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Schwellung hinter dem Ohr

Einleitung

Eine Schwellung am Ohr kann viele Ursachen haben, sollte aber meistens kein Grund zur Beunruhigung sein. In den meisten Fällen handelt es sich um entzündete, vergrößerte Lymphknoten im Kopf- / Halsbereich, die plötzlich tastbar werden. Sie können leicht druckschmerzhaft sein, bilden sich aber meist innerhalb weniger Tage zurück. Andere häufige Ursachen können eine verstopfte Talgdrüse (Atherom) oder ein gutartiges Fettgeschwulst (Lipom) sein, die überall im Körper auftreten können.

Diese Schwellungen am Ohr sind meist rund, nicht druckschmerzhaft und lassen sich meist verschieben. Vorsicht ist geboten, wenn eine schmerzhafte Schwellung im Bereich des Knochens hinter dem Ohr auftritt, die im zeitlichen Zusammenhang mit einer Erkältung steht und zu Kopf- und Ohrenschmerzen führt.
Dies kann auf eine Entzündung des Warzenfortsatzes (Mastoiditis) hindeuten und sollte immer ärztlich behandelt werden.

Selten, und eher am Hals auftretend, sind Halszysten, die meist angeboren und harmlos sind, aber vorsichtshalber operativ entfernt werden sollten, um Komplikationen zu vermeiden.

Kam es im Vorfeld zu Verletzungen oder kleinen Wunden hinter dem Ohr, können sich diese entzünden und es kann sich ein Abszess bilden. Abszesse zeigen sich als schmerzhafte, fluktuierende Schwellungen hinter dem Ohr, und können mit Unwohlsein und Fieber einhergehen.
Seltene Ursachen für eine Schwellung am Ohr sind Hauttumoren oder Lymphknotenkrebs.
Schwellungen hinter dem Ohr sind meistens harmlos. Treten jedoch starke Schmerzen auf, oder wird eine Größenzunahme der Schwellung bemerkt, sollte dies immer ärztlich abgeklärt werden.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unterSchwellung - Was steckt dahinter?

Ursachen

Es gibt zahlreiche Ursachen für eine Schwellung hinter dem Ohr. Wichtig ist primär zu unterscheiden, ob es sich um eine schmerzhafte Schwellung oder eine schmerzlose Schwellung handelt. Schmerzhafte Schwellungen deuten meist auf eine Entzündung hin.

Die häufigste und harmloseste Ursache für eine schmerzhafte Schwellung hinter dem Ohr sind entzündete Lymphknoten. Im Kopf-/ Halsbereich gibt es zahlreiche kleine Lymphknotenstationen, die im Rahmen einer Erkältung, einer Mandelentzündung (s. Symptome bei einer Mandelentzündung), einer Mittelohrentzündung (s. Symptome bei einer Mittelohrentzündung) oder auch bei Zahnschmerzen anschwellen können und tastbar werden. Meistens sind sie druckempfindlich bis druckschmerzhaft und lassen sich gut verschieben.

Sobald sich der Infekt zurückgebildet hat, bildet sich auch die Lymphknotenschwellung wieder zurück. Häufige Erreger für Atemwegsinfekte sind verschiedene Viren, wie Adeno-, Rhino- und Influenzaviren.
Aber auch das Epstein-Barr-Virus, der Erreger des Pfeifferschen-Drüsenfiebers, kann eine schmerzhafte Lymphknotenschwellung hinter dem Ohr und im Halsbereich hervorrufen.

Bakterielle Erreger, wie Streptokokken, können ebenfalls eine Mandelentzündung hervorrufen, bei der es begleitend zu einer Lymphknotenschwellung hinter dem Ohr kommen kann. Heutzutage eher selten, aber dennoch möglich, ist die Mumpsinfektion – eine virale Entzündung der Ohrspeicheldrüsen, die vor allem bei Kindern auftritt. Aber auch durch zu weniges Trinken können sich Speichelsteine ausbilden, die zu Schwellung und Schmerzen der Ohrspeicheldrüse führen.

Sie führt zu schmerzhaften Schwellungen hinter dem Ohr, zu Ohrenschmerzen, hohem Fieber und Abgeschlagenheit. Da heute eine Impfung gegen Mumps möglich ist, wird dieses Krankheitsbild heute nur noch selten beobachtet.

Andere Ursachen für schmerzhafte Schwellungen hinter dem Ohr sind zum Beispiel Abszesse. Abszesse sind Eiteransammlungen unter der Haut, die aufgrund von entzündeten Talgdrüsen oder infizierten Wunden entstehen können. Sie gehen mit starken Schmerzen, Unwohlsein und gelegentlich mit Fieber einher und müssen immer ärztlich behandelt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Abszess am Ohr

Eine relativ häufige Ursache, vor allem bei Kindern und Jugendlichen für eine schmerzhafte Schwellung des Knochens hinter dem Ohr, ist die Mastoiditis – eine Entzündung des Warzenfortsatzs.
Sie entwickelt sich meist aus einer verschleppten, nicht ausreichend behandelten, Mittelohrentzündung und geht mit starken Ohrschmerzen, Fieber und einer Verschlechterung des Hörvermögens einher.

