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Beule hinter dem Ohr - Was ist zu tun?

Einleitung

Eine Beule hinter dem Ohr bezeichnet jeder Art von tast- oder sichtbarer Schwellung hinter dem Ohr, die verschiedene Ursachen haben kann.
In vielen Fällen handelt es sich um die Vergrößerung eines Lymphknotens, die wiederum durch verschiedene Umstände ausgelöst werden kann.

In den meisten Fällen ist eine Beule hinter dem Ohr harmlos und geht von selbst wieder weg.
Eine ärztliche Abklärung sollte erfolgen, wenn die Beule länger als zwei Wochen besteht, immer weiter wächst oder diese zusätzliche Beschwerden wie zum Beispiel Schmerzen verursacht.
Nur in sehr seltenen Fällen weist die Beule hinter dem Ohr auf eine ernsthafte und behandlungsbedürftige Erkrankung hin.

Wie gefährlich eine Lymphknotenschwellung hinter dem Ohr sein kann, lesen Sie in unserem Artikel Lymphknotenschwellung hinter dem Ohr - Gefährlich?

Welche Ursachen kann eine Beule hinter dem Ohr haben?

Eine Beule hinter dem Ohr kann verschiedene Ursachen haben, wobei die meisten harmlos sind.
In vielen Fällen entsteht diese aufgrund einer Schwellung eines Lymphknotens bei einer durch Viren oder Bakterien verursachten Infektion im Bereich der Ohren, Atemwege oder der Zähne.
Zudem können sich Talgdrüsen hinter dem Ohr entzünden und ebenfalls eine Beule hervorrufen.

Auch ein Insektenstich kann zu einer deutlichen Hervorwölbung der Haut führen.
Außerdem können sich wie überall am Körper auch hinter dem Ohr Gewebewucherungen bilden, die in den meisten Fällen gutartig sind.
Als ein häufiges Beispiel sind sogenannte Lipome  (Fettgewebsgeschwulste) zu nennen.

Nur in sehr seltenen Fällen liegt einer Beule hinter dem Ohr eine gefährliche oder sogar bösartige Erkrankung zugrunde.
Insbesondere Beulen, die ohne erkennbare Ursache entstehen, immer größer werden und keine Schmerzen bereiten, sollten untersucht werden.
 

In seltenen Fällen kann es sich um eine Form von Krebs handeln, die gegebenenfalls so früh wie möglich behandelt werden sollte.

Lymphknotenschwellung hinter dem Ohr

Eine Lymphknotenschwellung ist in vielen Fällen für eine Beule hinter dem Ohr verantwortlich.
Die Lymphknoten sind Kontrollstellen des körpereigenen Abwehrsystems und in Regionen am ganzen Körper verteilt.
 

Viele verschiedene Ursachen führen zu einer reaktiven Vergrößerung der Lymphknoten.
In den meisten Fällen liegt ein harmloser Virusinfekt wie zum Beispiel bei einer Erkältung vor.
Eine ebenfalls durch einen Virus verursachte Erkrankung, bei der es typischerweise zu einer Lymphknotenschwellung hinter dem Ohr kommt, sind die Röteln.
Bei nicht geimpften Kindern oder Erwachsenen sollte diese Erkrankung daher in Betracht gezogen werden.

Auch eine bakterielle Entzündung zum Beispiel des Mittelohrs oder der Zähne kann eine Lymphknotenschwellung hinter dem Ohr hervorrufen.

In äußerst seltenen Fällen ist jedoch keine Infektion für die Beule verantwortlich, sondern eine vom Lymphsystem ausgehende Krebsform (“Lymphdrüsenkrebs”).
Wenn die Beule hart und schlecht verschieblich ist, sowie bei begleitenden Symptomen wie ungewolltem Gewichtsverlust und starkem Schwitzen in der Nacht sollte daher zeitnah eine ärztliche Abklärung erfolgen. Gleiches gilt, wenn Beulen auch an anderen Stellen des Körpers aufgrund von Lymphdrüsenschwellungen entstehen, wie zum Beispiel in der Leiste oder unter den Armen.

Das ist die Therapie bei einer Beule hinter dem Ohr

Die Behandlung bei einer Beule hinter dem Ohr richtet sich nach dem Auslöser, der für die Schwellung verantwortlich ist.
Da es sich in den meisten Fällen um eine Begleitreaktion der Lymphknoten handelt, richtet sich die Therapie nach der ursächlichen Entzündung.

Bei einer Erkältung oder anderen durch Viren verursachten Erkrankung wie dem Pfeifferschen Drüsenfieber erfolgt eine Behandlung lediglich durch körperliche Schonung und ausreichend Flüssigkeitszufuhr.

Bei einer durch Bakterien verursachten Infektion wie einer Entzündung eines Zahns kann eine Therapie mit einem Antibiotikum angebracht sein.

Bei Beulen hinter dem Ohr, die ohne erkennbare Ursache entstehen, wird oftmals zunächst abgewartet.
Wenn sich die Beule nicht verändert und keine Beschwerden verursacht, ist oftmals gar keine Behandlung erforderlich. In vielen Fällen bildet sich die Beule von selbst wieder zurück.
Sollte diese jedoch aufgrund einer Erkrankung auftreten, können je nach Diagnose im Verlauf verschiedene Behandlungsmaßnahmen erforderlich werden, bis hin zur operativen Entfernung der Beule.

