung sind sowohl Schulter- als auch Rückenmuskeln beteiligt. Vor allem die sogenannten Musculi supraspinatus und infraspinatus, sowie der Musculus deltoideus übernehmen diese Aufgabe.

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Außenrotation im Knie

Das Kniegelenk kann, wenn es sich in Streckstellung befindet, weder nach innen noch nach außen gedreht werden. Dies liegt daran, dass die Seitenbänder des Gelenks sehr straff sind und dies verhindern. Bei gebeugtem (flexiertem) Knie jedoch sind die Seitenbänder erschlafft und lassen Drehbewegungen des Kniegelenks zu. Eine Außenrotation ist bei gebeugtem Knie bis etwa 30° möglich und wird weniger als die Innenrotation von den Kreuzbändern gehemmt.

Bei der Außenrotation dreht sich der Fuß nach außen. Auch die Menisken bewegen sich mit. Der einzige Muskel, der eine Außenrotation im Kniegelenk auslösen kann, ist der sogenannte Musculus biceps femoris.

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Bewegung im Sprunggelenk

Der Fuß kann zwar nach außen gedreht werden, jedoch gibt es keine explizite Bezeichnung für diese Bewegung. Vielmehr ist es eine zusammengesetzte Bewegung. Der Fuß hat lediglich zwei Bewegungsachsen. Eine Beugung und Streckung wird durch das obere Sprunggelenk (OSG) ermöglicht, wohingegen die sogenannte Pronation und Supination Bewegungen des unteren Sprunggelenks (USG) sind. Bei der Pronation und Supination wird der Fuß gekippt, das heißt der äußere beziehungsweise der innere Fußrand wird zum Boden hin bewegt. Eine Außenrotation des Fußes ist somit eine Kombinationsbewegung aus einer Pronation (innerer Fußrand wird zum Boden bewegt) und einer Beugung des Sprunggelenks.

Das Gangbild außenrotierter Füße kann durch eine Fehlstellung der Hüfte entstehen.

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