Lesen Sie mehr zum Thema: Mastoiditis sowie Beule

Ursachen für schmerzlose Schwellungen hinter dem Ohr können verstopfte Talgdrüsen (Atherom, umgangssprachlich Grützbeutel oder gutartige Fettgeschwulste (Lipome) sein.

Lesen Sie mehr zum Thema: Grützbeutel
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Atherome werden meist als kleine, derbe „Knubbel“ wahrgenommen, die nicht verschieblich sind, und in der Regel keine Schmerzen verursachen.

Lipome dagegen sind meist kleine, weiche „Knubbel“, gut verschieblich und ebenfalls schmerzfrei. Sie können aus kosmetischen Gründen, oder falls sie zu groß werden und Beschwerden verursachen, chirurgisch entfernt werden.

Lesen Sie mehr zum Thema: Lipom entfernen

Andere Ursachen für schmerzlose Schwellungen hinter dem Ohr können auch Hauttumore oder Lymphdrüsenkrebs sein. Achtsam sollte man immer sein, wenn die Schwellung plötzlich auftritt und schnell an Größe zunimmt, derb ist, nicht verschieblich und Begleitsymptome wie Fieber, Nachtschweiß oder ein ungewollter, starker Gewichtsverlust vorliegen. Sicherheitshalber sollten länger bestehende Schwellungen hinter dem Ohr immer ärztlich abgeklärt werden.

Symptome

Je nach Ursache für die Schwellung hinter dem Ohr, kann es zu Schmerzen im Bereich der Schwellung, aber auch zu Kopfschmerzen, Ohrschmerzen oder schmerzhaften Bewegungen des Kopfes kommen. Auch Fieber oder Unwohlsein können im Fall einer Mastoiditis oder eines Abszesses auftreten.

Eine Schwellung hinter dem Ohr kann jedoch auch komplett symptomlos sein und nur durch die Schwellung bemerkbar werden.

Diagnose

Für die genaue Abklärung der Schwellung hinter dem Ohr wird der Arzt zunächst einige allgemeine Fragen stellen, zum Beispiel, ob in der letzten Zeit eine Erkältung vorlag oder ob Schmerzen oder andere Beschwerden vorliegen.

Danach wird er die Schwellung genauer betrachten, abtasten und auf seine Konsistenz und Verschieblichkeit prüfen. Gegebenenfalls kann auch ein Ultraschall durchgeführt werden.
Bei Verdacht auf eine Mastoiditis wird er zudem das Ohr und das Trommelfell mit Hilfe eines Otoskops näher untersuchen.
Sollte sich der Verdacht auf eine Mastoiditis erhärten, ist meistens eine Einweisung ins Krankenhaus notwendig, wo Blut abgenommen wird und auf Entzündungswerte kontrolliert wird sowie ein Abstrich aus dem Ohr entnommen wird, der auf mögliche Erreger untersucht wird.

Gegebenenfalls kann auch ein Röntgenbild oder ein CT durchgeführt werden, um die Diagnose zu sichern und Komplikationen, wie zum Beispiel Einschmelzungen im Knochen, frühzeitig zu erkennen.
Bei kleinen Kindern verzichtet man aufgrund der Strahlenbelastung jedoch meistens auf die Röntgen- oder CT-Aufnahmen. Im Falle eines positiven Befundes wird meist eine Therapie mit Antibiotika begonnen, in einigen Fällen ist auch eine operative Behandlung notwendig.

Im Falle eines Atheroms oder Lipoms, kann erst einmal abgewartet werden oder eine chirurgische Exzision durchgeführt werden. Im Fall eines geschwollenen Lymphknoten werden auch die benachbarten und anderen großen Lymphknotenstationen untersucht und gegebenenfalls eine Blutabnahme durchgeführt.
Sollten sich sonst keine Auffälligkeiten zeigen, kann ein spontaner Rückgang abgewartet werden.

Sollte die Schwellung Hinweise für einen Hauttumor hinter dem Ohr ergeben, ist meist eine Einweisung in eine dermatologische oder HNO-ärztliche Klinik zur weiteren Abklärung und feingeweblichen Untersuchung notwendig.

Lesen Sie mehr zum Thema: Hautkrebs erkennen

Schwellung am Hals

Eine Schwellung am Hals spricht meist für eine harmlose Vergrößerung der Lymphknoten, im Rahmen einer Erkältung oder einer Mandelentzündung.
Meist bildet sich die Schwellung von allein wieder zurück. Ein anderer, eher seltener Grund für eine Schwellung am Hals kann jedoch auch eine angeborene Halszyste sein, die Flüssigkeit und Schleim enthält und sich leicht entzünden kann, zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung. Nach Abklingen des Infekts bildet sich auch meistens die Zyste wieder zurück.

