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Anzeichen einer Mittelohrentzündung

Welche Anzeichen gibt es?

Bei einer akuten Mittelohrentzündung (Otitis media acuta) handelt es sich um eine virale oder auch bakterielle Entzündung. Hierbei wandern Viren oder Bakterien über den Nasenrachenraum bis zum Mittelohr und verursachen dort eine Entzündung.

Die Anzeichen für eine Mittelohrentzündung können zunächst unspezifisch sein. Bei einer akuten Mittelohrentzündung kommt es zunächst zu starkem Ohrenschmerz, wobei der Schmerz meist nur auf eine Seite lokalisiert wird da auch die Mittelohrentzündung häufig nur einseitig ist. Bei einigen Patienten kommt es auch zu einem vermehrten Druckgefühl auf der erkrankten Seite, außerdem kann ein Klopfen zu hören sein.

Auch vermehrtes Schwindelgefühl ist ein typisches erstes Anzeichen bei einer Mittelohrentzündung. Dies liegt daran, dass in unserem Ohr neben den verschiedenen Gehörknöchelchen und dem „inneren Ohr“ zum akustischen Hören auch unser Gleichgewichtsorgan, der sogenannte Vestibularapprat, liegt. Kommt es aufgrund einer Mittelohrentzündung zu einer leichten Einengung oder einer falschen Reizung des Gleichgewichtsorganes, kann dies zu Schwindel und eventuell sogar einseitiger Fallneigung führen. Meist verspüren die Patienten jedoch „nur“ einen leichten Schwindel.

Da es sich um eine entzündliche Reaktion handelt bei der Viren oder Bakterien mit beteiligt sind kommt es außerdem zu den klassischen Symptomen einer Entzündung. Deshalb können auch Fieber, Nachtschweiß und Gliederschmerzen die ersten Anzeichen für eine Mittelohrentzündung sein. Zusätzlich wehrt sich der Körper mit dem angeborenen Immunsystem gegen die Bakterien oder die Viren. Deshalb kommt es automatisch neben Schmerzen im Mittelohr auch zu einer Rötung und einer Schwellung, außerdem kann es zu einer Erwärmung im Bereich des Ohres kommen.

Durch die Schwellung kann der Höreindruck vermindert sein oder es können sich falsche Ohrgeräusche (Tinnitus) bilden.

Da das Mittelohr direkt mit der Nase verbunden ist, kann das erste Anzeichen einer Mittelohrentzündung auch einfach ein harmlos wirkender Schnupfen sein. Sobald es jedoch zu vermehrten Ohrenschmerzen und einem unangenehmen Druckgefühl im Ohr kommt, sind die Anzeichen deutlich als Mittelohrentzündung zu bewerten.

Später verändern sich die Anzeichen einer Mittelohrentzündung. Es gibt eine sogenannte Ohrtrompete (Tuba auditiva) die das Mittelohr mit dem Rachen verbindet. Oft kommt es aufgrund der Schwellung bei einer Mittelohrentzündung zu einem Verschluss dieser Ohrtrompete. In diesem Fall kann der gebildete Schleim nicht mehr über die Ohrtrompete in den Rachenraum abfließen, wie der Schleim es normalerweise machen würde. Infolgedessen sammeln sich immer mehr Schleim und auch immer mehr Flüssigkeit im Mittelohr. Dadurch wird der Druck immer größer und der Patient hat immer stärkere Schmerzen und vor allem ein immer stärker werdendes Druckgefühl.

Dies sind die letzten Anzeichen einer Mittelohrentzündung, die sehr ernst genommen werden sollten. Steigt der Druck nämlich immer weiter an kann es sein, dass der Druck so stark wird, dass er das Trommelfell einreißen lässt. Das Trommelfell trennt normalerweise das Mittelohr vom Außenohr. Ist das Trommelfell nun defekt, kann die angesammelte Flüssigkeit und der angesammelte Schleim nach außen austreten und das Druckgefühl sowie die Schmerzen lassen augenblicklich nach. Dafür kommt es nun zu einem Ausfluss, der meist aus Eiter, manchmal Blut und vor allem viel Flüssigkeit besteht, aus dem Mittelohr nach außen heraus. Der Austritt von Eiter aus dem Mittelohr ist das letzte Anzeichen einer Mittelohrentzündung und sollte bestenfalls vermieden werden. In den meisten Fällen heilt jedoch auch nach einer Trommelfellruptur das Trommelfell wieder zusammen und es ist mit keinen Spätfolgen zu rechnen.

Wichtig ist zu beachten, dass Erwachsene stets leichter zu diagnostizieren sind als Kinder. Bei Kindern kommt es neben Ohrschmerzen häufig zu unspezifischen Bauchschmerzen und meist zu starkem Fieber. Deshalb ist hier die Diagnosestellung oft schwieriger und es sollte beachtet werden, ob das Kind beispielsweise öfter Probleme beim Hören hat oder ob es sich öfter das Ohr zu hält.

Anzeichen bei einer chronischen Mittelohrentzündung

Etwas anders als die akute Mittelohrentzündung, sind die Anzeichen bei einer chronischen Mittelohrentzündung. Eine chronische Mittelohrentzündung liegt dann vor, wenn der Patient über Monate an den Symptomen einer Mittelohrentzündung leidet. Hier kommt es, ähnlich wie bei der akuten Mittelohrentzündung, zu Hörverminderung und falschen Höreindrücken.

Ein markantes Anzeichen für eine chronische Mittelohrentzündung ist der anhaltende, teilweise eitrige Sekretausfluss aus dem Ohr, der jedoch phasenweise auch unterbunden sein kann.

Ein weiteres sicheres Anzeichen einer chronischen Mittelohrentzündung ist außerdem das enorme Wachstum von entzündlichem Gewebe. Man spricht in diesem Fall von einem Cholesteatom. Außerdem kann das Trommelfell aufgrund der Dauerbelastung gerötet, teilweise sogar vernarbt sein.

Lesen Sie mehr zu diesem Thema unter: chronische Mittelohrentzündung

Qualitätssicherung durch: Dr. Nicolas Gumpert      |     Letzte Änderung: 17.12.2018
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