Lediglich ein großer Abszess (abgekapselte, eitrige Entzündung) wird gegebenenfalls direkt durch einen Einstich unter sterilen Bedingungen durch den Arzt entlastet.

Lesen Sie mehr zur Behandlung eines Abzsesses am Ohr unter: Abszess am / im Ohr - Therapie der Eiterbeule

Das sind die begleitenden Symptome

Das häufigste begleitende Symptom bei einer Beule hinter dem Ohr ist Schmerz.
Sowohl bei einer Lymphknotenschwellung aufgrund einer Entzündung als auch bei einer abgekapselten Entzündung einer Haarwurzel (Abszess) bestehen meist pochende Schmerzen, die bei Berührung, Druck sowie Bewegungen des Kopfes verstärkt werden.

Weitere begleitende Symptome können dabei eine Rötung sowie eine Überwärmung der Schwellung sein. Bei einem Abszess kann zusätzlich weißlicher oder gelber Eiter durch die gespannte Haut an der Beule hinter dem Ohr durchschimmern.

Wenn als begleitendes Symptom Fieber besteht, es zu einer ungewollten Gewichtsabnahme kommt oder man nachts ungewöhnlich stark schwitzt, sollte man zeitnah einen Arzt aufsuchen.
In Verbindung mit der Beule hinter dem Ohr kann es sich um Anzeichen einer behandlungsbedürftigen Infektionserkrankung oder sogar einer bösartigen Erkrankung handeln.

Symptome ohne Schmerzen

Auch wenn Beulen hinter dem Ohr oftmals schmerzhaft sind, treten diese in einigen Fällen auch ohne Schmerzen auf.
Als mögliche Ursachen kommen verschiedene Auslöser infrage.

Zum einen kann es sich um eine gutartige Wucherung handeln, die zum Beispiel vom Fettgewebe ausgeht und dann als Lipom bezeichnet wird.
Man erkennt ein solches an einer weichen, federnden Konsistenz.

Neben weiteren möglichen harmlosen Ursachen sollte bei einer Beule hinter dem Ohr, die ohne Schmerzen und erkennbaren Auslöser auftritt, auch an eine ernstzunehmende Erkrankung gedacht werden. Insbesondere dann, wenn die Beule immer größer wird oder schon seit mehreren Wochen besteht, sollte ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden.
Auch wenn potentiell gefährliche Erkrankungen wie eine Infektionskrankheit oder Krebs sehr selten sind, sind die Aussichten auf Heilung bei rechtzeitig eingeleiteter Therapie am höchsten.

In den meisten Fällen kann jedoch Entwarnung gegeben werden und die Beule hinter dem Ohr muss nicht behandelt oder weiter beachtet werden.
Nur wenn sie als störend empfunden wird, kann in manchen Fällen eine operative Entfernung in Erwägung gezogen werden.

Die Diagnose bei einer Beule hinter dem Ohr

Für die Diagnose bei einer Beule hinter dem Ohr sind das ärztliche Gespräch sowie die zielgerichtete körperliche Untersuchung ausschlaggebend.

Der Arzt wird zunächst Fragen stellen, zum Beispiel seit wann die Beule besteht, ob sie Schmerzen verursacht und ob weitere Beschwerden vorliegen.
Fragen über Vorerkrankungen und ständig eingenommene Medikamente können ebenfalls von Bedeutung sein.

Bei der Untersuchung wird der Arzt die Beule hinter dem Ohr zunächst nur betrachten.
Als nächstes wird er vorsichtig deren Konsistenz und gegebenenfalls Verschieblichkeit tasten.
Meist sind die genannten Maßnahmen dann schon ausreichend, um eine Diagnose zu stellen. In manchen Fällen ist zusätzlich eine Blutuntersuchung erforderlich.

Bildgebende Verfahren wie der Ultraschall kommen in manchen Fällen ebenfalls zum Einsatz und können weiteren Aufschluss über die Beschaffenheit der Beule hinter dem Ohr und damit Hinweise für die Diagnose geben.

Wie lange bleibt eine Beule hinter dem Ohr bestehen?

Über die Dauer, über die eine Beule am Ohr besteht, lässt sich keine allgemeine Aussage machen, da sie aufgrund der Vielzahl möglicher Ursachen sehr unterschiedlich sein kann.

Wenn es sich um eine Lymphknotenschwellung als Reaktion auf eine Entzündung oder eine Erkältung handelt, geht die Beule meist nach abheilen der Erkrankung innerhalb einiger Tage wieder zurück.
In manchen Fällen bleiben diese jedoch auch langfristig tastbar.
Manche Beulen gehen ebenfalls nicht weg aber verändern sich auch nicht.
Meist handelt es sich um gutartige Wucherungen, die nicht behandelt werden müssen.
Wenn eine Beule hinter dem Ohr jedoch länger als zwei Wochen besteht, sollte diese durch einen Arzt untersucht werden.
Gleiches gilt bei starken Beschwerden sowie dann, wenn die Beule immer größer wird.

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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