Jedoch kann die Halszyste auch eine Öffnung in der Haut bilden und nässen – sie wird dann als Halsfistel bezeichnet.
In seltenen Fällen können sich die Halszysten so sehr entzünden, dass sich ein Abszess bildet, das mit starken Schmerzen, Fieber und Schluckbeschwerden einhergehen kann.
Halszysten sind an sich ungefährlich, können sich jedoch entzünden und sind oft kosmetisch störend. Üblicherweise werden sie operativ entfernt.

Lesen Sie mehr zum Thema unter: Halsfistel

Schwellung am Knochen

Eine häufige Ursache für eine Schwellung hinter dem Ohr, vor allem im Bereich des Knochens, ist die Mastoiditis – eine Entzündung des Warzenfortsatzes. Der Warzenfortsatz liegt hinter dem Ohr und ist direkt mit der Paukenhöhle verbunden.

Eine Mastoiditis entsteht meist als direkte Folge einer verschleppten oder nicht ausreichend behandelten Mittelohrentzündung und tritt sehr häufig bei Kindern und Jugendlichen auf. Sie ist meist begleitet von starken Ohrschmerzen, ständigen, pochenden Schmerzen am Warzenfortsatz, Hörstörungen, Abgeschlagenheit und Fieber.
Außerdem lässt sich hinter dem Ohr eine deutliche, teigige Schwellung tasten, die sogar das Ohr nach unten drücken kann. Dadurch steht die Ohrmuschel meistens ab. Aus dem Gehörgang kann sich auch eine eitrige Flüssigkeit entleeren.

Schwellung beim Kind

Die häufigste Ursache für eine Schwellung hinter dem Ohr beim Kind sind ebenfalls entzündete, vergrößerte Lymphknoten, die zum Beispiel im Rahmen einer Erkältung oder einer Mandelentzündung auftreten, oder die Mastoiditis, als Folge der Mittelohrentzündung.

Auch eine Mittelohrentzündung kann sich zu Beginn über eine Lymphknotenschwellung hinter dem Ohr bemerkbar machen. Selten sind angeborene Halszysten, die sich als Schwellung am Hals tasten lassen.

Lesen Sie mehr zum Thema: Anzeichen einer Mittelohrentzündung

Schmerzen/ Kopfschmerzen

Eine Schwellung hinter dem Ohr kann auch mit Kopfschmerzen einhergehen.
Sind die Lymphknoten im Kopfbereich stark vergrößert und entzündet, kann dies zu schmerzhaften Kopfbewegungen führen, aber auch im Rahmen der Entzündung zu Kopfschmerzen führen.

Eine Mastoiditis führt ebenfalls oft zu Fieber, Abgeschlagenheit, starken Ohr- und Kopfschmerzen, sowie Druckschmerzen im Bereich des Warzenfortsatzes. Auch ein Atherom kann, wenn es sehr groß ist, zu schmerzhaften Kopfbewegungen oder zu Kopfschmerzen führen, wenn es sich entzündet.

Schwellung hinter dem Ohr bei einer Erkältung

Eine Erkältung führt oft zu schmerzhaften Vergrößerungen und Entzündungen von Lymphknoten. Sie kann auch zu Mittelohrentzündungen führen, die mit starken Ohrschmerzen und Kopfschmerzen einhergeht.

Eine schwere Grippe (s. Symptome bei einer Grippe) kann ebenfalls zu schmerzhaften Lymphknotenvergrößerungen, Kopf- und Gliederschmerzen und zu Abgeschlagenheit führen.
Kommt es im Rahmen einer Erkältung zu einer Schwellung hinter dem Ohr, so bildet sich diese nach Rückgang der Erkältung meistens von selbst wieder zurück.

Therapie

Eine Schwellung hinter dem Ohr, die aufgrund von vergrößerten Lymphknoten, im Rahmen einer Erkältung, entstanden ist, muss nicht besonders behandelt werden. Symptomatisch können entzündungshemmende Medikamente (zum Beispiel Ibuprofen, oder Paracetamol) eingenommen werden.
Außerdem sollte auf Bettruhe und ausreichendes Trinken geachtet werden.

Im Fall einer Mittelohrentzündung sollten immer abschwellende Nasensprays benutzt werden, sowie bei Bedarf Schmerzmittel eingenommen werden. Manchmal kann die Einnahme von Antibiotika notwendig sein.

Sollte eine Mastoiditis vorliegen, sollte unbedingt eine Klinik aufgesucht werden. Dort werden meist Antibiotika verabreicht, bei Kindern oft intravenös. Manchmal kann auch ein operativer Eingriff notwendig sein.

Ist die Ursache für die Schwellung hinter dem Ohr ein Lipom, ein Atherom oder eine Halszyste, so können diese operativ entfernt werden. Ein Abszess muss meistens punktiert und über eine Drainage abgelassen und mit Antibiotika behandelt werden.

Weiterführende Information

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Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 15.03.2019
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